Programmvorschau Herbst/Winter 2017/18: Blanvalet

Letztens, in meinem Beitrag Trend zur Science Fiction? Ein kleines Zwischenfazit schrieb ich: „Im Prinzip kann man Blanvalet in Bezug auf Science Fiction abschreiben.“
Das gilt auch für die aktuelle Programmvorschau, bis auf ein wenig Star Wars ist da nichts in Richtung SF dabei (was jetzt nicht so schlimm ist, da man sich aktuell nicht über das SF-Angebot anderer Verlage beklagen kann). Und wer sich nur für phantastische Literatur interessiert, muss sich trotzdem durch die komplette Taschenbuchvorschau mit allen Genres kämpfen, da die Fantasybücher munter darüber verstreut sind. Hier kann man sich das Programm als PDF runterladen.

Was Star Wars angeht, kehrt Timothy Zahn zu seiner berühmtesten Figur – Admiral Thrawn – zurück. Der geniale Stratege war der große Widersacher in seiner Thrawn-Trilogie, die 1993 mit Band 1 Erben des Imperiums direkt an den Film Die Rückkehr der Jedi-Ritter anknüpfte und die ursprüngliche Trilogie in Buchform im sogenannten Expanded Universe (in dem unzählige Bücher erschienen sind) fortsetzt. Dieser offizielle von Lucasfilm abgesegnete Kanon ist durch die Filmfortsetzung The Force Awakens für null und nichtig erklärt worden (was nicht wenige Fans der Bücher verärgert hat). Jetzt gibt es einen Reboot des Expanded Universe (unter anderem mit Romanen von Chuck Wendig), in dem man scheinbar nicht auf den berühmten Admiral verzichten möchte. Andererseits sind die Kritiken bisher wirklich gut ausgefallen, für die Vorgeschichte Thrawns.

Fantasy

Während die (für mich doch sehr enttäuschende TV-Serie) The Shannara Chronicles weiterläuft, setzt Blanvalet auch die Neuauflage der Bücher von Terry Brooks mit die Erben von Shannara fort. Schön, dass zumindest diese klassische Reihe weiterhin in Printform gepflegt wird.

Forstsetzungen gibt es von Bernard Trecksel mit Nebeljäger (nicht zu verwechseln mit Band 1, Nebelgänger) und Daniel Arenson mit Die Nacht des Feuers (Drachenlied 3). Beides Reihen, die mich nicht interessieren, mit Arensons erstem Band haben wir uns mal vor etwas mehr als zwei Jahren auf einem Übersetzungsworkshop beschäftigt, an dem auch Übersetzer Jörg Pinnow teilgenommen hat (ich weiß noch, das die Bestürzung groß war, als wir erfahren haben, dass die Maus sterben würde). Scheint mir eher was für LeserInnen zu sein, die noch nicht so viel Fantasy gelesen haben.

Zu John Gwynnes Reihe Die Getreuen und die Gefallenen erscheint Band 1 (Macht) erst im Juni, hier im Programm werden schon die Teile 3 und 4 angekündigt, Übersetzer Wolfgang Thon muss im Akkord arbeiten, haben die vier Bände doch alle zwischen 700 bis 1.000 Seiten. An der Reihe bin ich vom Inhaltlichen her gar nicht uninteressiert, aber um die 3.000 Seiten innerhalb von weniger als einem Jahr ist mir dann doch zu viel. Mal sehen, wie die Kritiken ausfallen werden. Für Gwynne habe ich mich schon interessiert, als Band 1 seinerzeit im Original erschienen ist. Ich muss ja nicht alle auf einmal lesen. Antesten reicht ja auch.

Karla Paul schrieb kürzlich auf Twitter: „Werde in Zukunft kein Buch mehr lesen, bei dem der Verlag nicht ordentlich Reihe & Reihenfolge vermerkt hat! Leserverarsche, my ass .. 😠“ Der Verrat des Inquisitors von Frank Rehfeld scheint so ein Fall zu sein. Auf Amazon wird Der Weg des Inquisitors als (Inquisitor 1) bezeichnet, im Katalog gibt es, bis auf ein kleines Bildchen von diesem Buch keinen Hinweis darauf, ob es sich tatsächlich um Inquisitor 2 handelt. Dabei steht auf der gleichen Seite bei Terry Goodkinds Das Herz des Bösen extra Die Legende von Richard und Kahlan 4 dabei. Warum so unterschiedliche Kennzeichnungen? Auf der Randomhoushomepage steht doch auch Inquisitor 2 dabei. Hat vermutlich was mit dem Marketing zu tun, so richtig verstehe ich es aber nicht.

Was den Goodkind angeht, da bin ich schon vor vielen Jahren bei Band 11 vom Schwert der Wahrheit (Die Schwestern der Finsternis) ausgestiegen. Hätte die Endlosgeschichte um Richard und Kahlan (deren ersten Bände zu meinen liebsten Leseerlebnissen meiner Jugendjahre gehören) nicht schon längst abgeschlossen sein sollen? Oder hat Terry Goodkind (wie so viele Fantasyautoren, wie z. b. Raymond Feist, R. A. Salvatore usw.) gemerkt, dass er, nachdem er über viele Jahre nur in diesem einen Fantasyuniversum schrieb, seine Leser so darauf konditioniert sind, dass er nichts anderes verkauft bekommt? Versucht hat er es ja.

Mal eine kurze Abschweifung:

Ich habe den Eindruck, dass so mancher Fantasyautor (vor allem aus den 80er und 90er Jahren) in seiner erfolgreichsten Fantasywelt versackt ist, und entweder nichts anderes schreibt, weil sein Verlag darauf besteht bzw. seine LeserInnen eben nichts anderes lesen wollen, oder es als zu schwierig erscheint, etwas Neues zu versuchen. Das hängt natürlich auch mit der Höhe der Vorschüsse zusammen, die ein Bestsellerautor wie z. B. Terry Goodkind (NY-Times-Besteller) erhält, da ist es den Verlagen zu riskant, so viel Geld für ein Experiment auszugeben, und der Autor ist natürlich an solche Honorarhöhen gewöhnt. Raymond Feist sagte mir mal vor einigen Jahren in einem Interview, dass er gerne mal Science Fiction schreiben würde, sein Verlag aber was dagegen hätte.

Inzwischen scheinen mir die AutorInnen (vor allem auch die deutschsprachigen Fantasyautoren) diversifizierter an die Sache ranzugehen; Reihen werden eher erst mal (wenn überhaupt) nur für maximal drei Bände geplant und unter Pseudonym noch andere Sachen (andere Genres oder andere Fantasywelten) geschrieben. Markus Heitz ist da vermutlich ein gutes Beispiel. Bernhard Hennen hat etwas länger gebraucht, um auch (wieder!) abseits seiner Elfen-Romane zu schreiben. Und die jüngeren Autorengenerationen scheinen generell breiter (bzw. pragmatischer) aufgestellt zu sein, denn so ein großer Erfolg, wie einst Hennen und Heitz im Zuge des Völkerfantasybooms blieb ihnen bisher verwehrt (bzw. hat seitdem nicht mehr stattgefunden).

Abschweifung Ende

Anna Stephens Wölfe und Wächter, sagt mir nichts, aber entflohene Sklaven und Sklavinnen scheinen aktuelle wieder hoch im Kurs zu stehen, die sind mir in den anderen Programmen auch begegnet. Seher und Vision sind eigentlich nicht so mein Ding. Mal abwarten.

Die Sarantium– … Reihe? Trilogie? Erscheint im Monatsrhythmus, die ersten beiden Bände waren vorher allerdings schon bei Penhaglion im Programm, Band 3 (Die Götter) ist eine Erstveröffentlichung (da freuen sich die Sammler, die Wert auf eine einheitliche Reihengestaltung legen und schon die beiden Bände von Penhaglion im Regal stehen haben 😉 ) aber immerhin wird die Reihe jetzt fortgesetzt (nur leider nicht von Meike Claußnitzer weiterübersetzt). Die englische Originalfassung von Band 3 (Redemption) ist auch erst im November 2016 erschienen. Ist vielleicht noch unklar, ob da noch mehr kommt.

Mit Die verlorene Legionen geht Die Brücke der Gezeiten von David Hair bereits in die siebte Runde (im Original sind es nur vier), aber immerhin wird die Reihe komplett durchgezogen und scheint sich gut genug zu verkaufen. Gelesen habe ich noch nichts von Hair, bin aber neugierig. Jetzt wo absehbar ist, dass die Reihe auch auf Deutsch abgeschlossen wird, behalte ich sie mal im Hinterkopf.

Die Feuerdiebin von Arthur Phillips scheint die Fortsetzung von Die Dunkelmagierin zu sein, zumindest steht auf der Verlagshomepage, dass es sich um Der graue Orden 2 handeln soll, im Katalog kein Wort davon. Sollen die BuchhändlerInnen das bei ihren Vorbestellungen etwa nicht wissen. 😉 Um den Verlag zumindest ein wenig in Schutz zu nehmen, sollte ich an dieser Stelle auch erwähnen, dass sich Buchhandlungen unheimlich schwer damit tun, Bücher von Autoren zu bestellen, deren erstes Buch sich nicht gut verkauft hat (daher auch die vielen Pseudonyme, mit denen die Verlage so manchem Autor zu einer zweiten Chance verhelfen, wie z. B. Daniel Abrahm/Hanover). Das bei einem späteren Band einer zusammenhängenden Serie allerdings zu verheimlichen, ist nicht die feine Art. Hier wurde es allerdings auch bei Band 1 in der Vorschau schon nicht erwähnt.

