Warum ich Bücher lese

Warum ich Bücher lese?

Die Frage lässt sich einfach und kompliziert beantworten. Die einfach Antwort besteht aus zwei Gründen:

1. Um vor der Welt zu flüchten (Eskapismus)

2. Um die Welt zu verstehen.

Es gibt Studien, denen zufolge Menschen, die Bücher lesen, empathiefähiger sein sollen, was bedeutet, dass es ihnen leichter fällt, sich in die Perspektive von anderen Menschen zu versetzen, ihre Beweggründe eher nachvollziehen zu können. Wenn man zum Beispiel einen Roman liest, begibt man sich in die Welt der Hauptfigur(en) und sieht diese Welt durch deren Augen. Eine Welt, die (ganz gleich ob Krimi, Fantasy oder Romance) auf der unseren basiert, denn in dieser lebt und schreibt die Autorin.

Literatur kann einem dabei helfen, sich mit Erfahrungen auseinanderzusetzen, die man im richtigen Leben vielleicht lieber nicht machen möchte: Tod, Trauer, Lebensgefahr, Abenteuer uvm. Kinder, die mit Gruselliteratur aufwachsen, sollen besser dazu in der Lage sein, im richtigen Leben, mit solchen Erfahrungen umzugehen. Zudem kann zum Beispiel Spannungs- oder Horrorliteratur eine kathartische Wirkung auf den Rezipienten haben.

Ich habe ja mal zwei Horrorromane von Edward Lee für die Extrem-Reihe des Festa Verlags übersetzt. Extrem bedeutet dort auch wirklich EXTREM. Und gerade diese extreme, brutale, eklige Literatur erfreut sich bei jungen Frauen größter Beliebtheit. Ich vermute, es hat damit etwas zu tun, dass diese Leserinnen ihre Grenzen austesten möchten. Und genau dafür ist Literatur auch da.

Bis zu meinem zwölften Lebensjahr habe ich ausschließlich Jugendbücher wie Die Drei Fragezeichen, TKKG, Die Pizzabande oder Burg Schreckenstein gelesen. Schon damals hat mich vor allem das Abenteuer gereizt, die Suche nach dem Verborgenen, das Aufdecken von Geheimnissen.

Die beiden TKKG-Bücher habe ich als recht rassistisch in Erinnerung.

Die beiden TKKG-Bücher habe ich als recht rassistisch in Erinnerung.

Bis meine Mutter mir eines Tages Stark – The Dark Half von Stephen King mitbrachte und meinte, das würde gerade viele lesen. Ich war zunächst skeptisch, doch als alter Horrorfilmfan (und das war ich mit zwölf Jahren schon) gab ich dem Buch eine Chance und war sofort begeistert, als die erste Leiche auftaucht, der man den Penis abgeschnitten und an die Wand genagelt hatte. Es mag sich blöd anhören, aber es sind genau solche (für Kinder eigentlich) verbotenen Sachen, die Kinder und Jugendliche neugierig machen und begeistern. Wer weiß, wo ich heute wäre, wenn mir meine Mutter damals nicht dieses Buch mitgebracht hätte (von dessen brutalem Inhalt sie sicher nichts geahnt hat).

Einiger meiner ersten Bücher vom King ("Stark" war nur ausgeliehen), der bis heute mein Lieblingsautor ist.

Einige meiner ersten Bücher vom King („Stark“ war nur ausgeliehen), der bis heute mein Lieblingsautor ist.

Fortan habe ich mehrere Jahre ausschließlich Stephen King gelesen, nein, was schreib ich, ich habe ihn förmlich verschlungen. Für die Erkenntnis, dass es noch andere Autoren gab, die mir gefallen könnten, reichte mein damaliger Erfahrungshorizont noch nicht aus. Es dauerte drei weitere Jahre und die Lektüre von Kings Fantasyroman Die Augen des Drachen, bis ich auf die Idee kam, dass mir eventuell auch Fantasyromane von anderen Autoren gefallen könnten.

