Wo man mich trifft: Köln, Berlin, New York

Mein Winterschlaf neigt sich dem Ende zu, bald werde ich meine Höhle verlassen und mich auf die Suche nach Zivilisation und Kultur begeben.

Köln: PAN-Branchentreffen am 19. und 20. April

PAN ist das Phantastikautorennetzwerk e. V., also ein Verein, der aus Phantastikautorinnen besteht und sich für das Genre und die Mitglieder einsetzt. Auf dem Branchentreffen trifft sich, wie der Name schon sagt, die Phantastikbranche. Das heißt, Autorinnen, Verlagsmitarbeiterinnen, Lektorinnen, Bloggerinnen und Leute, die anderweitig beruflich und/oder leidenschaftlich mit Phantastik zu tun haben.

Das erste Treffen vor zwei Jahren war großartig, fand ebenfalls im Odyseeum in Köln statt und ging über zwei Tage. Es gab zahlreiche interessante Podiumsdiskussionen und Vorträge, aber auch Gelegenheiten zum Netzwerken. Im letzten Jahr fand es in Berlin statt, da hatte ich ausgesetzt, freue mich aber schon, dieses Jahr wieder dabei sein zu können, viele Freunde und Bekannte zu treffen und neue Leute kennenzulernen. Weiterlesen

Wo man mich trifft: Nick Cave, Buchmesse und Bucon

Als passionierter, reisefauler Stubenhocker komme ich eher selten unter Leute und auf interessante Veranstaltungen. Zuletzt bin ich im Mai nach Paris verreist, den Sommer danach habe ich komplett zu Hause im Westerwald verbracht. Aber jetzt im Oktober kommt noch mal etwas Bewegung in die Sache, bevor ich mich dann in den Winterschlaf begeben werde.

Am Samstag den 4. Oktober trifft man mich in der Frankfurter Jahrhunderthalle auf dem Konzert von Nick Cave and the Bad Seeds. Cave wollte ich schon seit 20 Jahren mal live sehen, aber … reisefaul, Stubenhocker usw. Es war das Album No more Shall we Part, das mich zum Fan gemacht, und das Video zu As I Sat Sadly by Her Side.

Am Freitag den 13. Oktober geht es dann auf die Frankfurter Buchmesse, die ich zuletzt 2004 besucht habe. Die Leipziger Buchmesse ist bei mir ja seit einigen Jahren ein fester Termin, aber Frankfurt hatte mich trotz der räumlichen Nähe nie so richtig gereizt.

Wo man mich nicht trifft: Auf dem Galaktischen Forum. Das ist mir mit den Terminen drumherum fahrtechnisch einfach zu ungünstig, ein Hotelzimmer war mir zu teuer.

Und am Samstag den 14. Oktober geht es schon wieder Richtung Frankfurt auf den Buchmessecon (Bucon), der einzige Phantastik-Con, der bei mir seit 2006 jedes Jahr fest zum Programm gehört. Zum einen liegt er in der Nähe, zum anderen treffe ich nirgendwo sonst so viele Bekannte und Freunde, die ich sonst teilweise das ganze Jahr nicht sehe oder nur über das Internet. Dementsprechend besuche ich auch so gut wie keine Programmpunkte, sondern quatsche praktisch rund um die Uhr. Und wer mich und meine schweigsame Art kennt, weiß, dass das was heißen soll.

Der Bucon ist ein Phantastik-Con mit zahlreichen – inzwischen sogar fast zahllosen – Programmpunkten, die hauptsächlich aus Lesungen von Fantasyautoren bestehen, aber nicht nur. Daneben gibt es auch viele Aussteller, hauptsächlich Kleinverlage, die ihre Bücher präsentieren. Der Bucon hat sich in den letzen Jahren zu DEM Treffpunkt der deutschen Phantastikszene entwickelt, auch wenn dort in diesem Jahr der Deutsche Phantastik Preis erstmals nicht mehr verliehen wird (der Preis ist auf die Phantastika umgezogen). Ich bin gespannt, ob das eine Auswirkung auf die Zahl der Besucher und das Publikum haben wird.

