Die phantastischen Netzstreifzüge …

… gab es zuletzt vor mehr als einem Jahr am 6. Februar 2016, danach ist die Rubrik, die es seit der Nummer 1 am 18.02.2014 auf 46 ½ Ausgaben brachte, eingeschlafen, weil mir einfach die Zeit dafür gefehlt hat und ich auch Lust auf andere Arten von Blogeinträgen hatte. In der Rubrik habe ich regelmäßig (aber ohne festen Rhythmus) auf interessante Artikel zu phantastischen Themen verlinkt und sie meist auch noch ein wenig persönlich kommentiert.

Die Rubrik wird erst mal eingeschlafen bleiben, aber dafür gibt es jetzt auf Tor Online drei Mal in der Woche (montags, mittwochs und freitags) die von mir erstellten SFF News – also Neuigkeiten aus den Themenfeldern Science Fiction und Fantasy (aber auch sonstige Phantastik) in Buch, Film und dem ganzen Rest. Drei bis sechs News pro Ausgabe, darunter Trailer und Neuigkeiten zu Filmen und Serien, aber auch immer wieder Themen, die man auf den anderen phantastischen Newsseiten nicht so häufig findet. Wie z. B. der Hinweis auf die SF-Retrospektive der Berlinale in der ersten Ausgabe oder die Eröffnung eines Instituts für Science Fiction und Fantasy an der Anglia Ruskin University in Nummer 2.

Mal sehen, wie die Sache angenommen wird. Wir versuchen durchaus, die Nachrichten relativ tagesaktuell zu bringen, aber es geht nicht darum, schneller als die anderen zu sein. Es soll eine kompakte Übersicht über aktuell für Phantasten und Geeks interessante Neuigkeiten sein.

 

Lesung von Bernhard Hennen in Hilgert

Am Donnerstag den 3. November findet bei mir hier im Dorf eine Lesung mit Bernhard Hennen statt. »Hier im Dorf« ist das kleine Örtchen Hilgert im Westerwald, das zur Verbandsgemeine Höhr-Grenzhausen gehört und ganz in der Nähe von Koblenz und dem ICE-Bahnhof Montabaur auf halber Strecke zwischen Köln und Frankfurt liegt.

Als ich vor drei Jahren aus Berlin zurück in die Heimat zog, freute ich mich auf die idyllische Ruhe, die nahe Natur und die vertraute Umgebung. Doch ich wusste bereits, dass mir das kulturelle Leben in Berlin fehlen wird, denn für Phantasten gibt es in der Bundeshauptstadt dank der besten Buchhandlung dieser und aller anderer Welten – dem Otherland – zahlreiche Lesungen und anderweitige Veranstaltungen und eine relativ gut vernetzte Phantastikszene.

Ich gebe es zu, im Vergleich dazu empfinde ich den Westerwald als kulturelles Brachland, eine Ödnis mit nur wenigen gelegentlichen Lichtblicken. Um so mehr freut es mich, dass sich doch tatsächlich mal ein Fantasyautor in unseren bescheidenen Weiler verirren wird. Bernhard Hennen ist vor allem für seine Elfen-Romane bekannt. Zugegeben, um den ersten Band der Reihe Die Elfen habe ich aufgrund des damals tobenden Völkerfantasyhypes einen großen Bogen gemacht (Die Zwerge von Heitz hatte ich abgebrochen und erst mal keine Lust mehr auf dieses lokal auf Deutschland beschränkte Genrephänomen der Völkerfantasy).

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Bis ich auf dem Buchmessecon in Dreieich eine Lesung von Bernhard Hennen besuchte, auf der er trotz starker Erkältung und fast verlorener Stimme so sympathisch und unterhaltsam rüberkam, dass ich dem Buch doch eine Chance gab. Und was soll ich sagen, ich fand Die Elfen, die Hennen zusammen mit James Sullivan geschrieben hat, großartig. Gar nicht so eine Klischeefantasy, wie ich sie erwartet hatte, sondern sprachlich ausgezeichnet geschriebene tragische und epische Fantasy, die einen Zeitraum von 1.000 Jahren umfasst, mit denkwürdigen Figuren, die vom Autor keine Gnade erhalten.

