„Das Schwein“ von Edward Lee – März 2013

Im März 2013 wird im Festa Verlag meine Übersetzung von Edward Lees „Das Schwein“ erscheinen.

Nachtrag vom 5. Februar 2013: „Das Schwein“ ist inzwischen als E-Book erschienen und auch die Printausgabe ist in den nächsten Tagen erhältlich. Damit also einen Monat früher, als noch oben angekündigt.

Das Buch wird in der Reihe Extrem veröffentlicht (http://www.festa-verlag.de/privatdrucke/extrem-hardcore.html) und in gedruckter Fassung nicht über den regulären Buchhandel erhältlich sein. Man muss es direkt beim Verlag bestellen. Als E-Book soll es über die normalen Kanäle erhältlich sein. Die Bücher der Reihe werden nur an Personen über 18 Jahre verkauft.

Hier noch die Verlagsinfo dazu:

Details

Man nehme:
– einen skrupellosen Pornoproduzenten
– ein auf Perversitäten spezialisiertes Studio mitten in der Einöde
– zwei abgefuckte, drogenabhängige Prostituierte
– dumme, aber liebenswerte Hinterwäldler
– einen naiven Filmstudenten aus der Großstadt
– eine sexsüchtige Sektenbraut
– einen allzeit willigen Schäferhund
– ein Hausschwein mit besonderen Talenten

Und fertig ist die größte literarische Sauerei des Jahrhunderts.

(Quelle: http://www.festa-verlag.de/privatdrucke/extrem-hardcore/das-schwein.html)

Mein Tipp: Wenn Ihr noch nie etwas von Edward Lee gelesen habt, versucht es erstmal mit „Haus der bösen Lust“ und/oder „Bighead“. Wenn euch diese Bücher nicht abschrecken, dann könnt Ihr es auch mit „Das Schwein“ versuchen. Denn dieses Werk ist tatsächlich noch extremer als „Bighead“.

Zusammenarbeit mit dem Lektorat?

Hier eine konkrete Frage an die erfahrenen Übersetzer. Wie läuft bei euch in der Regel die Zusammenarbeit mit dem Lektorat ab?

Ich habe da bisher unterschiedliche Erfahrungen gemacht. In dem einen Verlag erhalte ich, nachdem ich meine Übersetzung abgegeben habe, eine lektorierte Fassung zurück. In dieser sind alle Änderungen farblich markiert und sogar kommentiert. Hier gebe ich dann meist mein Einverständnis, diskutiere aber auch über manche Änderungen, die mir nicht gefallen.

Diese Arbeitsweise empfinde ich als extrem hilfreich, weil ich dadurch nicht nur direkt auf meine Fehler aufmerksam gemacht werde, sondern auch das Gefühl habe, als Übersetzer ernst genommen zu werden. Da ist der Entstehungsprozess bis zur fertigen Druckfahne eine Teamarbeit.

Ein anderer Verlag handhabt es ähnlich, nur dass der Lektor das Manuskript lieber per Telefon bespricht, nachdem er mir die farblich markierten Änderungen zugeschickt hat.

Diese beiden Vorgehensweisen scheinen auch bei den meisten erfahrenen Übersetzern üblich zu sein. Zumindest habe ich das so beim Übersetzerstammtisch rausgehört.

Ein dritter Verlag arbeitet ganz anders. Da schickt man seine fertige Übersetzung hin und sieht sie erst wieder, wenn man die Belegexemplare in der Hand hat. Ob man sie dann noch wiedererkennt, ist eine andere Frage (da die Bücher noch nicht erschienen sind, habe ich bisher noch keine Belegexemplare erhalten, und kann dazu nichts sagen).

