Kleiner Filmtipp (Underdogs): Dawg Fight

Dawg Fight ist eine Dokumentation über Hinterhofkämpfe im zu Dade County gehörenden Viertel West Perrine in Florida. Ein Viertel, in dem große Armut herrscht und 73 Prozent der Bewohner Afroamerikaner sind. Und für diese Bewohner organisiert der MMA(Mixed-Martial-Arts)-Kämpfer Dada 5000 illegale Hinterhofkämpfe zwischen mal mehr, mal weniger durchtrainierten Männern aus dem Viertel. Es gibt einen improvisierten Ring, Dada als Ringrichter und nur wenige Regeln. Gekämpft wird »bare-knuckled«, also ohne Handschuhe. Dabei geht es ganz schön brutal zur Sache und kommt immer wieder zu ernsthaften Verletzungen. Der Begriff »backyard-brawl« passt wohl am besten, da es sich oft um wilde Raufereien unprofessioneller Kämpfer handelt. Die Untrainierten verletzen sich an der Hand, weil sie nicht wissen, wie man richtig zuschlägt, oder sie erleiden heftige Kopfverletzungen, da eben ohne Handschuhe gekämpft wird.

Dada versteht die Organisation dieser Kämpfe als »community work«, also praktisch als Sozialarbeit in seinem Viertel. Er gebe den Kämpfern einen Grund auf Hoffnung, ein Ziel, etwas, woran sie glauben können. Der Traum: als professioneller MMA-Kämpfer Geld verdienen. Und einige schaffen das tatsächlich. An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass ich (obwohl Kampfsportfan) kein großer Fan von MMA-Kämpfen bin, diese aber für weniger gefährlich halte, was schwere Verletzungen angeht, als Boxen, was von einigen Studien auch bestätigt wird. Auch wenn es nicht so aussieht, sind die Handschuhe beim MMA besser gepolstert als beim Boxen, und da häufig Hebel und Klammergriffe angewendet werden, gibt es nicht so viele direkte Treffer auf den Kopf. Auch wenn es brutaler aussieht, als beim Boxen.

Aber was da auf den Hinterhöfen stattfindet, ist brutal, illegal und unsicher. Es gibt keinen Ringarzt, und wenn jemand dabei stirbt, kommt auch der Veranstalter wegen Mordes ins Gefängnis. Wer eine Karriere als professioneller MMA-Kämpfer machen will, darf sich nicht bei solchen Hinterhofkämpfen erwischen lassen, da er sonst seine Lizenz verliert.

Ich hätte mir von dem Film gewünscht, dass er etwas mehr auf die Biografien und Lebensumstände der einzelnen Kämpfer eingeht. Stattdessen wird viel Zeit auf eine martialische und (dank der Musikuntermalung) pompöse Inszenierung der Kämpfe gelegt. Dada meint, auf diese Art könnten diese jungen Männer ihre Aggressionen und ihren Ärger in den Ring tragen und dort loswerden. Eine aggressive Stimmung herrscht auch beim Publikum, wenn da ältere Damen und kleine Kinder blutdürstig danach rufen, dass ihr Favorit seinen Gegner alle machen solle.

Die Polizei lässt die Kämpfe übrigens laufen, da es, wenn Dada wieder was organisiert, weniger Ärger auf der Straße gebe. Das war zumindest 2009 so, als der Film gedreht wurde, inzwischen soll sich das geändert haben, wie Regisseur Billy Corbern in einem sehr interessanten Interview auf Rollingstone.com erzählt. Der Film hat auch sehr lange keinen Verleih gefunden, bis sich Netflix in diesem Jahr erbarmt hat.

Trotz der teils martialischen Inszenierung und der grafisch stilisierten Gewalt, liefert der Film einen interessanten Einblick in eine Parallelwelt am Rande der Gesellschaft, in der Menschen, die teils auf der Strecke geblieben sind, ihre Hoffnung in eine gefährliche Tätigkeit stecken.