Der letzte Termin wird dann am 20. Oktober sein: Im Keramikmuseum von Höhr-Grenzhausen werden Claus-Dieter Schnug und Horst Bartels ihr Buch Hilgert – Nachrichten aus einem Westerwalddorf vorstellen. Hilgert ist mein Heimatdorf, da bin ich aufgewachsen und wohne inzwischen – nach sechs Jahren in Siegen und vier in Berlin – wieder komplett dort. Schnug und Bartels haben bereits die großartig Dorfchronik Ein Westerwalddorf im Wandel der Zeit verfasst, die ich hier auf dem Blog besprochen habe. Weshalb ich schon sehr gespannt auf das neue Werk bin.

Das dürfte es für dieses Jahr dann an Terminen gewesen sein.

Wo man mich trifft: Bucon 2016

Zugegeben, ich bin etwas reisefaul. Wenn ich erst mal unterwegs bin, finde ich es super und freue mich, aufgebrochen zu sein, doch oft mangelt es mir an der Motivation, den Arsch hochzubekommen. Dementsprechend besuche ich, obwohl ich ja seit Jahren im Phantastikfandom unterwegs bin, relativ wenige Cons, weder Dortcon, Elstercon oder was weiß ich. Die große Ausnahme bildet der Bucon, den ich seit über zehn Jahren ohne Unterbrechung durchgehend besucht habe.

Das hat einen einfach Grund: Nirgendwo sonst treffe ich so viele meiner Freund und Bekannten aus dem Phantastikfandom auf einem Haufen (und er liegt mit einer Fahrtstunde auch relativ nah an meinem Heimatort). Dementsprechend wenig besuche ich die Programmpunkte der Veranstaltung, da jede dort verbrachte Stunde, eine ist, in der ich kein spannendes Gespräch führen kann. Allerdings sind Lesungen auch nicht so mein Fall.

Für Freundinnen der phantastischen Literatur, insbesondere der Fantasy, die ihre Lieblingsautorinnen und Autoren gerne live erleben, bietet das Programm des Buchmesse Convent allerdings ein reichhaltiges Angebot, dass mit seinen inzwischen sieben Programmschienen (einst war es mal nur drei) und über 50 Programmpunkten (aus Lesungen, Vorträgen und ähnlichem) schon an eine Reizüberflutung grenzt. Neben bekannten Autoren wie Markus Heitz, Bernhard, Hennen, Kai Meyer uvm. haben auch relativ unbekannte AutorInnen die Chance sich in Dreieich einem Publikum zu präsentieren. Das reicht von AutorInnen wie Ivo Pala, Ju Honisch und Julia Lange (Irrlichtfeuer hier kürzlich besprochen),die im neuen Programm von Knaur Fantasy erscheinen, bis zu jenen, die in Kleinverlagen wie Amrun, Verlag Torsten Low oder dem Verlag ohneohren veröffentlicht werden. Für deutschsprachige FantasyautorInnen ist der Bucon schon fast eine unverzichtbare Veranstaltung geworden. Von einem kleinen Treffen mit weniger als 100 Besuchern hat er sich inzwischen schon fast zum Mekka der deutschsprachigen Fantasy mit vielen hundert Teilnehmern gemausert.

Hier geht es zur kompletten Programmübersicht.

Was: Buchmesse Convent (kurz Bucon) 2016

Wann: Samstag den 22. Oktober 2016

Wo: Bürgerhaus Dreieich-Sprendlingen (nicht weit von Frankfurt, wer eh auf der Messe ist, kann auch einen Abstecher hierher wagen.)

Auf die parallel stattfindende Frankfurter Buchmesse werde ich nicht fahren, dafür fehlt mir leider die Zeit. Wer aber aufs GaFo geht, könnte mich dort antreffen.

Und wer mich bisher nur virtuell kennt, aber gerne mal live erleben möchte, der darf mich gerne auf dem Bucon ansprechen. Ich bin recht schüchtern und zurückhaltend, freue mich aber immer über neue Bekanntschaften bzw. darüber, Menschen, die ich bisher nur als Avatar mit Nickname kenne, auch im richtigen Leben kennenzulernen. So in etwa dürfte ich am Samstag aussehen (sollten nicht noch irgendwelche unvorgesehene Ereignisse eintreten, die mir Flügel oder Hörner wachsen lassen):

Hier wohnt der sich in ungewohnt freier Wildbahn befindende Übersetzer andächtig der Verleihung des Deutschen Phantastik Preises (DPP) bei.

