„Baise-moi – Fick mich“ von Virginie Despentes

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Das Buch ist ein klares Kind der 90er Jahre, unter dem Einfluss von Tarantino und Filmen wie Thelma und Louise, Natural Born Killers, True Romance (wobei das Buch praktisch zeitgleich mit den beiden letztgenannten Filmen entstanden ist). Zwei Frauen aus sozial schwachen und chronisch kriminellen Strukturen, die im Leben nichts geschenkt bekommen und sich mit Prostitution und Pornografie über Wasser halten, haben eines Tages die Schnauze voll und fangen an, mordend durchs Land zu ziehen.

Erschreckend, aber leider auch sehr realistisch, ist die völlige Empathielosigkeit, mit der Nadine und Manu töten. Sie töten nicht einfach Männer, die ihnen etwas antun wollen, sondern auch völlig Unbeteiligte, darunter auch Frauen. Mann könnte sagen, dass sie für ein paar Tage im God-Mode ihren Allmachtsfantasien mit größter Brutalität frönen. Denn die Waffe in der Hand verleiht ihnen erstmals ein Gefühl der Macht, in einem Leben, in dem sie bisher vor allem unterdrückt, missbraucht und benutzt worden sind.

Der Roman war seinerzeit wohl ein Skandal in Frankreich, wenn ich mich recht erinnere, aber nicht wegen seiner drastischen Gewaltdarstellung, sondern wegen der expliziten Sexszenen. Schädel dürfen weggepustet werden, aber wenn Schwänze geblasen werden, hört der Spaß auf. Auf Dauer wird die Beliebigkeit der sinnlosen Gewaltexzesse zu repetitiv und man stumpft beim Lesen ab. Der Roman soll eindeutig schockieren, enthält aber neben den plakativen Schockmomenten auch Sozialkritik und feministische Ansätze, die aber in der Gewaltorgie ein wenig untergehen.

Hätte ich es bei Erscheinen 2002 (bzw. 1993 im Original) gelesen, hätte mich das Buch vermutlich mehr beeindruckt, aber für solche gewollten Schocker bin ich wohl inzwischen zu alt oder habe einfach schon zu viel gelesen und gesehen. Insgesamt hat mich das (von Jochen Schwarzer und Kerstin Krolak übersetzte) und durchaus gut geschriebene Buch größtenteils gelangweilt.

Momentan ist das Buch auf Deutsch nur antiquarisch zu haben.

„Der Liebhaber“ von Marguerite Duras

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Entgegen der Ankündigung im letzten Blogeintrag habe ich es jetzt doch gelesen, einfach, weil ich meine Frankreichreihe weiter durchziehen möchte und es sprachlich so toll geschrieben ist.

Erzählt wird die Lebensgeschichte einer Französin, die vor dem Krieg in Indochina aufwächst und später nach Frankreich zieht. Sie tritt dabei als gealterte Ich-Erzählerin auf, die vor allem über diese Jugendjahre berichtet, insbesondere über ihr 15. Lebensjahr, in dem sie einen doppelt so alten Chinesen kennenlernt, mit dem sie ihre erste Liebe erlebt. Daneben geht es viel um ihre dysfunktionale Familie mit der wohl psychisch kranken Mutter, dem soziopathischen großen Bruder und dem kleinen Bruder, über den sich gar nicht viel sagen lässt.

Das alles wird aber nicht chronologisch in Form einer klassischen Erzählung erzählt, vielmehr ist es ein Schwelgen in Erinnerungen mit vielen assoziativen Sprüngen durch  Zeit und Raum. Was mir den Einstieg auch ein wenig schwer gemacht hat, da ich erst null Überblick darüber hatte, wer jetzt was wo und wie ist. Mit der Zeit habe ich dann aber einen Rhythmus gefunden und so langsam fügten sich die Puzzleteile zu einem Bild zusammen; wenn auch nicht alle Puzzleteile perfekt passen und das Gesamtbild ein wenig verschwommen ist. Aber so ist das nun Mal mit Erinnerungen.

