Erste Leserstimmen zu „Dunkle Materie“

Tja, bei Amazon wird beim Taschenbuch immer noch das alte Cover angezeigt, das man aus mir unbekannten Gründen leider doch nicht verwendet hat. Wie auch immer, inzwischen gibt es erste Leserstimmen zu dem Buch – leider noch keine von Leserinnen. Die würden mich besonders interessieren.

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Auf Phantastik-News.de schreibt Gunter Barnewald:

Carolyn Ives Gilman gelingt ein interessanter, spannender und äußerst unterhaltsamer Roman, dessen Problem sicherlich in der Eingangskonstruktion der Geschichte liegt. Denn sowohl die ganzen physikalischen Prämissen als auch der komplexe kulturelle Hintergrund der verschiedenen menschlichen Völker der Zukunft verlangen dem Leser zu Anfang der Erzählung viel Konzentration und Phantasie ab.
Hat man sich dann aber in der Welt der Autorin eingefunden, wird man mit einer packenden und bunten Geschichte belohnt, wie man sie selten findet.

Und bei Amazon meint Olaf Thomas:

Eine frische Idee, ein gutes Setting und vor allem Einblicke in (Erlebnis-)Welten, die ich mir eigentlich gar nicht vorstellen kann. Besonders hervorheben möchte ich die genial umgesetzte Idee des Reises mit Lichtgeschwindigkeit und die davon ausgehenden Konsequenzen. Das hat mir sehr gut gefallen und mich sogar dazu verleitet ein wenig über die zu Grunde liegende Theorie von Einstein zu lesen (Warum bewegt sich nichts schneller als das Licht?). Der Roman macht alles richtig. Nie bin ich überfordert gewesen von Namen, Orten oder Zusammenhängen. Der Schreibstil ist locker und die kleinen witzigen Anspielungen erscheinen absolut glaubwürdig.

Thomas Götz auf Trekzone empfand einige Längen und ist der Auflösung nicht ganz zufrieden:

Schwer, eine Bewertung abzugeben, ist es aber allemal. Auf der einen Seite muss man den Mut loben, mit seinem Buch eine Botschaft übermitteln zu wollen und dabei auf Action zu verzichten und komplett in die ruhigen, nachdenklichen und teils philosophischen Gebiete abzudriften. Auf der anderen Seite muss der Spagat natürlich gelingen und der Leser sollte nicht zu gelangweilt sein, was hier, ähnlich zum »Ende des Regenbogens«, nicht immer gelingt.

DSFP-Jurymitglied Amtranik hat zwar etwas gebraucht, in den Roman reinzufinden, findet aber, dass sich der Aufwand gelohnt hat:

Ein Roman mit dem ich mich beim Lesen recht schwergetan habe der aber nichtsdestotrotz oder gerade deswegen zu den besseren des Genres zählt. Das Erstkontaktszenario ist bizarr und sehr fantasievoll und man braucht schon eine Menge Konzentration und Phantasie, um immer zu folgen. Die Belohnung ist eine ziemlich originelle Geschichte, die mich tatsächlich ob Ihrer Beschreibungen von sehr unterschiedlichen Wahrnehmungswelten, etwas an China Mievilles »Die Stadt und die Stadt« erinnert hat, allerdings mit weit besserer Rahmenhandlung und für mich höherer Plausibilität. Sicher nichts für jeden aber ganz bestimmt kein 08/15-Roman. 8/10

Schade, dass sich noch keine Leserinnen zu diesem feministischen und durchaus kontroversen SF-Roman geäußert haben. Deren Meinung würde mich besonders interessieren. In Zeiten Trumps ist das Thema aktueller denn je. Wobei es sich gleichzeitig auch um einen faszinierenden Erstkontaktroman mit interessanten physikalischen Konzepten handelt.

Belegexemplare eingetroffen: Dunkle Materie von Carolyn Ives Gilman

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Das ist eine Übersetzung, auf die ich besonders stolz bin, denn kein anderes Buch hat mir bisher beim Übertragen so viel Spaß gemacht wie dieses. Ich verweise noch einmal auf die Besprechung von Josefson in der SF & F Rundschau:

Auf dem Buchcover streut niemand Geringeres als Ursula K. Le Guin der Autorin Rosen. Was durchaus passt, denn mit ihrer »Twenty Planets«-Reihe hat Gilman ein literarisches Universum geschaffen, das Le Guins »Hainish«-Zyklus recht ähnlich ist. Wir bewegen uns in einem kleinen von Menschenabkömmlingen geschaffenen Sternenreich, bei dem es vor allem auf die kulturellen Unterschiede zwischen den einzelnen Planetenbevölkerungen ankommt.

… ein hervorragendes Buch voller faszinierender Ideen.

Allerdings ist das Buch jetzt mit einem anderen Cover erschienen. Keine Ahnung, warum? Vielleicht war der ursprüngliche Entwurf zu nahe am Original?

Ich befürchte ja, dass dieser Roman in der Flut der aktuellen Science-Fiction-Erscheinungen ein wenig untergehen wird, wodurch den Leserinnen und Lesern ein aufregender und origineller SF-Roman entgehen wird, der mich tatsächlich an Ursula K Le Guins Werke aus den 70er Jahren erinnert. Dunkle Materie, ist deutlich komplexer und anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick wirkt, und enthält einige radikale und kontroverse Themen, die es lohnt, zu diskutieren.

Als Übersetzer bin ich natürlich alles andere als objektiv, trotzdem würde ich das Buch als Leser in eine Reihe mit den besten SF-Romanen stellen, die ich in diesem Jahr gelesen habe: Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten von Becky Chambers, Aurora von Kim Stanley Robinson und Der Algorithmus des Meeres von Frank Hebben