Mein Lesejahr 2017

Hier die Liste der Bücher, die ich 2017 zu Ende gelesen habe. Ich habe sie (fast) alle mehr oder weniger lang auf diesem Blog besprochen, bin aber zu faul, 68 Links zu setzen. Ich verlinke nur jene, die ich in meinem Resümee unter der Liste gesondert erwähne. Den Rest findet man über die Suchfunktion ganz einfach. Bei Sammelrezis muss man manchmal etwas runterscrollen.

Januar

1. Bruce Springsteen – Born to Run
2. Antoine Laurain – Liebe mit zwei Unbekannten
3. Anne Berrest – Emelienne oder die Suche nach der perfekten Frau
4. Didier Erebon – Rückkehr nach Reims
5. Oliver Plaschka – Marco Polo – Bis ans Ende der Welt
6. Ben Aaranovitch – Der böse Ort
7. Nathan Hill – Geister

Februar
8. Thomas Mullen – Darktown
9. Jiro Taneguchi – Vertraute Fremde
10. Kai Mayer – Die Krone der Sterne
11. Philip Pullman – Der goldene Kompass
12. Mats Strandberg – Die Überfahrt
13. Susan Brownrigg – Pages for you

März
14. Andrzej Sapkowski – Das Erbe der Elfen
15. Francois Sagan – Bonjour tristesse
16. Philip Reeve – Mortal Engines
17. H. P. Lovecraft – Der Fall Charles Dexter Ward
18. Caitlan R. Kiernan – Agents of Dreamland
19. Delphine de Vigan – No und ich

April
20. Harry Mulisch – Die Entdeckung des Himmels
21. Daryl Gregory – Afterparty
22. Charlie Jane Anders – Alle Vögel unter dem Himmel
23. Thomas Thiemeyer – Babylon
24. Allan Cole u. Chris Bunch – Die fernen Königreiche
25. Chris Cleave – Liebe in diesen Zeiten

Mai
26. Edouard Louis – Das Ende von Eddy
27. Hella Boerken – Paris-Spaziergänge: Die schönsten Streifzüge durch die französische Metropole
28. Jean-Christophe Grange – Herz der Hölle

Juni
29. Seth Dickinson – The Traitor Baru Cormorant
30. Muriel Barbery – Die Eleganz des Igels
31. David Morrel – Der Opiummörder
32. William Finnigan – Barbarian Days: A Surfing Life
33. James Lee Burke – Blut in den Bayous

Juli
34. Kristin Hannah – Die Nachtigall
35. Joe R. Lansdale – Die Wälder am Fluss
36. Rebecca Hunt – Everland
37. Jean-Michel Guenassia – Eine Liebe in Prag
38. Michael Chabon – Telegraph Avenue

August
39. Thankmar von Münchhausen – Paris: Geschichte einer Stadt seit 1800
40. Abir Mukherjee – Ein Angesehener Mann
41. Jay Kristoff – Nevernight: Die Prüfung
42. Virgine Despentes – Das Leben des Vernon Subutex
43. Philip Winkler – Hool

September
44. Lian Hearne – Die Legend von Shikanoko (Herrscher der acht Insel)
45. Philip K. Dick – Blade Runner
46. Ethan Cross – Spektrum
47. Stephen Elliott – My Girlfriend comes to the City and beats me up
48. André Marx – Die ???: Das Geheimnis des Bauchredners
49. Volker Kutscher – Lunapark
50. Maigret, Berest, Mas, Diwan- How to be a Parisian
51. John Scalzi – Kollaps

Oktober
52. Adam Neville – The Ritual
53. William Blatty – The Exorcist
54. Don Winslow – Corruption
55. John Langan – The Fisherman

November
56. Candice Fox – Hades
57. Verena Maria Kallmann – Von Elise
58. Albert Sanchez Pinol – Pandora im Kongo
59. Stephanie Buttland – Ich treffe dich zwischen den Zeilen
60. Jesmyn Ward – Sing, Unburied, Sing
61. Barbara – Es war einmal ein schwarzes Klavier
62. Jean Paul Didierlaurent – Die Sehnsucht des Vorlesers

Dezember
63. Patrica Williams und Jeannine Amber – Rabbit: A Memoir
64. Angela Davis – An Autobiography
65. Jean-François Parot – Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel
66. Philip Pullman – Das magische Messer
67. Jeffery Deaver – Der talentierte Mörder
68. Leigh Bardurgo – Das Lied der Krähen

Resümee

68 Bücher habe ich im Jahr 2017 zu Ende gelesen, 2016 waren es nur 52. Ungebrochen war mein schon 2016 entstandenes Interesse an französischer Literatur, das mit einem einwöchigen Parisbesuch seinen Höhepunkt erlangte. 15 Bücher aus französischer Feder habe ich in deutscher Übersetzung gelesen, dazu zwei deutsche Sachbücher über Paris.

