Serienempfehlungen: „Chernobyl“, „Our Planet“ und „Street Food Asia“

Chernobyl

Schaut man sich an, was Drehbuchautor Graig Mazin bisher für Filme geschrieben hat, könnte man nicht auf die Idee kommen, dass seine erste Serie ein Meisterwerk wird, das Seriengeschichte schreibt. Scary Movie 3 und 4, Hangover 2 und 3 deuten jedenfalls nicht daraufhin. Und doch ist es ihm mit Chernobyl gelungen. Von der ersten bis zur letzten Minute hat er zusammen mit Regisseur Johan Renck und seinem Team ein bedrückendes, apokalyptisches Endzeitszenario geschaffen, das schon längst stattgefunden hat. Die Schauspieler sind herausragend, allen voran Jared Harris, Stellan Skarsgård und Emily Watson. Die Ausstattung, die Sets vor Ort in Tschernobyl und der Stadt Prypjat stimmen bis ins kleinste Detail. Das Drehbuch besitzt kein Gramm fett, jede Szene und jeder Dialogzeile erfüllen einen Zweck, die Struktur sorgt für Spannung, die Handlung ist herzergreifend und geht an die Nieren. Eine nüchterne, sachliche und doch bewegende Schilderung der wahren Ereignisse im Jahr 1986. Für mich das Serienereignis des Jahres über einen Drachen, der ganz real ist und ganze Städte auslöschen kann, wenn wir unsere Kontrolle über ihn überschätzen. Hat fünf Teile und ist auf Sky zu sehen.

Our Planet

Sechsteilige britische Netflix-Dokumentation über Zustand und Zerfall unserer Erde. Was wir Menschen mit diesem Planeten anstellen, ist praktisch die Katastrophe von Tschernobyl in Zeitlupe über den gesamten Globus verteilt. Die Serie zeigt, welch drastischen Folgen unser Tun und der daraus folgende Kollaps der Biosphäre für die Tierwelt haben. Und wer glaubt, das beschränke sich nur auf ein paar Eisbären, denen die Schollen unter den Füßen wegschmelzen, der täuscht sich gewaltig und sollte sich dringend die Episode mit den Walrössern anschauen. Die Bilder sind wunderschön und doch tieftraurig. Ich empfehle die englische Fassung, in der David Attenborough als Erzähler fungiert, der für lange Zeit bei der BBC für diese wundervollen Naturdokus verantwortlich war, die uns aber auch eine heile Welt vorgegaukelt haben. Hier spricht er endlich unverblümt aus, welche Spuren das Anthropozän an Flora und Fauna hinterlassen hat.

Street Food Asia

Street Food Asia ist eine großartige Dokuserie auf Netflix, über mehrere Generationen von Street Vendors: Menschen, die alte Familienrezepte in ein erfolgreiches Geschäftsmodell und leckeres Essen verwandelt haben. Viele faszinierende Lebensgeschichten aus Ländern wie Japan, Thailand, Indonesien, Singapur, Vietnam oder Taiwan. Mein Favorit ist die Episode aus Thailand mit der Straßenköchin, die während der Arbeit aussieht wie aus einem Film von Hayao Miyazaki, seit Jahrzehnten ihr Ding durchzieht und ihre Rezepte so perfektioniert hat, dass sie sogar einen Michelin-Stern erhalten hat. Zeigt auch, wie wichtig in solchen Städten das Essen auf der Straße ist, wo viele keine Zeit zum Kochen haben, keine Küche oder nur wenig Geld. Ein faszinierender Mikrokosmos, der immer weiter verdrängt wird, ob durch Gentrifizierung oder Regierungen, die lieber leere, saubere und trostlose Straßen haben, wie in Thailand z. B.

Bei den New York Yankees im Stadion

Vor genau einem Jahr war ich bei den New York Yankees im Stadion. Hier ein kurzer Bericht.

Ich kann nicht behaupten, ein großer Fan von kommerzialisiertem Sport zu sein. Weder schaue ich mir die Bundesliga, noch die Champions League an, und Korruptinos Fußball WM der Männer ist mir auch wurscht. Noch kommerzieller als in den USA geht es wohl kaum, wo Mannschaften aus rein finanziellen Gründen von einer Stadt in die andere umziehen, wie zum Beispiel die Brooklyn Dodgers, die 1958 nach L. A. zogen und der Stadt das Herz herausrissen (»Our Bums«).

Wenn man aber die USA und deren Kultur verstehen will, kommt man an Baseball nicht vorbei. Kein anderer Sport hat das Land so geprägt und steht stellvertretend für den »American Exceptionalism«. Eine komplexe und komplizierte Sportart, die man wohl nur ganz verstehen kann, wenn man mit ihr aufgewachsen ist. Hier empfehle ich die herausragende Doku »Baseball« von Ken Burns.