Alexis Royce Die Todbringerin, super, noch eine Frau im Programm – dachte ich auf den ersten Blick (siehe Wo sind die Frauen?), doch dann blickte ich auf die Biografie links unten und sah, dass man dort verkündet, dass es sich dabei um den Spiegel-Bestsellerautor Royce Buckingham (Die Karte der Welt, fand ich ganz okay) handelt. „Sein erstes Buch für weibliche Fantasyfans“ heißt es dort. Warum eigentlich? Weil die Hauptfigur eine Frau ist? Die Karte der Welt hat 50 Amazonbesprechungen erhalten, darunter nicht wenige, die als weibliche Nicknames zu erkennen sind, wie z. B. Lillys Books, Mimi oder Kaugummiqueens Bücherstube. Das Geschlechterverhältnis scheint mir zumindest ausgeglichen zu sein. Aber anscheinend traut man den Leserinnen nicht zu, sich ein Buch von einem Autor zu kaufen, und den Männern nicht, ein Buch mit weiblicher Hauptfigur. Also muss ein weibliches Pseudonym her, aber den Buchhändlern will man natürlich nicht verschweigen, dass es sich hier um einen Spiegel-Bestsellerautor handelt. Wie das im Original aussieht, weiß ich nicht, da habe ich noch keine Ankündigung für das Buch finden können, nur die Meldung vom Dezember 2016 auf Royce Buchinghams Facebookseite, dass er mit Princess Assassin jetzt fertig sei. Von einem Pseudonym steht da nichts, aber so Sachen müssen natürlich mit dem Autor abgesprochen werden (siehe Daniel Abraham bzw. Hanover). Trotzdem schade, dass man hier immer noch diese eingefahrenen Geschlechterklischees findet.

Fantasy für Frauen?

Bei Durchsicht der Programme (nicht nur bei Blanvalet) fällt mir immer wieder die Formulierung Fantasy für Frauen auf, aber nie Fantasy für Männer (da steht dann höchsten Heroic Fantasy). Für Männer scheint dann doch schon negativ besetzt zu sein, weil man sich darunter wohl Fantasy mit einer wikingerartigen Horde aus bärtigen, muskelbepackten und wild grunzenden Männern vorstellt, die plündernd, brandschatzend und vergewaltigend von Dorf zu Dorf zieht, und dabei ihren Feinden die Körperteile einzeln abhackt, damit sie besser in deren Blut baden kann.

Entweder glaubt man, Fantasy allgemein sei was für Männer, und nur bei speziellen Büchern (also mit weiblichen Hauptfiguren) muss man darauf hinweisen, dass es für Frauen ist. Oder Fantasy ist generell für Männer und Frauen gedacht, und nur bei speziell Büchern (also mit weiblichen Hauptfiguren) muss man auf charmante Art darauf hinweisen, dass das nichts für Männer ist. 🙂

Die gläserne Wüste von Steven Erikson. Band 18 der zehnbändigen Malazan-Reihe (Spiel der Götter). 😉 Na ja, zehn im Original, aber ab Band 2 gesplittet. Hier muss ich Blanvalet aber mal ein großes Lob aussprechen, dass sie diese Reihe konsequent durchziehen, trotz der Verzögerungen in der Übersetzung. Und das sie auch an Übersetzer Tim Straetman festhalten, denn kein anderer könnte, diese überaus komplexe Reihe so kompetent und kenntnisreich übersetzen wie er (auch er war auf dem oben erwähnten Übersetzerworkshop mit einem Malazan-Text dabei, daher weiß ich, was für eine anspruchsvolle Mammutaufgabe das ist). Die Reihe werde ich bis zum letzten Band auf Deutsch lesen (wobei ich aktuell etwas hinterherhinke).

Fazit

Vor 15 Jahren hätte ich das Programm als leidenschaftlicher Fantasyleser richtig toll gefunden. Inzwischen haben sich meine Leseinteressen dafür zu sehr verschoben (wobei immer noch spannende Sachen dabei sind). Zwar habe ich schon fast immer aus allen Genres gelesen, aber gerade was Fantasy angeht, bemerke ich seit einigen Jahren eine gewisse Müdigkeit, wenn ich zu viel ähnliche Sachen lese, was vor allem dazu führt, dass ich kaum noch Reihen lese, die über drei Bände hinausgehen. Ich würde mir viel mehr abgeschlossene einzelne Fantasybücher wünschen. Gerade habe ich erneut mit großer Begeisterung Die Fernen Königreiche von Allan Cole und Chris Bunch gelesen (in meiner alten Goldmannausgabe von 1993), da gibt es zwar noch drei weitere Bücher, die in der Welt spielen, aber jeder davon ist ein alleinstehender, abgeschlossener Roman, wo man sich bei größeren Leseabständen keine Sorgen machen muss, zu viel vom Vorgänger vergessen zu haben. Warum nicht mal was wie A Stranger in Olondria von Sofia Samatar oder die wunderbar kurzen Fantasyeinzelbände von Tor.com, wie z. B. Spiderlight von Adrian Tchaikovsky oder The Sorcerer Of The Wildeeps von Kai Ashante Wilson? (Die Antwort kenne ich natürlich, aber das wären Sachen, die mich neugierig machen würden.)

P. S. es ist natürlich etwas unfair, gerade hier im Programm von Blanvalet diese ganzen Betrachtungen über Vermarktungsmechanismen auszuführen, da diese ja auch bei vielen anderen Verlagen greifen, aber die Idee dazu kam mir nun mal bei Durchsicht dieses Programms. Vielleicht sollte ich darüber mal einen eigenen Beitrag verfassen (und damit gleich allen potentiellen Auftraggebern ans Bein pinkeln 😉 ). Ich glaub, ich sollte dringend über ein anderes Genre schreiben, oder in einem anderen Genre übersetzen.

P.P.S hier hier geht es zur Programmvorschau von Heyne, und hier zu meinem Blick auf Piper

Programmvorschau Herbst/Winter 2017/18: Heyne Science Fiction und Fantasy

Nach dem Blick auf das Programm von Piper, geht es jetzt mit Heyne weiter. Demnächst folgt dann Blanvalet.

Hier der Link zum Programm im PDF-Format. Science Fiction fäng ab Seite 65 an.

Science Fiction

Erste große Überraschung: Eine Novelle im Programm (gibt es ja nur noch selten). Spiegel von Cixin Liu. Vielleicht, um die Wartezeit auf Der dunkle Wald (der ja erst 2018 erscheint) zu verkürzen? Ich bin jedenfalls neugierig darauf.

Das Ende der Menschheit ist Stephen Baxters Fortsetzung von H. G. Wells Krieg der Welten. Ich mag solche Fortsetzungen von Klassikern nicht, die sollten meiner Meinung nach unangetastet bleiben – zumindest werde ich sie nicht lesen.

Der verratene Planet von D. Nolan Clark sagt mir gar nichts, scheint aber gut zur Military-SF-Schiene zu passen, die Heyne in letzter Zeit stark bespielt. Nix für mich.

Neanderthal von Jens Lubadeh ist der neue eigenständige Roman des Autors von Unsterblich, das mich thematisch nichts so reizen konnte, die aneinandergereihten SPO-Sätze gingen mir schon in der Leseprobe auf die Nerven.

Schwerelos von Katie Khan – ist ja schön, wieder eine neue SF-Autorin im Programm zu haben, aber das liest sich doch schwer inspiriert von Gravtiy, dem Film, der sich wiederum schwer von Tess Gerritsens Roman Gravtiy hat „inspirieren“ lassen. Wobei mir die Ähnlichkeit eher dem Marketing geschuldet zu sein scheint, da sich das Buch (den englischsprachigen Besprechungen zufolge) eher auf die Romanze zwischen den beiden Hauptfiguren und Rückblenden zu konzentrieren scheint.

Thronräuber von K. G. Wagers, noch so ein neuer Name, der mir so gar nichts sagt, scheint mir locker, flockige Space Opera zu sein.

New York 2140, der neue Kim Stanley Robinson, wie schon bei Aurora werde ich hier gerne auf die Übersetzung von Jakob Schmidt warten. Mir gefällt dieses Universum, in dem auch schon 2312 spielte, sehr gut. Hier scheint es die Vorgeschichte zum versunkenen New York aus 2312 zu geben.
Nachtrag: Bin darüber informiert worden, dass Robinson in einem Podcast gesagt habe, New York 2140 spiele nicht im gleichen Universum wie 2312.

Central Station von Lavie Tidhar, sehr schön, dass der Roman jetzt doch seinen Weg nach Deutschland gefunden hat. Seine Trilogie Das ewige Empire ist ja leider schon nach Band 1 (Bookman) bei Piper eingestellt worden (vier Amazonrezis, hatte wohl zu wenige Käufer). Von ihm habe mal die Kurzgeschichte Selfies für die phantastisch! übersetzt. Nur schade, dass man nicht so ein stimmungsvolles Cover wie im Original genommen hat, für das Buch, das den den World Fantasy Award gewonnen hat. Ich bin durchaus neugierig darauf.

Metro 2035 – Auf dem Andycon 2010 in Berlin erzählte Autor Dmitri Glukhovsky noch, er hätte alles erzählt, was es in diesem Universum zu erzählen gäbe, den Rest würde er anderen Autoren überlassen. Inzwischen scheint ihm doch noch eine Idee gekommen zu sein. Held Artjom aus Metro 2033 soll wieder dabei sein. Die beiden Vorgängerbände haben mir richtig gut gefallen, die Spin-offs von anderen Autoren habe ich ignoriert, hier werde ich aber sicher wieder zugreifen.

