Goebbels letzte Rede zu Hitlers Geburtstag gesucht (20.04.1945)

Wahrscheinlich bin ich nur zu doof, um richtig danach zu suchen. Aber hat jemand von euch zufällig den Originaltext von Goebbels Radioansprache zu Hitlers Geburtstag vom 20. April 1945?
Ich habe leider nur eine englische Übersetzung, brauche aber die deutsche Fassung. Ich kann da ja nicht einfach nach meinem Gutdünken übersetzen.

 

Nachtrag: Danke der Hilfe des Kollegen Robert (siehe Kommentare unten) habe ich jetzt den richtigen Teil der Rede vorliegen. Diese Anfrage hat sich damit erledigt. Beste Dank.

Zitate aus dem Ersten Weltkrieg gesucht

Aktuell übersetze ich eine TV-Dokumentation über den Ersten Weltkrieg, die ausschließlich aus (nachkolorierten) Originalaufnahmen aus dieser Zeit besteht. Das Skript ist auf Englisch, es gibt aber auch Zitate, die aus dem Deutschen ins Englische übersetzt wurden (aus »Mein Kampf« z. b., oder aus Reden). Leider konnte ich dazu nicht den deutschen Originalwortlaut finden. Vielleicht könnt Ihr mir ja weiterhelfen. Falls jemand die passende Stelle zur Hand hat, wäre ich um Hilfe sehr dankbar.

1933 gibt es in Tannenberg eine Feier zu Ehren von Hindenburg. Hitler sagt dabei: “Tannenberg is a symbol. It was here, in 1914,
that Germany’s destiny was determined.”
Kennt jemand den deutschen Originalwortlaut?

Aus dem Roman »August Vierzehn« von Solschenizyn gibt es folgendes Zitat: „The regiment is a sort of village, the officer a sort of squire, and so long as meals, mass and vodka are offered, bullets hold no terror for them.“
Hat jemand die deutsche Übersetzung von Swetlana Geier zur Hand und kann mir da weiterhelfen.

Zur Führungsspitze mit Ludendorff sag von Hindenburg: „It is a happy marriage.“
Weiß jemand, was genau er im Deutschen gesagt hat.

Nach dem Sieg in Polen 1914 sagt Hindenburg: „If things had turned out differently, mine would be the most hated name in all Germany.”
Der deutsche Wortlaut?

In »Mein Kampf« schreibt Hitler: “The pride of the fighting soon turned into nightmare”
Weiß jemand, was da im Original steht?

Momentan habe ich diese Zitate ins Deutsche zurückübersetzt. Was aber keine gute Lösung ist.

Kurzbesprechungen meiner Lektüre März bis Juni (Teil 2)

Keine Zeit! Keine Zeit! Deshalb nur kurz:

Frank Schätzing – Breaking News
Ein großer Stilist wird Schätzing nie werden, aber das muss er auch gar nicht. Wer schon einmal ein Interview mit ihm gehört hat, weiß, dass er so schreibt, wie er spricht. Im aktuellen Roman hat er sich offenbar Don Winslows Tage der Toten als Vorbild genommen, und schildert einen Jahrzehnte andauernden Konflikt in schnoddrig-zynischem Tonfall. Dabei kombiniert er eine aktuelle, brisante Verschwörungsgeschichte in Thrillerform, mit einer Familiengeschichte im Kontext der Gründung und Entwicklung des Staates Israels. Als roter Faden dient der Werdegang eines Freundes dieser Familie: Arial Sharon.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Schätzing gelingt es gut, die komplexe, kaum zu durschauende und auf westliche Leser vermutlich absurd anmutende Konfliktsituation des Nahen Ostens vor allem zwischen Israel und Palästina darzustellen. Auch wenn man manchmal der Erklärbär überhandnimmt. Kann ich jedem, der sich halbwegs für diesen Konflikt interessiert nur wärmsten empfehlen.
Jörg Maurer – Felsenfest

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Ich mag keine deutschen Krimis (bis auf die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher). Ich hasse Regionalkrimis. Aber Jörg Maurers Alpenkrimi Felsenfest hat mir richtig gut gefallen. Da geht es um ein Klassentreffen, das in einer Geiselnahme endet (tun das nicht alle Klassentreffen?), an deren Ende alle Lady-Gaga-Masken tragen. Ein Krimi, der das Lokalkolorit mit viel hintersinnigem Humor vermittelt und eine interessante Geschichte mit herrlich verschrobenen Figuren (wie dem Grantler) bietet. Da kann ich mich Denis Schecks Empfehlung nur anschließen.