In diesem Jahr ist mir Bernhard Hennen schon öfters über den Weg gelaufen (auf dem Branchentreffen des PAN-Autorennetzswerks, dem galaktischen Forum der Verlage Fischer/Tor und Knaur, sowie dem Buchmesseconvent), trotzdem werde ich es mir natürlich nicht entgehen lassen, wenn einer von Deutschlands bekanntesten und erfolgreichsten Fantasyautoren im neu eröffneten Bürgerhaus in meinem Dorf Hilgert liest, wo sich jetzt auch die tolle Gemeindebücherei befindet, die mich schon seit Jahrzehnten mit großartigem Lesestoff versorgt.

P. S. Es sollen noch Karten erhältlich sein.

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Wo man mich trifft: Bucon 2016

Zugegeben, ich bin etwas reisefaul. Wenn ich erst mal unterwegs bin, finde ich es super und freue mich, aufgebrochen zu sein, doch oft mangelt es mir an der Motivation, den Arsch hochzubekommen. Dementsprechend besuche ich, obwohl ich ja seit Jahren im Phantastikfandom unterwegs bin, relativ wenige Cons, weder Dortcon, Elstercon oder was weiß ich. Die große Ausnahme bildet der Bucon, den ich seit über zehn Jahren ohne Unterbrechung durchgehend besucht habe.

Das hat einen einfach Grund: Nirgendwo sonst treffe ich so viele meiner Freund und Bekannten aus dem Phantastikfandom auf einem Haufen (und er liegt mit einer Fahrtstunde auch relativ nah an meinem Heimatort). Dementsprechend wenig besuche ich die Programmpunkte der Veranstaltung, da jede dort verbrachte Stunde, eine ist, in der ich kein spannendes Gespräch führen kann. Allerdings sind Lesungen auch nicht so mein Fall.

Für Freundinnen der phantastischen Literatur, insbesondere der Fantasy, die ihre Lieblingsautorinnen und Autoren gerne live erleben, bietet das Programm des Buchmesse Convent allerdings ein reichhaltiges Angebot, dass mit seinen inzwischen sieben Programmschienen (einst war es mal nur drei) und über 50 Programmpunkten (aus Lesungen, Vorträgen und ähnlichem) schon an eine Reizüberflutung grenzt. Neben bekannten Autoren wie Markus Heitz, Bernhard, Hennen, Kai Meyer uvm. haben auch relativ unbekannte AutorInnen die Chance sich in Dreieich einem Publikum zu präsentieren. Das reicht von AutorInnen wie Ivo Pala, Ju Honisch und Julia Lange (Irrlichtfeuer hier kürzlich besprochen),die im neuen Programm von Knaur Fantasy erscheinen, bis zu jenen, die in Kleinverlagen wie Amrun, Verlag Torsten Low oder dem Verlag ohneohren veröffentlicht werden. Für deutschsprachige FantasyautorInnen ist der Bucon schon fast eine unverzichtbare Veranstaltung geworden. Von einem kleinen Treffen mit weniger als 100 Besuchern hat er sich inzwischen schon fast zum Mekka der deutschsprachigen Fantasy mit vielen hundert Teilnehmern gemausert.

Hier geht es zur kompletten Programmübersicht.

Was: Buchmesse Convent (kurz Bucon) 2016

Wann: Samstag den 22. Oktober 2016

Wo: Bürgerhaus Dreieich-Sprendlingen (nicht weit von Frankfurt, wer eh auf der Messe ist, kann auch einen Abstecher hierher wagen.)

Auf die parallel stattfindende Frankfurter Buchmesse werde ich nicht fahren, dafür fehlt mir leider die Zeit. Wer aber aufs GaFo geht, könnte mich dort antreffen.

Und wer mich bisher nur virtuell kennt, aber gerne mal live erleben möchte, der darf mich gerne auf dem Bucon ansprechen. Ich bin recht schüchtern und zurückhaltend, freue mich aber immer über neue Bekanntschaften bzw. darüber, Menschen, die ich bisher nur als Avatar mit Nickname kenne, auch im richtigen Leben kennenzulernen. So in etwa dürfte ich am Samstag aussehen (sollten nicht noch irgendwelche unvorgesehene Ereignisse eintreten, die mir Flügel oder Hörner wachsen lassen):

Hier wohnt der sich in ungewohnt freier Wildbahn befindende Übersetzer andächtig der Verleihung des Deutschen Phantastik Preises (DPP) bei.