Die Kinder der Zeit von Adrian Tarkovsky, sehr schön, noch ein Titel, der für Aufsehen gesorgt und Preise gewonnen hat. Habe letztes Jahr seinen Fantasykurzroman Spiderlight (bei Tor.com erschienen) mit großem Vergnügen gelesen. Hier werde ich auch gerne auf die Übersetzung von Birgit Herden warten, deren deutsche Fassung von Peter Watts Echopraxia mir so gut gefallen hat (und die meine Übersetzung von Die Neunte Stadt lektoriert hat).

Michael Grumley In der Tiefe ist wohl die Fortsetzung zu Breakthrough, das im Oktober erscheint. Kann ich noch nichts zu sagen, aber ich stehe auf alles, was mit SF und Meeresbiologie zu tun hat.

Fortsetzungen: Rachel Bach (Kommando, Teil 3), Teil 1 hatte mir trotz Military-SF ganz gut gefallen.

Wiederauflage: Sergej Lukianenkos Spektrum – weiß gar nicht, die wievielte Ausgabe dieses Buchs bei Heyne das jetzt ist – aber es ist ein ganz wunderbares Buch, das ich nur jedem empfehlen kann.

Daneben noch ein paar Klassiker, z. B. Strugatzki – Es ist schwer ein Gott zu sein, und ein paar Titel von Robert Heinlein.

Die üblichen Verdächtigen (aber schön zu sehen, dass Heyne seine Autoren pflegt, wobei, wo steckt eigentlich der dritte Teil von Ramez Naam?): Alastair Reynolds ist wieder dabei, da muss ich erst mal Okular weiterlesen.

Fantasy

Play to Live von Dmitry Rus scheint so ein Virtual-Reality-Fantasyroman in Richtung Otherland zu sein. Sagt mir nichts. Mal die Kritiken abwarten.

Die Orgelbrüder schließen mit Der verborgene Turm die Saga um Die Blausteinkriege ab, von der ich immer noch nicht Band 1 gelesen habe. Schande über mein Haupt. Wollte ich schon längst getan haben.

Hex vom niederländischen Autor Thomas Olde Heuvelt sorgte in den letzten Monaten für einiges an Aufsehen auf dem englischsprachigen Buchmarkt. Mystery, Grusel. Ist vorgemerkt.

John Skovron setzt Empire of Storms-Reihe mit Schatten des Todes fort. Da habe ich mich auch noch nicht näher mit beschäftigt, klingt aber nicht uninteressant.

Und mit Quazi gibt es auch noch ein neues Buch von Sergej Lukianenko, scheint ein Endzeit-Krimi zu sein, aber Bücher, in denen es um von Toten Auferstandene geht, egal in welcher Form, interessieren mich nicht die Bohne.

Dan Abnett im Programm zu sehen, überrascht mich dann doch, der ist ja vor allem für seine Warhammer 40.000-Romane bekannt. Die Wache scheint ein eigenständiger Fantasyroman zu sein, ich vermute mal very grimm and gritty.

Der Rest des Fantasyprogramm spricht mich nicht wirklich an, Urban-Romantasy und Titel mit generischer Aufmachung, wie z. B. die Dämonenkriege von Michael Hammant (wenn auch ein mir bis dato unbekannter deutscher Fantasyautor).

Vor allem das SF-Programm von Heyne gefällt mir ausgezeichnet. Da sind wieder einige Titel dabei, die ich mir auf jeden Fall vormerke. Eine gute Mischung aus neuen Autoren und Autorinnen, Klassikern (wie Heinlein, Strugatzki und Co.), den etablierten Stammautoren (Robinson, Reynolds, Baxter usw.) und einigen Überraschungen. Sehr ausgewogen und kreativ, wenn auch in der Fantasy nicht ganz so überraschend.

P.S. Keine Ahnung, warum manche Cover hier linksbündig stehen, habe alle zentriert formatiert.

Programmvorschau Herbst/Winter 2017/18: Piper Fantasy

Hier kann man sich die Programmvorschau als PDF-Datei runterladen. Bei all den markigen PR-Sprüchen im Katalog sollte man bedenken, dass sie primär für den Buchhandel gedacht sind, damit der kräftig vorbestellt.

Als Spitzentitel wird Peter F. Hamiltons Das Dunkel der Sterne angekündigt, den zweiten Band der Die Chronik der Faller, die in seinem Commonwealth-Universum spielt (das bisher bei Bastei Lübbe erschienen ist). Schön zu sehen, dass hier nicht nur alte Titel neu aufgelegt werden (wie der Armageddon-Zyklus), sondern es auch mit neuen Werken des britischen SF-Autors weitergeht.

Mit die Granden von Pandaros liegt der zweite SF-Roman des deutschen SF-Autors James Sullivan vor. Ob das jetzt der Roman über die Schattenkonzerne aus Chrysaor ist, von dem James mir erzählt hat, kann ich aus dem Klappentext jetzt nicht erkennen, aber ich vermute es mal. Vielleicht äußert sich James ja in den Kommentaren dazu. 😉 Chrysaor war jedenfalls ein flottes Weltraumabenteuer mit Piraten, viel Action und Spannung.

Andrew Bannister legt mit Die Verlorenen den zweiten Band seiner Spin-Trilogie vor, die mit Die Maschinen begann. Dan Wells setzt seinen SF-Roman Blue Screen mit Overworld fort.

Im Bereich der Fantasy ist auch Wolfgang Hohlbein wieder vertreten, doch um High Fantasy, wie die Vorschau behauptet, handelt es sich bei Armageddon eindeutig nicht, spielt es doch in unserer Welt und geht um den Beginn der Apokalypse.

Ansonsten sind auch die üblichen Piper-Verdächtigen mit neuen Bänden vertreten: Alex Pehov, Christoph Hardebusch, Brandon Sanderson.

Und was das Thema der gesplitteten Fantasybücher angeht, führt Piper die Argumentation, die Bücher dürften nicht zu dick werden, mit den Sammelbänden zu Richard Schwartz‘ Götterkriege (also Askir) ad absurdum: der dritte Sammelband hat 1664 Seiten!

Im Bereich der Urban Fantasy bzw. Romantasy ist Jennifer Estep mit ihrem zweiten Big Time-Roman Hot Mama vertreten.

David Falk startet mit Blutsbande – Krieger des Nordens 1 eine neue Fantasyserie, deren Klappentext aber noch recht nichtssagend ist. Scheint Richtung Grim und Gritty zu gehen.

Die einzige Überraschung im Programm scheint mir die Kooperation zwischen Michael Peinkofer und Christoph Dittert (Perry Rhodan, Die Drei Fragezeichen) zu sein, in der Peinkofers Splitterwelten-Trilogie fortgesetzt wird. Band 1 erschien 2012 von ihm alleine verfasst.

Glühender Zorn scheint ein Fantasydebüt des Drehbuchautors F. I. Thomas zu sein. Bei dem Namen handelt es sich wohl um ein Pseudonym, das sich per Google lüften lässt, aber das geht mich ja nichts an. Klappentext lässt die übliche vom Mittelalter inspirierte Fantasy mit Zauberern und Drachen vermuten.

Auf den Rest gehe ich gar nicht weiter ein, dass sind vor allem Neuauflagen bekannter Werke und Urband Fantasy bzw. Romantasy, die mich nicht interessiert.

Einen Titel, der mich so wirklich interessiert habe ich in dem Programm nicht gefunden. Bei Peter F. Hamilton hinke ich schon seit Jahren hinterher. Da muss ich erst noch eine ganzen Haufen anderer Bände lesen. Und ansonsten kann ich hier nichts entdecken, was aus den üblichen Schemata und Themen auszubrechen scheint. Nichts, was Originalität und aufregende Geschichten abseits der ausgetretenen Genrepfade verspricht. Wird sicher genügend LeserInnen geben, die sich freuen, hier im Programm Nachschub an vertrauten Stoffen zu finden, doch für mich ist da auf den ersten Blick nichts dabei. Mal sehen, ob mich dann bei Erscheinen die eine oder andere Rezension vom Gegenteil überzeugen kann.

P.S. ich habe den Eindruck, dass Paperbacks (Klappenbroschur) immer teurer werden. Der Hamilton kostet 18.99 €, fast so viel wie ein Hardcover. In den Übersetzerhonoraren spiegelt sich eine solche Preissteigerung jedenfalls nicht wieder (die stagnieren seit über zehn Jahren), weshalb ich mir zweimal überlege, ob ich es mir leisten kann und will, so viel für ein Paperback auszugeben. 😉

P.P.S. Der Verlag scheint für seine Titel ganz Feuer und Flamme zu sein: Glühendes Tor, Glühender Zorn, Schattenflamme, Feuerstimmen, Feuervögel, Feuerstürme, Feuerträume, Hot Mama 🙂

P.P.P.S Wo sind die Frauen? 25 Titel von Männern im Programm (wenn auch teilweise Neuauflagen) und nur vier! von Frauen! Wo sind Autorinnen wie Sofia Samatar, Kameron Hurley oder Elizabeth Bear?

Trend zur Science Fiction? Ein kleines Zwischenfazit

Warnung! Der Text ist furztrocken, furchtbar lang und basiert auf unzuverlässigen Zahlen, mit denen ich einfach wild ins Blaue hinein spekuliere (aber es gibt viele bunte Bilder). 😉

Vor knapp zehn Monaten stellte ich die Frage, ob es einen Trend zur Science Fiction gibt? Dazu bin ich die Vorschauen für den Herbst/Winter 2016/17 der großen Phantastikverlage durchgegangen. Darunter auch die komplett neu gestarteten Programme von Knaur Fantasy und Fischer Tor (Gamechanger auf dem phantastischen Buchmarkt?) . Eine kleine SF-Offensive bei Piper, mehr anspruchsvollere Titel beim Platzhirsch Heyne und wieder mehr eigenständige Titel (außerhalb der altbewährten Reihen) bei Bastei/Lübbe. Sowie einem anspruchsvollen SF-Programm bei Cross Cult.