Michael Chabon – Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay.

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Eine wunderbare Hommage an die Anfangsjahre des Superheldencomics, der vor allem von jungen jüdischen Autoren geprägt wurde. So auch die beiden Helden der Geschichte Sam Clay und Joe Kavalier. Letzterer musste vor den Nazis nach Amerika fliehen, und hofft, mit dem Geld, dass er durch die Comics verdient, seine Familie inklusive seines kleinen Bruders nachholen zu können. Ach ja, Zauberer und Entfesslungskünstler ist er auch noch. Über zwei Jahrzehnte erzählt Chabon auf wundervolle Weise die Familiengeschichte dieses dynamischen Duos und schafft es dabei viele interessante, zeitgeschichtliche Themen mit reinzupacken. Ein Meisterwerk!

Aktuelles: Phantastische Netzstreifzüge 22

Da sich wieder einige Links angesammelt haben und ich noch einige Blogeinträge für das Wochenende geplant habe, fasse ich mir hierzu kurz.

Why Horror is Good For You (and Even Better for Your Kids) – Greg Ruth stellt eine interessante These auf, die sagt, dass Horrorgeschichten für Kinder durchaus auch positive Effekte haben können. Natürlich jetzt kein brutaler Splatterpunk, aber gepflegter, halbwegs kindgerechter Grusel. Sollt man meiner Meinung nach aber nicht pauschalisieren, sondern als Elternteil bei jedem Kind individuell betrachten. Mir hat es jedenfalls nicht geschadet (hoffe ich mal), dass ich auch schon im Alter von 10+ Jahren Horrorfilme und Bücher konsumiert habe. Manche Schlüsse von Ruth teile ich aber nicht. Ob der Horror in der Fiktion wirklich auf die Schrecken des Lebens vorbereiten kann …?

Sigrid Löffler auf Literatursafari – Anubis (auf Lake Hermanstadt) über das merkwürdige Verhältnis der Literaturkritik gegenüber der literarischen Realität abseits des deutschen Elfenbeinturms. Der Artikel ist auch interessant für jene, die sich für afrikanische Literatur interessieren.

 THE CAGE – Prehistory – Brian Keene darüber, wie seine Novelle The Cage entstanden ist (er hat selbst im Elektromarkt gearbeitet), die ich unter dem Titel Eingesperrt ins Deutsche übersetzt habe. War meine erste Übersetzung.

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Neue Bücher Juni 2014 – Fantasybuch.de stellt wieder die deutschsprachigen phantastischen Neuerscheinungen des Monats vor. Die Brücke der Gezeiten würde mich ja interessieren, wenn es nicht ein gesplitteter Band wäre. David Hair werde ich mir dann lieber mal im Original holen. Ansonsten interessiert mich da nicht viel. Vielleicht noch der Klassiker Schwerkraft von Hal Clement.

Looking for Science Fiction, Fantasy and Horror Books Coming Out in June 2014? Here’s 276 of Them! – SF-Signal stellt die englischsprachigen Neuerscheinungen des Monats vor. Da interessieren mich nach einer ersten flüchtigen Durchsicht zwei Titel:
Shield and Crocus von Michael R. Underwood und The Last Page von Anthony Huso, welches aber bereits 2010 im Hardcover erschien.

Moral und Gewinne: Amazon, mal wieder. – Zoe Beck in einem klugen Beitrag über das aktuelle Gebashe gegen Amazon. Kann ich alles unterschreiben, nur als Kunde finde ich es nicht schön, wenn ich länger auf bestimmte Bücher warten muss, nur weil Amazon seine Bedingungen gegenüber einem Verlag durchsetzen will. Da ist der lokale Buchändler (den ich sowieso lieber unterstüzte) plötzlich schneller. Mal abgesehen davon, dass Amazons Bearbeitungszeiten in den letzten Monaten sowieso immer länger werden. Ich vermute mal, um mehr Kunden in das Prime-Angebot zu locken.

