Lesung von Bernhard Hennen in Hilgert

Am Donnerstag den 3. November findet bei mir hier im Dorf eine Lesung mit Bernhard Hennen statt. »Hier im Dorf« ist das kleine Örtchen Hilgert im Westerwald, das zur Verbandsgemeine Höhr-Grenzhausen gehört und ganz in der Nähe von Koblenz und dem ICE-Bahnhof Montabaur auf halber Strecke zwischen Köln und Frankfurt liegt.

Als ich vor drei Jahren aus Berlin zurück in die Heimat zog, freute ich mich auf die idyllische Ruhe, die nahe Natur und die vertraute Umgebung. Doch ich wusste bereits, dass mir das kulturelle Leben in Berlin fehlen wird, denn für Phantasten gibt es in der Bundeshauptstadt dank der besten Buchhandlung dieser und aller anderer Welten – dem Otherland – zahlreiche Lesungen und anderweitige Veranstaltungen und eine relativ gut vernetzte Phantastikszene.

Ich gebe es zu, im Vergleich dazu empfinde ich den Westerwald als kulturelles Brachland, eine Ödnis mit nur wenigen gelegentlichen Lichtblicken. Um so mehr freut es mich, dass sich doch tatsächlich mal ein Fantasyautor in unseren bescheidenen Weiler verirren wird. Bernhard Hennen ist vor allem für seine Elfen-Romane bekannt. Zugegeben, um den ersten Band der Reihe Die Elfen habe ich aufgrund des damals tobenden Völkerfantasyhypes einen großen Bogen gemacht (Die Zwerge von Heitz hatte ich abgebrochen und erst mal keine Lust mehr auf dieses lokal auf Deutschland beschränkte Genrephänomen der Völkerfantasy).

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Bis ich auf dem Buchmessecon in Dreieich eine Lesung von Bernhard Hennen besuchte, auf der er trotz starker Erkältung und fast verlorener Stimme so sympathisch und unterhaltsam rüberkam, dass ich dem Buch doch eine Chance gab. Und was soll ich sagen, ich fand Die Elfen, die Hennen zusammen mit James Sullivan geschrieben hat, großartig. Gar nicht so eine Klischeefantasy, wie ich sie erwartet hatte, sondern sprachlich ausgezeichnet geschriebene tragische und epische Fantasy, die einen Zeitraum von 1.000 Jahren umfasst, mit denkwürdigen Figuren, die vom Autor keine Gnade erhalten.

In diesem Jahr ist mir Bernhard Hennen schon öfters über den Weg gelaufen (auf dem Branchentreffen des PAN-Autorennetzswerks, dem galaktischen Forum der Verlage Fischer/Tor und Knaur, sowie dem Buchmesseconvent), trotzdem werde ich es mir natürlich nicht entgehen lassen, wenn einer von Deutschlands bekanntesten und erfolgreichsten Fantasyautoren im neu eröffneten Bürgerhaus in meinem Dorf Hilgert liest, wo sich jetzt auch die tolle Gemeindebücherei befindet, die mich schon seit Jahrzehnten mit großartigem Lesestoff versorgt.

P. S. Es sollen noch Karten erhältlich sein.

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Veranstaltungstipp Phantastik: Bucon 2015

Für Freunde phantastischer Literatur ist die Frankfurter Buchmesse (anders als die Leipziger Buchmesse mit ihrer Fantasyleseinsel) eher uninteressant. Doch nicht weit von ihr entfernt findet am Buchmessesamstag in Dreieich Sprendlingen sozusagen die phantastische Parallelweltveranstaltung zur Buchmesse statt. Der Buchmessecon (kurz Bucon).

Hier trifft sich das Phantastikfandom aus ganz Deutschland bzw. dem deutschsprachigen Raum. Dazu gibt es zahlreiche Lesungen von eher unbekannten Autorinnen und Autoren bis hin zu Größen wie Wolfgang Hohlbein, Markus Heiz, Bernhard Hennen, Oliver Plaschka oder Tommy Krappweis. Dazwischen verirrt sich hier und da auch mal ein Vortrag, wobei mir persönlich da das Angebot etwas zu dünn ist (da sind andere Cons wie der Elstercon oder der Dortcon etwas besser aufgestellt). Was ich besonders vermisse, sind die Podiumsdiskussionen, die es früher einmal gab.

