Lesesplitter und Stand der Dinge Ende Februar 2017

Lesesplitter

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Am Wochenende habe ich Die Krone der Sterne von Kai Meyer beendet, ein Buch, dem ich als Captain-Future-Übersetzer schon deswegen nicht widerstehen konnte, weil es unter anderem Edmond Hamilton gewidmet ist, einem der Urväter der flotten Space Opera. Und genauso flott kommt das Buch auch daher, das die junge (aber erwachsene) Ineza auf der Flucht vor dem Hexenorden begleitet, der sie zur Braut der Gottkaiserin mache möchte (was kein ersterbenswertes Ziel ist). Im Prinzip besteht das Buch auch aus einer einzigen Flucht, was auf Dauer Gefahr läuft, etwas zu repetitiv zu werden, da die einzelnen Kapitel und Szenen im Prinzip immer Variationen des gleichen Themas sind: Gefangennahme, Schießerei, Flucht, Streiterei untereinander, Verrat, Gefangennahme … Dafür, dass es einem dabei aber nicht langweilig wird, sorgt der geschickt eingeflochtene Weltenbau, der mich an eine Mischung aus Dune (in der Lynchversion) und Riddick erinnert. Ein flottes, unterhaltsames Weltraumabenteuer mit starken Frauenfiguren, das sich nicht um Physik schert; gute Unterhaltung für zwischendurch. Und, liebe SF-Verlage, so gestaltet man ein Science-Fiction-Buch, das auch LeserInnen ansprechen soll, die nicht so genreaffin sind und sich nicht mit dem generischen Raumschiff im All zufriedengeben. Neben der wunderschönen Umschlaggestaltung gibt es auch noch zahlreiche Illustrationen von Jens Maria Weber, die das Buch wie ein Vorspann einleiten. Meine Mutter liest das Buch übrigens gerade auch mit großer Begeisterung, dabei liest sie Science Fiction sonst nur, wenn ich sie übersetzt habe.

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Kürzlich habe ich darüber berichtet, dass Philip Pullman eine neue Trilogie in der Welt von His Dark Materials plant, was mir Lust darauf gemacht hat, Der Goldene Kompass noch einmal zu lesen. Zuletzt hatte ich das Buch im Sommer 2001 gelesen, in jenen endlos trägen Wochen zwischen meinem Fachabitur und dem Beginn des Physikstudiums, auf das ich mich eigentlich hätte vorbereiten sollen – tja, so bin ich dann auch am Ende Übersetzer geworden, und nicht Physiker. 😉 Jedenfalls gefällt mir das Buch beim Reread noch genauso gut wie beim ersten Mal. Pullman hat da eine ganz wunderbar eigene Welt erschaffen, die knapp neben der unsrigen liegt, und versteht es, sie mit Anspruch unterhaltsam in eine spannende Geschichte einzubinden.

Stand der Dinge – Reise-Mäurer

Vor zwei Wochen bin ich in Berlin gewesen, in den Verlagsräumlichkeiten von Fischer Tor (sehr schick), um mich dort in das Typo 3 von tor-online.de einarbeiten zu lassen. Über den Grund habe ich ja in meinem letzten Blogeintrag berichtet. Das war nur ein kurzer Blitzbesuch, der mir gerade mal Zeit ließ, mich mit einem guten alten Studienfreund zu treffen, einen SF-Stammtisch in kleinem Kreise abzuhalten und einen Blitzbesuch im Otherland zu machen. Dienstag ging mein Flug nach Berlin, am Donnerstag dann der Rückflug, womit ich echt Glück hatte, da das Bodenpersonal von Tegel am Mittwoch dazwischen gestreikt hat.

Die nächste Reise geht dann am Freitag den 24. März zur Leipziger Buchmesse. Eigentlich wollte ich ja diese Jahr nicht, aber irgendwie habe ich den Messebesuch in den letzten Jahren doch lieb gewonnen, und es ist eine tolle Gelegenheit, viele Bekannte und Freunde zu treffen, die ich sonst kaum sehe (auch wenn ein Tag eigentlich zu knapp dafür ist).