Hier wohnt der sich in ungewohnt freier Wildbahn befindende Übersetzer andächtig der Verleihung des Deutschen Phantastik Preises (DPP) bei. Der in diesem Jahr Gerüchten zufolge von einem gewissen Dirk van den Boom im Hawaiihemd moderiert werden soll.

Wo man mich trifft: PAN-Branchentreffen und Marburg-Con

Am Donnerstag und Freitag werde ich am ersten PAN-Branchentreffen in Köln teilnehmen. PAN, das ist der Anfang des Jahres neugegründete Verein das Phantastik-Autoren-Netzwerk e.V. , der von einigen PhantastikautorInnen gegründet wurde, um das Genre und die Branche zu fördern. In Köln treffen sich AutorInnen, Verlagsmenschen, Blogger, Übersetzer usw. Es gibt ein festes Rahmenprogramm mit Vorträgen und Diskussionrunden, aber es geht wohl auch ums Netzwerken. Letzteres ist nicht gerade meine große Stärke, aber ich bin trotzdem neugierig, auf die Veranstaltung, deren hohe Teilnahmegebühr von 150 bis 170 Euro mich zunächst noch abgeschreckt hatte. Aber wenn schon mal so etwas bei mir in der Nähe stattfindet, will ich es mir nicht entgehen lassen. Ist für einen einsam in seinem stillen Kämmerlein vor sich hinwerkelnden Übersetzer auch mal eine Gelegenheit, unter echte Menschen zu kommen.

Am Samstag geht es dann nach Niederweimar auf den Marburg Con. Wird mein drittes Jahr auf diesem im Vergleich zum Bucon etwas kleineren Con in familiärer Atmosphäre sein. Der Con ist traditionell etwas horrorlastiger, weshalb dort auch der Vincent Preis verliehen wird. Da ich kein großer Fan von Lesungen bin, wird man mich die meiste Zeit im Gemeinschaftsbereich mit den Ständen und Tischen antreffen, wo ich im schicken Hawaiihemd spannende Gespräche mit Oliver Naujoks oder Torsten Scheib führen oder Dirk van den Boom an der Theke »Das muss alles schneller gehen!«, zurufen werde.

EILMELDUNG: Habe gerade (stand 20.4. 15:06 Uhr) erfahren, das Oliver doch nicht kommen kann. Sehr schade.

Wo man mich trifft: Leipziger Buchmesse 2016 am Freitag den 18.3.

Anders als in den letzten beiden Jahren verbinde ich meinen Besuch der Leipziger Buchmesse nicht mit einem Kurzurlaub in Berlin. Stattdessen werde ich am Freitag bereits in aller Herrspaghettimonstersfrühe um 5.00 Uhr mit meiner Mutter zusammen per Zug über Frankfurt nach Leipzig fahren, wo wir, wenn alles (also die Bahn) gut läuft, pünktlich zur Messeöffnung ankommen werden. Abends geht es dann wieder mit dem Zug zurück.

Termine habe ich nur einen bei einer internen Programmpräsentation eines Verlages, für den ich neuerdings übersetze. Ansonsten werde ich relativ ziellos durch die Hallen streifen und mich hoffentlich mit einigen Bekannten treffen.

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Veranstaltungstipp Phantastik: Bucon 2015

Für Freunde phantastischer Literatur ist die Frankfurter Buchmesse (anders als die Leipziger Buchmesse mit ihrer Fantasyleseinsel) eher uninteressant. Doch nicht weit von ihr entfernt findet am Buchmessesamstag in Dreieich Sprendlingen sozusagen die phantastische Parallelweltveranstaltung zur Buchmesse statt. Der Buchmessecon (kurz Bucon).