Die damals vorgestellten Programme sind jetzt durch und die Titel alle erschienen, inzwischen erscheinen schon die ersten Titel aus den Früjahrs- und Sommerprogrammen (die ich hier aus Zeitmangel nicht vorgestellt habe). Nach einem halben Jahr bzw. anderthalb Programmen ist es noch zu früh, ein Fazit zu ziehen. Die Frage, ob der Trend zur Science Fiction auch bei den Lesern angekommen ist, lässt sich noch nicht so einfach beantworten.

Aber es gibt zumindest erste Tendenzen. Hier und da kenne ich auch konkrete Verkaufszahlen, aber auf die werde ich nicht eingehen (so was ist vertraulich). Ich beziehe mich ausschließlich auf Informationen, die im Netz frei verfügbar sind – insbesondere auf das Feedback zu den einzelnen Büchern. Die Kritiken auf Amazon sind mit Vorsicht zu genießen, aber gewisse Tendenzen lassen sich in der Anzahl der Bewertungen durchaus ableiten. Dazu kommt noch das Feedback in Form von Rezensionen, in den Genreforen und der SF-Szene allgemein – was aber eine sehr subjektive Angelegenheit ist und von meinen privaten Surfgewohnheiten beeinflusst wird. Aber gehen wir die Verlage mal der Reihe nach durch.

Cross Cult

Cross Cult ist im Herbst 2016 mit einem sehr ambitionierten Programm gestartet, das mit der Duologie Dunkelheit und Licht von Connie Willis zwei echte Brocken enthält, dazu die Red-Trilogie von Linda Nagata, Das Ende des Regenbogens von Vernor Vinge, Dunkle Materie von Carolyn Ives Gilman und Die Welten der Skiir: Prinzipat von Dirk van den Boom. Dunkelheit hat immerhin sieben Rezensionen beim großen A erhalten, Licht nur noch zwei. Die Erfahrung sagt, dass es bei Fortsetzungen immer weniger werden, oft um ein Drittel oder gar die Hälfte weniger. Für den Aufwand, den die Übersetzerin mit diesen beiden Brocken hatte, sicher viel zu wenig. Auch wenn man für ein Buch, das sich nicht so gut verkauft, genauso bezahlt wird wie für einen Bestseller, finde ich es immer sehr schade, wenn ein Buch, mit dem man sich richtig viel Mühe gemacht hat, dann nur von wenigen gelesen wird. Wie es z. B. bei Dunkle Materie der Fall zu sein scheint, wenn man sich das Feedback im Netz ansieht. Nur zwei Amazonrezensionen und eine Handvoll Besprechungen auf Blogs und Reziportalen, die aber fast durchweg sehr positiv ausgefallen sind, was es um so bedauerlicher macht, zu sehen, wie vielen potentiellen Lesern so ein tolles Buch entgeht. Dasselbe gilt für Red von Linda Nagata, von dem der erste Band Morgengrauen nicht eine einzige Amazonrezension erhalten hat, was mich sehr überrascht, da ich dachte, ein solcher Near-Future-Actionthriller würde besonders gut ankommen (dafür wurde Helga Parmiter beim KLP für die beste Übersetzung nominiert). Auch Vernor Vinges Das Ende des Regenbogens hat nur vier Bewertungen erhalten. Da hat eventuell der inzwischen etwas verblasste Ruhm des Autors noch gezogen. Das einzige Buch aus dem Programm, das ein nennenswertes Feedback erhalten hat, ist Die Welten der Skiir: Prinzipat von Dirk van den Boom mit 14 Besprechungen. Lagune von Nnedi Okorafor hat immerhin noch acht erhalten und einiges an positivem Feedback aus der Szene (und eine KLP-Nominierung).

Ob der Verlag daraus schon Konsequenzen gezogen hat, vermag ich nicht zu sagen, doch im Sommerpogramm 2017 befinden sich schon deutlich weniger eigenständige Titel abseits der Franchiseromane. Einzig Christopher Goldens Snowblind, neben den schon früh angekündigten Büchern von Nnedi Okorafor und den Fortsetzungen von Linda Nagata. Dirk van den Boom hat folglich für eine zweite Trilogie bei Cross Cult unterschrieben. Daneben sei noch zu erwähnen, dass der Verlag erfolgreich die ersten deutschsprachigen Star Trek-Romane (von Bernd Perplies und Christian Humberg) auf den Markt gebracht hat (23 Amazonrezensionen und viel Aufmerksamkeit unter den Star-Trek-Fans).

Auf mögliche Gründe für das geringe Feedback werde ich ganz am Schluss des Beitrags eingehen. Es bleibt auch abzuwarten, wie die Programme für den Herbst/Winter 2017 aussehen werden.

Fischer Tor

Der vermeintliche? Gamechanger hat sich in der Szene innerhalb kürzester Zeit einen hervorragenden Ruf für außergewöhnliche Phantastik erworben und ging mit einem Programm an den Start, in dem die Science Fiction sogar überwog. Daneben etabliert sich der Verlag mit seinem Phantastikportal Tor Online auch als ernstzunehmende Konkurrenz zu Heyne (mit Die Zukunft). Am Ende aller Zeiten von Adrian J. Walker kommt immerhin auf 73 Amazonrezensionen und viel positives Feedback aus der Szene (soweit ich das mitbekommen habe, plus eine KLP-Nominierung). Hat als Spitzentitel im Programm aber auch einiges an Marketing erhalten. Als veritablen Longseller hat sich Der lang Weg zu einem kleinen zornigen Planeten entpuppt, mit inzwischen 28 Amazonrezensionen, ein Titel, der sich meiner Meinung nach vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda und schwärmerische Rezensionen (wie die meine z. B. 😉 ) herumgesprochen hat (und gleich zweimal für den KLP nominiert ist). Die hat Kai Meyer nicht nötig, der bringt von Titeln wie Die Seiten der Welt schon eine gewaltige Fanbasis mit, von der ein Teil auch zu seiner Space Fantasy die Krone der Sterne gegriffen hat, mit immerhin 103 Amazonrezis und begeisterten SF-Fans, die sich über rasante SF im Stile der alten Space Operas von Edmond Hamiltion und Co. freuen. Venus siegt von Dietmar Dath hat nur drei Amanzonrezis, was aber auch nicht verwundert, handelt es sich doch um einen sehr sperrigen und anspruchsvollen Titel, der in abgespeckter Form auch schon mal erschienen war. Afterparty von Daryl Gregory (meine aktuelle Lektüre) kommt bisher leider nur auf vier Besprechungen, obwohl die bisheringen Rückmeldungen größtenteils postiv ausfielen. Und Freie Geister von Ursula K. Le Guin ist schon seit Jahrzehnten ein Klassiker der SF, der in den meisten SF-Regalen schon stehen dürfte (bei mir z. B. in der Originalfassung). Allein die Neuübersetzung konnte anscheinend nicht so viele Leser neugierig machen, weshalb es nur zwei Amazonrezis gibt und recht wenig Feedback im Netz.

Knaur Fantasy

Hier nimmt die Science Fiction nur einen kleinen Teil im von der Fantasy dominierten Programm ein. Aber immerhin drei von 18 Titel sind SF. Darunter Darwin City von Jason M. Hughes, der inzwischen immerhin auf zehn Amazonrezis kommt, in der Szene allerdings nur bedingt wahrgenommen wurde. Auch Mr. Sapien träumt vom Menschsein von Ariel S. Winter kommt auf zehn Kritiken und etwas mehr Resonanz aus der Szenen (die immerhin zu einer KLP-Nominierung für die beste Übersetzung durch Oliver Plaschka führte). Dark Side von Anthony O’Neill ist erst am 27. Februar erschienen, bringt es aber schon auf sechs Kritiken. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die SF in der ganzen (sehr lesenswerten) Fantasy von Knaur ein wenig untergeht. Zumindest die SF-Szene hat diesem Verlag (meiner Meinung nach) nicht wirklich auf dem Schirm. Zwei, drei Titel mehr pro Halbjahresprogramm könnten vielleicht für etwas mehr Sichtbarkeit sorgen (wobei aber auch das Risiko einer Übersättigung auf dem SF-Markt besteht, worauf ich in meinem Fazit noch eingehen werde).

Heyne

Der Platzhirsch hat, wie von mir beschrieben, ein starkes Herbstprogramm vorgelegt. Die größte Aufmerksamkeit (inklusive Spiegelonlinebesprechung) erregte Die drei Sonnen von Cixin Liu, das schon allein deswegen für Aufregung sorgte, weil es aus China stammt und in den USA ein Bestseller war (den sogar Obama während seiner Amtszeit gelesen hat). Dafür sind die 66 Kundenrezensionen schon fast etwas mager, aber es handelt sich teilweise eben auch um wirklich harte Hard-SF mit viel wissenschaftlichem Fachsprech. Mit 43 Kritiken ebenfalls relativ viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, hat Giants – Sie sind erwacht, ein Briefroman! Von Silvain Neuvel, bzw. einem Roman in Form von Gesprächsprotokollen. So was muss man sich erst mal trauen (was aber natürlich nicht bei jedem Leser ankam, aber, wie der Liu, für den KLP nominiert wurde und auch alte SF-Hasen begeistern konnte). Auch der Hard-SF-Roman Aurora von Kim Stanley Robinson kam aufgrund seiner pessimistischen Sicht auf die Besiedelung des Weltraums nur durchwachsen an und erhielt zehn Besprechungen (löste in den USA aber immerhin einige kontroverse Diskussionen aus). Mit Moonatics ist ein recht ungewöhnlicher SF-Roman aus deutscher Feder erschienen, der es auf 19 Kritiken bringt, Luna von Ian McDonald leider nur auf vier (auf diesem wunderbaren Autor scheint in Deutschland ein Fluch zu liegen). Auf die restlichen Titel gehe ich jetzt nicht alle ein, insgesamt scheint mir das Programm von Heyne ähnlich zu laufen wie in den Jahren davor. Ohne größere Ausschläge nach oben oder unten, ein Erfolg in den Dimensionen von Pierce Browns Red Rising (92 Besprechungen) oder Andy Weirs Der Marsianer (757!) ist allerdings nicht dabei.