Die erste Liebe, das liest sich jetzt so romantisch, ist es aber nicht. Viel mehr schwingt dieser Beziehung von Anfang an etwas Falsche, etwas Schmutziges mit. Illegal war sie auch damals schon in diesem Land. Und auch nicht gerne gesehen. Deswegen habe ich während der Lektüre auch ständig ein Unbehagen verspürt, das ich nicht so recht in Wort fassen kann. Dass ich das Buch komplett gelesen habe, liegt vor allem an der tollen Sprache in der Übersetzung von Ilma Rakusa.

 

„Das Lächeln meiner Mutter“ von Delphine de Vigan

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Rien ne s’oppose à la nuit heißt das Buch im Original, was so viel wie Nichts widersteht der Nacht heißt. Ein Titel, der viel besser passt, könnte man doch bei Das Lächeln meiner Mutter glauben, dass es sich um eine Liebeserklärung an die Mutter handelt. Doch hinter diesem Lächeln (das sie nicht oft zeigt), verbergen sich tiefe Abgründe. Die Abgründe der Familie.

Auf den ersten Blick wirken sie wie eine Vorzeigefamilie mit zahlreichen Kindern. Doch der ebenso scharfsinnige wie scharfzüngige Vater der Mutter, mit seinem einladenden und jovialen Auftreten kann auch ganz anders, was nicht wenige seiner Kinder zerstört oder zumindest für das weitere Leben aus der Bahn wirft. Ich will hier nicht zu viel über Lebensgeschichte der Mutter, ihrer beiden Töchter, ihrer Eltern und der zahlreichen Geschwister verraten. Die Mutter ist Lucile, und zu Beginn des Buches findet die Autorin sie tot in ihrer Wohnung. Davon ausgehend versucht sie das Leben ihrer Mutter zu rekonstruieren, in der Hoffnung, zu verstehen, wie Lucile werden konnte, wie sie war, und warum sie schlussendlich den Freitod wählte.

Das ist für die Autorin eine schmerzhafte Angelegenheit, und diesen Schmerz überträgt sie durch ihren brillanten und schnörkellosen Stil – der sich in der deutschen Übersetzung von Doris Heinemann großartig liest – mit seiner Poesie der Abgründe direkt auf die Leserin. Das ist kein Buch, das Spaß macht und gute Laune hinterlässt.

Die bisherigen drei Absätze der Besprechung schrieb ich, bevor ich die letzten 90 Seiten des Buchs gelesen habe. Ich wollte meine Gedanken bis dahin schon einmal zu Papier bringen. Doch im letzten Teil wird das Buch deutlich versöhnlicher.

Vigan erzählt die Geschichte ihrer Mutter nicht einfach chronologisch in der dritten Person; immer wieder tritt sie praktisch aus der Gegenwart ins Bild und schildert ihre schmerzhafte und umfangreiche Recherchearbeit an dem Buch. Schildert, was sie dabei empfindet, wie schwer das Wissen auf ihr lastet, mit dem Buch ihre Tanten und andere Verwandte zu verletzen, sie es aber doch schreiben muss.

Das könnte bei mancher Leserin durchaus dazu führen, dass sie aus dem Lesefluss und der Geschichte gerissen wird, aber es verleiht der Geschichte deutlich mehr Tiefe, ja gar eine emotionale Wucht, die mit einer Erzählung in Romanform nicht möglich gewesen wäre. Das Buch kommt übrigens auch gänzlich ohne Dialoge aus, nur hier und das werden Aussagen zitiert, ansonsten wird alles indirekt geschildert.