Einer der Kämpfer (der Publikumsliebling) wurde zur Zeit der Dreharbeiten übrigens erschossen, was aber nichts mit den Kämpfen zu tun hatte. Ein weiterer starb kurz nach den Dreharbeiten während einer Verhaftung, als die Polizei mit Pfefferspray und Tasern gegen ihn vorging.

Wie der Wind sich hebt & The Kingdom of Dreams and Madness

Wie der Wind sich hebt ist der letzte Film des japanischen Regisseurs Hayao Miyazaki, und es ist vielleicht sein persönlichster. Der Film erzählt die Geschichte des japanischen Flugzeugingenieurs Jiro Horikoshi, der vor und während des Zweiten Weltkriegs für Mitsubishi den Jagdflieger Mitsubishi A5M gebaut hat. Obwohl es sich dabei um ein Kriegsflugzeug handelt, stellt Miyazaki den jungen Ingenieur als Pazifisten dar, der ausschließlich vom Fliegen träumt, wegen seiner Kurzsichtigkeit aber kein Pilot werden kann. Wie historisch akkurat das ist, kann ich nicht beurteilen, aber mit dieser Figur drückt Miyazaki auch seinen eigenen Widerspruch aus – denn er selbst ist schon seit seiner Kindheit von den Zero Fightern der japanischen Luftwaffe, die im Zweiten Weltkrieg unter anderem als Kamikazeflieger eingesetzt wurden, fasziniert. Anderseits ist er aber auch Antimilitarist und kritisiert die Regierung Abe heftig für ihre Aufrüstungspläne und das Bestreben, die pazifistische Verfassung zu ändern.

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Die Gräuel des Zweiten Weltkriegs werden hier nur am Rande angedeutet, meist in den Traumsequenzen, in denen Jiro dem italienischen Flugzeugingenieur Caproni begegnet, und der zu ihm meint, dass keiner der Kampfpiloten, die da gerade in den Einsatz fliegen, zurückkommen würden. Im letzten Drittel des Films werden auch die Machenschaften der japanischen Geheimpolizei angedeutet. Und auch bei Jiros Deutschlandbesuch, sieht er einen wütenden Mob, der jemanden durch die Straßen verfolgt, was wohl auf die Schlägertruppen der SA anspielen soll. Miyazakis Kritik kommt nie direkt, sondern fast ausschließlich durch Bilder oder kleine Andeutungen, was vermutlich dem aktuellen politischen Klima in Japan geschuldet ist. In der Dokumentation The Kingdom of Dreams an Madness (siehe unten) erwähnt der Produzent Toshio Suzuki, dass wieder eine Art Zensur am Entstehen sei, und man bestimmte Themen nicht mehr im Film bringen könne. Ganz zu schweigen davon, dass eine geschichtliche Aufarbeitung wie in Deutschland nie stattgefunden hat. Für westliche Zuschauer, die nicht über die japanische Geschichte und die dortige Kultur Bescheid wissen, könnte der Film wie eine Verklärung oder Geschichtsklitterung wirken, wobei diese Vorwürfe auch von japanischen Kritikern kamen (während die Konservativem im vorwerfen, Japan zu verteufeln).

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In erster Linie ist es ein Film über die Leidenschaft fürs Fliegen und die Liebe eines jungen Paares. Eine längere Passage des Films spielt in einem Hotel in den Bergen und spielt direkt auf Thomas Manns Der Zauberberg an. Jiros Schwarm leidet an einer Lungenkrankheit und es gibt einen deutschen Gast, den Jiro als Hans Castorp bezeichnet. An dieser Stelle muss ich den Umgang der Macher mit den deutschen Sätzen loben, die hören sich alle an, als könnten die Sprecher tatsächlich einwandfreies Deutsch sprechen (was bei amerikanischen Produktionen ja nicht gerade selbstverständlich ist).