Das bekannteste und erfolgreichste Team des Sports sind die New York Yankees, das Team, das mit Babe Ruth und Heinrich Ludwig »Lou« Gehrig zur Legende wurde und weitere Ausnahmespieler, wie Joe Dimaggio und Mickey Mantle hervorbrachte. Der letzte Titel und die letzte Finalteilnahme liegen allerdings schon zehn Jahre zurück. „Doch nach einem holprigen Start sieht es diese Saison gar nicht so schlecht aus“, schrieb ich letztes Jahr, als ich diesen Beitrag begann. Insgesamt lief es dann doch wieder sehr bescheiden für die Yankees.

Die U-Bahn hält direkt vor dem Stadion in der Bronx an Gate 6, wo sich die Fans ganz entspannt den Eingangskontrollen nähern. Hinter dem Einlass gab es ein Yankees-Shirt als Geschenk, dann musste ich noch einmal ums halbe Stadion rum, um meinen Platz zu finden. Der lag in der zweiten Etage mit guter Sicht auf das Spielgeschehen. Immer wieder kamen Leute mit schlechteren Tickets, die versuchten, hier bessere Plätze zu finden, bis dann die eigentlichen Kartenbesitzer kamen, um ihre Sitze einzunehmen. Zu Spielbeginn war es noch relativ leer im Stadion, die Plätze füllten sich erst nach und nach, da viele vermutlich direkt von der Arbeit kamen. Nicht wenige gingen auch schon wieder vor Spielbeginn. Bei vier bis fünf Spielen pro Woche ist das wohl nicht ungewöhnlich.

Anders als in deutschen Fußballstadien gibt es hier keine Ultras, die für Stimmung sorgen. Das läuft alles über die Stadiontechnik, mit eingespielter Musik und Fans, die dann tanzend auf der großen Leinwand eingeblendet werden. Die Jungs, die den Platz zwischendurch abzogen, tanzten dann zu YMCA. Und der übliche Patriotismus mit Heldenverehrung und Nationalhymne durfte natürlich nicht fehlen. Trotzdem herrschte eine angenehme, entspannte Stimmung im Stadion. Erst in den letzten beiden Innings, bei der drohenden Niederlage, nahmen aggressivere Töne, vermutlich durch den stetigen Bierkonsum gefördert, deutlich zu. Da merkte man, dass es unter der familienfreundlichen Fassade durchaus brodelte.

Nach dem Spiel ging es dann in einer überfüllten U-Bahn, dank Bauarbeiten, im Schneckentempo zurück nach Manhattan – aber ganz entspannt und gelassen, ohne grölende, besoffene Fans.

Die Yankees haben übrigens 3:4 gegen die Washington Nationals verloren. Hier zeigte sich, dass nicht das Team mit den meisten Homeruns gewinnt. Hat man noch keine Spieler auf den Bases, bringt ein Homerun nur jeweils einen Punkt, wie für die Yankees. Die Nationals haben mit einem Homerun gleich drei Punkte geschafft, weil sie schon Spieler auf den Bases platzieren konnten. Hier zahlt sich geschicktes Taktieren aus. Es war bis zum Schluss ein spannendes und ereignisreiches Spiel.

Die unveröffentlichte Übersetzung: „Immersion“ von Aliette de Bodard

Ein Beispiel dafür, dass man manchmal ganz umsonst übersetzt, nicht nur im Sinne von honorarfrei, sondern auch  von leserfrei.

Zu Beginn meiner Übersetzerkarriere (falls man überhaupt von einer solchen sprechen kann) hatte ich die Möglichkeit, einige wunderbar geschriebene Kurzgeschichten für das Phantastikmagazin Phase X zu veröffentlichen. Das Magazin ist im Umfeld des Fantasyguides aus dem Magazin Sono entstanden, bevor es vor einigen Jahren zu einer etwas unschönen „feindlichen“ Übernahme kam (worauf ich hier aber nicht weiter eingehen werde).

Wie auch immer, die Romane, die ich zu Beginn übersetzen durfte, waren jetzt keine stilistischen Meisterwerke, sondern eher solide Unterhaltung. Da boten die Kurzgeschichten von Nina Allen und Aliette de Bodard eine willkommene Abwechslung. Im Angesicht Gottes fliegen erschienen 2012 in Phase X 9 und erzählt von einem ungewöhnlichen Raumfahrtprogramm in einer alternativen Realität und ist wunderbar ruhig und einfühlsam erzählt, atmosphärisch dicht, voller Melancholie über die letzten Tage einer physisch veränderten Raumfahrerin mit ihrer Freundin auf der Erde. Nina Allan hat inzwischen auch tolle Romane geschrieben (z. B. The Race), die leider nie auf Deutsch erschienen sind.

In Phase X 11 erschien dann 2015 meine Übersetzung von Aliette de Bodards Verstreut entlang des Himmelsflusses. Die Geschichte mischt asiatische Einflüsse mit den Themen Revolution, Poesie und Familiengeschichte. Die Herausforderung bei der Übersetzung lag in den unterschiedlichen Erzählebenen, von denen eine im Präsens, und eine in der Vergangenheitsform erzählt wird. Da musste ich immer höllisch aufpassen, dass ich im Präsens-Teil nicht wieder ins Präteritum verfalle. Es ist eine sehr schöne Geschichte, die moderne Technik mit Sprache, Poesie und Tradition verbindet.