Piper

Blue Screen von Dan Wells hat immerhin 56 Kritiken. Vor seinem SF-Debüt hat sich der Autor bereits mit den Thrillern um Ich bin kein Serienkiller eine Fanbasis erschrieben, da wurden sicher einige mitgenommen. Auffällig ist aber auch, dass SF-Titel von Non-SF-Autoren zwar mehr Kritiken bekommen, als SF-Bücher von unbekannten Autoren, aber noch lange nicht so viele wie mit ihren Non-SF-Titeln. Vor dem Genre scheint immer noch eine gewisse Scheu zu bestehen, oder Desinteresse. Andreas Brandhorsts Omni hat 30 Besprechungen erhalten, was für einen deutschen SF-Roman ganz ordentlich ist. Auch in der Szene stößt das Buch, wie schon Das Schiff auf eine sehr hohe und positive Resonanz und ist auch für alle wichtigen Genrepreise nominiert. Brandhorst hat sich über die Jahre eine feste Fanbasis erschrieben. Bei Jasper T. Scotts Dark Space-Serie sind die Kritiken für den zweiten Band von zwölf auf eine gefallen, was neben dem üblichen Fortsetzungsschwund sicher auch an den durchwachsenen Bewertungen liegt. Die Maschine (Teil eins der Spin-Trilogie, nicht zu verwechseln mit der Spin-Trilogie von Robert Charles Wilson) von Andrew Bannister kommt zwar auf 21 Kundenrezensionen, die allerdings überwiegend nur mittelmäßig ausfallen.

Bastei/Lübbe

Den Perry Rhodan-Gastroman Die falsche Welt von Andreas Eschbach und Verena Themsen lasse ich mal außer Konkurrenz laufen, da ich keine Ahnung habe, wie es sonst bei PR-Romanen aussieht (viel Feedback gibt es allerdings nicht, und vor allem wenig positives). New Sol von Margarete Fortune hat leider nur drei Kritiken erhalten; ein Roman, der mir gut gefallen hat, aber eventuell falsche Erwartungen weckt – ich zumindest dachte, es wäre ein rasanter Thriller im Stile der Serie 24 (nur im Weltraum), und kein Coming-of-Age-Drama, was mich allerdings nicht groß gestört hat. Paul Tassis Auftakt zur Earthbound-Serie ist mit fünf Besprechungen auch nicht unbedingt euphorisch empfangen worden.

Blanvalet

Der Star Wars-Roman Schülerin der dunklen Seite kommt auch nur auf sechs Kundenkritiken; das Franchise alleine und der aktuelle Star Wars-Boom im Kino scheinen auch nicht unbedingt viele Leser zu ziehen. Die Secrets-Reihe von Heather Anastasiu (Jugenddystopie) hat nach 21 Besprechungen von Band 1 auch einen erheblichen Einbruch erlitten, wenn ich das richtig sehe, sind die Bände 2 und 3 aber auch nur als E-Book erschienen, obwohl in der Vorschau damals noch als Taschenbuch für Dezember 2016 angekündigt wurden. Ich habe in der Vergangenheit schon erlebt, dass Blanvalet angekündigte Titel wieder aus dem Programm kickt, wenn nicht genügend Vorbestellungen aus dem Buchhandel eingehen (wenn ich mich recht entsinne). Auch beim vorzeitigen Abbrechen von Fantasyreihen ist man ganz vorne mit dabei. Ähnlich scheint man mit Ninurta – Die Unendliche von Lori M. Lee zu verfahren. Band 1 ist noch als Taschenbuch erschienen (immerhin 33 Besprechungen), Band 2, der laut Ankündigung schon längst hätte erschienen sein sollen, ist jetzt nur noch als E-Book für Juni 2017 angekündigt. Im Prinzip kann man Blanvalet in Bezug auf Science Fiction abschreiben.

Nur auf die großen Genrepublikumsverlage zu schauen ist natürlich ein sehr eingeschränkter Blick. Science Fiction ist natürlich schon längst im Mainstream angekommen. Für den Kurd Laßwitzpreis ist zum Beispiel Christopher Eckers Der Bahnhof von Plön nominiert, das im Mitteldeutschen Verlag erschienen ist (nur vier Kritiken). Marc Elsbergs Helix läuft in der Thrillersparte von Blanvalet (stolze 153), ebenso wie Thomas Thiemeyers Babylon bei Knaur (58). Thea Dorns Die Unglückseligen erschien bei Knaus als allgemeine Belletristik (trotz Besprechung im TV nur 43 Amazonrezis für das zugegeben etwas sperrige Werk), Thomas von Steinaeckers Die Verteidigung des Paradieses bei S. Fischer in der allgemeinen Reihe (nur neun Kritiken). Alles außer irdisch von Horst Evers bei Rowohlt (43 Kritiken) Ich könnte noch massig weitere Beispiele aufführen, gemein ist ihnen vor allem eins: sie werden von den Verlagen meist nicht als Science Fiction deklariert, sondern als Thriller oder allgemeine Belletristik, denn das Label SF galt lange als Ladenhüter und trotz der jüngsten SF-Offensive hat sich daran wohl noch nicht so viel geändert. Und in der SF-Szene, dem SF-Fandom werden solche Titel nur vereinzelt wahrgenommen, meist mit Verzögerung, wenn sie für Preise nominiert sind oder ein genretechnischer Grenzgänger unter den Fans eine begeisterte Besprechung verfasst hat.

Und neben den ganzen Publikumsverlagen gibt es natürlich auch noch die Kleinverlage, die gerade in der SF sehr umtriebig sind und jene Lücken füllen, die von den großen Verlagen in den letzten Jahren hinterlassen wurden. Man muss nur mal einen Blick auf die KLP-Nominierten in der Kategorie bester deutschsprachiger Roman werfen, um eine Who-is-Who-Liste der deutschsprachigen SF-Kleinverlage zu erhalten (wobei man hier von der Resonanz im Netz nicht auf die gleiche Weise auf die Verkäufe extrapolieren kann, wie bei den großen Verlagen, da es an Vertriebsstrukturen mangelt und ein Gros der Verkäufe über das Internet und vor allem Amazon abläuft). Begedia ist mit Mathias Falkes Sternentor (zwei Kritiken) und Im Nebel kein Wort von Frank Hebben (drei) gleich zweimal vertreten, Atlantis mit Vektor von Jo Koren (vier), Wurdack mit Das Universum nach Landau (hier hätte ich gerne das tolle Cover abgebildet, aber Wurdack ist der einzige Verlag, der keinen Coverdownload ermöglicht) von Karsten Kruschel (vier Rezis) und Ein Neuer Himmel für Kana von Karla Schmidt (zwei).

Bei einer so niedrigen Anzahl an Besprechungen deutschsprachiger AutorInnen muss man auch vorsichtig sein, da könnten schon mal Verwandte und Freunde was schreiben, um das Buch zu pushen (was ich hier aber natürlich niemandem unterstelle). Große Verlage benötigen auch ganz andere Verkaufszahlen als die kleinen (die sich darüber aber sicher auch freuen würden). Ich sag mal, ein Titel bei Heyne sollte schon mehr als 5.000 Exemplare verkaufen, damit man dort in Erwägung zieht, weitere Werke von dem Autor zu übersetzen. Im Schnitt verkaufen sich bei SF-Werken, nach dem was ich so gehört habe, zwischen 2.000 bis 7.000 Exemplare. Kleinverlage können froh sein, wenn sie überhaupt mal die Tausender-Marke knacken. Einer der wenigen deutschsprachigen Kleinverlagsautoren, die das schaffen, ist z. B. Dirk van den Boom, der inzwischen aber auch schon 100 Bücher geschrieben hat und seit mehr als 20. Jahren daran arbeitet, sich eine Stammkäuferschaft aufzubauen.

Daneben gibt es auch immer mehr Verlage, die man (zumindest ich) bisher nicht auf dem Schirm hatte, die aber inzwischen auch Science-Fiction übersetzen: Z. B. der Mantikore Verlag (Joe Haldeman, Robert Heinlein oder Harry Harrison), Papierverzierer (Adam Christopher) oder Arctis (Madeline Ashby).

Einen wirklichen Boom hat die Fokussierung auf Science Fiction nicht ausgelöst (höchsten einen van den Boom), dafür fehlt bisher einfach der eine große Titel, der ein massiver Bestseller wird. Den hat eventuell der Selfpublisher Phillip P. Peterson mit Transport gelandet, das auf Sage und Schreibe 1.062 Amazonrezensionen kommt, dafür allerdings im Buchhandel nicht stattfindet. Mit Paradox hat er den Storryteller Award von Amazon 2015 gewonnen und wurde daraufhin bei Bastei/Lübbe veröffentlicht.

Wie schon erwähnt, wirklich aussagekräftig ist dieses Zählen von Kundenrenzensionen bei Amazon nicht, aber aus meiner Erfahrung ist die Tendenz, die sie andeuten, durchaus nicht ganz verkehrt. Interessant wäre es sicher, diese Zahlen jetzt mit denen der Fantasytitel in den obigen Programmen zu vergleichen, aber das ist mir ehrlich gesagt zu viel Arbeit.