Es gibt Übersetzer, die mit dieser Vorgehensweise einverstanden sind. Denn jede zusätzliche Arbeit an der Übersetzung ist unbezahlte Arbeit, in der man auch Geld mit einer anderen Übersetzung verdienen könnte. Aber, es steht ja der eigene Name auf der Übersetzung. Man steht praktisch für den gedruckten Text mit seinem Namen ein, auch wenn man nicht weiß, welche Veränderungen Verlag und Lektorat noch daran vorgenommen haben.

Selbst wenn ich mit allen Änderungen im Nachhinein einverstanden wäre, fühle ich mich bei dieser Variante nicht ganz wohl. Als Übersetzer habe ich ja auch das Urheberrecht an dieser Übersetzung (Achtung! Nicht das Verwertungsrecht!).

Also liebe Übersetzer, wie läuft es bei euch ab? Und welche Variante ist euch am liebsten?

Selbstkritik und Wege zur Verbesserung

Die Kritik der letzten Tage lässt mich zu dem Schluss kommen, dass ich bisher noch nicht professionell genug gearbeitet habe und meine Arbeitsweise grundlegend umstellen muss.

Auch wenn die Kritik nicht ins Detail ging, bin ich mir bewusst, dass ich noch Fehler habe, die mit Handwerk und Sorgfalt zu tun haben. Ich bin überzeugt, dass ich die meisten Fehler mit mehr Sorgfalt und Gründlichkeit abstellen kann. Dazu werde ich meinen Arbeitsprozess ändern.

  • Ich werde mich grundsätzlich noch einmal ausführlich mit der deutschen Sprache beschäftigen (zurzeit lese ich gerade z. B. das Buch „Deutsch für Profis – Wege zu gutem Stil“ von Wolf Schneider).
  • Ich werde regelmäßig in den Duden und andere Grammatikbücher schauen und mit meinen Texten vergleichen.
  • Bevor ich damit beginne neue Seiten zu übersetzen, werde ich noch mal gründlich die Seiten vom Vortag durchgehen.
  • Ich werde zwei weitere Korrekturgänge nach Beendigung der ersten Fassung einbauen.
  • In einem davon, werde ich den Text laut vorlesen. Diese Übung kann dabei helfen, Fehler zu entdecken, die einem sonst das Gehirn verbessert, bevor man sie gelesen hat.
  • Ich werde langsamer übersetzen. Zumindest, bis ich genug Routine habe. 10 Seiten am Tag sind zu viel. Ich tippe zu schnell (verdammtes Zehnfingersystem, das kann auch von Nachteil sein 🙂 ).
  • Ich werde darauf achten, vermehrt Literatur mit gutem Stil zu lesen.
  • Das Problem scheint nicht beim Verständnis der englischen Sprache zu liegen. Das Verständnis und die Beherrschung der deutschen Sprache sind von entscheidender Bedeutung. Da wende ich die Regeln (vor allem in der Kommasetzung) noch zu intuitiv an. Ich sollte sie aber auch benenne können. Ein Problem, dass ich auch von vielen erfahrenen Übersetzern gehört habe. (Das hilft einem dann auch in der Auseinandersetzung mit dem Lektor. Ganz zu schweigen davon, dass man dann auch selbst mal als Lektor arbeiten könnte.)

Ich sehe also, dass nach einem Jahr als Übersetzer noch viel zu tun ist. Ich werde das ohne zu zögern angehen. Wenn ich in diesem Beruf als Profi arbeiten will, dann sollte ich auch wie einer arbeiten.

P.S. für weitere Tipps und Ratschläge bin ich dankbar

Wir stark darf man bei der Übersetzung vom Original abweichen?

Ich muss sagen, ich bin verwirrt und verunsichert. Was nicht gut ist, für einen Übersetzer.

Der eine Lektor sagt, man solle sehr nah am Original bleiben, man sei schließlich kein Autor. Der andere Lektor weicht in seiner Überarbeitung deutlich vom Original ab.