Immersion gewann 2013 den Nebula Award (einer der wichtigsten SF- und Phantastikpreise) und spielt im gleichen Universum wie Verstreut entlang des Himmelsflusses. Die Geschichte erzählt von zwei jungen Frauen, die in einer Gesellschaft leben, in der man sein Äußeres unter gefotoshopten Avataren auch in der nicht-virtuellen Realität verbirgt und sich dadurch von sich selbst entfremdet. Eine sehr einfühlsame geschriebene Geschichte darüber, wie man sich durch zukünftige technologische Entwicklungen in künstlichen Identitäten verlieren kann.

Da mir die Arbeit an der ersten Kurzgeschichte von Aliette de Bodard so gut gefallen hat, zögerte ich nicht lange, den Auftrag für eine weitere für Phase X 12 anzunehmen. Die habe ich im Jahr 2014 übersetzt, und sie ist bis heute nicht erschienen. Im Herbst 2014 gab es bei Tor Online das Vorhaben, monatlich Kurzgeschichten zu veröffentlichen, die einen Nebula oder Hugo Award gewonnen haben (ein Vorhaben, das mangels Interesse der Leserschaft schnell wieder eingestellt wurde). Als ich davon hörte, erwähnte ich, dass ich gerade so eine Geschichte übersetzen würde. Man fragte bei den Herausgebern und dem Verlag von Phase X an, ob man die Geschichte nicht parallele auch bei Tor Online veröffentlichen könne, natürlich mit dem Hinweis auf Phase X, erhielt aber eine Absage.

Seitdem habe ich nichts mehr von Phase X gehört. Die Ausgabe 12 ist nie erschienen, ich weiß auch von mindestens einem anderen Übersetzer, der für diese Ausgabe eine Übersetzung angefertigt hat. Und meine Übersetzung, in die ich viel Arbeit gesteckt habe, die über 20 Normseiten hat, verstaubt nun in meiner virtuellen Schublade. Ist immerhin kein ganzes Buch, so was soll auch vorkommen, aber dafür wird man immerhin bezahlt. Hier war die komplette Arbeit umsonst.

Es werden sowieso kaum noch internationale Kurzgeschichten ins Deutsche übersetzt, wir hier auf dem deutschsprachigen Buchmarkt haben schon lange den Anschluss an den internationalen Kurzgeschichtenmarkt verloren (siehe mein Plädoyer für die übersetzte Kurzgeschichte), da ist es doch wirklich schade, wenn eine schon übersetzte Story einer der aufregendsten Science-Fiction-Kurzgeschichtenautorinnen unserer Zeit ungenutzt bleibt. Ich glaube nicht, dass man von Phase X noch einmal was hören wird.

Von Aliette de Bodard ist auf Deutsch inzwischen ihr Roman Das Haus der gebrochenen Schwingen erschienen, übersetzt von Simon Weinert. Im Vergleich zu ihren aufregenden und vor Ideen nur so schäumenden SF-Kurzgeschichten fand ich diese Geschichte über Engel in einem untergegangenen Paris ziemlich langweilig und belanglos. Wahrscheinlich hat sie einfach nicht meinen Geschmack getroffen.

Zwischenstandsmeldung vom Krankenbett

Na, ganz so schlimm ist es nicht. Aber ich bin Anfang Januar so heftig umgeknickt, dass ich mir einen großen Korbhenkelriss im Meniskus zugezogen habe. Die Knieoperation war vor zwei Wochen. Der Riss wurde genäht, dabei hat man festgestellt, dass die Kreuzbandplastik (zwei Schrauben plus eine Partellasehne), die ich vor 23 nach einem Kreuzbandriss beim Fußball erhalten habe, nicht mehr funktioniert und das Knie nicht mehr stabilisiert. Weshalb ich auch umgeknickt bin.

Die Schrauben hat man entfernt, und die Bohrlöcher mit Knochenmaterial aufgefüllt, das man mir am Beckenkamm entnommen hat (was eine große Narbe an der Hüfte mit sich brachte). Das muss jetzt sechs Monate hart werden und verwachsen, dann bekomme ich bei einer zweiten OP ein neues Kreuzband.

Mit Karneval kann ich ja nichts anfangen, aber mein Bein hat sich schon mal als das linke Bein von Frankensteins Kreatur verkleidet.

Die letzten zwei Wochen konnte ich nur auf Krücken mit einer Teilbelastung von 20 Kilogramm auf dem linken Bein laufen. Inzwischen geht es auch ohne Krücken mit Vollbelastung, aber nur mit einer Orthese, die das Bein in gestreckter Stellung hält, damit die Meniskusnaht nicht wieder reist. So werde ich noch mindestens vier weitere Wochen humpeln müssen, habe viel Physiotherapie, muss mehrmals täglich auf eine motorisierte Bewegungsschiene, die das Knie bis 90 Grad beugt, und kann nicht so lange am Schreibtisch sitzen. Weshalb ich mich erst mal nur um meinen Brotjob kümmere und den Blog weiter vernachlässigen werden.