Hier wohnt der sich in ungewohnt freier Wildbahn befindende Übersetzer andächtig der Verleihung des Deutschen Phantastik Preises (DPP) bei. Der in diesem Jahr Gerüchten zufolge von einem gewissen Dirk van den Boom im Hawaiihemd moderiert werden soll.

Stand der Dinge: August 2016

Short English summary at the end.

Nach einer kurzen produktiven Phase herrscht hier im Blog gerade wieder ein Sommerloch, was vor allem daran liegt, dass ich aktuell Sonderschichten fahre, um eine Romanübersetzung abzuschließen, da die nächste bereits mit den Hufen schart. Beruflich läuft es also ausgezeichnet, momentan allerdings ein wenig auf Kosten der Freizeit, und damit auch auf Kosten des Blogs.

Dazu kommt, dass ich aktuell eine Phase habe, in der ich mich kaum für’s Genre (Fantasy u. Science Fiction) interessiere (habe ich meist einmal im Jahr, kann ein bis zwei Monate dauern). Seit ich Ende Juli auf einem ganz großartigen Konzert der wunderbaren ZAZ war, wurde bei mir durch ihr fantastische Musik ein intensives Interesse an Frankreich geweckt. Ich bin schon immer ein Fan des französischen Kinos gewesen, und habe auch das eine oder andere Buch aus unserem Nachbarland gelesen (vor allem die Thriller von Jean-Christophe Grangé), möchte mich aber jetzt genauer mit der (vor allem zeitgenössischen) französischen Literatur beschäftigen. Dazu haben ich schon Paris, die Nacht von Jérémie Guez und Elementarteilchen von Michel Houellebecqu gelesen, und stecke gerade mitten in dem ganz großartigen Roman Der Club der unverbesserlichen Optimisten von Jean-Michel Guenassia.

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Zu den drei Büchern wird es einen ganz kurzen Blogeintrag geben. Mehr aber nicht, da ich meiner Linie treu bleiben werde, in diesem Jahr nur Romane von Frauen ausführlich zu besprechen. Die stehen dann als Nächstes auf der Leseliste. Und zwar: Das Lächeln meiner Mutter von Delphine de Vigan, Der Liebhaber von Marguerite Duras und Baise-moi von Virginie Despentes.

Falls noch jemand weitere zeitgenössische französische Autorinnen empfehlen kann, immer her damit! Außerdem bin ich auf der Suche nach einem guten Sachbuch über Paris. So in der Art wie Peter Akroyds London – Die Biographie. Scheint es aber nicht zu geben.

Die angekündigte Beitragsreihe Was macht ein gutes Fantasycover aus? werde ich vermutlich nicht fortsetzten. Da es dazu kaum Feedback gab und die Zugriffszahlen sich in Grenzen halten, scheint es auch nicht viel Interesse daran zu geben. Der Beitrag ist sowieso nur aus einer Laune heraus entstanden, und mein Elan für das Thema ist inzwischen wieder versiegt.

Was ich aber weiter im Auge behalten werde, sind die hier schon vorgestellten Herbst/Winter-Programme der phantastischen Verlage (vor allem die Bücher von Autorinnen). Da erscheinen jetzt die ersten Titel, und mit Irrlichtfeuer von Julia Lange ein Buch, dass ich mir vormerken werde. Sobald die Frankreichobsession ein wenig abschwächt, wird das Buch dann drankommen.

Ansonsten habe ich den Sommer mit tollen Wanderungen an Rhein, Lahn, Mosel und im Westerwald verbracht und einigen Fahrradtouren. Das Fantasy Filmfest werde ich in diesem Jahr aus Zeitgründen leider nicht besuchen. Urlaub wird es bei mir erst im nächsten Jahr wieder geben (dann aber richtig). Die einzigen beiden Sachen, die ich 2016 noch besuchen werden, sind das Galaktische Forum im Rahmen der Frankfurter Buchmesse und natürlich der traditionelle Bucon (den ich mir in keinem Jahr entgehen lasse).

Due to a translation that has to be finished, and another one that is waiting to get started, I am neglecting this blog currently. Since I have been to a wonderful concert by the fantastic ZAZ, I am intensely interested in France and especially French literature. There will be some reviews of French books in the near future.

Listen to the music of ZAZ! It makes the world a better place!