Einerseits ist die Autorin schonungslos offen, was ihre Gefühle und auch was die Biografie der Familie ihrer Mutter angeht, trotzdem geht sie sehr gewählt bei dem vor, was sie preisgibt. Man erfährt relativ wenig über ihr eigenes Liebesleben (der Vater meiner Kinder), die Kinder selbst (wurden von Lucile gehütet) und sie betont auch selbst, dass es Dinge gibt, über die sie bewusst nicht schreibt. Als jemand, der in einer psychosomatischen Klinik gearbeitet hat, kann ich nur bestätigen, wie eindrucksvoll und realistisch die de Vigan die bipolare Störung und die heftigen Psychosen ihrer Mutter schildert – und deren Auswirkungen auf die Kinder.

Es ist nicht alles Schatten in dieser Geschichte, immer wieder beschreibt die Autorin auch Phasen unbetrübter Kindheitserlebnisse, wodurch die negativen Aspekte im Leben dieser großen Familie aber nur noch stärker hervortreten. Immer wieder dachte ich, dass könnte doch so eine tolle und glückliche Familie sein, wenn nicht …

Ob wirklich alles autobiografisch in diesem Buch ist, ob die Geschichte so stattgefunden hat, oder ob einige Lücken auch durch die Interpretation der Autorin gefüllt werden (die offen darauf hinweist, was sie recherchieren konnte, und was nicht), spielt für mich keine Rolle. Das Lächeln meiner Mutter ist eine gute, bewegende und mitreißende Geschichte, die unter die Haut geht. Nach der Lektüre muss man erst mal kräftig durchatmen. Aber es wird definitiv nicht mein letzte Buch von Delphine de Vigan sein.

Eigentlich wollte ich danach direkt mit Marguerite Duras‘ Der Liebhaber weitermachen, aber nach den ersten 20 Seiten scheint mir das Buch doch thematisch zu nah an diesem hier dran zu sein. Da brauche ich jetzt erst mal was Leichteres.

 

3 Kurzkritiken: Guez, Houellebecq, Guenassia

Paris, die Nacht von Jérémie Guez

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Kraftvoller Roman über einen jungen Pariser aus schwierigen Verhältnissen, der mit seinen Kumpels das große Ding drehen möchte, sich dabei mit den Falschen anlegt und in einem Strudel aus Gewalt und Drogen versinkt.

Stellenweise schon etwas zu spärlich beschrieben, wenn sich der Student z. B. nach der ersten Dosis Heroin übergibt, möchte ich schon wissen, ob er auf den Teppich kotzt, oder es bis zum Waschbecken schafft. Ansonsten aber sehr lesenswerter und schonungsloser Blick auf die eher unschönen Seiten der französischen Hauptstadt.

Im Nachwort gibt es noch einen sehr interessanten Essay von Thekla Dannenberg über die Entwicklung des französischen Kriminalromans. Auch wenn ich Paris, die Nacht dort nicht einordnen würde.

P.S. von der Länge her eher eine Novelle

Elementarteilchen von Michel Houellebecq

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Sehr gut gefällt mir, wie Houellebecq naturwissenschaftliche und soziologische Theorien und Erkenntnisse in die Handlung mit einflechtet. Auf den ersten 100 Seiten liest sich das in Kombination mit den Jungendbiografien der beiden Hauptfiguren sehr gut, aber so ab Seite 150 ging mir der ewig lüstern-frustrierte Bruno mit seinen pädophilen Neigungen und seiner Frauenverachtung nur noch auf den Sack (um mich mal seiner Sprache anzupassen). Auf den letzten 100 Seiten wird es dann wieder besser, wenn die beiden Protagonisten ernsthafte Beziehungen eingehen, ein wenig Menschlichkeit an den Tag legen und es etwas dramatischer und trauriger wird. Die bewusst plump und leidenschaftslos geschilderten expliziten Sexszenen haben mich ebenso wenig gestört wie die Distanziertheit des Erzählers.