Hier trifft sich das Phantastikfandom aus ganz Deutschland bzw. dem deutschsprachigen Raum. Dazu gibt es zahlreiche Lesungen von eher unbekannten Autorinnen und Autoren bis hin zu Größen wie Wolfgang Hohlbein, Markus Heiz, Bernhard Hennen, Oliver Plaschka oder Tommy Krappweis. Dazwischen verirrt sich hier und da auch mal ein Vortrag, wobei mir persönlich da das Angebot etwas zu dünn ist (da sind andere Cons wie der Elstercon oder der Dortcon etwas besser aufgestellt). Was ich besonders vermisse, sind die Podiumsdiskussionen, die es früher einmal gab.

Ich besuche den Bucon seit etwa 10 Jahren, und die meiste Zeit gab es drei parallele Programmschienen und um die 300 Besucher. In den letzten zwei, drei Jahren war schon ein deutlicher Anstieg der Besucherzahlen auf 500+ zu bemerken, im letzten Jahr hat man darauf reagiert, und die Programmschiene erweitert. In diesem Jahr sind die parallelen Programmpunkte auf unübersichtliche 7 Programmschienen mit insgesamt 56 Veranstaltungen angewachsen (und für molo war immer noch kein Platz da!), was für viele Besucher sicher die Qual der Wahl bedeutet.

Das ist bei mir allerdings nicht der Fall, da ich Lesungen (die ich meist langweilig finde, ich lese furchtbar gerne Bücher, aber lasse mir nur ungern vorlesen) nur äußerst selten besuche. Mir geht es darum, mich mit Freunden und Internetbekannten zu treffen und zu unterhalten, die ich sonst nur selten oder gar nicht sehe.

Den Abschluss der Veranstaltung bildet traditionell die Verleihung des Deutschen Phantastik Preises.

Falls mich jemand von der Seite anquatschen möchte, nur zu – so sehe ich aus:

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Naja, vielleicht doch eher so:

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Wo man mich trifft: Bucon 2014

Wie jedes Jahr seit ca. 10 Jahren wird man mich am Oktoberwochende um den 12. herum (mein Geburtstag) in Dreieich-Sprendlingen auf dem Buchmesse Con kurz Bucon treffen – genauer gesagt am Samstag den 11.12. 2014. Hier kommen jedes Jahr parallel zur Frankfurter Buchmesse um die 300 Freunde und Freundinnen der Phantastik zusammen. Leute, mit denen man sonst das ganze Jahr übers Internet Kontakt hat. Besonders freue ich mich auf molosovky, Frank Böhmert, Gerd Rottenecker, Simone Heller, Holger M. Pohl, Torsten Scheib und Michael Schmidt, aber auch auf viele andere und einige, die ich bisher noch nicht persönlich kennen gelernt habe.

Ich-bucon

Hier sieht man mich auf dem Bucon 2013. Die Haare sind momentan etwas länger, der Bart noch nicht so voll.

Neben dem Zusammentreffen des Fandoms gibt es aber auch reichlich Programm. Vor allem Fantasylesungen, unter anderem mit Autoren wie Wolfgang Hohlbein, Markus Heitz, Bernhard Hennen, Robert Corvus, Thomas Finn, Michael Peinkofer, Bernd Perplies, T.S. Orgel Ju Honisch, Chris Schlicht und einem gewissen Perry Rhodan, der als einsamer Streiter die Fahne für die Science Fiction hochhält. Hier gibt es das komplette Programm.

Da ich Lesungen in der Regel ziemlich langweilig finde und es in diesem Jahr leider keine interessanten Vorträge oder gar eine Podiumsdiskussion (was ist eigentlich daraus geworden?) gibt, wird man mich die meiste Zeit an einem der Tische im Hauptsaal antreffen, wo ich hoffentlich wieder viele interessante Gespräche führen und das gastronomische Abenteuer der Bürgerhalle hoffentlich unbeschadet überstehen werde.

Um 19.00 Uhr wird dann wieder der Deutsche Phantastikpreis (DPP) verliehen werden (leider ohne diesjährige Präsenz des Phantastikurgesteins und Tentakelkaisers Dirk van den Boom, dem es im Kosovo anscheinend besser gefällt, als im Kreise seiner zahlenden Kundschaft).