In der dritten Maiwoche werde ich für eine Woche nach Paris reisen (falls mich Präsidentin Le Pen dann noch reinlässt), einfach, um mir die Stadt mal anzusehen, in der ich noch nie war. Das wird meine erste Urlaubsreise seit über zehn Jahren sein.

Wo ich dieses Jahr nicht hinfahren werde, ist der Marburg Con, den ich in den letzten drei Jahren besucht habe. Passt zeitlich einfach nicht, außerdem ist mein Stammreisebegleiter abgesprungen. Und so ganz alleine mag ich auch nicht fahren.

Ebenfalls ausfallen lasse ich dieses Jahr das Pan-Branchentreffen in Berlin. Zwar fand ich das Treffen im letzten Jahr großartig, aber da ich dieses Jahr Urlaub machen möchte, muss ich ein paar Prioritäten setzen (und das bisherige Programm finde ich auch nicht so interessant für mich ). Auch nicht besuchen werde ich die großen Cons des Jahres, wie den Eurocon in Dortmund, den Worldcon in Helsinki und den Dirkcon (anlässlich des 50 Geburtstages des Tentakelmeisters) in Dirktropolis. Dafür ist der Bucon aber wieder fest gesetzt, den ich seit über 10 Jahren immer besuche.

Eventuell werde ich im Sommer auch noch eine oder zwei Wochen in Berlin verbringen, um mir etwas mehr Zeit für meine ehemalige Heimat zu nehmen. Das wird aber vermutlich nicht in die Zeit des Fantasy Filmfests fallen, das in diesem Jahr leider erste Ende September stattfindet. Für mich gehört das FFF einfach in den Hochsommer. Und mit der Streckung auf zwölf Tage und den Wegfall der Parallelvorstellung kann ich mich auch nicht so recht anfreunden.

Captain Future 06 | Sternenstraße zum Ruhm + Stand der Dinge

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Auf der berüchtigten »Selbstmordstation« testen die besten Piloten − die sogenannten Weltraumasse − die neuesten Raumschiffmodelle. Doch seit einiger Zeit verschwinden die brandneuen Raumfahrzeuge während der Testflüge auf mysteriöse Weise.

Um der geheimnisvollen Diebesbande auf die Spur zu kommen, müssen Captain Future und seine Futuremen eines der größten Rätsel in der Geschichte der Raumfahrt lösen und an der gefährlichen und atemberaubenden Systemrallye teilnehmen: einem mörderischen Rennen durch das gesamte Sonnensystem und über alle neun Planeten.

Klammheimlich hat Golkonda die nächsten beiden Bände der Captain-Future-Reihe angekündigt. Im Sommer soll Die sieben Weltraumsteine in der Übersetzung von Frauke Lengermann erscheinen. Im Winter dann Sternenstraße zum Ruhm in meiner Übersetzung (wie immer sind diese Termine mit Vorsicht zu genießen und können sich noch ändern).

Das ist dann auch vorerst die letzte Übersetzung von mir, die ich ankündigen kann. In (voraussichtlich) der nächsten Ausgabe der Phantastisch wird noch meine Übersetzung einer Kurzgeschichte von Lavie Tidhar erscheinen und bei Phase X Verstreut entlang des Himmelsflusses von Aliette de Bodard. Ansonsten stehen bei mir momentan ausschließlich TV-Dokus auf dem Programm. Aber ich hoffe, dass sich da etwas tun wird, und ich demnächst wieder einen Roman übersetzen darf. Nur TV-Dokus übersetzen ist auf Dauer doch etwas eintönig (auch wenn ich sie nicht missen möchte, eine Mischung aus beidem gefällt mir am besten). Das literarische Übersetzen fehlt mir bereits nach wenigen Wochen.