Von meiner Überzeugung her tendiere zur zweiten Variante (wobei ich es mich bisher nicht genug traue), da der Text vor allem im Deutschen gut lesbar und stilistisch schön sein soll. Ein Übersetzer meinte mal zu mir, man übersetze nicht den Originaltext, sondern die Wirkung des Originals auf dessen Leser.

Was aber, wenn das Original nicht gut geschrieben ist? Darf man den Text aufpolieren? Muss man es sogar? Wenn man es nicht tut, liefert man vermutlich eine Übersetzung ab, die sich nicht gut liest.

Es darf natürlich keine inhaltlichen Abweichungen geben, aber wie sieht es mit Stil, Wortwahl, Satzstruktur usw. aus?

Man kann die englische Satzstruktur nicht einfach 1:1 übernehmen. Im Deutschen benutzt man oft eine andere Struktur. Die Übersetzung muss sich lesen, als wäre sie von einem guten deutschen Autor geschrieben worden. Der Übersetzer fällt im Idealfall gar nicht auf.

Was sagen die hier mitlesenden Übersetzer und Lektoren dazu?

Kopf hoch und weiter – ein Ausblick auf zukünftige Arbeiten

Damit die Schlagzeile „Beruflicher Rückschlag“ jetzt nicht ewig ganz oben in diesem Blog stehen bleibt, mach ich direkt mit dem nächsten Eintrag weiter. Nachdem ich den Tag über etwas niedergeschlagen war, habe ich jetzt direkt mit der nächsten Übersetzung weitergemacht.

„By the Blood of Heroes“ von Joseph Nassise ist ein Zombieroman, der im Ersten Weltkrieg spielt. Eine Art „Das dreckige Dutzend gegen den Untoten Baron“. Es geht um eine Sondereinheit, die sich hinter feindlichen Linien mit untoten Soldaten und einem leicht angefressenen Baron von Richthofen rumschlagen müssen.

Das Buch wird vermutlich erst 2014 erscheinen. Hier aber schon mal als Ausblick der erste Absatz. Ist natürlich nur eine Rohfassung. Wer will, kann sie mit der Leseprobe des Originals auf amazon.com vergleichen.

Dieser gottverlassene Ort!

Captain Michael „Madman“ Burke legte das Grabenmesser zur Seite, mit dem er den Schlamm aus dem Uhrwerksmechanismus gesäubert hatte, der seine linke Hand antrieb, und schloss mit einem festen Stoß die Zugangskonsole. Er war fast eine halbe Stunde damit beschäftigt gewesen, glaubte aber nicht, dass er viel mehr erreicht hatte, als den Schlamm von einem Getriebe zum anderen zu schieben. Er wusste, dass er einen Ausflug zur Nachhut benötigte, um es ordentlich gereinigt zu bekommen. Unglücklicherweise war er damit frühestens in zwei Wochen wieder an der Reihe und in der Zwischenzeit auf seine eigenen dürftigen Versuche angewiesen.

So war das Leben in der American Expeditionary Force, dem Amerikanischen Expeditionskorps.

 

Dazu wird noch die Übersetzung des vierten Bandes von Captain Future kommen und für einen anderen Verlag werde ich zumindest mal eine Probeübersetzung anfertigen. Außerdem versuche ich auch noch, neben den Übersetzungen, Zeit für ein eigenes Werk zu finden. Wobei ich bisher ausschließlich für die Schublade geschrieben habe.

 

P.S. Ach ja, habe mir mal das Buch „Deutsch für Profis: Wege zu gutem Stil“ von Wolf Schneider bestellt.

Beruflicher Rückschlag

Wenn man versucht, sich in einer bestimmten Profession zu behaupten, dann kann es auch zu Rückschlägen kommen. Passend zum einjährigen Jubiläum dieses Bogs, habe ich heute einen solchen Rückschlag erhalten, der mich ein wenig daran zweifeln lässt, ob ich überhaupt zum Übersetzer tauge.