Wer mich bisher nur aus diesem Blog oder sonst wo im Internet kennt, aber nicht persönlich, und auf dem Bucon anwesend ist, der kann ich gerne ansprechen. Ich bin ja selber eher etwas scheu, wenn es darum geht, Internetbekannte im echten Leben anzusprechen. Bei Oliver Plaschka habe ich es mir aber fest vorgenommen (so er denn zum Bucon kommt).

Bucon 1

Hier bin ich unten rechts. Ganz so lange sind meine Haare aber noch nicht. Torstens vermutlich schon. 😉

Mich gibt es auch auf …

LinkedIn, Traduguide, Facebook und Twitter.

Wenn man als Übersetzer Aufträge bekommen möchte, braucht man Kontakte. Kontakte kann man auf alle möglichen Arten bekommen: Schule, Studium, Verwandtschaft, Freundes- und Bekanntenkreis, Messen, Seminare usw.

Immer wichtiger wird es aber, im Internet vernetzt zu sein. Sprich in den sozialen Netzwerken. Facebook ist jetzt eher was für den privaten Kreis der Freunde und weiteren Bekannten. Twitter ganz ähnlich, aber auf reduzierte Weise.

LinkedIn hingegen ist ein soziales Netzwerk für berufliche Kontakte. Ich bin da jetzt schon seit einem Jahr dabei, habe aber noch nicht so recht verstanden, wie das funktioniert. Die fünf Kontakte, die ich hatte, sind inzwischen wieder auf drei geschrumpft.

Heute habe ich mich auf Empfehlung eines Kollegen noch bei Traduguide.com angemeldet. Eine Plattform auf der Übersetzer und Dolmetscher ihre Dienste anbieten und auf der Aufträge ausgeschrieben werden. Mal schauen, ob sich da was tut.

Sollte jemand Empfehlungen haben, wo man sich sonst noch im Netz anmelden sollte, nur her damit. 🙂

Bei LinkedIn sieht das z. B. so aus:

LinkedIn-Profil

 

Wo man mich trifft: Übersetzungsseminar in Straelen

Vom 3. bis zum 7. September werde ich an einem Übersetzungsseminar/Workshop des Deutschen Übersetzerfonds am Europäischen Übersetzerkollegium in Straelen teilnehmen. Der Deutsche Übersetzerfonds veranstaltet regelmäßig Seminare und Workshops für Übersetzer zu bestimmten Themen. Thema dieses Seminars:

»In einer anderen Welt«
Sprachenübergreifendes Seminar zum Übersetzen von Fantasyliteratur

Wer dem obigen Link folgt, findet dort den ganzen Ausschreibungstext.

12 Teilnehmer, die Science Fiction, Fantasy und sonstige Phantastik übersetzen, werden in diesen fünf Tagen gemeinsam an ihren Übersetzungen arbeiten. Ich bin schon sehr gespannt. Die Texte liegen mir bereits vor, einige der ÜbersetzerInnen kenne ich bereits, andere noch nicht.

Wenn ich zurück bin, werde ich hier im Blog über das Seminar berichten.

Leipziger Buchmesse 2014

In diesem Jahr bin ich zum ersten Mal (leider nur für einen Tag) auf die Leipziger Buchmesse gefahren (in Frankfurt war ich einmal vor 10 Jahren, da war es mir aber zu voll und uninteressant).

Los ging es bereits am Mittwoch den 12. März, mit dem Flieger nach Berlin. Dort stöberte ich zum ersten Mal seit fünf Monaten wieder stundenlang im Otherland (der besten Buchhandlung der Welt. Da ich nur mit einem Rucksack unterwegs war, blieb es aus Platzgründen zunächst bei einem Buchtitel („Gateway“) von Frederick Pohl.

Danach weiter nach Köpenick, wo im Ratskeller der SF-Treff oder das SF-Dinner (wie es jetzt heißt) stattfand. Dieses Treffen Berliner SF-Fans ist mir in den letzten vier Jahren in der Hauptstadt eine liebgewonnene Tradition geworden, die mir jetzt im Westerwald sehr fehlt. Hier gibt es einen Bericht von Frank Böhmert über das Treffen.