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Da es damals Mitte der 90er noch kein Internet bei uns gab, mussten mich meine Eltern in die nächste Stadt fahren, wo ich stundenlang im, seinerzeit noch gut sortierten, Fantasyregal der örtlichen Buchhandlung stöberte, und bald ein paar neue Lieblingsautoren, wie Raymond Feist und Michael Moorcock gefunden hatte. Das führte zu einer Phase, in der ich einige Jahre ausschließlich Fantasyliteratur las. Hat man mich damals gefragt, warum?, lautete die Antwort, unsere Welt sei schon langweilig genug, da müsse ich nicht noch über sie lesen. Das war also reiner Eskapismus.

Einige meiner ersten Fantasybücher (inzwischen schon mehrfach gelesen).

Einige meiner ersten Fantasybücher (inzwischen schon mehrfach gelesen).

Damals ging ich noch auf die Realschule, war ein schlechter Schüler ohne Orientierung, der null Bock auf Schule und eine Lehre hatte, der nicht wusste, was er einmal werden wollte oder sollte. Was zu schlechten Noten und einem schlechten Schulabschluss führte. Danach verbrachte ich dann drei Jahre! 🙂 auf der zweijährigen Handelsschule (mit Abschluss als staatlich geprüfter kaufmännischer Assistent im Bereich Datenverarbeitung), einfach, weil ich nicht wusste, was ich machen soll.

Die ersten Science-Fiction-Bücher, die ich gelesen habe.

Die ersten Science-Fiction-Bücher, die ich gelesen habe.

Gleichzeitig hat sich der Horrorfilmfan Markus in dieser Zeit auch zu einem kleinen Cineasten entwickelt, der sich gerne Filme von Woody Allen, Martin Scorsese oder Jim Jarmusch angesehen hat. Durch den Film Smoke mit Harvey Keitel und Willam Hurt kam ich auf die Idee, es mal mit den Romanen des Drehbuchautors Paul Auster zu versuchen. Dank des großartigen der Mond über Manhattan (hier kürzlich im Reread besprochen) schaffte ich als Teenager den Sprung zur allgemeinen Belletristik, was mir ganz neue Lesewelten öffnete.

Einige meiner ersten Bücher außerhalb der Phantastik (wobei "Dixie Chicken" von Gott erzählt wird ;) )

Einige meiner ersten Bücher außerhalb der Phantastik (wobei „Dixie Chicken“ von Gott erzählt wird 😉 )

Das war die Phase, in der es mir nicht mehr so stark um Eskapismus ging, sondern darum, eine tolle Geschichte zu lesen. Es folgten Bücher von Nick Hornby, Umberto Eco, Milan Kundera, Sten Nadolny uvm. Durch den Film Sieben, kam ich auf die Idee, Das verlorene Paradies von John Milton und Der Antichrist von Friedrich Nietzsche zu lesen. Durch Jim Jarmuschs Dead Man kam ich zu William Blake. Da muss ich so um die 18 gewesen sein, ging immer noch auf die Handelsschule und war als Schüler schlechter, als je zuvor, weil ich im Unterricht lieber heimlich Klassiker der Weltliteratur las (na ja, und weil wir damals gerne die Schule geschwänzt haben, um in der Kneipe nebenan Billard und Dart zu spielen).

Bücher, die ich oft während des Unterrichts gelesen habe.

Bücher, die ich oft während des Unterrichts gelesen habe.

Jedenfalls merkte ich in dieser Phase, dass Literatur weitaus mehr sein konnte, als ich bis dato dachte, und entdeckte ganz neue Interessen in mir. Die Literatur öffnete mir neue Welten und Möglichkeiten. Nach der Handelsschule absolvierte ich erst einmal meinen Zivildienst (in einem Krankenhaus). Während dieser Zeit, als ich eines Abends den Film Good Will Hunting sah, kam mir die Idee, dass ich, wo ich doch so gerne lese, was daraus machen könnte, zum Beispiel in dem ich studieren gehe.

