Vertipper und Satz des Tages (Das Blut der Helden)

Vertipper des Tages ist der „Schnapsschuss“, den ich versehentlich für „snaphshot“ genommen habe.

Ein feindlicher Soldat nähert sich Captain Burke und seinem Team auf einem Motorrad und kommt dort schlitternd zum Stehen, während die amerikanischen Soldaten in Deckung gegangen sind.

He stepped out from behind the car with his Tommy gun in hand and shouted, „Einfrieren!

Freeze.

Solange die Ergebnisse vom Google Translator so aussehen, mache ich mir um den Übersetzerberuf keine Sorgen.

Mit seiner Tommy-Gun im Anschlag trat er hinter dem Auto hervor und rief auf Deutsch: „Keine Bewegung!

Da ich hier einen englischen Roman, der gelegentlich auch deutsche Begriffe verwendet, ins Deutsche übersetze, habe ich natürlich das Problem, dass ich deutlich machen muss, wann Deutsch gesprochen wird, damit der Leser weiß, dass die amerikanischen Protagonisten jetzt nicht verstehen, was da geredet wird.

Ansonsten würde da so ein Desaster rauskommen, wie z. B. bei der deutschen Synchrofassung der norwegisch-amerikanischen TV-Serie Lillyhammer. Da geht es um einen amerikanischen Mafioso im Zeugenschutzprogramm, der nach Norwegen kommt. Er redet Englisch, die Norweger meist Norwegisch (ohne Untertitel), so dass man als Zuschauer den gleichen Kulturschock wieder die Hauptfigur erleidet, und ebenso aus der Situation heraus raten, muss was die Norwegerinnen da jetzt gesagt haben. In der deutschen Synchro sprechen einfach alle Deutsch und die Sprachprobleme und der Kulturschock sind wie von Zauberhand verschwunden.

Zusammenarbeit mit dem Lektorat?

Hier eine konkrete Frage an die erfahrenen Übersetzer. Wie läuft bei euch in der Regel die Zusammenarbeit mit dem Lektorat ab?

Ich habe da bisher unterschiedliche Erfahrungen gemacht. In dem einen Verlag erhalte ich, nachdem ich meine Übersetzung abgegeben habe, eine lektorierte Fassung zurück. In dieser sind alle Änderungen farblich markiert und sogar kommentiert. Hier gebe ich dann meist mein Einverständnis, diskutiere aber auch über manche Änderungen, die mir nicht gefallen.

Diese Arbeitsweise empfinde ich als extrem hilfreich, weil ich dadurch nicht nur direkt auf meine Fehler aufmerksam gemacht werde, sondern auch das Gefühl habe, als Übersetzer ernst genommen zu werden. Da ist der Entstehungsprozess bis zur fertigen Druckfahne eine Teamarbeit.

Ein anderer Verlag handhabt es ähnlich, nur dass der Lektor das Manuskript lieber per Telefon bespricht, nachdem er mir die farblich markierten Änderungen zugeschickt hat.

Diese beiden Vorgehensweisen scheinen auch bei den meisten erfahrenen Übersetzern üblich zu sein. Zumindest habe ich das so beim Übersetzerstammtisch rausgehört.

Ein dritter Verlag arbeitet ganz anders. Da schickt man seine fertige Übersetzung hin und sieht sie erst wieder, wenn man die Belegexemplare in der Hand hat. Ob man sie dann noch wiedererkennt, ist eine andere Frage (da die Bücher noch nicht erschienen sind, habe ich bisher noch keine Belegexemplare erhalten, und kann dazu nichts sagen).

Es gibt Übersetzer, die mit dieser Vorgehensweise einverstanden sind. Denn jede zusätzliche Arbeit an der Übersetzung ist unbezahlte Arbeit, in der man auch Geld mit einer anderen Übersetzung verdienen könnte. Aber, es steht ja der eigene Name auf der Übersetzung. Man steht praktisch für den gedruckten Text mit seinem Namen ein, auch wenn man nicht weiß, welche Veränderungen Verlag und Lektorat noch daran vorgenommen haben.

Selbst wenn ich mit allen Änderungen im Nachhinein einverstanden wäre, fühle ich mich bei dieser Variante nicht ganz wohl. Als Übersetzer habe ich ja auch das Urheberrecht an dieser Übersetzung (Achtung! Nicht das Verwertungsrecht!).

Also liebe Übersetzer, wie läuft es bei euch ab? Und welche Variante ist euch am liebsten?