Stand der Dinge: Bloggermüdigkeit

Seit ich im Mai einen ausführlichen und zeitaufwendigen Blogeintrag nach dem anderen rausgehauen habe, hat mich nach dem letzten Beitrag (über das Programm von Cross Cult) die Bloggermüdigkeit erwischt. Normalerweise juckt es mich andauernd in den Fingern, einen neuen Beitrag zu verfassen, ständig habe ich Idee, die ich im Kopf schon vorformuliere – aber plötzlich war die Luft raus. Da kam nix. Eigentlich schreibe ich immer total gerne für den Blog, aber seit einigen Wochen hat mich eine totale Unlust erfasst, obwohl ich zwei Buchbesprechungen schon halb fertig habe (darunter den großartigen und liebenswürdigen SF-Roman The Long Way  To A Small, Angry Planet von Becky Chambers), fiel mir nix Vernünftiges mehr dazu ein.

Hinzu kommt, dass ich Anfang Juni kurzfristig einige Übersetzungsaufträge für TV-Dokus reinbekommen habe, die natürlich alle ganz schnell fertig sein mussten. Und an meiner aktuellen Romanübersetzung musste und muss ich ja auch noch weiterarbeiten. Daneben fehlte mir dann die Energie, noch mehr zu schreiben. Die Dokus werden wieder auf N24 laufen (Spezialkommandos im Zweiten Weltkrieg), der aktuelle Roman (siehe Bild unten) wird im Sommer 2017 bei Knaur Fantasy erscheinen (mit neuem Titelbild).

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Neben den beiden Buchbesprechungen wird es hier demnächst auch im Programm weitergehen, bzw. mit den kleineren Phantastikverlagen, die ich ja auch noch vorstellen möchte. Aber in welcher Frequenz, das wird sich noch zeigen müssen. Mir fehlen momentan auch die Ideen für unterhaltsame Buchbesprechungen, und mit langweiligen möchte ich niemanden belästigen. Außerdem habe ich da noch eine Kurzgeschichte in Arbeit, in die ich dringend mehr Zeit investieren möchte. Und Fußball will ja auch noch gesehen werden. Von den ganzen tollen Serien (Person of Interest, Shameless, Penny Dreadful, Game of Thrones, Preacher, Bloodline, Outcast …), deren aktuelle Staffeln gerade auf verschiedenen Streamingplattformen zu sehen sind, ganz zu schweigen. Und wenn das Wetter demnächst hoffentlich besser wird, werde ich auch wieder per Fahrrad und mit Wanderschuhen in der Natur unterwegs sein.

Man kann also durchaus von einer kleinen Sommerpause mit eingeschränktem Betrieb sprechen.

LeserInnenfeedback zu „Akte X – Vertrauen Sie niemandem“

Die schönste Entlohnung für die Übersetzungsarbeit ist natürlich das Honorar. Aber ich freue mich auch immer sehr, wenn die von mir übersetzten Bücher gelesen werden und den Leserinnen auch gefallen. Weshalb ich Rezensionen und Kritiken auf Amazon immer ganz neugierig verfolge. Es ist einfach schön, die Arbeit nicht in einen leeren Raum hinein zu machen, sondern zu sehen, dass sich der Aufwand auch gelohnt hat.

Zu der von Jonathan Maberry herausgegebenen Kurzgeschichtenanthologie Akte X – Vertrauen sie niemandem, aus der ich sechs Geschichten übertragen habe und die bei Cross Cult im März erschienen ist, sind inzwischen erste Bewertungen und Meinungen veröffentlicht worden.

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Irene Salzman liefert auf Phantastik-News.de eine kleine Übersicht über das, was die Leserin erwartet und ist von den Geschichten offenbar recht angetan:

Spukhäuser, magische Orte, Zeitreisen, Gestaltwandler, Vampire, Mörderpuppen, Aliens, rachsüchtige Wissenschaftler und was man sonst noch erwartet, wenn man „Akte X“ schaut oder liest, findet man in dieser Anthologie. Ausnahmslos bewegen sich die Storys auf einem gleichbleibend hohen Niveau und erfüllen die Ansprüche der Fans. Auch die Charaktere sind bestens getroffen, sodass das Kopfkino beim Lesen mitläuft.