Was ich dann auch tat, zweimal sogar (in Siegen und Berlin). Über die Jahre hat sich mein Lesegeschmack durchaus verändert, aber nicht im Sinne von verschoben, sondern vielmehr erweitert. Hatte ich früher Jahre, in denen ich keine Fantasy gelesen habe, dafür nur Science Fiction und Thriller, oder Phasen, in denen viel Sachbücher – wie z. B. Kip Tip Thornes Gekrümmter Raum und verborgene Zeit, Bertrand Russels Die Philosophie ds Abendlandes oder Alexander von Humboldts Kosmos – dran waren, bin ich heute eine Mischung aus all meinen Lesephasen und Geschmäcken. Selten lese ich zwei Bücher aus einem Genre hintereinander, ich liebe die Abwechslung, liebe es, Neues zu entdecken.

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Im persönlichen Kontakt bin ich schon immer ein eher introvertierter, zurückhaltender Mensch gewesen, und ein Stubenhocker. Große Abenteuer habe ich nur in Form von Büchern erlebt, träume dabei aber auch immer, selbst die Welt zu bereisen. Doch vom Traum bis zur Umsetzung ist es (zumindest bei mir) ein langer Weg, auf dem mir immer wieder andere Ausreden (und manchmal auch gute Gründe) einfallen. Nur einmal viel mir keine Ausrede mehr ein, da bin ich dann während meines ersten Studiums für neun Wochen nach Brasilien und habe dort ein Fotoprojekt mit Jugendlichen in einer Favela durchgezogen (wenn ich erstmal unterwegs bin, habe ich dabei einen Riesenspaß und alle Bedenken über Risiken und Unannehmlichkeiten sind verflogen, aber sobald ich zurück bin, schleichen sich diese mit der Zeit wieder ein und halten mich davon ab, wieder zu verreisen).

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Seitdem war mein größtes Abenteuer, zwecks Zweitstudium nach Berlin gezogen zu sein; das geplante Auslandsjahr an einer amerikanischen Uni musste ich aufgrund mangelnder finanzieller Mittel sausen lassen. Also habe ich mir Amerika weiter erlesen. So wie ich es auch mit anderen Ländern mache, die mich interessieren (z. B. gerade Frankreich, Japan, Südafrika uvm.). Einerseits erschließen Bücher aus anderen Ländern und Kulturen einem die Welt (man kann ja auch nicht alles bereisen), andererseits sind sie doch die bequeme Lösung. Lesen könnte man ja auch unterwegs. Auf meiner bisher einzigen Urlaubsreise als Erwachsener (zehn Tage Rucksackurlaub in Schottland), habe ich es in einer Jugendherberge am Loch Lomont geschafft, das dort deponierte Kon-Tiki von Thor Heyerdahl zu lesen. In Brasilien habe ich Paulo Lins’ Die Stadt Gottes, Thomas Pynchons Die Enden der Parabel und noch einige andere Bücher geschafft. Lange Flüge oder Bahn- und Busfahrten eignen sich hervorragend zum Lesen (solange einem dabei nicht schlecht wird).

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Stichwort Schullektüre

Ich würde mal sagen, ich kann  froh sein, dass ich heute trotz! der Schullektüre meine Leidenschaft für Bücher nicht verloren habe. Vielen aus meinem damaligen Freundeskreis ging es anders, die hat der Deutschunterricht und die Art, wie dort Bücher besprochen wurden, so fürs Leben geprägt, dass sie zwanzig Jahre lang kein Buch mehr angefasst haben. Während ich mich für die Schule durch Hans Falladas Kleiner Mann – was nun oder Dürrematts Max Frischs Bidermann und die Brandstifter gequält habe, las ich nebenher mit großem Vergnügen Henry Millers Im Wendekreis des Krebses und Thomas Manns Der Zauberberg.

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Bücher können einem die Welt und andere Kulturen erschließen oder zumindest näher bringen, sie bieten Wissen und nehmen die Angst vor dem Fremden (wenn sie nicht gerade aus dem Kopp Verlag stammen 😉 ).