Ein insgesamt sehr interessant konzipierter Abgesang auf den modernen westlichen, zivilisationsmüden Mann, mit einigen langweiligen und nervigen Passagen, der sich durch seinen philosophischen Überbau aber deutlich aus der Masse hervorhebt. Ein Buch über Menschen, mit denen man im echten Leben keine Zeit verbringen möchte.

Etwas verwundert bin ich allerdings darüber, dass sich hier in der dritten Auflage von 2015 immer noch die alte deutsche Rechtschreibung (und vereinzelte Tippfehler) finden. Eine bewusste Entscheidung des Verlags? Oder war man nur zu faul, sie anzupassen? Die „Optimisten“ sind übrigens auch (2012!) in alter deutscher Rechtschreibung erschienen.

Der Club der unverbesserlichen Optimisten von Jean-Michel Guenassia

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Was für ein großartiger Roman. Ich-Erzähler Michel erlebt zu Beginn der 60er Jahre in Paris nicht nur große Freundschaften, die erste Liebe, familiäre Tragödien und das Erwachsenwerden, nein, er freundet sich in seiner Stammkneipe, wo er der King am Kickertisch ist, auch mit dem Club der unverbesserlichen Optimisten an. Dabei handelt es sich vor allem um Flüchtlinge aus den Ostblockstaaten, die einst als Piloten und Ärzte arbeiteten, sich jetzt aber als Taxifahrer durchschlagen müssen, und ihre Freizeit beim gemeinsamen Schachspiel verbringen, sich aber auch gegenseitig unter die Arme greifen. Darüber hinaus schauen auch schon mal Jean-Paul Satre oder Joseph Kessel im Club vorbei.

Obwohl das Buch fast 700 Seiten hat, ist es unglaublich, was Guenassia hier alles thematisch unterbringt, ohne das es fehl am Platze oder zu aufgebläht wirkt. Und das alles verbindet er zu einer kunstvollen, dramatischen und tragischen Erzählung, die trotz all der Schattenseiten unheimlich viel Spaß macht. Ein sehr gelungener und großer Roman, wie man ihn nicht alle Tage liest. Genau solche Bücher liebe ich, und verschlinge sie mit großer Leidenschaft. Übersetzt von Eva Moldenhauer.

Hätte eigentlich eine viel ausführlichere Besprechung verdient, aber ich bleibe meiner Linie treu, in diesem Jahr nur Bücher von Frauen ausgiebig zu rezensieren. Gerade lese ich Das Lächeln meiner Mutter von Delphine de Vigane, das nach 60 Seiten auch schon begeistert. Rezi folgt.

Fit ohne Geräte: First Class

Über meine Anfangszeit mit dem Trainingsprogramm mit dem eigenen Körpergewicht nach dem Buch Fit ohne Geräte habe ich bereits im November und Dezember 2015 berichtet, sowie im Februar 2016.

Nachdem ich das Basisprogramm zweieinhalbmal absolviert habe, befinde ich mich jetzt in der siebten Woche der First Class, dem zweiten von vier zehnwöchigen Trainingsprogrammen. Voraussetzung, um das anzufangen, sind: 10 Liegestütze mit je 2 Sekunden Haltezeit am niedrigsten und am höchsten Punkt. 10-mal Umgekehrtes Bankdrücken mit gestreckten Beinen. 15 Ausfallschritte nach hinten, auf jedem Bein mit 3 Sekunden Haltezeit am tiefsten Punkt. Und das Halten der Liegestützposition für eine Minute.

Das war nach meinem bisherigen Training kein Problem. Wie sehr das Tempo in der First Class angezogen wurde, bemerkte ich schon nach den ersten Trainingseinheiten an dem Hunger, den ich danach hatte (obwohl ich davor schon eine volle Mahlzeit zu mir genommen hatte). Die Übungen sind größtenteils die gleichen wie im Basisprogramm, aber in verschärften Varianten.

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Trizepdips. Man geht von Hüfthöhe aus so weit runter wie möglich, und dann wieder hoch.