In den letzten Jahren waren in der SF-Leserschaft (auch bei mir) immer wieder Klagen zu hören, es würde immer weniger Science Fiction bei den klassischen SF-Verlagen erscheinen, und auch immer weniger anspruchsvolle SF. Viele interessante englischsprachige Titel blieben unübersetzt. Das hat sich mit dem Herbst/Winterprogramm 2016/17 teilweise geändert. Ich zumindest komme schon allein bei den SF-Übersetzungen nicht mit dem Lesen hinterher (und ich lese auch noch viele andere Genres). Durch die SF-Offensive der Verlage wird die SF-Leserschaft nicht unbedingt größer. Sicher, Autoren wie Kai Meyer oder Dan Wells könnte vereinzelt ein paar LeserInnen mitbringen, aber ob die im Genre auch hängen bleiben und andere AutorInnen ausprobieren, ist eine andere Frage. Eher erscheinen jetzt mehr Titel für die gleiche Anzahl der Leser wie bisher, wodurch Bücher, die Erfolg verdient hätten, auf der Strecke bleiben. Es bleibt zu hoffen, dass sich dadurch kein Jo-Jo-Effekt entwickelt, der dafür sorgt, dass die Programme noch stärker zusammengekürzt werden als vor der SF-Offensive. Vielleicht wird es ja auch noch den einen großen Titel geben, der einen SF-Boom auslösen wird, der über die Grenzen der bisherigen Genreleserschafft hinausgeht. Aber das ist bisher noch Wunschdenken und steht in den Sternen. Ich bin jeden Falls sehr auf die kommenden Programmvorschauen für den Herbst/Winter 2017/18 gespannt und werde darüber berichten.

P.S. Golkonda habe ich in diesem Artikel mal außen vor gelassen, da es in den letzten Monat sehr ruhig um den Verlag geworden ist, was sich durch den kürzlich verkündeten Verkauf an den Europa Verlag aber ab Herbst wieder ändern wird.

Phantastikvorschau Herbst/Winter 2016/17 von Cross Cult – Klein aber fein!

Nachdem ich jetzt den aktuellen phantastischen Verlagsvorschauen der großen Publikumsverlage viel Aufmerksamkeit geschenkt habe, wird es Zeit, sich den kleineren Verlagen mit ihren ambitionierten Programmen zu widmen, die sich hinter den großen nicht zu verstecken brauchen. Darunter befindet sich auch – ursprünglich mal als Comicverlag gestartet – Cross Cult (hier kann man sich die Vorschauen als PDF runterladen).

Cross Cult ist natürlich immer noch ein Comicverlag und weiterhin die Heimat von Serien wie The Walking Dead, Sin City oder Saga (um mal drei zu nennen, die ich kenne). Wirklich wahrgenommen habe ich den Verlag aber erst, als dort die ersten Star-Trek-Romane erschienen sind. Die habe ich zwar nicht gelesen, aber es freute mich, dass die Star-Trek-Fans unter meinen Bekannten und Freunden wieder mit Nachschub versorgt wurden, nach dem die Franchiseromane bei Heyne aus dem Programm verschwunden waren. Seitdem sind noch einige Franchises wie z. B. Castle, Doctor Who oder James Bond dazugekommen (wobei man James Bond ja eigentlich nicht als Franchise bezeichnen kann, da die Romane von Ian Fleming die Vorlage für die Filme waren).

Den Franchiseromanen, die in diesem Fall vor allem auf TV-Serien basierten, folgten dann vor wenigen Jahren auch eigenständige SF-Titel wie z. B. die Serie Clone Rebellion von Steven L. Kent, die Spider-Wars-Trilogie von Adam Chistopher oder die Nordland-Trilogie von Stephen Baxter. Aber auch Titel von deutschsprachigen Autorinen wie die Serie Homo Sapiens 404 von Claudia Kern, oder der Kurzgeschichtenband Das Beste von Tad Williams (den ich nur empfehlen kann, auch wenn ich ihn noch nicht ganz durch habe).

Als ich im Sommerprogramm 2016 Meer der Dunkelheit (A Darkling Sea) von James L. Cambias entdeckte, wurde mir klar, dass man nach den im obigen Absatz erwähnten Serien von Kent und Christopher, die noch eher in die Richtung unterhaltsame Military-SF gehen, ambitioniertere Pläne für ein anspruchsvolleres Programm verfolgt. Und die jetzt online veröffentlichte Vorschau für das Herbst/Winter-Programm 2016/17 bestätigt diese Vermutung.

Denn hier finden sich so einige Titel, von denen ich mir schon vor einem Jahr erhofft hatte, dass sie einen deutschen Verlag finden würden. Und die meisten davon stammen auch noch von Frauen. 🙂

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Was für ein wundervolles Cover von Greg Ruth!

Das große Highlight des Programms ist für mich Lagune (Lagoon, Link zur Besprechung von Josefson folgen) von Nnedi Okorafor, einer Autorin, zu der ich in den letzten zwei Jahren schon öfters meine Hoffnung auf eine deutschsprachige Veröffentlichung geäußert hatte. Da ich das Buch bereits im März 2015 gelesen habe, kann ich auch schon aus erster Hand sagen, dass es sich dabei um einen aufregenden und ungewöhnlichen SF-Roman handelt. Die Kritik auf meinem Blog war damals aus Zeitgründen allerdings etwas knapp ausgefallen:

Alien landet in Afrika und sorgt für eine Menge Aufregung. Nicht der Action-B-Movie-Roman, den ich durch die Verweise auf District 9 erwartet habe. Vielmehr ein literarischer SF-Roman, der auch afrikanische Mythen mit einbringt. Sehr entspannt und unterhaltsam erzählt. Wird aber nicht einfach zu übersetzen sein, da es viele Dialoge in Pidgin-Englisch gibt.

Da bin ich gespannt, was aus den Dialogen gemacht wurde. Ich hoffe, sie wurden nicht einfach glattgebügelt, da sie für die Atmosphäre des Romans eine wichtige Rolle spielen. Ich persönlich hätte sie ja als „Unserdeutsch“ übersetzt. Aber mal abwarten, was sich die Übersetzerin hat einfallen lassen.

Mit Dunkelheit (Blackout) und Licht (All Clear) von Connie Willis erscheinen endlich zwei Alternativwelt/Zeitreise-Romane, die im Original bei Erscheinen für einiges an Aufsehen gesorgt haben, und mit denen sie bei den wichtigsten SF-Preisen des Jahres (Hugo, Nebula und Locus Awards) abräumte. Ist mir unverständlich, warum dieser Doppelroman erst 6 Jahre nach erscheinen auch in Deutschland auf den Markt kommt. Aber um so schöner, dass sich Cross Cult seiner angenommen hat.

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Military-SF ist nicht unbedingt mein liebstes Subgenre, aber ich bin ihm auch nicht gänzlich abgeneigt, da es auch immer wieder ausgezeichnete Romane jenseits der üblichen Klischees und Vorurteile (militaristisch usw.) hervorbringt. Glaubt man Josefson (siehe seine Besprechung in der SF und F Rundschau) und den Kritiken in englischsprachigen Genremagazinen wie Locus, dann ist der hawaiianischen Autorin Linda Nagata mit ihrer Serie The Red etwas ganz besonders gelungen.

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Mein Favorit im Programm ist natürlich Dunkle Materie (Dark Orbit) von Carolyn Ives Gilman, da ich es übersetzt habe. Aber ganz unabhängig davon halte ich es für eines der besten SF-Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.

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So viele Autorinnen in einem so relativ kleinen Programm (im Vergleich zu den großen Publikumsverlagen), aber keine Sorge, es sind auch ein paar Autoren dabei. Über einen davon freue ich mich besonders, denn es ist schon fast 10 Jahre her, dass etwas von Altmeister Vernor Vinge auf Deutsch erschienen ist. Und wie bei Connie Willis zeigt sich, dass der Gewinn des Hugo-Awards keine rasche Übersetzung garantiert. Doch jetzt ist es endlich so weit, dass der bereits 2007 im Original erschienene Roman Rainbows End auf Deutsch als Das Ende des Regenbogens veröffentlicht wird.

Cover zu Band 1, der im September erscheinen soll.

Cover zu Band 1, der im September erscheinen soll.

Doch trotz so vieler Übersetzungen kommen auch die deutschsprachigen SF-Autoren nicht zu kurz. Mit Die Welten der Skir erscheint eine neue Space Opera von Dirk van den Boom, den man bisher vor allem aus seinen bei Atlantis erschienenen Tentakel- und Kaiserkrieger-Romanen kennt, aber auch als Mastermind hinter der bei Wurdack erschienenen Reihe Die Neunte Expansion. Und expandieren tut nun auch der Vielschreiber Diboo zu einem weiteren Verlag, womit er inzwischen ziemlich breit aufgestellt ist und der Weltherrschaft nichts mehr im Wege stehen dürfte.

Mit W. C. Bauers gibt es doch tatsächlich auch einen Autor im Programm, der mir so gar nichts sagt. Sieht nach Military/Söldner-SF aus.

Neben den bisher genannten eingenständigen SF-Romanen erscheinen aber auch noch einige Star-Trek-Romane so wie Bücher aus den Serienwelten von Doctor Who und der gerade eingestellten Krimiserie Castle. Ich bin mal gespannt, wie es mit Star Trek weitergehen wird, da ja ab nächstem Jahre eine neue TV-Serie ansteht, bei der es sich den Gerüchten zufolge um eine Anthologieserie mit abgeschlossenen Staffeln handeln soll. Ich hoffe, dass sie besser wird, als die seelenlosen Krach-Bumm-Actionfilme von J. J. Abrams.