Diese Knieorthese hält mein Bein in Streckstellung. Die muss ich mindestens 6 Wochen Tag und Nacht tragen, dann wird sie am Gelenk freigestellt, damit ich es bewegen kann. Tragen soll ich sie dann tagsüber bis zur nächsten Kreuzband-OP in fühestens sechs Monaten

Bei Gelegenheit werde ich noch etwas ausführlicher und unterhaltsamer von der OP berichten. Die ist übrigens gut verlaufen, ich hatte danach keine Schmerzen, und das Schlimmste war, eine Woche lange vorher jeden Tag eine Banane essen zu müssen, weil mein Kaliumwert etwas niedrig war.

„The Borrowed“ von Chan Ho-Kei (übersetzt von Jeremy Tiang)

Schon seit meiner Kindheit bin ich Fan des Hongkong-Kinos. Angefangen hat es mit Jackie Chan und weiteren Martial-Arts-Filmen aus dem Hause Shaw Brothers. Bald folgten Fantasyfilme wie a Chinese Ghost Story und ähnliche Werke aus dem Dunstkreis von Tsui Hark sowie die knallharten Actionfilme von John Woo und Co. Doch so richtig entflammt wurde diese Liebe zu Hongkong erst durch die Filme von Wong Kar-Wai, als ich 1996 im Alter von 16 Jahren Fallen Angels sah, gefolgt von Chungking Express, As Tears Go By und meinem Lieblingsfilm von Wong: Days Of Being Wild, in dem Kameramann Christopher Dolye das Hongkong der 60er Jahre in so betörend schönen Bildern einfängt.

Dementsprechend war ich natürlich sofort Feuer und Flamme, als ich von Chan Ho-Kei The Borrowed las, das nicht nur ein genialer Krimi sein soll, sondern auch ein breites Panorama von Hongkong seit dem Zweiten Weltkrieg zeichnet. Und das tut es. In sechs Episoden wird aus dem Berufsleben des genialen Polizeiermittlers Inspector/Superintendend Kwan, der in der ersten Geschichte einen Fall löst, obwohl er im Koma liegt. Dieser Episode merkt man an, dass sie vom cleveren japanischen Krimi á la Keigo Higashino beeinflusst ist. Von da an macht Autor Chan dann Sprünge in die Vergangenheit, um jeweils entsprechende und besonders herausstechende Stationen aus Kwans Berufsleben, die sich stilistisch stark unterscheiden, aber immer sehr klug konstruiert sind und viel Einblick in das gesellschaftliche Leben Hongkongs liefern.

Die Perspektive wechselt, nicht immer weiß man gleich, aus welcher Perspektive die jeweilige Geschichte erzählt wird, oft benutzt Chan auch die auktoriale Erzählebene. Bei den überraschenden Wendungen geht er ähnlich wie Jeffrey Deaver vor: Lange gaukelt er der Leserin vor, sie würde der Perspektive des Ermittlers vollständig folgen und alles wissen, was er weiß. Entscheidende Informationen lässt er dann aber geschickt aus, damit der Ermittler am Ende und auch auf Etappen zwischen durch, überraschende Erkenntnisse und schließlich die Lösung präsentieren kann.

Doch nicht jede Episode folgt dem klassischen Ermittlungsprinzip. Einmal wird ein Kind entführt und es entwickelt sich ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem nichts ist, wie es scheint. Ein anderes Mal überwacht die Polizei ein Hochhaus, in dem sich die meistgesuchten Gangster Hongkongs aufhalten, was schon fast zu einem Belagerungsszenario führt, wie in Johnie Tos Breaking News. Und in der letzten Episoden geht es um politische Unruhen im Hongkong der 1960er-Jahre, als viele Kommunisten (von China gestützt) gegen die britische Kolonialmacht aufbegehrten und es für die Polizei Bombenanschläge zu vereiteln gilt.

All die Episoden sind – mal abgesehen vom Ermittler Kwan – geschickt lose miteinander verknüpft, manche Personen treten häufiger auf, andere nur ein, zweimal, aber mit großer Wirkung, die sich vor allem auch dadurch entfaltet, dass die Episoden eben in umgekehrter chronologischer Reihenfolge erzählt werden.

The Borrowed biete einen faszinierenden und spannenden Einblick in die Geschichte Hongkongs von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart, und ist nebenbei auch ein verdammt cleverer Krimi mit denkwürdigen und charmanten Figuren. Die Filmrechte hat übrigens Wong Kar-Wai erworben.

Auf Deutsch ist das Buch unter dem Titel Das Auge von Hongkong erschienen (dabei lautet Kwans Spitzname »Eye of Heaven«), leider nur in der Übersetzung der englischen Übersetzung von Jeremy Tiang. Und da ich nicht so auf Übersetzungs-Stille-Post stehe, habe ich mir die englische Fassung gekauft.

Eigentlich sollte diese Besprechung noch ausführlicher werden, da ich mir aber Anfang der Woche einen Korbhenkelriss im Meniskus zugezogen habe und momentan nur bedingt einsatzfähig bin, nutze ich die wenige Zeit am Computer aktuell für meinen Brotjob. Weshalb es hier auf dem Blog in den nächsten Wochen weiterhin ziemlich ruhig bleiben könnte.