21 der Bücher wurden von Frauen geschrieben. 24 Bücher fallen unter Phantastik, darunter nur 5 Science-Fiction-Büchern. Ich hatte so ziemlich das ganze Jahr über keine große Lust auf Phantastik. Einiges davon habe ich nur gelesen, weil Fischer Tor mir die Bücher unaufgefordert geschickt hat und ich bei einigen davon doch neugierig wurde. Jene Bücher, die mich 2017 am meisten begeistert haben, fallen nicht unter Phantastik (oder nur im weiteren Sinne, wie z. B. Die Entdeckung des Himmels).

Harry Mulischs Jahrhundertroman wollte ich schon seit Langem lesen, hatte keine Ahnung, worum es überhaupt geht und wurde dann sehr positiv überrascht. Oliver Plaschkas historischer Roman Marco Polo: Reise ans Ende der Welt konnte bei mir einen Sense of Wonder und einen Abenteuergeist wecken, wie es keinem der phantastischen Bücher gelungen ist. Tief berührt hat mich Kirstin Hannahs Die Nachtigall, über zwei Schwestern, die den 2. Weltkrieg in Frankreich auf ganz unterschiedliche Weise erleben.

Nathan Hills Geister und Thomas Mullans Darktown werfen jeweils einen interessanten Blick auf spannende Epochen der amerikanischen Geschichte, und sind meisterhaft erzählt. Jiro Taneguchis Vertraute Fremde ist ein wunderbarer Manga über eine Zeitreise in die eigene Jugend und die Frage, was wir tun würden, wenn wir die Jugendjahre mit dem Wissen von heute noch einmal erleben könnten.

Über jene Jugendjahre schreibt auch der Boss Bruce Springsteen in seiner großartigen Autobiografie Born to Run ganz meisterhaft und atmosphärisch dicht. Deutlich bedrückender sind da die autobiografischen Bücher von Éduard Louis (Das Ende von Eddy) , Didier Erebeon (Rückkehr nach Reims) und Patricia Williams (Rabbit: A Memoir) ausgefallen, kämpferisch hingegen die von Angela Davis. Ich liebe Autobiografien von charismatischen Menschen, die interessante Leben geführt haben. Das dürfen dann auch mal ganz fröhliche Geschichten sein, wie die Surferautobiografie Barbarian Days: A Surfing Life von William Finnegan oder die unvollendeten Memoiren der französischen Sängerin Barbara.

Durchweg stark fand ich alle historischen Romane, die ich 2017 gelesen habe, neben den schon erwähnten von Oliver Plaschka und Kirstin Hannah, auch Der Opiummörder von David Morrel, Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel von Jean-François Paro, Die Wälder am Fluss von Joe R. Lansdale, Lunapark von Volker Kutscher, Pandora im Kongo von Albert Sanchez Pinol, Eine Liebe in Prag von Jean-Michel Guenassia, Liebe in diesen Zeiten von Chris Cleave, Ein Angesehener Mann von Abir Mukherjee und Everland von Rebecca Hunt. Ja, der historische Roman scheint sich, neben den Autobiografien, zu einem meiner Lieblingsgenres zu entwickeln.

Während bei der Phantastik momentan etwas Flaute herrscht. Besonders begeistern konnte mich eigentlich nur Philip Reeves Mortal Engines, ein toller postapokalyptischer Jugendroman mit riesigen Raubtierstädten auf Rädern. Das Erbe der Elfen von Andrzej Sapkowski war ziemlich gut, wenn auch für einen Roman noch etwas zu episodenhaft. Die große Überraschung war für mich Alle Vögel unter dem Himmel von Charlie Jane Anders, das hatte mich eigentlich gar nicht interessiert, doch dann lag es im Briefkasten, ich las in die ersten Seiten rein und konnte dann gar nicht mehr aufhören. Eine tolle Mischung aus Fantasy und Science Fiction, die viel zu wenig Beachtung hier in Deutschland erhalten hat.

In der Science Fiction konnten mich jetzt weder Die Krone der Sterne von Kai Meyer noch Kollaps von John Scalzi groß vom Hocker hauen. Einzig der Reread von Philip K. Dicks Blade Runner brachte meine Augen zum Funkeln. In der klassischen Fantasy gab es mit Das Lied der Krähen von Leigh Bardurgo und Nevernight von Jay Kristoff zwei sehr gute Romane, bei denen mir das gewisse Ewas aber noch gefehlt hat. Ein originelles Setting bot Lian Hearn Die Legend von Shikanoko, die auch noch toll erzählt ist.

Im Bereich Horror stach John Langans The Fisherman hervor. Bei den Thrillern natürlich James Lee Burke mit Blut in den Bayous, während Jeffery Deaver und Don Winslow mit ihren neun Werken etwas schwächelten und nur oberen Durchschnitt ablieferten.