Ich besuche den Bucon seit etwa 10 Jahren, und die meiste Zeit gab es drei parallele Programmschienen und um die 300 Besucher. In den letzten zwei, drei Jahren war schon ein deutlicher Anstieg der Besucherzahlen auf 500+ zu bemerken, im letzten Jahr hat man darauf reagiert, und die Programmschiene erweitert. In diesem Jahr sind die parallelen Programmpunkte auf unübersichtliche 7 Programmschienen mit insgesamt 56 Veranstaltungen angewachsen (und für molo war immer noch kein Platz da!), was für viele Besucher sicher die Qual der Wahl bedeutet.

Das ist bei mir allerdings nicht der Fall, da ich Lesungen (die ich meist langweilig finde, ich lese furchtbar gerne Bücher, aber lasse mir nur ungern vorlesen) nur äußerst selten besuche. Mir geht es darum, mich mit Freunden und Internetbekannten zu treffen und zu unterhalten, die ich sonst nur selten oder gar nicht sehe.

Den Abschluss der Veranstaltung bildet traditionell die Verleihung des Deutschen Phantastik Preises.

Falls mich jemand von der Seite anquatschen möchte, nur zu – so sehe ich aus:

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Naja, vielleicht doch eher so:

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Veranstaltungstipp: Sergej Lukianenko im Otherland Berlin

Nachtrag: Ralf berichtet von der Lesung.

 

Am Donnerstag den 5.6. liest der russische Schriftsteller Sergej Lukianenko 19.00 Uhr in der Otherlandbuchandlung in Berlin.

Lukianenko ist vor allem als Autor von Wächter der Nacht und den Fortsetzungen bekannt. Ich habe nur den ersten Teil gelesen, den ich ganz nett fand, aber auch nicht mehr. Weltengänger fand ich durchwachsen, aber Spektrum hat mich richtig begeistert. Dieser SF-Roman, in dem man zu anderen Welten reisen kann, indem man dem Torwächter eine originelle Geschichte erzählt, ist ein Feuerwerk an Idee und wilder Fabulierkunst. In den letzten Jahren habe ich seine Werke nicht mehr so verfolgt.

Er hat sich wohl sehr kurzfristig angekündigt, und das Otherlandteam scheint selbst (erfreut) überrascht zu sein, dass Lukianenko dort aufschlagen möchte. Das ist einer dieser Momente, in denen es mir sehr fehlt, in Berlin zu wohnen.

 

 

 

 

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Veranstaltungstipps: Gatherland und Marburg Con

Ich erwähnte schon an anderer Stelle in diesem Blog, dass eine der Sachen, die mir besonders an Berlin fehlt, das monatliche Gatherland-Treffen von Phantastikfreunden im in der Otherland-Buchhandlung ist. Eine gemütliche Runde von Gleichgesinnten, die sich über phantastische Literatur unterhalten. Manchmal gibt es auch Gäste aus dem Ausland. So ist heute Abend ab 19.30 Uhr der amerikanische Autor Dan Wells (Ich bin kein Serienkiller) zu Gast. Ich habe von ihm noch nichts gelesen, will das aber irgendwann noch nachholen. Also, wer von den Berliner Blogleserinnen noch nicht weiß, was er heute Abend machen soll, der kann ja kurzentschlossen im Otherland antanzen.

Am Samstag den 26. April findet in Marburg der Marburg-Con statt. Eine kleine Fanconvention, die wohl vor allem (aber nicht nur für Freunde der Horrorliteratur interessant sein dürfte, da Genreverlage wie Luzifer und Blitz dort vertreten sind und auch der Vincent-Preis verliehen wird.Vorträge und Lesungen gibt es aber auch zu Fantasy und Science Fiction.
Ich bin selbst noch nie in Marburg gewesen und muss mal schauen, ob es mit einer Mitfahrmöglichkeit klappt.

 

Nachtrag: Ich werde den Marburg-Con besuchen.

Und noch ein Nachtrag: Hier gib t es ein Interview mit den Machern des Marburg Con, in dem man erfährt, worum es bei der Veranstaltung so geht.