Das Internet in Zeiten schwindender Demokratie

Das Netz wird restriktiver!

Eigentlich ein Paradox: Die Menge an Daten, Content, Videos, Podcasts, Blogs, Magazinen usw. im Internet steigt kontinuierlich, hat schon längst Ausmaße angenommen, die von uns gar nicht mehr fassbar sind, und doch wird das Internet immer restriktiver, enger und eingeschränkter.

Wie kann das sein?

Kürzlich hat Tumblr bekanntgegeben, dass man alles, was als pornografische oder sexuelle Inhalte gelten könnte („adult content“), ab dem 17. Dezember von der Plattform verbannen werde. Dazu gehört auch die sehr unglücklich gewählte Formulierung „Female-presenting nipples“, die stellvertretend für eine neue Prüderie und den schon immer dagewesenen verklemmten und abwertenden Umgang mit dem weiblichen Körper und der weiblichen Sexualität steht. In Großbritannien ist es seit einiger Zeit Verboten, Pornografie zu produzieren, die „female ejaculation“ enthält, während die Männer abspritzen dürfen, wie sie lustig sind.

Tumblr ist ein soziales Netzwerk, dass auf Bilder und kurze Videos spezialisiert ist, ähnlich wie Instagram, aber blogartiger. Anders, als die meisten anderen großen sozialen Netzwerke, ist man dort bisher sehr locker gewesen, was die Regeln für pornografische und sexuell freizügige Inhalte angeht. Teilweise auch zu locker. Jedenfalls ist dort eine Szene entstanden, rund um SexarbeiterInnen und KünstlerInnen, die ihre Arbeit und ihr Werk dort präsentiert und sich mit Gleichgesinnten vernetzt haben. Tumblr hat eine halbe Milliarde Nutzer, und ca. 20 Prozent davon sollen unter die oben geschilderten Kriterien fallen.

Salman Rushdie soll einmal gesagt haben, man könne den Zustand einer Demokratie an ihrem Umgang mit Pornografie erkennen. Man schaue sich nur undemokratische Länder wie Iran oder China an und welche Strafen dort auf die Verbreitung und den Besitz von Pornografie stehen. Die in Großbritannien ausufernde Überwachung durch Geheimdienste, CCTV und die Einschränkungen in der Nutzung des Internets gehen auch mit der Einführung eines absurden Verbotskatalog für Pornografie einher.

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Interessante Bücher aus den aktuellen Verlagsvorschauen Phantastik Frühjahr 2019

In der Vergangenheit habe ich hier auf dem Blog schon öfters die neuen Phantastikverlagsvorschauen vorgestellt, teilweise mit einem langen Blogeintrag pro Verlag. Das mache ich dieses Jahr mangels interessanter Titel nicht. Gleich vorweg: Mit „interessant“ meine ich vor allem Bücher, die für mich interessant sind.

Ich bin alle Verlagsvorschauen seit 2010 gründlich durchgegangen, habe teilweise sogar Statistiken darüber und über die Entwicklungen geführt: wie viele Erstausgaben, Neuübersetzungen und Neuauflagen älterer Titel erscheinen. Würde also behaupten, einen ganz guten Überblick über die Entwicklung der letzten Jahre zu haben. Und was ich da beobachte, gefällt mir als langjähriger und leidenschaftlicher Phantastikfan überhaupt nicht.

Man sollte das Ganze natürlich auch im Kontext der allgemeinen Entwicklung des Buchmarktes betrachten, und da sieht es trotz viel zu vieler Neuerscheinungen nicht allzu rosig aus. Auch bei den Krimi- und Thrillervorschauen der hier erwähnten Verlage finde ich nur noch wenig, was mich anspricht, auf den ersten Blick sieht alles irgendwie gleich oder zumindest sehr ähnlich aus. Nach Stangenware und Sachen, die irgendwelchen vermeintlichen Trends hinterherhecheln.

Kann natürlich auch sein, dass das einfach mein Problem ist und ich mich mit meinem Lesegeschmack verändert habe, aber Unterhaltungen mit Freunden und Kennern der Phantastik bestätigen diesen Eindruck. Manche Verlage, wie Blanvalet z. B. scheinen die Fantasy inzwischen ganz aufgegeben zu haben und bringen nur noch alte Sachen aus der Backlist (R. A. Salvatore, Raymond Feist, Terry Brooks, Christopher Paolini …). Und in mir beschleicht sich das Gefühl, dass wir hier gerade beobachten, wie der Fantasymarkt – wie wir ihn bisher kannten – zusammenbricht. So zumindest mein Eindruck.

Aber genug der Untergangsprophezeiungen und des Gemeckers. Schauen wir mal, was sich zwischen den ganzen alten Kamellen (die natürlich in eine gut gepflegte Backlist gehören, aber nicht als Spitzentitel in neue Programmvorschauen) an interessanten neuen Büchern so findet. In diesem Thread des Forums der Bibliotheka Phantastika findet man Links zu allen aktuellen Phantastikvorschauen. Mit Klick auf die Verlagsnamen gelangt ihr direkt zu den PDF-Vorschauen.