Ich sehe auch keinen Unterschied zwischen dem, was als E-Literatur und Trivialliteratur bezeichnet wird. Aus allem kann man etwas lernen, etwas für sich beziehen, jedes Buch sagt etwas über die Kultur aus, in der es entstanden ist. Der japanische Kulturwissenschaftler, der sich mit dem Phänomen der Heftromanserien wie Perry Rhodan oder John Sinclair beschäftigt (die zugegeben, nicht ganz mein Fall sind), kann dabei eine Menge über das Nachkriegsdeutschland lernen.

Ich habe auch die ersten drei Silberbände gelesen, die waren aber nur eine Leihgabe.

Ich habe auch die ersten drei Silberbände gelesen, die waren aber nur eine Leihgabe.

Stichwort Literaturverfilmungen

Roland Emmerich meinte kürzlich in einem Interview, Bücher sollten nicht verfilmt werden, die Leute sollen lieber die Bücher lesen. Sehe ich anders. Nicht jedes tolle Buch braucht eine Verfilmung, oft reichen sie nicht an Original heran, oder machen einem die Fantasie kaputt, die man während des Lesens im Kopf entwickelt hat. Aber Verfilmungen richten auch die Aufmerksamkeit auf die Bücher, die verfilmt wurden. Durch Apocalypse Now kam ich bereits als Jugendlicher zu Herz der Finsternis von Joseph Conrad, und auch viele andere tolle Bücher habe ich erst durch die Verfilmungen entdeckt.

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Stichwort Fremdsprache

In meinen Jugendjahren habe ich auch schon damit, angefangen Bücher auf Englisch zu lesen. Das erste war Catcher in the Rye von J. D. Salinger. Das war relativ kurz, und ich hatte es schon auf Deutsch gelesen, wodurch ich glaubte, besser mit dem englischen Text zurechtzukommen. Schon damals ist mir aufgefallen, wie sehr sich Original und Übersetzung unterscheiden können, denn ich merkte schnell, dass die englische Fassung deutlich vulgärer war, als die Übersetzung von Heinrich Böll. In den weiteren Jahren konnte ich durch meine Englischkenntnisse auch Bücher lesen, die nicht auf Deutsch erhältlich waren. Ich bin auch davon überzeugt, dass sich meine Englischkenntnisse durch diese Lektüre erheblich verbessert haben und dazu beigetragen hat, dass ich jetzt als Übersetzer arbeite.

Einige der ersten Bücher, die ich in der jeweiligen Fremdsprache gelesenhabe. Der "Asterix" habe ich gerade erst gekauft, da ich momentan einen Französischkurs an der Volkshochschule besuche. Meine Portugiesischkenntnisse sind inzwischen leider wieder stark eingerostet.

Einige der ersten Bücher, die ich in der jeweiligen Fremdsprache gelesen habe. Den „Asterix“ habe ich gerade erst gekauft, da ich momentan einen Französischkurs an der Volkshochschule besuche. Meine Portugiesischkenntnisse sind inzwischen leider wieder stark eingerostet.

Lesen ist für mich auch Entspannung. Wenn ich nach einem harten Arbeitstag aus der Suchtklinik nach Hause gekommen bin, habe ich abgeschaltet und neue Energie getankt, indem ich ganz in Dan Simmons Terror oder Mark Z. Danielwskis House of Leaves abgetaucht bin. Das hat bei mir die Batterien für den nächsten Arbeitstag aufgeladen. Und jetzt, wo Bücher meine Arbeit sind (genauer gesagt das Übersetzen von Büchern), kann ich auch nach zehn Stunden Textarbeit nicht darauf verzichten, abends noch ein wenig zu lesen. Das ist für mich wie Nahrung. Bücher liefern mir Rüstzeug und Inspiration für die Arbeit, wobei der Anteil an einfacher Unterhaltungsliteratur mit mittemäßigem bis schlechtem Stil stark zurückgegangen ist (ich denke da, z. B. an Bücher von Dan Brown, James Rollins, Matthew Reilly oder Steve Berry), da ich Angst habe, das könnte meinen eigenen Stil negativ beeinflussen (ganz weg lasse ich sie aber nicht). Inspiration suche ich mir lieber bei herausragender Literatur.