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Quelle: Das Foto machte eine nette Dame vom Nebentisch mit dem Smartphone von Rene, ich habe es mir in dieser bearbeiteten Fassung im Blog von Frank stibitzt.

Von links nach rechts: Rene „Agro“ Nowotny, Anonymus (der die Furcht der Weisen vor seinem Namen im Internet pflegt), Frank Böhmert, Ralf „Lapismont“ Steinberg vom Fantasyguide und ich. Später kam noch yiyippeeyippeeyay dazu, der sein Bild aber auch nicht gerne im Internet sieht.

Übernachtet habe ich dann in der Casa Böhmert, nicht wie angekündigt unter Palmen, dafür aber unter Paradiesvögeln.

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Franks Sohn Ben – der übrigens auch regelmäßiger Besucher des SF-Dinners und SF-Leser ist – war so nett, mir sein Zimmer zur Verfügung zu stellen.

Am Donnerstag ging es dann um 7.00 Uhr los zum Südkreuz, von wo der Interconnex direkt zum Messegelände in Leipzig gefahren ist. Es war eine gemütliche, ruhige Zugfahrt, auf der ich die ersten beiden Kurzgeschichten von Ted Chiang in „Das wahre Wesen der Dinge“ lesen konnte. Am Südkreuz habe ich übrigens auch schon meine Captain-Future-Mitübersetzerin Frauke Lengermann getroffen.

Nach Ankunft in Leipzig um ca. 9.40 Uhr ging es bei strahlendem Sonnenschein gemütlichen Schrittes Richtung Messegelände; ich musste einfach nur den Menschenmassen folgen. Auffällig waren die vielen Schulklassen, die hier unterwegs waren.

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Hier der Vorplatz zum Messegelände. Hinten sieht man die an ein riesiges Gewächshaus erinnernde Messehalle, die aus zwei durch einen Tunnel verbundenen Bereichen besteht, von denen es seitlich in insgesamt fünf Messehallen abgeht. Das wirkte auf den ersten Blick schon sehr einladend und freundlich. Beim Einlass gab es weder eine Schlange noch Gedränge.

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Hier der Eingangsbereich von innen.

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In der ersten Etage ging es seitlich durch Glastunnel in die jeweilgen Messehallen 1-5. Da gab es vor dem Einlass um 10.00 Uhr doch etwas Gedränge.

Ich bin ganz ohne Plan auf die Messe, ohne zu wissen, wer wo und wann liest, wer überhaupt da ist und was es sonst noch an Veranstaltungen stattfindet. Deshalb war mein erster Anlaufpunkt der Stand des Golkonda Verlags, für den ich Captain Future übersetze.

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Hier hängt Verlagsmitbesitzer Karl-Heinz Schlögel noch auf den letzten Drücker die von Lansdale-Übersetzerin Heide Franck (rechts im Bild) mitgebrachten Banner von Captain Future und Hellboy auf, während sich sein Partner Hannes Riffel nicht gerade von seiner besten Seite präsentiert. 😉 Der Stand befand sich auf der Leseinsel Fantasy in Halle 2, wo der sehr kleine Bereich mit wenigen Phantastikständen neben den ganzen Schulbuchverlagen etwas verloren und thematisch deplatziert wirkte. Dafür sorgte auch die große Freifläche in der Hallenecke direkt daneben – als hätte man die „Schmuddelfantasy“ irgendwo in die hinterste Ecke abschieben wollen.

Weitere zahlreiche Bilder (auch mit mir) vom Golkonda-Stand gibt es beim Golkonda-Insider. Wie dieses hier zum Beispiel:

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Quelle: Golkonda Insider, Fotograf: Karl-Heinz Schlögel

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Das ist die Leseinsel, auf der Fantasyautoren aus ihren Werken vorgelesen haben. Wie z. B. Oliver Plaschka (siehe unten). Den kenne ich durch Facebook und Twitter, und hatte sein Buch „Die Magier von Montpernasse“ am Tag vor der Buchmesse noch in der Hand. Auf der Messe wollte ich mich nur mal kurz hinsetzen, und plötzlich betrat der Meister die Bühne und las aus „Das Licht hinter den Wolken“. Ein schöner Zufall. Am nächsten Tag habe ich mir dann noch die „Magier“ im Otherland gekauft. Die Akustik der Leseinsel war erstaunlich gut, vor allem dafür, dass rundherum ständig Leute und vor allem Jugendliche lautstark unterwegs waren.