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Einen richtigen Plot hat der Film gar nicht, was auch nicht wichtig ist. Mein Nachbar Tortoro hat auch keinen, und ist trotzdem ein Meisterwerk und einer meiner Lieblingsfilme. Hier geht es eben um den getriebenen Jiro, der unbedingt ein tolles Flugzeug bauen will, auch wenn dabei seine Todkranke Frau vernachlässigt wird. Es gibt keine wirkliche Spannungskurve oder ein Erzählgerüst. Alles wirkt sehr episodenhaft und das Ende (das Myazaki ursprünglich etwas anders geplant hatte) wirkt abrupt.

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Besonders loben muss ich an der Stelle Miyazakis Idee keinen professionellen Schauspieler oder Sprecher für die Rolle des Jiros zu nehmen (die sollen alle furchtbar gewesen sein), sondern den in Japan bekannten Animeregisseur Hideaki Anno (Neon Genesis Evangelion), der eine ganz eigene Art zu sprechen hat, die sich deutlich von den eher gleich klingenden und intonierenden Sprechern unterscheidet, die man sonst so in Animes hört. Seine ruhige, nerdige Art zu sprechen wirkt (auch wenn ich das Wort für überstrapaziert halte) authentisch. Zur deutschen Synchro kann ich nichts sagen, die kenne ich nicht.

Wie der Wind sich hebt ist einer von Miyazakis schwächsten Filmen, was aber immer noch einen tollen Film bedeutet. Bis auf die Traumsequenzen kommt er dieses Mal ganz ohne phantastische Elemente aus, auch wenn ein wenig Zauberbergatmosphäre in der Luft liegt.

Im Trailer hört man die tolle Stimme von Hideaki Anno. Man kann auch englische Untertitel einstellen, oder einfach den deutschen Trailer auf youtube schauen.

The Kingdom of Dreams and Madness

Ist eine japanische Dokumentation aus dem Jahr 2013 über Hayao Miyazaki und das Studio Ghibli. Die Kamera begleitet den Regisseur und Zeichner während seiner Arbeit an dem Film Wie der Wind sich hebt, und zwar vom Erstellen des Storyboards (Miyazaki arbeitet ohne Drehbüher, allerdings gibt es seine eigene Manga-Vorlage) über die Sprecheraufnahmen bis zum fertigen Film und Miyazakis Ankündigung in Rente zu gehen.

Ich hatte immer gedacht, dass Hayao Miyazaki eher der Typ weiser, alter, zurückhaltender und schüchterner Mann sei, aber da habe ich mich geirrt. Er ist vielmehr ein kettenrauchender Getriebener, der sich in der Doku auch als ziemlich redselig entpuppt. Man erhält schon einen guten und selbstkritischen (und selbironischen) Einblick in seine Arbeitsweise und auch in seine Ansichten über die Welt („The world ist rubbish“), die natürlich stark von der noch nicht lange zurückliegenden Katastrophe in Fukushima geprägt ist. Wirklich persönliche Einblicke in sein Privatleben erhält man allerdings nicht. An einer Stelle fragt ihn die Dokumentarfilmerin, warum er seine Frau geheiratet habe, worauf er sehr kryptisch antwortet. Ansonsten bleibt das Privatleben außen vor. Miyazaki scheint für seine Arbeit zu leben. Er hat einen festen Tagesablauf, dem er an sechs Tagen der Woche folgt, am siebten Tage, sagt er, gehe er den Fluss säubern. Was immer das heißen mag. Umweltschutz spielt in seinen Filme häufig eine wichtige Rolle (am deutlichsten in Prinzessin Mononoke).