Another Word: Chasing the High – Schriftsteller Daniel Abraham in einem unterhaltsamen Artikel darüber, wie gearscht man sein wird, wenn man sich entscheidet, Schriftsteller zu werden – egal was passiert. Einen hab ich auch noch: Wenn die erste Fantasyreihe in deutscher Übersetzung floppt, der Verlag aber trotzdem die nächste bringen möchte – einfach weil sie gut ist – ist man gearscht, weil der Verlag einem einen neuen Nachnamen verpasst, damit man die neuen Bücher nicht mit den Ladenhütern aus der ersten Reihe in Verbindung bringt.

Moby-Dick und seine Übersetzer – Okay, der Artikel ist schon aus der Literaturbeilage der Zeit von 2001, aber ich kannte ihn noch nicht. Ist für alle interessant, die sich für Übersetzungen, das Problem mit der »richtigen Übersetzung« und Moby Dick interessieren.

Why translators deserve some credit – Der erfolgreiche und vielübersetzte britische Schriftsteller Tim Parks darüber, warum Übersetzer mehr Beachtung und Würdigung verdienen. Interessantes Detail:

Some years ago Kazuo Ishiguro castigated fellow English writers for making their prose too difficult for easy translation. One reason he had developed such a lean style, he claimed, was to make sure his books could be reproduced all over the world.

Ishiguro denkt also beim Schreiben schon an die armen Übersetzer, die sein Werk übersetzen müssen. Finde ich super!

Why I’m sending 200 copies of Little Brother to a high-school in Pensacola, FL – Cory Doctorow darüber, dass an einer Schule in Florida sein ausgezeichnetes Buch Little Brother aus dem Sommerleseprogramm genommen wurde. Besorgte Eltern, profanity, Infragestellen von Autorität und blablabla. In dem Buch gibt es weder vulgäre Sprache noch explizite Darstellung von Sexualität. Die Art, wie Autorität in dem Buch infrage gestellt wird, ist die, die einen zum mündigen Bürger macht.

 

 

Erschienen: Captain Future 03 – Die Herausforderung

Noch rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse ist „Captain Future 03 – Die Herausforderung“ in der Übersetzung von Frauke Lengermann erschienen. Ich habe das Buch jetzt selbst noch nicht in den Händen gehalten und gelesen. Aber hier der Link zur Leseprobe.

Und hier zitiere ich mal den Klappentext des Verlags:

Die Versorgung des Sonnensystems mit Gravium ist gefährdet! Die Minen, in denen dieses für die Raumfahrt unentbehrliche Metall abgebaut wird, werden bei Sabotageakten zerstört. Captain Future soll helfen, doch Curtis Newton wurde von dem geheimnisvollen »Zerstörer« entführt und befindet sich selbst in tödlicher Gefahr …

Der Roman Captain Future’s Challenge ist im Sommer 1940 in dem Pulpmagazin Captain Future − Wizard of Science erschienen. Er wird hier, erstmals auf Deutsch, mit sämtlichen Illustrationen und allen zur Serie gehörigen Materialien der Originalausgabe vorgelegt.

Die vorliegende Neuausgabe hat es sich zum Ziel gesetzt, Edmond Hamilton als Klassiker der Science Fiction ernst zu nehmen. Alle Texte werden vollständig und mit größtmöglicher Werktreue ins Deutsche übertragen.

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Band 4 „Der Triumph“ befindet sich zurzeit im Lektorat und ist für Mai 2014 angekündigt.

Phantastische Neuerscheinungen im Februar 2014

Die Seite SF-Signal stellt jeden Monat eine Liste (inklusive Cover) mit den kommenden phantastischen Neuerscheinungen auf dem amerikanischen Markt vor. Ist eine ganze Menge Zeug, was da so pro Monat erscheint. Sind natürlich viele Fortsetzungen und auch einige Neuauflagen dabei, aber auch viel Neues. Für Deutschland gibt es eine solche Übersicht leider nicht.

Was mich von den Neuerscheinungen im Februar interessiert:

Hier ist zwar der dritte Teil in der Liste, der hat mich aber auf Teil 1 „Cast of Stones“ (The Staff and the Sword) von Patrick W. Carr neugierig gemacht. Das liest sich nach richtig schöner 80er Jahre Fantasy.

Was mich auch interessiert:

The Winter People “ von Jennifer McMahon. Scheint ein unheimliche Rechercheroman zu sein. Da hätte ich mal wieder Lust drauf.

The Waking Engine “ von David Edison. Die Idee erinnert an den Flußweltzyklus von Phillip Jose Farmer – nach jedem Tod wacht man in einer anderen Welt auf. Bin gespannt, was Edison aus dieser Idee macht.