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Auch zufällig kam ich bei Denis Scheck vorbei, der gerade ein Best-of-Druckfrisch zum Besten gab und auf der Bühne vom Guten, Schönen und Wahren in den Romanen „N/W“ von Zadie Smith und „Der Distelfink“ von Donna Tartt schwärmte. Beides Autorinnen, deren bisherige Werke ich mit großer Begeisterung gelesen habe.

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Ansonsten habe ich es größtenteils versäumt, Fotos zu machen. Am Nachmittag habe ich mich mit den Forumosen und ÜbersetzerInnen Gerd Rottenecker und Simone Heller getroffen, die an ihrem Anreisetag nach Leipzig direkt nach einer langen Autofahrt extra schon auf die Messe kamen, um sich mit mir zu treffen. Das wurde dann auch ein tolles und interessantes Gespräch mit leckerem Kuchen und Schokodonuts. Die Verleihung des Phantastikpreises Seraph habe ich dadurch allerdings verpasst.

Kurz unterhalten habe ich mich auch noch mit Jürgen Schütz vom Septime Verlag, den ich vor allem als Joe Chip im SF-Netzwerk kenne, und der in den letzten Jahren mit seiner  Werksausgabe von James Tiptree Jr. für Furore sorgte. Meinem Gastgeber Frank Böhmert konnte ich dann noch sein Belegexemplar von „Doktor Ain“ nach Berlin mitbringen.

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So sah die Eingangshalle gegen 19.00 Uhr aus. Um 18.00 Uhr schloss die Messe und die Besucher wurden gebeten, sich unauffällig zu den Ausgängen zu begeben. Ich habe mich einfach unter die Aussteller und Fachbesucher vom Golkonda Verlag geschmuggelt. Mit den Golkondianerinnen Heide Franck, Frauke Lengermann, Brigit Herden und Petra Knese ging es unter einem farbenprächtigen Abendhimmel zum Bahngleis 2, wo eigentlich um 19.28 Uhr der Interconnex nach Berlin abfahren sollte. Nur kam der nicht. Bei der verrauschten Durchsage bezüglich einer Verspätung ließ sich nicht genau heraushören, ob sich der Zug um vierzehn oder vierzig Minuten verspäten würde. Es wurden dann sechzig, was aufgrund der sinkenden Temperaturen und unserer leichten Frühlingskleidung nur bedingt angenehm war. Auch mein Heimflug nach Köln Bonn am nächsten Tag sollte sich um eine Stunde verspäten.

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Mein erster Besuch auf der Leipziger Buchmesse hat sich auf jeden Fall gelohnt; zwar nicht in beruflicher Hinsicht, aber doch in persönlicher. Es war ein interessanter Tag, mit vielen spannenden Gesprächen, ich habe Leute wiedergetroffen, die ich sonst nur selten zu Gesicht bekomme und den einen oder anderen interessanten Programmpunkt erlebt. Im nächsten Jahr werde ich aber womöglich zwei Tage einplanen. Zu den Programmpunkten zum Thema Hörspiel habe ich es ebenso wenig geschafft, wie in die Mangahalle. Ich hoffe, dass die Fantasyinsel nicht noch kleiner und in Zukunft wieder thematisch besser platziert werden wird.

Nachtrag: Ich war übrigens nicht der einzige westerwälder Phantast auf der Buchmesse. Auch Autorin Alessandra Reß hat es nach Leipzig verschlagen, wie man in ihrem lesenswerten Bericht nachlesen kann. Auch sie hat übrigens die Reise zur Messe für einen Abstecher nach Berlin genutzt.

Ralf Steinberg (siehe erstes Foto) war mit der Familie am besucherstarken Samstag auf der Messe. Seinen Bericht kann man hier lesen.