Aber auch Toshio Suzuki – Miyazakis langjähriger Gefährte und Produzent, der die treibende Kraft hinter den Filmprojekten ist – kommt ausführlich zu Wort, und erzählt viel über Miyazakis Werdegang und wie dieser von Isao Takahata entdeckt wurde, wie sie das Studio Ghibli zusammen gründeten und wie sie immer mehr miteinander stritten, so dass Takahata mit seiner Arbeit ans andere Ende von Tokio gezogen ist. Über Takahata – der zeitgleich an seinem letzten Film Die Legende der Prinzessin Kaguya arbeitete, es aber nicht so mit Abgabeterminen hat – wird viel geredet. Im Film taucht er aber selbst erst am Ende auf und viel erzählt er auch nicht.

Größtenteils wirkt es, als würden alle im Studio Ghibli in entspannter Atmosphäre unter einem humorvollen Chef arbeiten, aber so ganz scheint es in Wirklichkeit nicht zu sein. Allerdings gibt es nur eine einzige Mitarbeiterin, die sich dazu äußert, wie schwierig es sein kann, unter dem Perfektionisten Miyazaki zu arbeiten, der einem jederzeit über die Schulter gucken kann. Viele hätten aufgrund des Drucks wieder gekündigt. Miyazakis Sohn Goro (Der Mohnblumenberg) äußert sich in einer Konferenz (ohne den Vater) sehr selbstkritisch, er sei nur zufällig da hineingeraten und habe eigentlich gar keine Filme drehen wollen. So ganz schlau bin ich nicht daraus geworden, worum es in der Sitzung ging, aber es herrschte einen angespannte Atmosphäre.

Ein bisschen erzählt Miyazaki dann aber doch über seine Kindheit während des Zweiten Weltkriegs, wie sein Vater als Zulieferer für Flugzeugteile reich geworden sei, und wie Miyazaki selbst eine Leidenschaft fürs Fliegen und für Flugzeuge entwickelt habe.

Schaut man sich diese Doku und Wie der Wind sich hebt kurz hintereinander, entdeckt man viele Parallelen zwischen der Hauptfigur Jiro und Hayao Miyazaki. Beide sind rauchen viel, sind Workoholics, getrieben von ihren Ideen und einer widersprüchlichen Leidenschaft.

Es ist eine leise aber mitreißende Dokumentation, die mich dazu veranlasst hat, mir umgehend die beiden Filme Miyazakis zu kaufen, die ich noch nicht gesehen habe. Bisher hatte ich nur mein Nachbar Tortoro auf DVD, aber in den nächsten Monaten werde ich mir die restlichen Film noch anschaffen und hier im Blog besprechen, den die Filme aus dem Studio Ghibli und insbesondere die Filme von Miyazaki versprühen eine einzigartige Kinomagie, die ich in den ganzen Superhelden, SF und Actionblockbustern, die gerade unsere Kinos überschwemmen, schmerzlich vermisse.

Meines Wissens nach, gibt es die Doku noch nicht auf Deutsch. Ich habe die englische Fassung gesehen.

Nachtrag vom 24. April 2016: Wenn ich das richtig sehe, wird die Doku am 27. Mai als Blu-ray und DVD in Deutschland (OmU) erscheinen

TV-Tipp: Komet ISON – Der Sonnenstreifer

Am Dienstag den 13.01 läuft um 21.05 Uhr auf N24 die Dokumentation Komet ISON – Der Sonnenstreifer, zu der ich die Rohübersetzung gemacht habe. Es geht um einen Kometen, der direkten Kurs auf die Sonne nimmt, und den Berechnungen nach, die Korona streifen wird. Die Astronomen sind gespannt, ob er diese Kollision überleben wird. In der Doku geht es aber auch um Kometen an sich. Wo kommen sie her? Welchen Einfluss hatten sie in der Vergangenheit auf die Erde (Stichwort: Wasser). Warum hielten die Menschen in vergangenen Jahrhunderten Kometen für Boten des Unheils? Wer hat den ersten Kometen entdeckt, und herausgefunden, dass er immer wieder kehrt?