Three Princess “ Ramona Wheeler. Alternativweltszenario, in der antike Imperien wie das Ägyptische Pharaonenreich überdauert haben.

Skeptisch bin ich bei „Influx “ von Daniel Suarez. Nach seinem genialen Debüt „Daemon/Darknet“, hat er mit „Kill Decision“ eher enttäuscht

 

Wo man mich (nicht mehr) trifft

In Berlin! Ich werde umziehen. Vier Jahre nachdem ich für mein Studium von Hilgert (im Westerwald) nach Berlin gezogen bin, werde ich jetzt in meine Heimat zurückkehren. „Jetzt“ heißt übrigens am Donnerstag (5.9.13) per Fernbus. Der komplette Umzug wird wahrscheinlich am 28.9 stattfinden. Die Entscheidung ist nach reiflicher Überlegung dann etwas kurzfristig (letzte Woche Donnerstag endgültig) gefallen, weshalb ich es leider nicht geschafft habe, mich mit allen Berliner Freunden noch mal zu treffen.

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Einerseits freue ich mich auf den Westerwald, und dass ich nicht mehr zwischen zwei Wohnsitzen hin und her pendeln werde, ohne irgendwo richtig heimisch zu sein, andererseits wird mir Berlin sehr fehlen. Warum und was mir an Berlin so gefällt, darüber werde ich demnächst noch einen eigenen Blogeintrag verfassen.

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In Zukunft kann man mich wieder hier treffen

Berlin werde ich nächstes Jahr aber auf jeden Fall besuchen, und ich schließe auch nicht aus, in Zukunft nochmal in die Hauptstadt zu ziehen, sollte es sich beruflich so ergeben. Ich mag die Abwechslung.

So, und jetzt gehe ich noch ein letztes Mal zum Stöbern in die beste Buchhandlung der Welt.

Fantasy Filmfest 2013 – Mein Fazit + Kurzkritiken

15 Filme habe ich in diesem Jahr auf dem Fantasy Filmfest gesehen. Darunter war erstaunlicherweise nur eine Gurke (Lords of Salem). Allerdings war auch kein richtiger Kracher dabei, der mich in pure Begeisterung versetzt hat. Die Filme bewegten sich mehr in einem Bereich von ganz in Ordnung über gut bis sehr gut. Einige bekamen natürlich den obligatorischen Festivalbonus, sprich sie wirkten in der Atmosphäre des FFF unter Gleichgesinnten besser, als wenn man sie zu Hause sehen würde (wie Fesh Meat z. B.).

Einige Filme habe ich leider nicht sehen können. Da ich mit meiner Diplomarbeit und einer Übersetzung nicht rechtzeitig zum FFF fertig geworden bin, musste ich 2 ½ Tage sausen lassen. Besonders leid, tut es mir um den durchgeknallten indischen Film Makkhi, in dem jemand als Fliege wiedergeboren wird und sich an seinem Mörder auf sehr kreative Weise rächt. Auch den koreanischen Thriller New World hätte ich gerne gesehen.

Insgesamt war es ein wirklich tolles Festival im sommerlichen Berlin. Eine so hohe Ausbeute an ungurkigen Filmen hatte ich bisher noch nicht. Da ist auch das Fehlen eines besonderen Highlights zu verschmerzen. Hätte ich eine Dauerkarte und mehr Filme gesehen, dann wäre die Gurkendichte vermutlich höher ausgefallen.

Ich hatte allerdings den Eindruck, dass die Filme insgesamt etwas schwächer besucht waren, als in den Vorjahren. Ich hatte nicht einen einzigen Film der ausverkauft war. Nicht einmal In the Name of the Son und Byzantiumam Freitag- bzw. Samstagabend oder der Eröffnungsfilm. Das hatte ich bisher noch nie. Sonst mussten die Leute sogar auf der Treppe sitzen. Vielleicht waren die Besucherzahlen ja gleichmäßiger auf die beiden Parallelvorstellungen verteilt, aber auch in Hamburg war dieser Besucherschwund zu beobachten.