Durch die Starts der neuen Programme der Verlage Knaur und Fischer/Tor sowie der SF-mäßigen Aufrüstung bei Piper und Bastei/Lübbe wird es für das ambitionierte SF-Programm von Cross Cult sicher starke Konkurrenz geben, aber bei den qualitativ herausragenden Titeln mache ich mir da keine Sorgen. Cross Cult hat sich inzwischen einen guten Ruf in der SF-Szene erarbeitet und durch das kleinere und konzentriertere Programm könnte auch mehr Aufmerksamkeit für die einzelnen Titel abfallen.

Trend zur Science Fiction? – Die phantastischen Verlagsvorschauen im Überblick

So, mit den phantastischen Verlagsvorschauen der großen Publikumsverlage bin ich jetzt durch. Es wird noch ein kurzer Blick auf das Programm der Hobbit Presse von Klett-Cotta folgen (das Telefonbuch von Hobbingen scheint es alleine nicht mehr zu bringen), eventuell werde ich mich noch kurz mit phantastischen Titeln in allgemeinen Reihen beschäftigen (falls ich da was für den Herbst finde, will auch nicht alle Programme durchgehen), und dann werde ich mich den Kleinverlagen widmen. Zunächst aber ein kleiner Überblick über die bisher vorgestellten Programme/Vorschauen.

Die ganze Artikelreihe begann ja mit der Frage: Phantastikvorschauen Herbst/Winter 2016: Wo sind die Frauen?

Ich enthalte mich jetzt mal jeglicher Wertung und spekuliere auch nicht über die Gründe, warum der Anteil an Autorinnen in den aktuellen phantastischen Programmvorschauen der großen Publikumsverlage nur bei 29 Prozent liegt. Von 141 Neuerscheinungen stammen 41 von Frauen. In der Science Fiction liegt der Anteil sogar nur bei 19 Prozent, mit 8 von 49 Titeln.

Mit dem Blick auf die einzelnen Vorschauen der Verlage wollte ich vor allem die Titel der Frauen darin hervorheben, aber auch einen Gesamtblick auf das werfen, was da auf uns zukommt. Denn mit den neuen Phantastikprogrammen von Knaur und Fischer/Tor stellte sich mir die Frage: Ob hier Gamechanger auf dem phantastischen Buchmarkt das Parkett betreten? Denn durch zwei neue große Player scheint tatsächlich etwas Bewegung auf den zuletzt stagnierenden phantastischen Buchmarkt zu kommen, dessen Neuerscheinungen seit 2010 relativ stark zurückgegangen sind.

Beide Verlage legen interessante Programme mit anspruchsvollen aber auch massentauglichen Titeln sowohl in der Fantasy als auch in der Science Fiction vor. Ob und wie diese beim deutschen Publikum ankommen werden, wird sich aber erst noch zeigen müssen. Dass sie aber bereits für Veränderungen auf dem Markt sorgen zeigt nicht nur, dass der Festa Verlag sein neues (auf Fantasy und Science Fiction ausgelegtes) Imprint Deltus.de direkt nach Bekanntwerden der Pläne von Fischer/Tor, und nur wenige Monate nach Programmstart!, wieder einstampfte (Das Leben des Tao und Die Tode des Tao von Wesley Chu sollten dort ursprünglich erscheinen, wechselten dann aber zu Fischer/Tor), sondern auch der Blick auf die aktuellen Vorschauen der anderen großen Phantastikverlage.

Beim Platzhirsch Heyne erscheint mit Die drei Sonnen von Cixin Liu erstmals ein chinesischer SF-Roman auf Deutsch. Und auch sonst habe ich den Eindruck, dass man mit den neuen Werken von Autoren wie Kim Stanley Robinson, Ian McDonald oder Robert Charles Wilson wieder mehr originelle und anspruchsvollere Science Fiction jenseits der (durchaus unterhaltsamen) Popcorn-Space-Action im Programm hat.

Auch Piper setzt wieder verstärkt auf Science Fiction und hat, nachdem man in den letzten Jahren nur vereinzelte SF-Werke (z. B. von Hannu Rajaniemi) veröffentlichte, jetzt wieder ein eigenständiges SF-Programm am Start (allerdings schon seit letztem Jahr).

Und auch Bastei/Lübbe bringt wieder mehr eigenständige SF-Titel, nachdem das Programm in den letzten Jahren auf ein paar Dauerläufer unter den Serien von Autoren wie David Weber, Peter F. Hamilton oder Jack Campbell zusammengeschrumpft worden war.

Einzig an Blanvalet scheint der Trend (oder doch nur Hype?) zur Science Fiction völlig vorbeigegangen zu sein. Der Verlag setzt sein von SF freiem Programm mit wenig origineller Fantasy fort.

An dieser Stelle stellt sich die Frage, ob der aktuelle Boom der SF (nein nicht der Dirk 😉 ) in den Verlagen auch bei den Leserinnen und Lesern ankommen wird. Auf dem englischsprachigen Buchmarkt bringt die Science Fiction regelmäßig Bestseller hervor (siehe The Martian, The Three-Body Problem usw.), und sie scheint sich generell etwas besser zu verkaufen als bei uns. Vor allem boomt die SF aber im Kino, wo neben den sehr SF-lastigen Superheldenfilme und Star Wars aber auch regelmäßig waschechte SF-Filme wie Interstellar, Ex-Machina, Mad Max: Fury Road, Edge of Tomorow uvm. erfolgreich laufen. Bei den Serien sieht es da (vor allem, wenn es um den Weltraum geht) leider etwas magerer aus, aber auch hier kommt mit Serien wie (der auf einer Buchvorlage basierenden) The Expanse und der neuen Star Trek-Serie Bewegung in die Sache. Ob sich dieser Trend (der im Kino ja schon seit einigen Jahren läuft) aber auf den Buchmarkt übertragen lässt, ist eine andere Frage.

Was bisher geschah

Ausgelöst durch Peter Jacksons Verfilmungen von Tolkiens Herr der Ringe, kam es durch die geschickte Vermarktung der sogenannten Völkerfantasy (die es so nur bei uns hier in Deutschland gab) zu einem fast zehn Jahre anhaltenden Boom der Fantasyliteratur. Angefangen hatte alles mit dem Sammelband Die Orks von Stan Nicholls (drei Romane in einem Band), den man mit dem Spruch: Die Orks schlagen zurück! Ein etwas anderes Fantasy Epos – mit den Bösen aus J. R. R. Tolkiens »Herr der Ringe in den Hauptrollen vermarktete. Und geboren war die Völkerfantasy. Es folgten die extrem erfolgreichen Bücher Die Zwerge von Markus Heitz und Die Elfen von James Sullivan und Bernhard Hennen (die sich zu langanhaltenden Serien entwickelten), mit denen es dann so richtig losging. Ein Trend, der vielen deutschsprachigen Fantasyautoren (die es bis dahin sehr schwer hatten) plötzlich Türen bei den großen Verlagen öffnete, und die dann irgendwelche Fantasyvölker als Titel verpasst bekamen: Die Trolle, Die Drachen usw. Und als die Völker ausgingen, fing man an sie zu kombinieren: Die Drachenelfen, Orks vs. Zwerge usw.

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Doch nach ca. 10 Jahren war wohl auch der letzte Fantasyfan mit von Thematik gesättigt. Die Verkaufzahlen gingen deutlich zurück. Zwischenzeitlich gab es ein paar andere Trends, wie der durch Twillight ausgelöste Vampirboom oder die aktuelle noch in den letzten Zügen liegende Jugenddystopie (Hunger Games und Co.). Andere prophezeite Trends wie Engel oder Steam Punk erwiesen sich allerdings als Rohrkrepierer. Und der Erfolg der TV-Serie Game of Thrones führte zwar zu einem enormen Anstieg der George-R.-R.-Martin-Leser, wirkte sich allerdings nicht wirklich verkaufssteigernd auf andere Fantasywerke aus, auch wenn die Verlage erfolglos versucht haben, alle möglichen ambivalenten und düsteren Grim-and-Gritty-Fantasybücher in diese Schiene zu pressen.

In der Branche hieß es in den letzten Jahren, dass niemand wisse, was der nächste Trend sein könne, aber man versuche verzweifelt etwas zu finden, das einen neuen Boom in der Phantastik auslösen könnte.

Nachdem man in der Fantasy inzwischen wahrscheinlich alles abgegrast hat, kam man wohl aufgrund des oben erwähnten Erfolgs im Kino, aber auch auf dem englischsprachigen Buchmarkt, auf die – über viele Jahre als Kassengift angesehene – Science Fiction, die bei vielen großen Genreverlagen seit dem Boom der Fantasy eher ein Schattendasein fristete.

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Dabei war sie gar nicht fort. Sowohl SF-Leser und eine Nachfrage gab es durchaus, und diese Nische wurde von Kleinverlagen wie Atlantis, Wurdack, Begedia oder Golkonda gefüllt. Hier hatten vor allem auch deutschsprachige SF-Autoren eine Chance, veröffentlicht zu werden. Aber auch die Zahl der Übersetzungen von amerikanischen und englischen SF-Romanen stieg durch Verlage wie Mantikor und Cross Cult in den letzten Jahren deutlich an. Waren es bei Cross Cult zunächst noch Franchiseromane wie z. B. aus dem Star Trek-Universum (die früher noch bei Heyne erschienen), wird dort seit ca. zwei Jahren auch die SF-Sparte mit eigenständigen und anspruchsvolleren Titeln ausgebaut (ein Artikel dazu folgt demnächst noch).