Nachtrag vom 10.12.2016: Sternenstraße zum Ruhm ist immer noch nicht erschienen. Ich habe keine Ahnung, wann und ob das Buch erscheinen wird. Abgegeben, habe ich die Übersetzung schon vor zwei Jahren.

Belegexemplare eingetroffen: Captain Future – Der Triumph

Pünktlich zu den Feiertagen sind die Belegexemplare zu meiner zweiten Captain-Future-Übersetzung eingetroffen. Ist ein schönes Gefühl, nach über einem Jahr endlich wieder die eigene Arbeit in Händen halten zu können. Erschienen ist der Roman Ende November. Daran sieht man auch, wie lange teilweise die Abläufe im Verlagswesen sind. Abgegeben habe ich meine Übersetzung Spätsommer 2013. Dass es so lange gedauert hat, liegt aber nicht daran, dass der Golkonda Verlag so faul ist, sondern, dass er so fleißig ist, und im letzten Jahr eine ganze Fülle an großartigen Titeln rausgebracht hat. Und anders als bei manch großem Verlag, der feste Programmplätze und aufreibend kurze Deadlines hat, muss der Titel nicht zu einem bestimmten Erscheinungstermin durchgekloppt werden. Man nimmt sich die nötige Zeit, um ein möglichst hochwertiges Endprodukt präsentieren zu können. Meine dritte Future-Übersetzung (Sternenstraße zum Ruhm) habe ich übrigens vor wenigen Tagen abgegeben.

In Der Triumph greift Edmond Hamilton ein interessantes Thema auf: Die Angst vorm Altern. Das sogenannte Lebenswasser sucht das System heim und verleiht jenen, die es trinken neue Jugend. Neue, aber nicht ewige, denn um sich die Jugend zu erhalten, muss man immer wieder von dem nicht gerade billigen Lebenswasser trinken, ansonsten holt einen das Alter blitzschnell ein, und ehe man sich versieht, liegt man als vertrocknete Mumie auf dem Boden. Captain Future versucht, dem Syndikat des sogenannten Lebensherrn auf die Spur zu kommen und muss sich dafür in bisher unbekanntes Gebiet vorwagen, unter anderem in die geheimnisvollen Nebellande, aus denen noch nie jemand zurückgekehrt ist.

 

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Auch in der Zukunft sind die Bewohner des Sonnensystems nicht vor den Unbilden des Alterns gefeit. In diese Marktlücke stößt der »Lebensherr« mit seinem unheilvollen Lebenswassersyndikat, das die Reichen mit der Verlockung auf ewige Jugend schröpft. Doch diese Jugend ist nur von kurzer Dauer und nimmt ein grausiges Ende. Ein Fall für Captain Future und seine Futuremen .

Quelle: Golkonda Verlag

Captain Future auf Spiegelonline

In der Rubrik EinesTages stellt Reporterin Stephanie Maeck die Animeserie Captain Future vor, die ein wichtiger Teil ihrer Kindheit gewesen ist. Im Artikel selbst geht es ausschließlich um ihre Erinnerung an die Serie, aber wenn man sich durch die Bildergalerie klickt, erhält man noch Hintergrundinformation zur Entstehung der Romanvorlage und sieht auch das ein oder anderer Buchcover aus dem Golkonda Verlag.

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Captain Future: neue Hörspiele und alte Bücher

Am 21.11 2014 geht es mit den Captain Future Hörspielen (bzw. inszenierten Lesungen) von Highscore Music weiter (deren Internetseite ist leider nicht ganz so aktuell wie der Facebookauftritt).

Anders als bisher, werden keine Kurzgeschichten mehr vertont, sondern der erste (von Frauke Lengermann übersetzte) Roman Der Sternenkaiser. In Hörspielform werden es 5 Folgen sein, bis es dann (hoffentlich) mit meiner ersten Übersetzung weitergeht.