Kaum noch Liegestütze mit Händen in erhöhter Position, dafür viel direkt auf dem Boden oder mit erhöhten Füßen. Trizepdips nicht mehr mit Stuhl, während die Beine auf dem Boden liegen, sondern zwischen zwei Stühlen (in meinem Fall Sessel und Kommodo) frei hängend, die Beine in der Luft angewinkelt. Kniebeuge meist gesprungen, mit 6 Sekunden Haltezeit am tiefsten Punkt. Oder Hochintensitätssätze mit Liegestützvariationen.

Seit November 2015 ziehe ich das Training jetzt fast lückenlos (ein, zwei Wochen Ausfall wegen Erkältung und Rippenprellung) vier bis fünfmal die Woche durch. Und es wird mir kein bisschen langweilig. Was mich selbst am meisten überrascht. Hätte nie gedacht, dass ich es mal durchhalten würde, so ein Training ganz ohne Verein, nur für mich, so lange konsequent durchzuziehen. Aber wenn ich den ganzen Tag am Computer gesessen und übersetzt habe, ist das der perfekte Ausgleich und Einstieg in den Feierabend. Körperlich fühle ich mich so wohl und fit wie noch nie. Und nach der anstrengenden geistigen Arbeit ist das genau die richtige Methode, um abzuschalten.

Meine Trainingsmusik von Die Antwoord wurde inzwischen von ZAZ abgelöst, deren drei Studioalben und das Livealbum Sur la Route bei mir jetzt rauf- und runterlaufen.

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Ich mach euch den Putin.😉

Es ist eigentlich nicht meine Art, mich mit nacktem Oberkörper zu zeigen, das mache ich sonst nur im Schwimmbad (äußerts selten) oder am Strand (noch viel seltener), aber im Dienste der Wissenschaft bin ich bereit dieses Opfer zu bringen, um zu dokumentieren, dass das Training ohne Fitnessstudio nur mit dem eigenen Körpergewicht und ein paar kleinen Hilfsmitteln (Stuhl, Besenstiel usw.) durchaus Erfolge vorweisen kann.

Da ich aber nicht bereit bin, meine Ernährung konsequent umzustellen, sind meine Fortschritte was den Muskelaufbau und den Fettabbau im Bauchbereich (woanders habe ich Bohnenstange ja keins) sicher etwas langsamer, als sie mit bewusster Ernährung sein könnten. Stört mich aber nicht. Ich brauche kein Sixpack und nehme auch an keinem Wettbewerb teil. Ich will mich einfach nur ein wenig fit halten.

Im letzten Zwischenbericht habe ich Fotos von meinem Oberarm geposted, auf denen die deutlichen Fortschritte im Bereich Bizeps und Trizeps zu sehen waren. Die haben auch weiterhin gut zugenommen, was man auf Fotos nicht so gut erkennen kann, da der gesamte Umfang der Oberarme zugenommen hat. Überrascht bin ich über die Fortschritte in den Bereichen der Schulter- und der Brustmuskulatur. Hätte nicht gedacht, dass man da so deutlich sieht (bzw. ich das so deutlich sehe, da ich ja weiß, wie es vorher war).

Auf den letzten Fotos von meinem Oberschenkel konnte man die dort ausgeprägte Muskulatur noch nicht so gut erkennen. Das hat sich inzwischen geändert.

Man sollte natürlich immer auf eine korrekte Ausführung der Übungen achten, aber gerade, wenn das gesamte Körpergewicht auf den Muskeln lastet (wie z. B. bei den Trizepdips), muss man besonders aufpassen, da dort das Verletzungsrisiko höher ist.

Nach der First Class kommt die Master Class, die man nur anfangen sollte, wenn man 16 einarmige Liegestütze schafft. Ob mir das direkt nach einmal First Class gelingen wird … wir werden sehen.

Stand der Dinge: August 2016

Short English summary at the end.