Bei der zeitgenössischen Literatur ragte vor allem Michael Chabon mit Telegraph Avenue hervor, aber auch Delphin de Vigan (No und ich) und Virgine Despentes (Das Leben des Vernon Subutex) brauchen sich hinter ihrem amerikanischen Kollegen nicht zu verstecken.

Deutsche Autoren sind nur 8 auf der Liste zu finden. Besonders erwähnen möchte ich da Verena Maria Kallmanns Von Elise und mein Sachbuch des Jahres: Paris: Geschichte einer Stadt seit 1800 von Thankmar von Münchhausen. Wie man sieht, mit deutschen Autoren habe ich es nicht so, vor allem, wenn deren Bücher auch in Deutschland spielen. Mich interessiert eher die Ferne. Philip Winklers Hool war ganz nett, mir insgesamt aber zu oberflächlich und knapp. Da merke ich gerade, dass ich mit Reeve, Pullman und Winkler gleich drei Philips gelesen habe.

Unter den 68 Büchern befanden sich übrigens nur 11 E-Books, was mein Vorhaben, das Wachstum meiner Büchersammlung zu beschränken, doch stark untergräbt. Ich musste dieses Jahr auch noch ein weiteres Bücherregal anbauen, das inzwischen auch schon wieder ganz gut gefüllt ist. Damit ist aber jetzt auch der letzte freie Platz erschlossen, was bedeutet, dass ich versuchen werde, 2018 mehr E-Books zu lesen und weniger Bücher zu kaufen. Was heißt, dass ich wieder mehr englischsprachige Bücher lesen werde, denn bei deutschen Verlagen sind mir die E-Books im Verhältnis zur Printausgabe meist zu teuer.

Ausblick auf 2018

Gerade gelesen habe ich mit Mariana Lekys Was man von hier aus sehen kann eines meiner Weihnachtsgeschenke, ansonsten werde ich mich vor allem auf afroamerikanische Literatur (vor allem von Frauen) und Bücher über die afroamerianische Geschichte konzentrieren. Dazu noch ganz viel über New York. Wie man sieht, ist mein Fokus inzwischen von Frankreich hinüber in die USA verrutscht. Inzwischen habe ich mit Nnedi Okorafors Who Fears Death begonnen (das wir hier im Lesezirkel des SF-Netzwerks besprechen), N. K. Jemisins The Broken Earth wartet auch schon auf dem Kindle, daneben sind schon Toni Morrison und Octavia Butler geplant. Also durchaus auch Phantastik.

5 Gedanken zu “Mein Lesejahr 2017

  1. Eine schön abwechslungsreiche Liste.

    Historische Romane möchte ich auch mal wieder häufiger lesen, aber gerade in diesem Genre finde ich es verdammt schwer, etwas Vernünftiges zu finden. Es sollte einerseits nicht ZU verkopft sein, aber natürlich auch nicht an das andere – nennen wir es mal „kitschig-schwülstige“ – Ende der Skala heranreichen. Somit nehme ich deine Tipps aus diesem Bereich gerade besonders interessiert auf. Meine aktuellen Neuerwerbungen sind hier „Der Winterkönig“ von Jörg Olbrich und „Tyll“ von Daniel Kehlmann, von denen ich mir einiges verspreche.

    Im Bereich der Phantastik hast du mich jetzt v.a. auf „Mortal Engines“ neugierig gemacht. Das hatte ich zwar schon mal zur Kenntnis genommen (Ende des Jahres steht ja eine Verfilmung an), aber so richtig angesprochen fühlte ich mich bisher noch nicht. Mal sehen.

    Mein Rat für 2018 lautet: Wieder mehr SF 😉

    • Es gibt so viele tolle historische Romane abseits des Wanderhurenkitschs. Bei „Tyll“ bin ich auch noch am überlegen, wobei der Dreißigjährige Krieg mich nicht so interessiert.

      An SF steht als nächstes der zweite Becky Chambers an.

  2. Was historische Romane angeht, schöre ich auf Robert Harris. Sowohl seine Cicero-Trilogie als auch „Intrige“ waren toll, „Pompeji“ war zumindest gute Unterhaltung. „München“ steht auch schon im Regal, da freue ich mich sehr drauf.

    Mein Vorhaben für 2018 ist, mal wieder die Bücher von James Tiptree jr. und generell mehr aktuelle SF zu lesen, das hatte ich in den letzten Jahren doch sehr vernachlässigt. Und natürlich auch mehr Bücher von Frauen. Beides wird dadurch, dass ich wie du Ebooks nur aus den USA kaufe (hauptsächlich aus dem Humble Bundle) begünstigt, da sich dort oft viel SF von Frauen in den Packages befindet

  3. Ja, Harris zähle ich auch zu meinen Lieblingsautoren.

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