Manche werfen dem Festival vor, dass es dadurch, dass es immer mehr Arthousefilme und solche die für ein Mainstreampublikum tauglich sind, ins Programm nimmt, an Profil verliert und damit auch an altem Stammpublikum. Eine Kritik, der ich, zumindest teilweise und trotz meiner guten Filmausbeute in diesem Jahr, zustimmen kann. Echte Kracher wie Martyrs, Ex-Drummer, High-Tension, Enter the Void  oder Tucker & Dale vs. Evil“ werden seltener. Harte Horrorschocker sucht man vergebens, ebenso wie Durchgeknalltes aus Südkorea oder Japan. Asien war insgesamt schwach vertreten.

Provokante Filme sind in diesem Jahr nur In the Name of the Son“ und Big Bad Wolves aufgrund ihrer Thematik. Radikale Filme, die auch in ihrer Machart radikal sind, gibt es nicht.

Das Filmfest konnte mich in diesem Jahr zwar gut unterhalten, aber es hat mich weder in Ekstase oder Begeisterung versetzt noch hat es mich vor den Kopf gestoßen, wie seinerzeit z. B. mit Martyrs. Ich sehe mir sehr gerne Arthousefilme und anspruchsvolle Dramen an, aber dafür kann ich auf die Berlinale oder in reguläre Kinovorstellungen gehen. Auf dem Fantasy Filmfest will ich extreme Filme sehen, die provozieren, schockieren und verwirren. Die mal so richtig auf die Kacke hauen, politisch völlig unkorrekt oder durchgeknallt sind.

Ich weiß natürlich nicht, was hinter den Kulissen des Filmfests abläuft, warum sie welche Filme zeigen, warum bestimmte Filme nicht laufen. Das kann alles sehr vielschichtige Gründe haben. Mein Fazit hier ist aus meiner Perspektive als langjähriger Festivalbesucher geschrieben, ohne irgendwelches Insiderwissen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass es das Fantasy Filmfest noch gibt, und gehe weiterhin gerne dahin, bin aber auch ein wenig über die Auswahl der Filme bzw. die Richtung, die das Fest einschlägt besorgt. Ich würde mich freuen, wenn es wieder mehr extreme und provokante Filme wie in den vergangenen Jahren geben würde.

Hier meine Kurzkritiken, die ich ursprünglich während des Festivals im Forum von SF-Fan.de veröffentlicht habe. Wenn ihr auf den Filmtitel klickt, kommt ihr zur offiziellen Filmbeschreibung mit Trailer.

Fresh Meat – oder was passiert, wenn man Akademikern ihren wohlverdienten beruflichen Aufstieg verwehrt

Vier Gangster auf der Flucht verstecken sich im Vorstadtheim einer vierköpfigen kannibalistisch veranlagten Familie, nehmen diese als Geiseln und bleiben zum Essen.
Eine unterhaltsame schwarze Komödie, mit Splatterelementen, Slapstick und schlechtem Geschmack. Teilweise etwas zu überzogen, aber insgesamt sehr spaßig. Auch Familiendrama im Stil von „was ich schon immer nicht über meine Eltern wissen wollte“. Wie in meinem letztjährigen ersten Festivalfilm steht auch hier Fingerfood auf der Speisekarte. Die Neuseeländer wissen einfach, wie man gute Splatterkomödien dreht. Ein Film, wie fürs Fantasyfilmfest gemacht.

The Philosophers – oder warum die Apokalypse besonders Dichtern Kopfschmerzen bereitet

Eine Schulstunde in einer englischen Schule in Jakarta. Auf dem Stundenplan steht Philosphie. Ein Gedankenspiel. Was tun, wenn die Apokalypse vor der Tür steht und man einen Bunker mit nur 10 Plätzen für 20 Schüler hat. Jeder von ihnen bekommt einen Beruf zugewiesen, dann sollen sie nach Nützlichkeit darüber abstimmen, wer rein darf.

Das Gedankenspiel wird dabei in schönen, edel gefilmten Bildern vor dem Panorama einer atomaren Apokalypse gezeigt. Dass der Film dabei nicht langweilig wird, liegt an seinem Humor. Wenn Ihr von Beruf Dichter seid und der Weltuntergang vor der Tür steht … na ja, viel Erfolg.
Gegen Ende wird der Film etwas zu belehrend, außerdem fehlt eine richtige Dramaturgie, teilweise plätschert er so vor sich hin und philosophisch in die Tiefe geht er auch nicht wirklich. Trotzdem fand ich ihn ganz in Ordnung. Kann man sich ansehen, viele in der Berliner Vorstellung sollen ihn aber auch schlecht gefunden haben.