Nach einer kurzen produktiven Phase herrscht hier im Blog gerade wieder ein Sommerloch, was vor allem daran liegt, dass ich aktuell Sonderschichten fahre, um eine Romanübersetzung abzuschließen, da die nächste bereits mit den Hufen schart. Beruflich läuft es also ausgezeichnet, momentan allerdings ein wenig auf Kosten der Freizeit, und damit auch auf Kosten des Blogs.

Dazu kommt, dass ich aktuell eine Phase habe, in der ich mich kaum für’s Genre (Fantasy u. Science Fiction) interessiere (habe ich meist einmal im Jahr, kann ein bis zwei Monate dauern). Seit ich Ende Juli auf einem ganz großartigen Konzert der wunderbaren ZAZ war, wurde bei mir durch ihr fantastische Musik ein intensives Interesse an Frankreich geweckt. Ich bin schon immer ein Fan des französischen Kinos gewesen, und habe auch das eine oder andere Buch aus unserem Nachbarland gelesen (vor allem die Thriller von Jean-Christophe Grangé), möchte mich aber jetzt genauer mit der (vor allem zeitgenössischen) französischen Literatur beschäftigen. Dazu haben ich schon Paris, die Nacht von Jérémie Guez und Elementarteilchen von Michel Houellebecqu gelesen, und stecke gerade mitten in dem ganz großartigen Roman Der Club der unverbesserlichen Optimisten von Jean-Michel Guenassia.

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Zu den drei Büchern wird es einen ganz kurzen Blogeintrag geben. Mehr aber nicht, da ich meiner Linie treu bleiben werde, in diesem Jahr nur Romane von Frauen ausführlich zu besprechen. Die stehen dann als Nächstes auf der Leseliste. Und zwar: Das Lächeln meiner Mutter von Delphine de Vigan, Der Liebhaber von Marguerite Duras und Baise-moi von Virginie Despentes.

Falls noch jemand weitere zeitgenössische französische Autorinnen empfehlen kann, immer her damit! Außerdem bin ich auf der Suche nach einem guten Sachbuch über Paris. So in der Art wie Peter Akroyds London – Die Biographie. Scheint es aber nicht zu geben.

Die angekündigte Beitragsreihe Was macht ein gutes Fantasycover aus? werde ich vermutlich nicht fortsetzten. Da es dazu kaum Feedback gab und die Zugriffszahlen sich in Grenzen halten, scheint es auch nicht viel Interesse daran zu geben. Der Beitrag ist sowieso nur aus einer Laune heraus entstanden, und mein Elan für das Thema ist inzwischen wieder versiegt.

Was ich aber weiter im Auge behalten werde, sind die hier schon vorgestellten Herbst/Winter-Programme der phantastischen Verlage (vor allem die Bücher von Autorinnen). Da erscheinen jetzt die ersten Titel, und mit Irrlichtfeuer von Julia Lange ein Buch, dass ich mir vormerken werde. Sobald die Frankreichobsession ein wenig abschwächt, wird das Buch dann drankommen.

Ansonsten habe ich den Sommer mit tollen Wanderungen an Rhein, Lahn, Mosel und im Westerwald verbracht und einigen Fahrradtouren. Das Fantasy Filmfest werde ich in diesem Jahr aus Zeitgründen leider nicht besuchen. Urlaub wird es bei mir erst im nächsten Jahr wieder geben (dann aber richtig). Die einzigen beiden Sachen, die ich 2016 noch besuchen werden, sind das Galaktische Forum im Rahmen der Frankfurter Buchmesse und natürlich der traditionelle Bucon (den ich mir in keinem Jahr entgehen lasse).

Due to a translation that has to be finished, and another one that is waiting to get started, I am neglecting this blog currently. Since I have been to a wonderful concert by the fantastic ZAZ, I am intensely interested in France and especially French literature. There will be some reviews of French books in the near future.

Listen to the music of ZAZ! It makes the world a better place!