Und auch größere Verlage brachten durchaus noch Science Fiction, die sich gut verkauft hat. Nur eben nicht in den Genresparten, sondern in den allgemeinen Reihen, ohne das SF-Label auf dem Buchumschlag. Bücher wie Drohnenland von Tom Hillenbrand, Die Frau des Zeitreisenden von Audrey Niffenegger Limit von Frank Schätzing, Der Circle von Dave Eggers, Die Unvollendete von Kate Atkinson oder Die Landkarte der Zeit von Felix J. Palma. Die Science Fiction war nie fort, sie fand zum einen in der Nische der Kleinverlage statt, ist aber auch längst im Mainstream angekommen (wenn auch vielleicht etwas verschämt, weshalb sie sich dort nicht so gerne als SF präsentiert).

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Ob es jetzt wirklich die neuen Programme von Knaur und Fischer/Tor sind, die zu einem Verlagstrend zur SF führten und die Mitbewerber aufrüttelten, oder ob dahinter andere Gründe stecken (Genretrends finden ja häufig zyklisch statt und lösen sich gegenseitig ab), vermag ich nicht zu sagen. Aber für Leser und Liebhaber von SF-Literatur, die auch gerne auf Deutsch lesen, stehen interessante Zeiten an. Ob der SF-Boom (der Verlage) auch bei den Lesern ankommt, wird sich zeigen müssen.

Für die Fantasy könnte das Abflauen der Trendwellen wieder zu mehr Vielfältigkeit im Angebot führen. Nach meinen Erfahrungen ist der durchschnittliche Fantasyleser der letzten 20 Jahre relativ konservativ eingestellt und möchte gerne immer mehr vom Gleichen lesen. Aber irgendwann tritt dann wohl trotzdem eine gewisse Sättigung ein, man wächst vielleicht auch aus dem verengten Genreblick raus und sehnt sich doch nach etwas Neuem. Trends bedeuten, dass Verlage versuchen, ganz viel Ähnliches und Gleiches auf den Markt zu werfen, um im Kielwasser des Trendsetters mitzuschwimmen. Flauen Trends ab, wird nach etwas Neuem gesucht. Aber um etwas Neues zu finden, muss man experimentieren. Und das könnte (wenn auch womöglich nur kurzfristig) zu einem vielseitigeren, anspruchsvolleren und originelleren Angebot führen.

Oder ist die Zeit der Trends und Booms vorbei? Was meint ihr?

 

Hier noch mal die bisherigen Artikel in chronologischer Reihenfolge:

Phantastikvorschauen Herbst/Winter 2016: Wo sind die Frauen?

„Wo sind die Frauen“ – Einige Ergänzungen zum Beitrag vom 26.4.

Gamechanger auf dem phantastischen Buchmarkt? Die Programme von Fischer/Tor und Knaur Fantasy

Der Platzhirsch – Das SF- und Fantasyprogramm 16/17 von Heyne

Phantastikvorschau Herbst/Winter 2016/17 von Piper – Wo sind die Frauen?

Phantastikvorschau Herbst/Winter 16/17 von Blanvalet – Wiedersehen mit alten Bekannten

Phantastikvorschau Herbst/Winter 16/17 von Bastei/Lübbe – Hier sind die Frauen!

Phantastikvorschau Herbst/Winter 16/17 von Bastei/Lübbe – Hier sind die Frauen!

Ähnlich wie jene von Blanvalet haben mich auch die Bücher von Bastei/Lübbe stark geprägt. Und zwar sowohl in der Fantasy (Michael Moorcock, Karl Edward Wagner, Dave Eddings, David Gemell, China Miévielle usw.) als auch in der Science Fiction (Jack McDevitt, Poul Anderson, Michael Marrak, Peter F. Hamilton, Andreas Eschbach, Jack Vance …). In den letzten Jahren ist es aber etwas ruhig um die SF bei Bastei/Lübbe geworden. Bis auf einige altbewährte Reihen von Autoren wie Peter F. Hamilton, David Weber oder Jack Cambell fand sich wenig Neues in den Programmen. Ein Blick auf die aktuelle Vorschau zeigt allerdings, dass man sich dem momentanen Trend zurück in die Zukunft bzw. zur SF anzuschließen scheint.

Zum 45-jährigen Jubiläum der Fantasy und Science Fiction bei Bastei/Lübbe gibt es das Phantastikprogramm dieses Mal sogar getrennt vom Rest. Und darin stellt sich dann auch das Lektoratsteam mit Foto vor. Und von den 22 Titeln im Programm stammen ganze 10 von Frauen. Endlich mal ein ausgeglichenes Verhältnis.

Für den Perry-Rhodan-Roman Die falsche Welt hat sich die Autorin Verena Themsen mit Verlagsflaggschiff und Genreveteran Andreas Eschbach zusammengetan. Find ich gut, aber Perry Rhodan (die Mutter aller Endlosserien) ist nicht meins.

Auf den ersten Blick ist es etwas verwirrend, dass die LektorInnen die Bücher in der Hand haltend vorstellen, da dachte ich bei New Sol von Margarate Fortune (übersetzt von Kerstin Fricke), dass es sich um die Autorin handelt. Wie auch immer, Science Fiction von einer Frau, im Weltraum spielend, keine Jugenddystopie oder Romantasy – das gibt es nicht bei jedem Verlag. Kommt auf jeden Fall auf meine Leseliste (die inzwischen allerdings schon viel zu lange ist, um wirklich alle Titel darauf auch zu lesen 😉 ).

Märchenhaft romantische Fantasy gibt es dann mit Die silberne Königin von Katharina Seck, würde mich eigentlich nicht ansprechen, aber wenn das Buch wirklich in einer Chocolaterie spielt, werde ich wohl kaum widerstehen können.

Bei B. C. Dornbusch muss man dank der Initialen genauer hinsehen, um zu erkennen, dass es sich um eine Autorin handelt. Der Ruf der Rache scheint mir der Auftakt zu einer Fantasytrilogie zu sein, von der alle drei Titel im Herbstprogramm zwischen November 2016 und März 2017 erscheinen. Ein gewagter Veröffentlichungsrhythmus, der den Übersetzer sicher unter einigen Zeitdruck setzt, den Leserinnen und Lesern aber immerhin schnell Nachschub liefert und die Sicherheit bietet, dass die Serie nicht vorzeitig abgebrochen wird. Behalte ich mal im Auge, wobei ich nur noch äußerst selten so schnell hintereinander (also innerhalb eines Jahres) mehrere Bücher von der gleichen Autorin lese.

Kelly McCulloughs der Schwur der Klinge ist bereis der sechste Band der Fantasyserie, womit für mich der Zug schon abgefahren ist. Wenn ich sie bisher nicht auf dem Schirm hatte, hat das wohl seine Gründe. Sieht mir auch zu sehr nach Kapuzenheinicover-Assasinenfantasy aus.

Mit Maja Winters Träume aus Feuer erscheint der Auftaktband zu einer Fantasytetralogie aus deutscher Feder, von der ingesamt vier Teile innerhalb eines Jahres (also in zwei Programmen) erscheinen werden. Ist mir zu viel auf einmal. Statt auf dicke Wälzer mit 700 plus, setzt man jetzt wohl wieder auf dünnere Einzelbände. Sowohl Band 1 als auch Band 2 haben exakt 464 Seiten. Scheint mir, als hätte man da eher aus ökonomischen Gründen aus einem Buch zwei gemacht, die man dann für jeweils 15 Euro verkauft. 60 Euro innerhalb eines Jahres für die Bücher einer Autorin, da will mein knappes (nur aus meinen kargen Übersetzerhonoraren gespeistes) Budget nicht mitmachen. 😉

P. J. Brackston scheint mir eine Frau zu sein, aber das Märchen-Krimi-Veralberungsszenario von Magier Mord – Ein Hänsel und Gretel Krimi (das mich so ein wenig an Robert Rankin erinnert) spricht mich nicht so wirklich an. Da bleibe ich lieber beim meinem geliebten P. C. Grant (bei dem steht das P übrigens nicht für Paula, sondern für Police Constable).

Mit Paul (ohne a) Tassis Earthborn haut man auch eine SF-Serie innerhalb kürzester Zeit mit mehreren Bänden raus. Wie schon erwähnt, Serien sind nicht so mein Ding, vor allem in der Science Fiction, wenn ich gleichzeitig tolle Einzelromane von Autoren wie Neal Stephenson, Kim Stanley Robinson oder Robert Charles Wilson lesen kann.

Was mich sehr freut, ist, dass Robert Jackson Bennett einen deutschen Verlag für City of Stairs gefunden hat, und dann wird es auch von Eva Bauch-Eppers übersetzt und erscheint als Die Stadt der tausend Treppen. Da werde ich mir gerne die deutsche Ausgabe kaufen. Das ist für mich die Perle des Programms.

Das hässliche Monster im Programm ist für mich hingegen der konservative bis rechtstrollige Kotzbrocken Larry Correira – ein Beispiel dafür, dass ich bei manchen Autoren nicht zwischen der Person und ihrem Werk trennen kann und will. Der kommt mir nicht ins Bücherregal.

Und dann gibt es natürlich noch die obligatorischen Fortsetzungen und Neuauflagen der zahlreichen und actionreichen SF-Serien von Autoren wie David Weber, Timothy Zahn und Peter F. Hamilton

Als Klassiker hat man dann noch zwei Romane (Ringwelt und Ringwelt Ingenieure) in einem Band von Larry Niven im Programm. Wollte schon immer mal was von Niven lesen, bin mir aber nicht sicher, ob man die beiden Romane so hintereinander lesen kann, da sie chronologisch nicht aufeinanderfolgend erschienen sind. Vielleicht können mir da die Experten weiterhelfen.