Auf ihrem Blog Blutrot kommt Jamie zu dem Schluss:

»Akte X – Vertrauen Sie niemandem« ist ein echt super spannendes, gruseliges Buch voller Action, Humor und vieler Anspielungen auf die TV-Serie. Mir jedoch am wichtigsten: Das Buch und seine einzelnen Geschichten konnten sehr gut an die Stimmung aus der Serie anknüpfen: Der Zwiespalt zwischen Mulders Hoffnung und Glauben an das Übernatürliche und Scullys skeptische, wissenschaftliche Art, die gruselige, mysteriöse Atmosphäre und die super abwechslungsreiche Welt der X-Akten.

Justine Wynne Gacy (Marilyn-Manson-Fan?) meint auf ihrem Blog:

Scully und Mulder waren und sind für mich schon immer das Traumpaar der mysteriösen Ermittlungen. Meine Kindheit verbrachte ich gebannt vor dem TV und sah zu wie sie die unglaublichsten Fälle lösten. Somit war dieses Buch für mich ein Trip in die Vergangenheit.

Christian Siegel widmet der Anthologie auf FictionBOX.de eine sehr ausführliche Besprechung, in der er auch auf die einzelnen Geschichten eingeht und sie bewertet (insgesamt vergibt er 3,5 von 5 Punkten):

Mit „Katatonie“ von Tim Lebbon legt „Vertrauen Sie Niemandem“ gleich mal einen sehr guten Start hin. Die Grundidee hinter der Geschichte ist durchaus interessant, und auch über den Auftritt von Alex Krycek habe ich mir sehr gefreut. Die größte Stärke ist aber Lebbons gewitzter Schreibstil, mit dem er den Dialogen zwischen Mulder und Scully viel Humor einverleibt, was das Lesen sehr unterhaltsam macht.

Solches Lob freut mich natürlich als Übersetzer besonders, da es mir anscheinend gelungen ist, den Dialogwitz in die deutsche Fassung zu übertragen.

Florian Hilleberg hat die Geschichten für Literra besprochen und verschweigt zum Glück auch nicht, was ihm nicht gefallen hat, ist aber insgesamt auch sehr angetan:

Siebzehn Autoren mit Rang und Namen zeigen auf innovative Weise was für ein enormes Potenzial die Serie noch immer birgt. Mit abwechslungsreichen und spannenden Storys wird dem Leser ins Bewusstsein gerufen, dass absolut niemandem zu trauen ist. Eine Horror-Thriller-Science-Fiction-Anthologie der Superlative.

Moritz Mehlem scheibt auf DnD-Gate:

Eine recht klassische Monster of the week-Sammlung ohne große Schwächen und mit einigen Highlights. Perfekt, um sich auf die neue Staffel einzustimmen und wieder in den „I want to believe“-Groove zu kommen. Wenn es jetzt noch einen roten Faden gegeben hätte, wäre ich noch begeisterter gewesen, aber auch so gilt eine klare Kaufempfehlung für alle Fans der Mystery-Serie.

Aber nicht alle sind gleichermaßen begeistert. Das wäre mir auch schon fast unheimlich geworden. Thomas Götz äußert sich auf Trekzone.de kritischer:

Nach einem interessanten Start versinken die Stories zunehmend im ähnlichen Handlungsablauf, so das sich Langeweile einstellt. Diese bereits aus der Serie bekannte „Krankheit“ hätte man durchaus ausmerzen können, so bleibt leider nur ein etwas halbgarer Band zurück, der es gerade mal so ins Mittelfeld schafft.

Auf Amazon gibt es bisher 9 Bewertungen mit einem Schnitt von 5 Sternen (wobei einer davon der schon oben erwähnte Florian Hillenberg ist), und begründen auch relativ ausführlich und nachvollziehbar, warum die Geschichten gefallen haben. Als Fazit daraus habe ich gezogen, dass es den Leserinnen vor allem gefällt, wieder neue (alte) Abenteuer mit Mulder und Scully zu erleben, die sehr an die ersten Staffeln der Serie erinnern.

Auf Lovelybooks gab es eine Leserunde, in der die Geschichten im Einzelnen (natürlich mit Spoilern) besprochen wurden, aber es gibt auch einige spoilerfreie Besprechungen im Fazit. Dass es zwei Geschichten mit Direktor Skinner als Hauptfigur gibt, ist größtenteils auch sehr positiv angekommen. Mir hat das auch sehr gefallen.