A note to the writers I have the honor to translate

In an interview about his last readings Stephen King once wrote that he did not like to read translations, because I always have the feeling that the author is being filtered through another mind. To a certain point he is right. But I will explain that later (although I think that every book is filtered through it’s readers mind). In the same article he also confessed that he liked the translation of Stieg Larsson’s The Girl with the Dragon Tattoo (wooden prose and all). The three novels by Larsson deliver an interesting an unfathomable view into the Swedish society, an view that only this intelligent and well informed journalist could give you, but very unlikely a foreign writer who did not grew up an lived in this country.

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I love to travel, I love to discover and experience other countries and cultures, and I love to learn foreign languages. But I cannot learn all of them, and I cannot travel the whole world. So I have to bring the world home. And the best way to do that, is by reading books. Stepping through the uncanny mist of London in Dan Simmons Drood, riding on broom next to the devil over the rooftops of Moscow in Mikhail Bulgakov’s The Master and Magarita, suffering One Hundred Years of Solitude with Gabriel Garcia Marquez or solving a perfect murder with Keigo Higashino in Tokio. I would not be able to experience and enjoy all those masterworks of literature without the help of their translations. Of course, reading them, is not the same experience like reading the original, but with a good (or even brilliant) translator it might come close. And this still would be a better experience than not to read those wonderful books at all.

As a translator I know that I cannot reproduce the original text one hundred percent. I cannot clone the reading experience, the reader of the original has, into my language. But I can try to come as close to it as possible. For that I do not just translate the words one by one as the dictionary tells me. I have to consider the context, the plot-given context, but also the cultural background of the writer and the supposed reader of the original. When the New Zealand writer Adam Christopher, living in England, writes about „drinking the Kool-Aid“, most German readers wouldn’t know, that this refers to a mass suicide initiated 1978 by Jim Jones in Jonestown, USA. We do not have the drink Kool-Aid in Germany, and this horrible incident is not part of our collective memory. So I have to find a solution that comes close to the original but also is understandable for the German reader.

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Same goes for puns, figure of speech or other expressions that cannot be translated par for par. I have to transfer myself into the head of the writer and imagine, how he would have written it, if German was his first language. I have to distance myself as far from the original as necessary, but stick to it as close as possible. This is a thin red line we as translators have to balance on. It is not always possible to keep it, but I have the best intentions to manage it.

Grammar and sentence structure is another point we have to change to a certain degree, cause English sentence structures do not always work in German. Sometimes we have to break up a sentence and add it together in a new way, to make it work in German. All that without altering the author’s style. We also do not have the (past and present) progressive with -ing at the end of a verb in German. Another thing we have to change while translating.🙂

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A lot of Germans do speak English, and not few of them read books in English. I read a lot of books in English. It is just such a beautiful language, and a lot of good books never get translated (still no Max Gladstone on the German book market!). Some German readers say, they do not read translations of English books, because too much would get lost in translation. But do I as single reader really understand more of the book while reading, than the translator, who works several months on a book, with a lot of research, help by competent colleagues, and the possibility, to ask the writer?

Who would know what Stephen King refers to, when he mentions a poem about plums in Under the Dome. Who would know that a poem by William Carlos Williams is ment, that he wrote to his wife, when he stole some of the plums in the icebox (and to which she wrote a great and poetic reply)? I translate for the readers, who do not have the chance, to read the original version, or just prefer to read in German.

Dear writer, usually I do not want to bother you by asking questions, while you are already writing the next book, or the book after the next one. Or your unfortunately have already passed away (farewell Edmond Hamilton), but if you are still with us, and I really do not understand something, I will not hesitate to ask you, before I get something wrong in the translation (as long as you are okay with it).

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For me, it is an honor to translate your work, and I will treat it with care and respect to give the German reader the most authentic translated version of your book or short story possible.

And don’t worry, my German writing is much better than my English.🙂

P.S. although I don’t use emoticons in my translations.😉

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