Für diejenigen, die die Hörspiele noch nicht kennen, sei gesagt, dass sie auf den Übersetzungen der Neuauflage im Golkonda Verlag basieren und die Originalsprecher der Zeichentrickserie (wie z. B. Wolfgang Völz) verwendet. Aus rechtlichen Gründen konnte man leider keine reinen Hörspiele daraus machen, sondern musste noch einen Erzähler einbauen, der es als inszenierte Lesung wirken lässt. Trotzdem gibt es für jede Rolle einzelne Sprecher, Musik und Geräusche, ganz wie bei einem Hörspiel.

Man muss die vorherigen Folgen nicht gehört haben, da diese zeitlich nach den Romanen angesiedelt sind. Der Sternenkaiser ist praktisch der Auftakt, so zusagen die Geburt des Zauberers der Wissenschaften, seine erste epische Schlacht gegen jene Schurken, die mittels Wissenschaft versuchen die Bewohner des Sonnensystems zu unterjochen.

„Captain Future – Der Sternenkaiser“
Folge 1: 21.11.2014
Folge 2: 05.12.2014
Als Download, Stream und auf CD.

 

Als ich am Wochenende auf dem Bucon in Dreieich war (Bericht folgt noch), machte mich Frank Böhmert darauf aufmerksam, dass das Bananenkistenantiquariat die alten Bastei-Ausgaben von Captain Future verkaufen würde. Die habe ich mir natürlich direkt unter den Nagel gerissen, da ich schon lange mal die alten Übersetzungen mit meinen vergleichen wollte. Die eingeschweißten Bücher stammen übrigens ursprünglich aus dem Besitz des kürzlich neu gewählten SFCD-Präsidenten Thomas Recktenwald, wie ein Namensstempel im Buchinnern offenbart.

Zu den alten Titelbildern enthalte ich mich mal, aber das eine weist doch eine erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Todesstern aus Star Wars auf. 🙂

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Captain Future 04 – Der Triumph: lektorierte Fassung erhalten

Nach dem ich Band 4 von Captain Future vor ungefähr elf Monaten beim Verlag abgegeben habe, kam die lektorierte Fassung gestern per Mail an mich zurück. Bei einem Kleinverlag wie Golkonda, der neben dem eigentlichen Brotjob praktisch in der Freizeit betrieben wird, dauert es schon mal etwas länger, bis die einzelnen Arbeitsschritte bis zum gedruckten Buch erledigt sind. Ich ich brauche für solche Übersetzungen, die kaum bezahlt werden, auch etwas länger, als wenn ich es hauptberuflich machen würde.

Nun, jetzt ist es fast so weit. Ich gehe die Änderungen des Lektorats noch einmal durch, schicke das Manuskript zurück und dann geht es noch ins Korrektorat, dann zum Satz und schließlich in die Druckerei.

Hier kann man mal sehen, wie so eine lektorierte Seite aussieht:

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Ich muss allerdings gestehen, dass ich erstmal eine ausgewählt habe, auf der der Rotstift nicht so häufig zum Einsatz kam. 😉

Ich muss immer noch darauf achten, nicht so häufig die Subjekt-Prädikat-Objekt-Syntax des Originals zu übernehmen, und manchmal etwas länger über die Bedeutung eines Begriffs nachzudenken. »beady eyes« habe ich zum Beispiel als »perlenartige Augen« übersetzt, statt als »mit wachsamen Augen«. Da es um einen Außerirdischen ging, dachte ich, sein exotisches Aussehen sollte noch mehr hervorgehoben werden, obwohl der Kontext durchaus die »wachsamen Augen« hergibt.

Ich habe also immer noch viel zu lernen und zu verbessern. Ich hoffe, dass mir diese Lektoratsfassung helfen wird, meine aktuelle Captain-Future-Übersetzung (Band 6) noch besser zu machen. Da befinde ich mich jetzt im letzten Drittel der ersten Fassung. Es wird wohl auch meine letzte Romanübersetzung in nächster Zeit sein. Am Wochenende wird es einen Eintrag zum aktuellen Stand der Dinge bei mir geben.