TV-Tipp: Invasion im Morgengrauen – Die Landung in der Normandie

Am Samstag den 20.12 läuft auf N24 die zweiteilige TV-Doku Invasion im Morgengrauen – Die Landung in der Normandie, für die ich die Rohübersetzung gemacht habe. Die Doku ist ganz interessant, da sie ausschließlich aus Originalaufnahmen aus dieser Zeit besteht, und einen ganz guten Eindruck davon vermittelt, was für ein heikles Mammutunternehmen die ganze Aktion war.

Hier die Inhaltsbeschreibung von N24:

6. Juni 1944: Über dem Ärmelkanal bricht ein grauer Tag an. Vor der Küste Nordfrankreichs hat sich eine Armada von fast 7000 Kriegsschiffen und Landungsbooten versammelt. Sie warten auf das Kommando, in der Dämmerung mit der gewaltigsten Landeoperation aller Zeiten zu beginnen. Eine N24-Dokumentation über die Invasion in der Normandie aus Sicht der Alliierten und der Deutschen: Von der Planung bis zum erfolgreichen Ende. Teil 1: Die Planung.

 

Krieger der Vergangenheit: Die Koa Warriors

Aus der Reihe Krieger der Vergangenheit läuft heute um 23.05 Uhr auf N24 die Folge Die Koa Warriors (wer dem Link folgt, kann es sich ab heute Abend auch in der Mediathek ansehen), deren Übersetzung mir großen Spaß gemacht hat, da ich großer Hawaii-Fan bin. In dieser Episode geht es um eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der Inseln: Die Ankunft von James Cook mit seiner Expedition.

Cook hat bei seiner Ankunft Glück.

Es ist eine geschlossene Gesellschaft.
Die Inselbewohner befinden sich isoliert, tausende von Meilen von allem anderen entfernt, und es gibt eine Menge Kämpfe zwischen den Dynastien.

Die Hawaiianer sind also ein kriegerisches Volk, das Eindringlinge normalerweise sofort attackieren würde, denn das Töten eines feindlichen Kriegers erhöhte das Mana und damit das Ansehen des Kriegers in der Gesellschaft. Doch als Cook und seine Mannschaft ankommen, findet gerade das Erntefest Makahitiki satt, währenddessen niemand kämpfen darf. Außerdem hält man Cook für den Gott Lono, weshalb er freundlich empfangen wird. Wenn auch nur sehr widerwillig vom Chef der Koa-Krieger Kamehameha, der später Hawaiis großer König werden wird und alle Inseln vereint.

Nach dem Fest reist Cook wieder ab, aber ein Mastbruch zwingt in zur Rückkehr, dummerweise ist das Erntefest und damit die Friedenszeit vorbei …

Man erfährt einiges über die Koa und ihre Kampfkunst Lua, sowie die hawaiianische Gesellschaft, ihr Herrschaftssystem und die Veränderungen, für die Kamehameha sorgte. Ausgerechnte der größte Krieger Hawaii transformiert sein Volk in eine friedliche Gesellschaft, in der das Aloah an erster Stelle steht.

Hier noch der Text von N24:

Diesen hawaiianischen Kämpfern fiel bereits Kapitän James Cook zum Opfer. Benannt nach dem Baum, aus dem sie ihre Waffen herstellten, waren die Koa Warriors beeindruckende Meister des Martial Arts: gut ausgebildet und bereit, ihre Insel zu verteidigen. Cook unterschätzte diese gefährliche Spezialeinheit und so kam es zum Showdown am Strand Hawaiis, bei dem sich die körperliche und geistige Stärke der Krieger gegen die Feuerwaffen der Briten bewährten.

TV-Tipp: Das Rätsel des Sphinx (auf N24)

Am Mittwochabend um 22.05 Uhr läuft mit Das Rätsel des Sphinx die erste N24-Doku, zu der ich das Skript übersetzt habe. Das ist eine BBC-Doku, die sich mit der Frage beschäftigt, wer als Erbauer des Sphinx von Gizeh infrage kommt. War es Cheops, Erbauer der berühmten großen Pyramide, oder einer seiner Söhne – Radjedef oder Chephren. Die Dokus spielt die verschiedenen Theorien durch, ist aber auch ein wenig auf Unterhaltung getrimmt. So wirkt es, als würden die im Film auftauchenden Forscher direkt vor Ort große Entdeckungen machen. Dabei sind das Sachen, die teilweise schon seit hundert Jahren bekannt sind. Interessant ist die Doku aber trotzdem.

