Zwischenstandsmeldung vom Krankenbett

Na, ganz so schlimm ist es nicht. Aber ich bin Anfang Januar so heftig umgeknickt, dass ich mir einen großen Korbhenkelriss im Meniskus zugezogen habe. Die Knieoperation war vor zwei Wochen. Der Riss wurde genäht, dabei hat man festgestellt, dass die Kreuzbandplastik (zwei Schrauben plus eine Partellasehne), die ich vor 23 nach einem Kreuzbandriss beim Fußball erhalten habe, nicht mehr funktioniert und das Knie nicht mehr stabilisiert. Weshalb ich auch umgeknickt bin.

Die Schrauben hat man entfernt, und die Bohrlöcher mit Knochenmaterial aufgefüllt, das man mir am Beckenkamm entnommen hat (was eine große Narbe an der Hüfte mit sich brachte). Das muss jetzt sechs Monate hart werden und verwachsen, dann bekomme ich bei einer zweiten OP ein neues Kreuzband.

Mit Karneval kann ich ja nichts anfangen, aber mein Bein hat sich schon mal als das linke Bein von Frankensteins Kreatur verkleidet.

Die letzten zwei Wochen konnte ich nur auf Krücken mit einer Teilbelastung von 20 Kilogramm auf dem linken Bein laufen. Inzwischen geht es auch ohne Krücken mit Vollbelastung, aber nur mit einer Orthese, die das Bein in gestreckter Stellung hält, damit die Meniskusnaht nicht wieder reist. So werde ich noch mindestens vier weitere Wochen humpeln müssen, habe viel Physiotherapie, muss mehrmals täglich auf eine motorisierte Bewegungsschiene, die das Knie bis 90 Grad beugt, und kann nicht so lange am Schreibtisch sitzen. Weshalb ich mich erst mal nur um meinen Brotjob kümmere und den Blog weiter vernachlässigen werden.

Diese Knieorthese hält mein Bein in Streckstellung. Die muss ich mindestens 6 Wochen Tag und Nacht tragen, dann wird sie am Gelenk freigestellt, damit ich es bewegen kann. Tragen soll ich sie dann tagsüber bis zur nächsten Kreuzband-OP in fühestens sechs Monaten

Bei Gelegenheit werde ich noch etwas ausführlicher und unterhaltsamer von der OP berichten. Die ist übrigens gut verlaufen, ich hatte danach keine Schmerzen, und das Schlimmste war, eine Woche lange vorher jeden Tag eine Banane essen zu müssen, weil mein Kaliumwert etwas niedrig war.

6 Gedanken zu “Zwischenstandsmeldung vom Krankenbett

  1. Na wenn das Schlimmste Bananenessen war, freut mich das für Dich. Beruhigend zu wissen, dass Dir ›Glück im Unglück‹ zugefallen ist. Ich hoffe, Du kannst die Rekonvaleszenz gut nutzen zum Übersetzen, Lesen, Bingen.

    • Es gibt schon Sachen die nerven. Duschen mit Duschhocker, weil ich das Bein ohne Orthese gar nicht belasten darf. Druckstellen durch die Orthese. Heute tut mir die Hüfte weh, weil ich ohne Krücken durch die steife Haltung leicht unnatürlich gehe. Länger als eine Stunde kann ich noch nicht am Stück am Schreibtisch sitzen. Muss durch die Orthese auf dem Rücken schlafen (was ich sonst überhaupt nicht mache), der mir durch das viele Liegen (4 Stunden auf der Bewegungsschiene täglich zu je 30 Minuten und Ruhephasen um das Knie zu kühlen) schmerzt. Im Februar habe ich die T. C. Boyle-Lesung in Koblenz verpasst, für die ich eine Karte hatte, weil ich genau an dem Abend in Koblenz im Krankenhaus lag. Ständig nervige Termine außer Haus z. B. bei der Physiotherapie, zu der mich mein Vater immer fahren muss. Mein Bauch ist durch die Trombosespritzen ganz zerstochen. Die Wundnaht an der Hüfte war auch lange sehr unangenehm, so lange die 13 Klammer da noch drin waren. Aber ich will mich nicht beklagen. 🙂

  2. Pogo! Was machst Du denn für Sachen!?!
    Gute Besserung!
    (Bananen sind super *g)
    -TFA-

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