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„Becoming“ von Michelle Obama

Im Vorwort lässt Michelle Obama ein wenig ihr bisheriges Leben Revue passieren, bis hin zu der Erleichterung, die sie empfunden hat, nachdem ihr Mann aus einem hohen politischen Amt ausschied. Endlich mal wieder allein im Haus, barfuß rumlaufen, sich in den Garten setzen, ein Fenster aufmachen, um frische Luft reinzulassen, ohne dass gleich der Secret Service am Rad dreht. Man kann sich gut vorstellen, wie sie mit einem erleichterten, aber sicher auch wehmütigen Seufzer – angesichts des Nachfolgers ihres Mannes – vor dem Schreibtisch saß und begann, ihre Memoiren zu schreiben. Das Vorwort setzt die Stimmung, mit der sie auf ihr bewegtes, bisheriges Leben zurückschaut.

Los geht es mit der Kindheit in Chicago, den Eltern aus der Mittelschicht, die statt Regeln, auf den gesunden Menschenverstand ihrer Kinder setzten. Es muss eine schöne Kindheit gewesen sein, mit so lockeren und offenen Eltern aufzuwachsen, wäre da nicht die MS-Erkrankung ihres Vaters, die das Ganze ein wenig trübt. Von Anfang an schimmert ein unbändiger Ehrgeiz bei Michelle Obama durch, besser oder zumindest genau so gut zu sein, wie ihre Mitschüler und in die Fußstapfen ihres großen Bruders zu treten, der in Princeton studierte.

All das schreibt sie in klarer und präziser Sprache, mit einem unterschwelligen Humor, z. B. wenn sie schildert, wie sie auf Drängen ihres Bruders Feuerschutzübungen durchführen, als hätte Zwangsneurotiker Adrian Monk die Pläne dafür entworfen.

Sie wächst insofern privilegiert auf, dass sie aus einer intakten Familie kommt, die sich gegenseitig unterstützt und fördert. Keine Familie reich an Geld, aber reich an Wärme. Kontakt zur Politik bekommt sie schon früh, durch ihre beste Freundin Santita, deren Vater Reverend Jesse Jackson ist.

Man könnte ihre Schilderungen davon, wie sie mit harter Arbeit und Fleiß alles meisterte als arrogant und egozentrisch empfinden, ich finde es aber eher motivierend. Sie möchte jungen Frauen zeigen, was alles möglich ist.

Eindrucksvoll und mitreißend wird das Buch, wenn sie schildert, wie sie Barack Obama kennengelernt hat. Jemand, der der so angetrieben ist, dass er nachts wach im Bett liegt und über Einkommensungleichheit nachdenkt, gleichzeitig aber immer mit hawaiianischer Lässigkeit unterwegs ist, wenn es eigentlich schnell gehen soll. Sein Charisma beschreibt sie so anschaulich, dass man ihn sich gleich als Präsident zurückwünscht (was man die Tage wohl sowieso schon macht, wenn man nicht den Verstand oder seine Menschlichkeit verloren hat).

Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um ihre Abneigung gegen Politik geht, die ihr auch nach acht Jahren im Weißen Haus erhalten geblieben ist. Auf eine Präsidentschaftskandidatur von ihr braucht man sich also keine Hoffnung machen. Das Opfer, das sie und ihre Familie, trotz aller Privilegiertheit, für die politische Karriere Barack Obamas gebracht haben, ist groß. Und doch scheinen sie es mit Humor genommen zu haben, auch wenn es anstrengend war.

Kleine Längen hat das Buch bei den Beschreibungen der ersten Wahlkämpfe, aber das scheint sie selbst zu merken und überspringt dann die restlichen. Das Weiße Haus beschreibt sie vor allem aus ihrer und aus der familiären Perspektive, welche Veränderungen sie in puncto Einrichtung und Kleidungsvorschriften einführte, der neue Gemüsegarten, die Großmutter der Kinder, die eine Etage weiter oben einzog, ihre zahlreichen Initiativen, die sie zur Verbesserung der Zukunftschancen von jungen Menschen und vor allem Mädchen anstieß.

Doch an manchen Stellen wird sie bemerkenswert offen, wenn es um die viele räumliche Trennung zu ihrem Mann geht, die durch seinen Beruf bestand; wenn sie beschreibt, wie sie beide zur Eheberatung gingen; die Fehlgeburt; künstliche Befruchtung; wenn ihr alles mal zu viel wurde. Doch die Selbstkritik und Selbstzweifel beschränken sich auf das Private, der politische Kurs ihres Mannes und der Regierung bleibt unangetastet, auch wenn das nachvollziehbar ist, vor allem aufgrund der aktuellen politischen Lage. Offen ist sie aber auch, was die Selbstzweifel bzgl. ihre eigenen beruflichen Weges angeht, der Frage, ob sie wirklich Anwältin sein möchte.