Ich hatte »the sphinx« übrigens als »die Sphinx« übersetzt, weil es die gebräuchliche Form ist und alles andere sich komisch anhört. Dabei ist die männliche Form »der Sphinx« und »Rätsel des Sphinx« aber tatsächlich passender, weil sie wohl einen Mann darstellt. In der Archäologie setzt sich die männliche Form inzwischen auch immer mehr durch.

Hier noch die Inhaltsangabe von N24:

Sie ist das größte von Menschen aus einem Stück gefertigte Bauwerk auf der Welt: Die Sphinx von Gizeh. Auch heute noch gibt sie Forschern Rätsel auf. Von wem wurde sie erbaut, wessen Antlitz bildet sie ab? Es herrscht Unklarheit darüber, wie alt das Monument ist und welchem Zweck es im antiken Ägypten diente. Archäologen und Ägyptologen überprüfen die verschiedenen Theorien und versuchen die Puzzleteile dieses einzigartigen Stücks Menschheitsgeschichte zusammenzusetzen.

Ab Mittwoch 22.05 Uhr kann man sich die Doku auch in der Mediathek ansehen.

TV-„Tipp“ (lieber ein Hinweis): Mythos und Wahrheit – Bunker

Am Montag den 1.9.2014 läuft um 21.05 Uhr auf N24 die TV-Doku »Mythos und Wahrheit – Bunker«, für die ich die Rohübersetzung gemacht habe.

Rohübersetzung heißt, dass ich das englische Originalproduktionsskript mit den Sprechertexten und Bildeinblendungen übersetzt habe. Diese Übersetzung wird dann von einer Redakteurin verwendet, um die deutschen Erzähler- und Sprechertexte zu erstellen. Wenn ich mir die finalen Texte so ansehe, bleibt aber durchaus viel von meinen Formulierungen übrig. Demnächst werde ich mal einen genaueren Eintrag darüber verfassen, wie so etwas abläuft.

Hier der offizielle Text zur Doku:

Zum Schutz der Bevölkerung und Regierungen vor atomaren, biologischen und chemischen Angriffen spielen Bunker eine wichtige Rolle. Eine Reise in die verborgenen und geheimen Welten unter der Erde: Die Dokumentation zeigt die historische Entwicklung – von privaten Schutzräumen in Vorgärten bis hin zur neuen Generation der Hightech-Bunker in Form von unterirdischen Kleinstädten, die möglichst vielen Menschen Schutz bieten können.

Quelle: http://www.n24.de/n24/Mediathek/Dokumentationen/d/5305250/mythos-und-wahrheit–bunker.html (ab dem 1.9. kann man sich die Doku auch unter diesem Link in der Mediathek ansehen.)
Von den acht Dokus (bzw. Infotainmentsendungen), die ich bisher übersetzt habe, würde ich diese als die schwächste bezeichnen (deshalb der TV-Tipp in Anführungszeichen). Da sind sogar die Texte des Erzählers nicht sehr gelungen. Habe versucht, das ein wenig aufzubessern, ohne etwas am Inhalt zu verändern. Die Redakteurin hat da noch deutlich mehr aufpoliert. Die Originaldoku wirkt wie ein Werbevideo von Bunkerherstellern, die paranoiden Weltuntergangshysterikern teure Bunker für die nahende Zombieapokalypse unterjubeln wollen.

Interessant ist die Doku trotzdem für jene, die sich für Bunker wie z. B. die riesige Bunkeranlage der US-Regierung unter dem Greenbrier Resort (ein Luxushotel).