Bei einer exotischen Abenteuergeschichte sehe ich über schlechten oder generischen Stil gerne mal hinweg, was aber auch seine Grenzen hat. Die hier abgebildeten Autoren wissen, wie man eine spannende Geschichte inszeniert.

Bei einer exotischen Abenteuergeschichte sehe ich über schlechten oder generischen Stil gerne mal hinweg, was aber auch seine Grenzen hat. Die hier abgebildeten Autoren wissen, wie man eine spannende Geschichte inszeniert.

Lesen ist für mich mehr als nur ein Hobby. Das ist eine Leidenschaft, die mich von meiner Kindheit an geprägt hat, und die bis heute mein Leben bestimmt. Immerhin verdiene ich inzwischen meinen Lebensunterhalt damit, Bücher zu lesen (und dann zu übersetzen).

Beim Lesen bin ich aber auch immer wieder auf der Suche nach diesem Gefühl von damals, als ich noch nicht viele Bücher gelesen habe und die Lektüre für mich ein unglaubliches Erlebnis war. Diesen Sense of Wonder, der sich heute, nach vielen Tausend Büchern, nur noch schwer einstellen will. Diese Erfahrung, ganz in einem Buch zu versinken, es in einem Stück zu verschlingen, den ganzen Tag oder das ganze Wochenende nur darin zu lesen, und ganz in dem Abenteuer aufzugehen.

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Dabei bin ich übrigens in keiner Weise bibliophil veranlagt. Mir kommt es vor allem auf den Inhalt an, nicht so sehr auf die Verpackung. Gegen ein schön gestaltetes Buch habe ich natürlich nichts einzuwenden, und das ein oder andere hat sich auch in meine Regale verirrt, aber ich lese auch gerne E-Books (nicht nur aus Platzgründen).

Tja, also all das, was ich hier geschrieben habe, wäre ein Erklärungsansatz für die Frage: Warum ich gerne Bücher lese? Der andere wäre: Einfach, weil es mir Spaß macht. 🙂

Und wie sieht es bei euch aus? Warum lest ihr gerne Bücher?

15 Gedanken zu “Warum ich Bücher lese

  1. Puh. Ich lese Bücher aus ähnlichen Gründen. Eskapismus, Entspannung, Neugier. Bücher helfen beim Zeittotschlagen. Man hat das Gefühl, etwas sinnvolles zu tun und im Unterschied zum Fernsehen oder Computerspielen fühlt sich diese Zeitausnutzung höherwertiger an, wichtiger.
    Es gibt auch Bücher, die lese ich, um mich zu testen. Versteh ich das? Gibt mir das etwas? Herausforderungen an den Intellekt.
    Dann gibt es auch Bücher, die lese ich, weil ich eine Stimmung vertiefen oder erreichen möchte. Herr der Ringe etwa.
    Und manche Bücher lese ich, um sie zu rezensieren oder einem schreibenden Kumpel eine Freude zu machen. Das geht dann schon eher in Richtung Pflicht und Arbeit.

  2. Wow, was für eine tolle Autobibliographie.
    Die Frage, warum ich lese, stelle ich mir gar nicht. Die Vorstellung, nicht zu lesen, liegt außerhalb meines Horizonts.
    Interessanter finde ich die Frage, warum es gerade die Phantastik ist, die mich so reizt. Und die konnte ich mir bislang nicht beantworten.

    • Geht man nur nach den fotografierten Büchern in dem Beitrag, könnte man meinen, die Phantastik würde nur eine kleine Rolle in meinem Leseleben einnehmen. Tatsächlich haben mich Fantasy und Science Fiction geprägt wie kein anderes Genre. In meinen Bücherregalen nehmen sie den größten Platz ein.

