Quo vadis Translate or Die?

Eigentlich habe ich momentan mehrere Blogeinträge in der Pipeline, die ich schon längst hätte veröffentlichen wollen. Doch die Ende Mai in Kraft tretende neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union verdirbt mir aktuell die Lust darauf. Stattdessen spiele ich mit dem Gedanken, den Blog erst einmal ganz abzuschalten.

Es ist ja leider nicht damit getan, sein Impressum anzupassen und eine neue Seite mit einer Datenschutzerklärung einzurichten, die von jeder Seite des Blogs erreichbar sein muss.

Wie sieht es mit dem Like-Button aus? Muss ich die Kommentarfunktion abschalten? Können mir Leute überhaupt noch folgen? Gravatar abschalten? Welche Plug-ins verarbeiten Daten? Wie schalte ich sie ab? Wie finde ich heraus, wo IP-Adressen gespeichert werden? Was ist mit Fotos von öffentlichen Orgen, auf denen Menschen zu sehen sind?

Das sind wohl noch die weniger aufwendigen Sachen. Wobei ich erst mal gucken muss, wie das bei WordPress funktioniert, wenn man die Seite nicht selbst hostet. Translate or Die hat inzwischen 540 Beiträge, in die ich auch unzählige Youtube-Videos eingebettet habe, vor allem Trailer und Musikvideos. Klickt jemand ein Video an, werden wohl Daten über ihn von meiner Seite zu Youtube übermittelt. Um das zu vermeiden, kann man ein Plug-in verwenden, durch das nur der Link und das Vorschaubild von Youtube angezeigt werden. Aber was mache ich mit den schon vorhandenen Videos? Ich habe keine Lust, jedes einzeln von Hand zu ändern.

Ich habe den Blog ursprünglich bei WordPress eingerichtet, weil die Bedienung dort einfach und unkompliziert ist. Blogeinträge sind schnell erstellt, man kann Videos und Bilder ohne großen Aufwand einbinden. Das Design des Blogs, das ich aus einer kostenlosen Auswahl gewählt habe, ist voreingestellt. Wenn ich daran denke, was das für ein Aufwand war, sich in das CMS (Typo) von Tor Online einzuarbeiten, wie viel mehr Arbeit es macht, dort einen Artikel zu erstellen und Bilder und Videos hinzuzufügen, und wie unflexibel Software und Design sind. Da bin ich wirklich froh über WordPress.

Und deshalb wurmt es mich jetzt auch umso mehr, wie viel umbezahlte Zeit ich in die Umsetzung der DSGVO stecken muss, die ich viel lieber zum Überarbeiten meines Romanmanuskripts nutzen würde.

Andererseits wäre es aber auch schade um den Blog. Immerhin betreibe ich den jetzt seit 6 Jahren, habe 540 Beiträge (oft ziemlich aufwendige) 102 Follower, täglich zwischen 30 bis 40 Besuchern, jährlich um die 10.000. Und auch ein kleines Netzwerk aus Internetfreunden, von denen ich weiß, dass sie meine Beiträge gerne lesen. Da wäre es doch schade, die ganze Arbeit ins Datennirvana zu schicken.

Nur hätte ich keine Lust, mich ab Juni mit gierigen Abmahnanwälten rumzuschlagen, nur weil irgendwo ein Komma falsch sitzt. Unschlüssig bin ich vor allem durch die Rechtsunsicherheit, weil einfach nicht klar, ist, was genau noch geht, und was nicht. Und es gibt auch eine Nachweispflicht über die Maßnahmen zum Datenschutz, die man vorgenommen hat. Ich weiß gar nicht, ob und wie eine solche Dokumentation bei WordPress funktioniert.

Dadurch, dass ich ja Freiberufler bin und dieser Blog auch einen (wenn auch inzwischen nur noch kleinen) Bezug zu meinem Beruf hat, sehe ich auch noch ein weiteres Problem, was oben genannte Pflichten angeht. Bei Abmahnungen und Strafen geht es ja bei gewerblichen Seiten auch um einen gewissen Anteil am Jahresumsatz.

Translate or Die habe ich ursprünglich mal als Seite angefangen, auf der ich mich als Übersetzer präsentiere, die also durchaus einen beruflichen Hintergrund hat. Inzwischen ist sie aber zum reinen Hobbyprojekt mutiert. Zum Übersetzen schreibe ich kaum noch was. Das ist hier alles Freizeit, die ich in die Beiträge investiere. Und es widerstrebt mir zutiefst, mich jetzt aufgrund der DGSVO zeitlich so intensiv mit etwas zu beschäftigen, das mir keinen Spaß macht, worauf ich keine Lust habe und was mir im Prinzip auch keinen Nutzen bringt (außer keine Abmahnungen zu erhalten).

Ob ich Translate or Die vorübergehend (auf unbestimmte Zeit) abschalte, werde ich innerhalb der nächsten zwei Wochen entscheiden, nachdem ich mich noch etwas genauer in die Materie eingelesen habe und hoffentlich halbwegs abschätzen kann, welcher Aufwand da notwendig ist.

Wo man mich trifft: Köln, Berlin, New York

Mein Winterschlaf neigt sich dem Ende zu, bald werde ich meine Höhle verlassen und mich auf die Suche nach Zivilisation und Kultur begeben.

Köln: PAN-Branchentreffen am 19. und 20. April

PAN ist das Phantastikautorennetzwerk e. V., also ein Verein, der aus Phantastikautorinnen besteht und sich für das Genre und die Mitglieder einsetzt. Auf dem Branchentreffen trifft sich, wie der Name schon sagt, die Phantastikbranche. Das heißt, Autorinnen, Verlagsmitarbeiterinnen, Lektorinnen, Bloggerinnen und Leute, die anderweitig beruflich und/oder leidenschaftlich mit Phantastik zu tun haben.

Das erste Treffen vor zwei Jahren war großartig, fand ebenfalls im Odyseeum in Köln statt und ging über zwei Tage. Es gab zahlreiche interessante Podiumsdiskussionen und Vorträge, aber auch Gelegenheiten zum Netzwerken. Im letzten Jahr fand es in Berlin statt, da hatte ich ausgesetzt, freue mich aber schon, dieses Jahr wieder dabei sein zu können, viele Freunde und Bekannte zu treffen und neue Leute kennenzulernen. Weiterlesen