Es gibt auch eine Hörbuchfassung von Audible. Aber leider, leider kann ich die nicht guten Gewissens empfehlen, spricht doch der Sprecher den Namen von Mulder konsequent falsch als Malder aus. Hier hat Audible auch eine echte Chance vertan, die Originalsprecher Franziska Pigulla und Benjamin Völz wieder zusammenzuführen. Gerade, nachdem Pro 7 ja für die neue 10. Staffel, sehr zum Entsetzen der Fans, einen neuen Synchronsprecher für Mulder engagiert hat (was meiner Meinung nach gar nicht geht, Völz ist einfach Kult). Mit den beiden an Bord hätte das Hörbuch einen echten Mehrwert gehabt. Schade.

Phantastikvorschau Herbst/Winter 2016/17 von Piper – Wo sind die Frauen?

Als langjähriger leidenschaftlicher Leser von Science Fiction und Fantasyliteratur, der seit über 10 Jahren aktiv im deutschsprachigen Fandom (als Pogopuschel) unterwegs ist, geht es mir ähnlich wie Klaus N. Frick, der sich ein kritischeres deutschsprachiges Phantastikmagazin wünscht. Da es das aber nicht gibt, und sich die kritische Betrachtung des Genres und der Branche auch auf den diversen Internetportalen und Blogs in Grenzen hält, versuche ich selbst diese Lücke ein wenig auf meinem Blog zu füllen (siehe meinen Beitrag Phantastikvorschauen Herbst/Winter 2016: Wo sind die Frauen?).

Als jemand, der jetzt aber auch seit zwei Jahren hauptberuflich als Übersetzer phantastischer Literatur arbeitet, stelle ich fest, dass das doch eine recht heikle Angelegenheit ist, da ich damit auch schnell potenzielle und aktuelle Auftraggeber kritisieren und verärgern könnte. Da muss ich wirklich ganz genau aufpassen, was ich schreibe. Ich bin ja eher ein konfliktscheuer Mensch, der Konfrontationen meidet, und versucht, stets höflich und ruhig zu bleiben, aber wenn man das Genre kritisch betrachten und Beiträge dazu verfassen möchte, bleibt es wohl nicht aus, dass man Leute verärgert. Bei meiner Betrachtung der Programmvorschauen versuche ich vor allem, das Positive (bzw. das, was ich dafür halte) hervorzuheben. Ist ja auch schwierig, Bücher zu kritisieren, die man nicht gelesen hat. Trotzdem gibt es in den Vorschauen und an der Zusammensetzung der Programme durchaus Punkte, an denen man, mit (hoffentlich konstruktiver) Kritik ansetzen kann.

In der Herbstvorschau von Piper (unten rechts, leider nur im unpraktischen ISSUU-Format) gibt es 26 Neuerscheinungen (wobei nicht alles neu ist, was da glänzt), von denen erschreckenderweise nur drei von Frauen stammen.

Da bin ich jetzt mal knallhart und gehe auch nur auf diese drei Bücher genauer ein (auch wenn die Autoren natürlich nichts dafür können).

G. A. Aiken wird als eine der beliebtesten Autorinnen der Erotic Fantasy bezeichnet. Damit fällt sie aus meinem „Beuteschema“ schon einmal heraus. Nicht wegen der Beliebtheit, sondern wegen meines mangelnden Interesses an Erotic Fantasy, der ich zwar nicht prinzipiell abgeneigt bin, wenn sie, wie z. b. bei Jacqueline Careys Kushiel – Das Zeichen gut gemacht ist, bei mir aber nicht zieht, wenn sie eher in der Romantasyschiene á la Outlander (Highland-Saga) daherkommt. Und wenn ich das richtig sehe, spielt Aikens Call of Crows bei den Wikingern. Ob Aikens Erotic Fantasy gut gemacht ist, kann ich nicht beurteilen, da ich noch nie etwas von ihr gelesen habe, was aber vermutlich auch so bleiben wird – sollte jemand, der diese Zeilen hier liest, schon mal was von ihr gelesen haben, möge sie sich bitte in den Kommentaren unten dazu äußern. Mich spricht es einfach nicht an.

Auch Bound to You: Requiem (Teil einer Serie, als E-Book schon 2015 erschienen) von Jamie McGuire wird als Romantic Fantasy beschrieben. Im Klappentext heißt es: Denn Ninas Alpträume stellen sich als Warnung heraus und diesmal kann Jared sie vielleicht nicht vor ihrem Schicksal beschützen … Geht es da jetzt wirklich um eine Frau, die sich von einem Mann beschützen lassen muss? Das klingt mir zu altmodisch, ich lese lieber Geschichten von starken, selbstständigen Frauen, die sich selbst retten.