      Warum das so ist, hängt wohl mit meiner Kindheit zusammen, und dem, was ich im Fernsehen so alles gesehen habe. Zeichentrickserien wie »Im Tal der Drachen« (»Dungeons and Dragons«), »Thundercats«, »He-Man« usw., Science Fiction wie »Star Trek« und »Doctor Who«, Filme wie »Conan der Barbar« und all seine Epigonen. Damit bin ich aufgewachsen, bevor ich angefangen habe, Bücher zu lesen.

      Dass es Stephen King und Fantasy waren, die ich zuerst in die Finger bekam, war vermutlich Zufall. Dass ich aber direkt darauf angesprungen bin, liegt vermutlich an obigem TV-Konsum, der den Grundstein für meine phantastische Veranlagung legte.

    • Mir geht’s ähnlich. Ich kann nicht verstehen, dass es viele Leute gibt, die praktisch gar nichts lesen und Bücher überhaupt nicht in die Hand nehmen; die höchstens mal die BILD-Zeitung oder einen Werbeprospekt von Aldo durchblättern …

  3. Sehr interessanter und lesenswert Beitrag! In vielen Punkten habe ich mich wiedergefunden (die intensive King-Phase hat bei mir allerdings mit „Es“ angefangen). Vor allem die Aussage „Lesen ist für mich mehr als nur ein Hobby. Das ist eine Leidenschaft, die mich von meiner Kindheit an geprägt hat, und die bis heute mein Leben bestimmt.“ kann ich auch absolut unterschreiben.

    Mein erstes fremdsprachiges Buch habe ich jetzt bald vor mir, aus der Not geboren. Ich habe den vierten Band von Sam Millars Karl-Kane-Reihe als signiertes Geschenkexemplar im Schrank stehen. Ein bisschen Angst habe ich ja, aber da dein Kollege Körber mir ja unverschämterweise keine Privatübersetzung anfertigen möchte, habe ich ja wenig andere Möglichkeiten, wenn ich nicht auf die deutsche Ausgabe warten will 😉

    • Kein Wunder, dass Stephen King so viele Bücher verkauft. Mir geht es ähnlich, dass unter anderem King mich von Jugendbüchern und John-Sinclair-Heftromanen weggebracht hat. Und wohl vielen anderen auch.

  4. Ich lese, weil es nichts schöneres als eine gut erzählte Geschichte gibt. Dabei ist unser „Werdegang“ sehr ähnlich, allerdings habe ich bei King mit „Sie“(Misery) angefangen. Und meine ersten fremdsprachigen und freiwilligen Herausforderungen waren „Paradise lost“ von Milton und „Moby Dick“ von Mellville. PL hasse ich inbrünstig, MD liebe ich ebenso sehr und es gehört zu den wenigen Büchern, die ich mehrmals und auch noch in 2 Sprachen gelesen habe.

  5. Biedermann und die Brandstifter ist von Max Frisch. So viel Zeit sollte sein

  6. Sehr schöner Artikel!
    gruß -TFA-

  7. Ich habe weit mehr in der frühen Jugend gelesen als fern gesehen. Und mir geht es auch heute noch so, dass ich ein Buch fast immer der Flimmerkiste vorziehe. Angefangen hat es mit allerlei Rittergeschichten wie der Artus-Sage, Robin Hood oder El Cid, ging über eine ausgiebige Karl-May-Zeit und viele Heike-und-Wolfgang-Hohlbein-Bücher rasch – von meinem Vater angestiftet – in eine Perry-Rhodan-Silberband-Zeit über. Nebenbei gab es Die dreibeinigen Monster und Nach dem letzten Feuer, die mich richtig der SF zuführten. King dagegen hab ich erst Mitte Zwanzig zugelassen – mit den Augen des Drachen. Und dann ganz schnell den dunklen Turm. Viel mehr kenn ich von ihm nicht.

  8. Das ist mal ein sehr lesenswerter und toll geschriebener Text. Und bei vielen der Fotos kriege ich ja ganz nostalgische Gefühle. 🙂

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