Serienempfehlungen abseits der üblichen Verdächtigen

Midnight Diner: Tokio Stories (Netflix)

Kleine aber feine Serie über einen Mitternachtsimbiss in der japanischen Hauptstadt, mit Geschichten, die ans Herz gehen. Basiert auf dem gleichnamigen Film, den ich aber nicht gesehen habe. Es sind schöne kleine Geschichten über einfache Menschen, manchmal etwas skurril, aber immer sehr herzlich. Dazu wird in jeder Folge ein leckeres japanisches Gericht gekocht. Für mich die Serienüberraschung des Jahres. Eine Serie, in der ich mich von der ersten Folge an wohlgefühlt habe.

Good Girls Revolt (Amazon Prime)

Basiert auf dem gleichnamigen Buch, das die Geschichte eine Gruppe von Frauen erzählt, die in den 70er Jahren bei der Zeitung Newsweek (News of the Week in der Serie) als Rechercheurinnen gearbeitet haben und vor Gericht gingen, um auch als Reporterinnen arbeiten zu dürfen, bzw. Anerkennung und eine faire Bezahlung für ihre Arbeit zu bekommen.

Teilweise wird das Thema vielleicht ein wenig zu sehr mit dem Holzhammer präsentiert, aber das machen die tollen Frauenfiguren wett, die mit jeder Folge besser und vielschichtiger werden. Eine erstklassiges Period Piece, praktisch ein Gegenentwurf zu Mad Men. Wurde von Amazon leider nach der ersten Staffel eingestellt.

Atlanta (Fox Serie, Sky Go)

Sozialdrama mit viel schrägem Humor, der aber gar nicht auf Lacher aus ist. Es geht um junge Schwarze aus sozial schwachen Verhältnissen, die ums tägliche Überleben kämpfen müssen, dabei aber nicht das Träumen vergessen und ambitionierte Ziele verfolgen. Von und mit Donald Glover, der die Serie in einem wirklich ungewöhnlichen Format inszeniert, das sich nur schwer einordnen lässt. Hat eine ganz eigene Atmosphäre und Stimmung.

Narcos (Netflix)

Zwei hervorragend gefilmte und erzählte Staffeln über den Aufstieg und Fall von Pablo Escobar, mit einem überragenden Wagner Moura in der Hauptrolle. Sehr mutig von Netflix, die Serie größtenteils auf Spanisch mit Untertiteln zu zeigen (ohne Synchro für den spanischen Teil). Die große Kunst der Serie ist es, Escobar einerseits als größenwahnsinnigen, grausamen Menschen darzustellen, andererseits als ganz normalen Familienvater mit durchaus sympathischen Zügen, was uns als Zuschauer hinterfragen lässt, wie leicht wir uns durch eine clevere Inszenierung verführen lassen, in fiktiven Formaten mit Verbrecher und Mörder mitzufiebern.

Mozart in the Jungle (Amazon Prime)

Bei Amazon Prime ging gerade die dritte Staffel der genialen und sehr witzigen Serie über ein Orchester aus New York online. Mit viel guter Musik und tollen Figuren. Der Serie sollte man auch eine Chance geben, wenn man nicht viel für Klassik übrig hat.

Bloodline (Netflix)

Die Hölle sind die anderen, und oft sind die anderen die Familie. Langsam inszeniertes Familiendrama vor traumhafter Kulisse, das mit seinen familiären Abgründen trotzdem einen packenden Sog entwickelt. In der zweiten Staffel droht die Serie mit ihren Handlungssträngen ein wenig in soapige Gefilde abzudriften, bekommt aber noch gerade so die Kurve. Die kommende dritte Staffel wird die Letzte sein. Die Serie ist vielen zu langatmig inszeniert, für mich aber die bisher beste Serie von Netflix.

Read Oaks (Amazon Prime)

Ich habe erst zwei Folgen gesehen, in denen es um einen jungen Studenten geht, der sich in den 80er Jahren ein wenig Geld als Tennislehrer in einem Country Club dazuverdient. Aber die sind eine tolle Hommage an die Filme von John Hughes. Gute Darsteller, super Ausstattung und trifft genau den richtigen Ton, ohne dabei so albern zu werden, wie Wet Hot American Summer.

Halt and Catch Fire (Amazon Prime)

Über Computerpioniere in den 80er Jahren. In den Staffeln zwei und drei verschiebt sich der Fokus immer mehr auf die beiden weiblichen Hauptfiguren, die sich in einer reinen Männerdomäne durchschlagen. Eine meiner absoluten Lieblingsserien. Kommt ganz ohne Gewalt, Kriminalität oder überzogene Handlungsstränge aus. Hier geht es vor allem um die Figuren und die Spannungen und Dynamiken untereinander. So was wie Silicon Valley in ernst.

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