Und da ich hier ja einen ehrlichen Einblick in meinen Versuch des Berufseinstiegs vermitteln möchte, werde ich diesen Rückschlag nicht verschweigen. Auch wenn es in gewisser Hinsicht kontraproduktiv sein könnte. Schließlich soll dieser Blog ja in erster Linie Werbung für mich als Übersetzer sein. Da kommen negative Meldungen natürlich nicht so gut.

Ich werde auch keine Details verraten, nur soviel, dass es schon mal vorkommen kann, dass dem Verlag die Übersetzung, die man abgegeben hat, nicht gefällt. Das ist natürlich schlecht, da man von diesem Verlag vermutlich keine weiteren Aufträge bekommen wird.

Aber noch lasse ich mich davon nicht unterkriegen. Erstmal werde ich die Rückmeldung zu einer anderen Übersetzung von mir abwarten. Und natürlich werde ich dies vor allem als Motivation nehmen, meine Fähigkeiten zu hinterfragen und sie nach Möglichkeit auch zu verbessern.

„Fuck me“ – Ein Bericht von der Berliner Lesung mit Don Winslow

„Fuck me“ – so lautet das erste Kapitel in Don Winslows neuen Roman „Kings of Cool“. Der Name war Programm:

Es war eine coole und stürmische Nacht, im herbstlich nassen Berlin des 1. Novembers 2012. In Kreuzberg pulsierte das Leben und wuselte mit platschenden Schritten über die von Pfützen gesäumten Bürgersteige. Eine beachtliche Zahl wuselte in den Festsaal Kreuzberg, um diesen bis fast zum letzten Platz zu füllen.

Auf Holzstühlen, die so knallhart waren wie die Prosa von Winslow (a pain in the ass of America), wartete das gespannte Publikum dicht aneinandergedrängt auf den Auftritt des „masters of suspense (O-Ton des Moderators). Um 19.35 Uhr betrat dann ein kleiner, zierlicher Mann mit Halbglatze das Podium, begleitet vom Moderator des Suhkamp Verlags und dem Synchronsprecher Dietmar Wunder (Daniel Craig).

Was folgte war keine dieser langweiligen, einschläfernden Lesungen von unbeholfenen Autoren, die mehr stotternd als lesend in einem 45minütigen drögen Monolog den Lesern/Zuhörern, die Lust auf die eigenen Texte verdarben. Nein, dank des lebhaften Moderators mit der Stimme eines Radiomoderators ging es direkt dynamisch und abwechslungsreich mit Fragen an den Autor los.

Dann las Selbiger durchaus gekonnt aus seinem Werk vor und schaffte es dabei, der rasanten, knackigen Prosa und den coolen Dialogen des englischen Originals mit seinem Vortrag gerecht zu werden.

Im Wechsel folgten dann weitere Fragen und zwei längere Lesepassagen, die der wunderbare Dietmar Wunder mit seiner sonoren, markanten Stimme vortrug und die Handlung damit lebhaft vor dem inneren Auge des Publikums erscheinen ließ.

Zum Abschluss gab es noch eine höchst amüsante Geschichte darüber, wie Don Winslow in einer Buchhandlung in San Antonio auf die Werke des anderen Don Winslow stieß. Jenen Don Winslows der SM-Pornoromane schrieb, deren Titelbild alleine dem katholisch erzogenen anderen Don Winslow die Schamesröte ins Gesicht trieb, als dieser vergeblich versuchte, den Kauf eines dieser SM-Romane mit der Bibel und einem Buch von John Updike zu verschleiern.

Fazit: Es war eines sehr unterhaltsame, lustige Lesung, die genau die richtige Mischung aus Vorlesen, Fragen und Anekdoten hatte.

P. S.„Kings of Cool“ ist die Vorgeschichte zu „Zeit des Zorns“, jenes Romans, den Oliver Stone gerade unter seinem Originaltitel „Savages“ verfilmt hat.

P.P.S Das ist ein Autor den ich furchtbar gerne mal übersetzen würde.