„Paris-Spaziergänge“ von Hella Broerken, der Besprechung zweiter Teil (Montmatre)

Fortsetzung meiner Buchbesprechung mit Praxistest (im ersten Teil ging es ins Quartier Latin, dort kann man auch grundlegendes über den Aufbau des Buches lesen).

An einem heißen Dienstagmorgenführte der Spaziergang  bei strahlendem Sonnenschein nach Montmatre, wo mich die Metro an der Station Blanche ausspuckte, mitten auf dem Boulevard de Clichy in Pigalle, neben dem Moulin Rouge.

Doch vom Rotlichtviertel aus ging es direkt den Berg hinauf über die Rue Lepic, die in schmalere und nicht so stark frequentierte Nebenstraßen führte. Biegt man dann rechts in die Rue des Abesses ab, stößt man bald auf einen kleinen, schicken Park – den Square Rictus, wo an einer Kachelwand in 250 Sprachen Je t’aime geschrieben steht. Weiter geht es in dem schmucken kleinen Park durch ein Hintertörchen hinauf in einen zweiten Park und dann direkt auf die erste Treppe, um La Butte zu besteigen.

Auf dem Weg zu Sacre Coeur bin ich von der angegebenen Route abgekommen, da die vielen kleinen verwinkelten Straßen mit den unzähligen Touristen, dem Anlieferverkehr und den Zeichnern recht unübersichtlich und stressig sind. Ich landete auf der Rue Novins, die ich eigentlich erst beim Abstieg passieren sollte, irgendwie bin ich wohl auf der falschen Seite am Dalí Museum vorbei. Egal, um die gewaltige Kathedrale Sacre Coeur herum, bin ich dann auf eigenen Faust umhergestiefelt, habe sie aus allen möglichen Winkeln fotografiert und versucht, den Touristenströmen auszuweichen. Die Aussicht von dort oben über Paris ist ganz wunderbar.

Beim Abstieg habe ich dann die obere Rue Lepic verpasst, bzw. die Abzweigung davon und stand plötzlich wieder unten in Pigalle. Da ich den Spaziergang aber komplett durchziehen wollte, musste ich in der Mittagshitze wieder den Berg hoch latschen, fand dann die richtige Abzweigung in die Rue Tourlaque und dort endlich das erste Café mit einem schattigen Plätzchen. Im quis parle? bestellte ich mir jetzt in kulinarischer Waghalsigkeit Entenbrust mit Kartoffelpüree und frittierten? Apfelstücken. Da ich die Karte nur teilweise lesen konnte, dachte ich, es wären normale Kartoffeln, aber der Püree mundete ganz vorzüglich. Dieses Café – in dem sich sonst vor allem Einheimische zu treffen schienen, die sich alle kannten und mich zu meiner exzellenten Menüwahl beglückwünschten – kann ich nur empfehlen.

Dann ging es weiter: das auf der Strecke liegende Museeum Montmatre und den Friedhof habe ich aber nicht besucht, nur den kleinen Weinberg fotografiert. Von Montmatre habe ich sicher nur einen Bruchteil gesehen, aber der hat mir richtig gut gefallen. Abseits der extrem stark befahrenen und lauten Straßen in der Innenstadt bieten die zum Teil mittelalterlich anmutenden Straßen und Gässchen, eine willkommene und ruhige Abwechslung. Am Ende des Spaziergangs ging es eine lange steinerne Wendeltreppe hinab zur Metro an der Station Lamarck-Cualaincourt.

Die Route und ihre Sehenswürdigkeiten sind in diesem Kapitel ganz hervorragend beschrieben, dass ich mich verlaufen habe, liegt eher daran, dass mein Stadtplan nicht den ganzen Teil von Montmatre abdeckt. Trotz der Hitze habe ich diesen Spaziergang durch teilweise mit Touristen vermintes Gebiet sehr genossen, vor allem dann, wenn ich abseits der ausgetretenen Pfade auf die kleinen, atmosphärischen Ecken des Viertels stieß, in denen das Stadtleben noch ungestört zu funktionieren scheint. Wo man sich auf den Bänken im Schatten der Bäume auf einen Plausch trifft, oder in de Cafés und Bistros, wo man sich kennt und schätzt.

Ein Gedanke zu “„Paris-Spaziergänge“ von Hella Broerken, der Besprechung zweiter Teil (Montmatre)

  1. In Montmatre verläuft man sich schnell, findet aber durch die Berglage zumindest irgendwie immer wieder zurück.
    Ich finds da auch herrlich.

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