Sehr emotional wird es, wenn sie vom Tod ihres Vaters und dem einer guten Freundin schreibt. Hier blitzt auch schriftstellerisches Talent durch, denn diese Szenen baut sie sehr gut auf, so dass sie dann mit voller Wucht auf die LeserIn einstürmen. Zwiespältige Gefühle lassen eher Schilderungen der privilegierten aber auch sehr eingeengten Kindheit ihrer beiden Töchter zurück, die praktisch mit dem Secret Service auf den Fersen aufgewachsen sind.

Ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen, die Biografie einer selbstbewussten, extrem ehrgeizigen und ambitionierten Frau, die sich aus einfachen Verhältnisse trotz einiger gesellschaftlichen Nachteile (schwarz, Frau) so weit nach oben gekämpft hat, dass sie ihre Position dazu nutzen konnte, anderen Menschen aus ähnlichen Verhältnissen Hilfe und Unterstützung anzubieten. Auch liefert das Buch interessante Einblicke in das, was Barack Obama antreibt.

Ich habe die englische Ausgabe gelesen, die deutsche ist fast zeitgleich erschienen, von gleich fünf (sehr fähigen) Leuten übersetzt worden. Das war sicher wieder so eine Hauruck-Aktion, in denen die 480 Seiten innerhalb weniger Tage übertragen werden mussten, was meinem Sinn von gutem Übersetzen widerspricht, bei dem man als Übersetzer erst mal ein Gefühl für die Stimmung und den Tonfall des Buches bekommt.

Die fünf besten Serien, die ich zuletzt gesehen habe

1. Sorry For Your Loss

Habe ich ja hier im Blog schon ausführliche besprochen.

2. Haunting of Hill House.

Was Herr der Ringe für die Fantasy, ist Shirley Jacksons Roman Spuk in Hill House für den Haunted-House- bzw. Spukhaushorror: der Grundstein, der ein ganzes Subgenre definierte, die Messlatte, die fast niemand überwinden konnte (auch wenn es natürlich zuvor schon Spukhausgeschichten von Autoren wie M. R. James usw. gab, wie auch Fantasy vor Tolkien). Die Verfilmung Bis das Blut gefriert von 1964 wurde ebenfalls ein Klassiker des Gruselfilms. Die Neuverfilmung von 1999 ein alberner Reinfall.

Der Trailer der neuen Netflix-Serie schreckte mich ab, das schien gar nichts mit dem Buch zu tun zu haben, wirkte auch nicht gruselig. Folge 1 bestätigte den Eindruck noch, doch ab Folge 2 war ich von der Serie gefesselt. Man muss sich von der Vorstellung verabschieden, dass es sich wirklich um eine Romanverfilmung handelt, und auch eine reinrassige Horrorserie darf man nicht erwarten, sondern ein komplexes, packendes Familiendrama auf zwei Zeitebenen mit ein paar Spukelementen.

Besonders beeindruckt hat mich Folge 6. Toll, wie sicher und selbstbewusst Mike Flanagan in jeder Folge leicht den Stil wechselt, ohne den Grundtenor der Serie zu verlassen. Wie dynamisch, aber nie hektisch im Wackelkamerastil, sich die Kamera in leichten Kreisbewegungen um die Familienmitglieder dreht, wie bei einer Familienaufstellung, während rundherum das Treiben weitergeht wie bei Robert Altmann, ist schon der Hammer. Für mich die bisher die beste Horrorserie, die ich je gesehen habe. Gerade in den Folgen 5 und 6 kommen ein paar Sachen, die man so im Horrorbereich noch nicht gesehen hat (auch wenn sie neben dem Familiendrama nur eine kleine Rolle einnehmen). Mir gefällt, wie sich die Serie Zeit nimmt, die einzelnen Figuren vorzustellen, wie in jeder Folge eines der anderen Geschwister im Fokus steht, wie die beiden Zeitebenen miteinander verknüpft werden, und wie sich die Episoden narrativ ergänzen (bzgl. der jeweilige Version der Geschichte). Auch wenn es gegen Ende, vor allem in den Folgen 8 und 9 leichte Längen gibt. Das Ende regte viele auf, mir hat es gefallen.

3. The Sinner – Season 2

War anfangs skeptisch, ob man an die tolle erste Staffel nach dem Roman von Petra Hammesfahr ohne Jessica Biel und mit neuer Story ohne Vorlage würde anknüpfen können. Doch die Geschichte, um einen Jungen, der seine vermeintlichen Eltern während einer Reise zu den Niagarafällen vergiftet, ganz in der Nähe des Heimatortes von Detective Ambrose (Bill Pullman) – der dies für eine Reise in seine Vergangenheit nutzt -, weiß zu überzeugen. Ein kleiner Ort voller Geheimnisse, die mit der nahe gelegenen Kommune zu tun haben, hinter der man eine Sekte vermutet. Habe ich an zwei Tagen durchgesehen.