Odd Thomas – oder ich sehe was, was du nicht siehst

Stephen Sommers verfilmt Dean Koontz. Ob das was werden kann? Ja, und zwar richtig unterhaltsam. Odd Thomas ist ein seltsamer junger Mann, der in der kleinen Wüstenstadt Pico Mundo wohnt, eine bezaubernde Freundin namens Stormy hat und dessen Vater der Polizeichef ihn immer wieder aus Schwierigkeiten holt. In die gerät er immer wieder, weil er tote Menschen sehen (aber nicht hören) kann. Die führen ihn immer wieder zu ihren Mördern, die Odd dann schlagkräftig zur Strecke bringt, was seinen Vater immer wieder in Erklärungsnöte bringt. Was Odd auch sehen kann, sind Dämonen, die sich am Leid von Menschen ernähren. Als diese Viecher Pico Mundo plötzlich überrennen, weiß Odd, dass eine Katastrophe bevorsteht.

Die Stärke des Films sind seine beiden Hauptfiguren Odd und Stormy, die so liebevoll und skurril beschrieben werden, dass sie einem einfach sympathisch sein müssen. Odds Vorgehen wird konsequent, actionreich und sehr witzig inszeniert und die CGI-Effekte sind gut gelungen. Teilweise wirkt der Film schon etwas mainstreamig und vorhersehbar, aber das gelungene Ende, macht das wieder wett. Eine klare Empfehlung.

The Congress

In dem Film von Ari Folman (Waltz with Bashir) geht es um die Schauspielerin Robin Wright (die sich selbst spielt) und ihr letztes großes Engagement. Der alternde Star aus „Forest Gump“ und „The Princess Bride“, soll von ihrem Filmstudio Miramount komplett per Computer eingescannt werden, und diese virtuelle Robin Wright soll in Zukunft alle Rollen für sie übernehmen. Der erste und stärkste Teil des Films beschreibt die Zeit von diesem Angebot bis zum Einscannen. Dabei geht es vor allem um verblassenden Ruhm, falsche Entscheidungen, Wrights Kinder und die Beziehung zu ihrem Agenten (Harvey Keitel).
Das war für mich der beste Teil des Films, Robin Wright spielt großartig, Harvey Keitel hält einen tollen Monolog und ihr Familienleben wird sehr warmherzig und originell dargestellt. Außerdem ist es ein sehr witziger Seitenhieb auf die großen Hollywoodstudios und das Filmgeschäft.
Dann gibt es einen Bruch und die Zeichentricksequenzen fangen an. Das wirkt zunächst sehr beeindruckend und herrlich durchgeknallt, wie ein LSD-Trip, den Ralph Bakkshi entworfen hat. Für meinen Geschmack zieht er sich aber zu lange hin. Zwischendurch fand ich den Film total langweilig und am Ende auch nicht ganz stimmig. Keine Gurke, durchaus ein guter Film, für mich aber stellenweise zu langweilig und verwirrend, mit zu großen Brüchen in der Handlung.

In der Wiederholung wurde der Film, anders als am Eröffnungsabend, mit dem neuen Atmos-Sound von Dolby gezeigt, der mit seinen bis zu 160 Tonkanälen (in diesem Film waren es 48 oder so) tatsächlich ein sehr beeindruckendes Hörerlebnis erzeugt. In Berlin gibt es bisher nur drei Kinosäle, die dieses Soundsystem eingebaut haben.

Inwiefern der Film etwas mit der Vorlage von Stanislaw Lem zu tun hat, kann ich nicht sagen, da ich diese nicht kenne.

Europa Report

Eine bemannte Weltraummission zum Jupitermond Europa, rund um die Uhr gefilmt mit Big-Brother-Kameras. Doch nach einem Zwischenfall bricht der Kontakt zur Erde ab. Erst nach Ende der Mission bekommen die Zuschauer auf der Erde (also wir) das Filmmaterial zu sehen.

Found Footage wird vor allem gemacht, um kostengünstig zu produzieren, oft kommt dabei unlogischer Murks heraus. Bei „Europa Report“ geht das Konzept aber auf. Das Filmmaterial wirkt authentisch und man hat das Gefühl hautnah bei der Mission dabei zu sein. Dabei ist die Geschichte frei von dem ganzen Hollywoodmist mit Beziehungskisten und Bösewicht. Die Astronauten verhalten sich erstaunlich kompetent und erfrischend sachlich. Trotzdem gibt es einige spannende Szenen.