Spinnengift von Jennifer Estep ist der siebte Teil einer Urban-Fantay-Reihe, was mir jetzt schon zu viele Teile sind, um da noch einzusteigen.

Genau genommen sind nur 14 der 26 Titel Neuerscheinungen, alles andere sind Neuauflagen und Sammelbände. Was auffällt, ist die starke Präsenz deutschsprachiger Autoren wie Andreas Brandhorst, Robert Corvus, Bernhard Hennen, Christoph Hardebusch, Christopher Marzi, Karl-Heinz Witzko, Richard Schwartz und Markus Heitz.

Science Fiction ist fünfmal im Programm vertreten, darunter ist aber ehrlich gesagt nichts, was mich wirklich interessiert (abgesehen davon, dass ich den ersten Band von Hugh Howeys Silo noch ungelesen im Regal stehen habe). Vielleicht Blue Screen von Dan Wells. Aus dem letzten Piper-Programm habe ich übrigens das lesenswerte Chrysaor von James Sullivan gerade gelesen (lasst euch von der Kritik am Schreibstil nicht abschrecken, die ist maßlos übertrieben). Und Das Objekt möchte ich auch noch lesen; da haben mich die negativen Kritiken auf Amazon richtig neugierig gemacht.

Und jetzt kommen wir zu dem Teil, in dem ich es mir als Übersetzer eventuell aufgrund der starken und kritischen Wortwahl mit einem potenziellen Auftragsgeber verscherzen könnte, aber der Leser und Fan in mir kann einfach nicht die Klappe halten. 😉 Denn ich bin Richard-Schwartz-Leser der ersten Stunde, seit er mich mit Das erste Horn so begeistern konnte. Der darauf folgenden Serie Das Geheimnis von Askir bin ich insgesamt über zehn Bände lang treu geblieben, und erst ausgestiegen, als man unter dem Namen die Götterkriege so tat, als würde man eine neue Serie starten, die man unabhängig von Askir lesen könne – was aber nicht der Fall war, es ging nahtlos weiter mit der Handlung (kann man hier in meiner Besprechung zu Das blutige Land nachlesen).

Wie auch immer, mit Die Eule von Askir veröffentlicht man jetzt ein bereits erschienenes Buch – das ich auch im Regal stehen habe, und das mir gut gefallen hat – „ungekürzt“ als „Die Komplettfassung“ (Endlich liegt die Saga um »Die Eule von Askir« in der ursprünglichen Fassung vor, wie der Autor sie erdacht hatte) (hat man mit Der Kronrat auch schon gemacht). Da komme ich mir als Leser der „inkompletten“ Fassung ehrlich gesagt veräppelt vor und empfinde es als Abzocke. Soll ich mir das Buch jetzt etwa nochmal kaufen? Und was hat den Verlag dazu gebracht, uns diese vom Autor erdachte Fassung fünf Jahre lang vorzuenthalten? Werden da Bücher in Fassungen veröffentlicht, die der Autor so gar nicht haben möchte? Da werde ich in Zukunft eher misstrauisch und verzichte lieber auf den Kauf von Büchern von Richard Schwartz (sorry Helmut). Und kommt mir nicht mit Neil Gaiman, da kann ich auf den „Author’s Cut“ auch gut verzichten.

So, dass musste ich jetzt mal loswerden, ansonsten finde ich es aber toll, dass Piper so vielen deutschsprachigen Autoren (auch in der Science Fiction) eine Chance gibt und auch über einen längeren Zeitraum an ihnen festhält. Für meinen Geschmack ist in diesem Programm aber nicht wirklich etwas dabei. Christoph Hardebusch lese ich eigentlich gerne (die Sturmwelten-Trilogie ist toll), aber diese Serie spricht mich thematisch jetzt nicht so an. Robert Corvus werde ich vielleicht mal ausprobieren, und von Andreas Brandhorst wollte auch schon immer mal was gelesen haben. Aber da ich mich ja aktuell mehr auf interessante Autorinnen konzentriere, und die Konkurrenz im Herbst einfach zu stark ist, werde ich aus dem Herbstprogramm 16/17 wohl nichts von Piper lesen.

Auf folgende Programmvorschauen habe ich schon einen Blick geworfen: Droemer Knaur und Fischer ; sowie Heyne.