4. The Bodyguard

Britische Serie über einen Kriegsveteranen, der jetzt bei der Polizei als Personenschützer die Innenministerin beschützt, mit ihr eine Affäre anfängt und neben seinen privaten Problemen in einen Verschwörungsplot um Terrorismus und politische Intrigen verwickelt wird. Enthält zwar einige Ungereimtheiten, und braucht, trotz des packenden Auftakts mit der Selbstmordattentäterin, ein wenig, um in die Gänge zu kommen, entwickelt dann aber einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

5. The Dragon Prince

Computeranimierte Fantasyserie, die zwar klassischen Fantasythemen behandelt, dies aber wunderbar leichtfüßig mit diversen Figuren und inkludierten Minderheiten, ohne dass es irgendwie aufdringlich oder belehrend wirkt, sondern einfach völlig natürlich. Dazu ein feiner Humor und ausgezeichnete Dialoge. So geht Fantasy im Jahr 2018.

Viel Lärm um Nichts – Blog geht weiter

Im Mai habe ich noch groß angekündigt, Translate Or Die aufgrund der DSGVO auf unbestimmte Zeit zu schließen. Das hat ungefähr zwei Monate gedauert, da war ich wieder online, obwohl ich eigentlich bis mindestens Ende des Jahres warten wollte. Es hat mich einfach zu sehr in den Fingern gejuckt, wieder etwas zu bloggen, zum einen aufgrund der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation, zum anderen um von meiner Reise nach New York zu berichten. Nach 5 Beiträgen war aber erst mal wieder zwei Monate Sendepause, weil ich zu sehr mit anderen Artikeln beschäftigt war, an denen ich gleichzeitig gearbeitet habe (plus eine Kurzgeschichtenübersetzung).

Für Tor Online verfasse ich zweimal in der Woche eine Art Newszusammenfassung unter dem Titel SFF-News, dazu kommen immer wieder andere Texte. Im Sommer zum Beispiel die dreiteilige Artikelreihe Horrorliteratur: Alles was du über das Genre wissen musst . In Teil 1 geht es um die Geschichte der Horrorliteratur, von der Schauerromantik über die Pulpliteratur bis zu Stephen King. Teil 2 liefert einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand des Genres in Deutschland und stellt Untergenres zu Themen wie Vampire, Werwölfe oder Spukhausgeschichten vor. In Teil 3 geht es weiter mit Genres wie Bizarro Fiction, Splatterpunk und Weird Fiction, und ganz am Ende gibt es noch eine Auflistung der interessantesten deutschsprachigen Horrorverlage.

Ausgehend von der sehr amerikanisch geratenen Liste der 15 besten Fantasyfilme von Thilo Nemitz, habe ich eine eigene Liste mit meinen persönlichen 15 besten nichtamerikanischen Fantasyfilmen erstellt, auf der sich eine große Bandbreite an Werken findet, angefangen bei Fritz Langs Die Nibelungen und Ingmar Bergmanns Das siebente Siegel, über Die Ritter der Kokosnuss und Die Brüder Löwenherz, bis hin zu aktuellen Filmen wie Troll Hunter oder Das brandneue Testament.

Und im Artikel mit dem etwas sperrigen Titel Mortal Engines und die Abweichung von der vermeintlichen Norm in Hollywoodproduktionen gehe darauf ein, wie Figuren, die in Büchern oft deutlicher von der vermeintlichen Norm abweichen, in großen Blockbusterverfilmungen oft glattgebügelt und gefälliger gemacht werden. Anlass ist die Abmilderung der Entstellung von Hester Shaw, der in der Buchvorlage die Nase und ein Auge fehlt, die im Film aber nur eine, wenn auch etwas größere, Narbe im sonst makellosen Gesicht hat.

Mit dem amerikanischen Horrorautor Jonathan Maberry habe ich ein Interview über seine Bücher, die Netlix-Serie V-Wars und sein Leben geführt.

Kürzlich erschien noch ein Essay von mir über die Themen Altsein und Altwerden im Horrorgenre.

Und aktuell läuft eine Aktion, mit der wir die 100 besten Science-Fiction-Bücher suchen. Da haben innerhalb von einer Woche schon über 200 Leute teilgenommen. Die Nominierungsrunde läuft noch bis Donnertag, dann geht die Liste mit allen vorgeschlagenen Titeln an die sechsköpfige Jury, die daraus dann die Top 100 erstellt.

Für das Printmagazin phantastisch! Habe ich eine Kurzgeschichte eines amerikanischen Horrorautors übersetzt, in dem ein atombetriebener Hund mit Todesstrahlenaugen die Apokalypse und das Ende der Menschheit miterlebt. Das Heft wird im ersten Quartal 2019 erscheinen.

Buchbesprechungen möchte ich eigentlich keine mehr machen, mit der zu Autonom von Annalee Newitz, die während der Blogpause auf Fantasyguide.de erschien, habe ich mich ziemlich rumgequält und war mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Ich hatte das Gefühl, dass da inspirationsmäßig die Luft raus ist, und Rezensionen sollten meiner Meinung auch unterhaltsam geschrieben sein. Michael Marraks Der Kanon mechanischer Seelen regte mich dann doch zu einer kleinen Besprechung an, die aber eher eine Ausnahme bleiben wird.