Europa Report ist beste und faszinierende Hard-SF, die auch aus der Feder von Ben Bova stammen könnte. Nach den ganzen Action-SF-Filmen des Jahres eine willkommene Abwechslung. Endlich mal wieder realistische SF.

I Declare War

Krieg der Knöpfe mit schwerem Geschütz. Eine Gruppe von Kindern spielt mit aus Holz zusammengebastelten Waffen, die in ihrer Fantasie zu echten Waffen werden, Krieg im Wald. Zwei Gruppen, zwei Basen, Capture the Flag und ganz viel zwischenmenschliches Beziehungsgeflecht unter den Kindern, von denen jedes seine eigenen Gründe hat, an der Schlacht teilzunehmen.
Der Film ist richtig gut, die Kinderdarsteller sind großartig und die Handlung wirklich spannend inszeniert. Jedes Kind hat seinen eigenen vielschichtigen Charakter, was von den Darstellern super rübergebracht wird. Ein Film für all diejenigen, die sich einen Teil ihrer Kindheit bewahrt haben und noch wissen, wie es ist, mit Spielzeuggewehren durch den Wald zu robben.

Haunter

Hier will ich nicht zu viel verraten. Edel gefilmter sehr spannend und gruselig inszenierter Haunted-House Film, mit viel Liebe zum Detail, bei dem nicht alles so ist, wie es scheint. Es konzentriert sich alles auf die von Abegail Breslan gespielte 16-jährige Haupfigur, die The Smith, The Curé und David Bowie hört (der Film spielt in den 80ern) und deren Bruder Packman spielt. Und Breslan überzeugt auf der ganzen Linie. Eine klare Empfehlung, auch wenn mir etwas gefehlt hat, dass ich nicht näher definieren kann.

In the Name of the Son

Das ist er also, der Film, wegen dem ich aufs Fantasy Filmfest gehe – der bitterböse, provokante Kracher, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Empfehlung vom Katholischen Filmdienst bekommen wird.
Eine bitterböse und tiefschwarze Komödie über Kindesmissbrauch und den Verlust des Glaubens einer tiefreligiösen Frau an die Institution der Kirche, die ihre Rache an den pädophilen Priestern – von denen einer ihren Sohn in den Selbstmord getrieben hat – selbst in die Hand nimmt.
Für mich bisher der beste Film des Festivals, bei dem einem das Lachen mehr als einmal im Halse stecken bleibt.

Nachtrag zu In the Name of the Son: hier war übrigens der Regisseur anwesend und hat sichtlich nervös aber durchaus sympathisch fleißig Fragen beantwortet.

Ich hänge mit meinen Kurzkritiken etwas hinterher, da ich in den letzten beiden Tagen noch meine Bachelorarbeit (die ich morgen abgeben werde) druckfertig machen musste.
Deshalb verweise ich beim Film Byzantium nur auf die Rezension vom Wortvogel (http://wortvogel.de/2013/08/fantasy-filmfest-2013-5-byzantium/), der ich mich hundertprozentig anschließe, und merke noch an, das Saoirse Ronan mal wieder eine beeindruckende Leistung abliefert. Allein wegen ihr hat sich der Film schon gelohnt.

Wrong

Ein knallhartes Entführungsdrama. Paul ist verschwunden und sein bester Freund Dolph gerät auf seiner verzweifelten Suche an den dubiosen Master Cheng. Schon bald brennt ein Auto, es fließt erstes Blut und es gibt einen Toten. Dolph findet sich in einem Strudel aus Sex, Verrat und Tannebäumen, kommt vom Regen in die Traufe und steckt so richtig in der Scheiße. „Wrong“ macht alles richtig und schickt den Zuschauer auf einen Psychotrip bis in die tiefsten inneren Abgründe. Muss man gesehen haben. Vor allem wenn man sich fragt, warum der eigenen Wecker nach 7:59 Uhr nicht auf 7:60 umspringt.

Drug War

Johnie To liefert wie immer einen erstklassigen Film ab. Anfangs sehr ruhig, fast wie eine Dokumentation vom Polizeialltag einer Anti-Drogeneinheit in der chinesischen Provinz. Dabei aber sehr unterhaltsam mit gutem Humor. Am Ende gibt dann aber noch die gewohnte Johnie-To-Schießerei, die wie immer ihresgleichen sucht. Diesmal nicht mit arschcooler Ästhetik überstilisiert wie in “Election” “Vengeance” oder “Exile”, sondern so knüppelhart und grausam, dass dem Publikum mehr als einmal ein ungläubiges Keuchen entfuhr (eher wie bei “Breaking News”). Bekommt von mir 9 von 10 Hahas

Love Eternal

Ruhiges Drama um einen sensiblen jungen Mann, der regelmäßig Damenbesuch erhält und sich am liebsten mit dem Tod beschäftigt. Dem Wortvogel Torsten Dewi hat er überhaupt nicht gefallen, ich fand ihn ganz schön und teilweise auch lustig. Tolle Filmmusik und einige makabre Szenen. Eigentlich ein tieftrauriges Drama, das viele vermutlich als langweilig empfinden werden.

Lords of Salem oder hässliche Hexen mit einer hygienischen Behinderung
Ein Film, der meine Erwartungen voll erfüllt hat. Denn durch die vielen schlechten Kritiken im Vorfeld rechnete ich bereits mit der wirren Hexenhokospus Gurke, in der es eigentlich nur darum geht, Sheri Moon Zombie in Szene zu setzen. Sieht man einmal nicht Sheri Mono Zombie, dann tanzen verschrumpelte, hässliche Hexen nackt ums Feuer oder spucken Neugeborenen ins Gesicht. Von Rob Zombie hatte ich mehr erwartet als ein lahmer Aufguss alter Hexen und Satanskinderfilme wie „Rosmary’s Baby“. „Lords of Salem weißt nicht den geringsten Funke Originalität auf. Hat man alles schon gesehen, und zwar besser, spannender und gruseliger.

Dirty Weekend

… ist eine witzige, schwarze low Budget Komödie um einen Lehrer, der seine Geliebte, die auch seine Schülerin ist, beim Romantikwochenende in Frankreich um die Ecke bringen möchte, was durch die Ankunft eines maskierten Verbrechers mit Goldschatz verkompliziert wird.

You’re Next

… ist ein knallharter Home-Invasion Thriller, der so richtig den Saal gerockt hat. Klare Empfehlung. Familienfeier auf einem abgeschiedenen Anwesen, das bald von maskierten Armbrustschützen Besuch erhält. Daraus entwickelt sich ein brutaler Survivalthriller, bei dem eigentlich nur eine Person Überlebensinstinkt entwickelt und damit zum Alptraum für die Killer wird. Sauspannend und mit vielen Schockmomenten. Der schreckhafte Zuschauer neben mir fuhr mehr als einmal zusammen und hat ängstlich die Hände vor die Augen gehalten.

Captain Future 04 – Der Triumph (Übersetzung ist fertig)

Nach einem neunstündigen Arbeitstag habe ich gerade im letzten Licht der untergehenden Sonne meine Überarbeitung der Übersetzung von „Captain Future 04 – Der Triumph“ beendet und an den Verlag abgeschickt.

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Das Buch soll Ende des Jahres erscheinen. Wer so lange nicht warten kann, darf sich auf Band 3 „Die Herausforderung“ in der Übersetzung von Frauke Lengermann freuen, die im Herbst erscheinen soll.

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Hm, anscheinend hat man die Cover der beiden Bücher getauscht, nachdem ich sie zum ersten Mal hier im Blog gepostet habe.

Design des Blogs geändert

Nachdem ich heute den Hinweis bekommen habe, dass Kommunikationsdesigner davon abrieten, helle Schrift auf dunklem Grund zu verwenden, weil es Menschen gibt, die das nicht gut lesen könnten und es nicht so gut im Gedächtnis bleiben solle, sehe ich mich in meinem Entschluss bekräftigt, mein Design zu ändern. Ich habe es eigentlich lieber schlicht und es hat mich immer gestört, dass ich bei meinem alten Design keine Menüleiste unter der Titelzeile translate or die anbringen konnte. Wenn man WordPress kostenlos nutzt, muss man sich an die vorgegebenen Designs halten.

Deshalb die Änderung. Wobei ich mit dem blauen Header noch nicht so zufrieden bin. Ich muss mal schauen, ob ich ein ähnliches Design mit grünem Header finde. Aber von der Struktur und dem weißen Hintergrund soll der Blog jetzt so bleiben. Das alte Design mit schwarzem Hintergrund, grauer Schrift und orangenen Überschriften war doch zu knallig.