Musik, die mich in diesem Jahr inspiriert und bewegt hat

Über meine Lieblingsmusik habe ich hier ja schon mal gebloggt, ebenso über Musik, die ich gerne beim Übersetzen höre. Ob es am Alter liegt, oder am Musikmarkt? Jedenfalls kommt nur wenig neue Musik dazu. Doch in diesem Jahr habe ich so einige Musikerinnen für mich entdeckt.

Im letzten Jahr war es vor allem die Musik von ZAZ, die mich inspirierte und beflügelte. Zweimal habe ich sie live gesehen, Open Air in Köln und im Winter dann in Frankfurt:

In diesem Sommer lief bei mir vor allem die Musik der Schwedin Karin Dreijer Andersson mir ihren diversen Musikprojekten rauf und runter. Den Anfang machte das von ihr gesungene What Else Is There von Röyskoop, das mich mit seiner düster-melancholischen Atmosphäre gebannt hat (Dreijer Andersson sieht man übrigens erst später im Video in dem elisabethanischen Kostüm).

Das kenne ich zwar schon seit Erscheinen, ebenso wie Fever Ray, aber gefunkt hat es erst in diesem Jahr. Fever Ray ist das Soloprojekt von Andersson, das nach der Veröffentlichung des selbstbetitelten Debütalbum ziemlich erfolgreich wurde, die Songs liefen in diversen Filmen und das atmosphärisch dichte If I Had A Heart wurde die Titelmusik der ausgezeichneten Serie Vikings. Einer meiner Favoriten ist das ebenso stimmungsvolle Keep The Streets Empty For Me.

Es dauerte etwas, bis ich mich an Anderssons leicht knatschige Stimme gewöhnte, aber sie passt auch gut zu den originellen Songs, deren Sounddesign sie auch selbst übernimmt, und ist eine angenehme Abwechslung zu dem inzwischen üblichen Autotune-Gejaule. Das Projekt ist eine Art Gesamtkunstwerk, in dem die Künstlerin ausschließlich in aufwendigen Kostümen auftritt. Aktuell ist hier zweites Album Plunge erschienen (da bin ich noch skeptisch, wie es mir gefallen wird).

Eine Musikerin, die ihre Songs ebenfalls selbst textet und komponiert, ist die Französin Émilie Simon, die ich erst in diesem Jahr beim zappen auf TV5 Monde entdeckte. Dabei hätte ich ihre Musik aus dem Film Die Reise der Pinguine kennen können, für den sie den Soundtrack komponiert hat. Ihr Sound ist unverkennbar, eine Mischung aus Trip-Hop, Pop und Chanson, die Stimme ganz zart. Simone bietet wunderbare Klangwelten abseits von Mainstreampop. Mit Végétal hat sie ein komplettes Album über Blumen aufgenommen.

Ebenfalls aus Frankreich kommt Fishbach, die ich diesen Sommer zufällig entdeckte. Die Single Une autre que mois ist ein bisschen 80er-Jahre-Retropop, gefällt mir aber trotzdem ausgezeichnet.

Ebenso das auf arabisch gesungene Un beau langage (Ajmal Logha).

Und noch mal Frankreich. Gaëtan Roussel kannte ich bisher nur als Sänger von Louise Attaque, die ich seit meiner Zeit im Studentenwohnheim gerne höre. Sein aktuelles Projekt heißt Lady Sir, zusammen mit der Sängerin Rachida Brakni. Le temps passe ist eine schön melancholische Ballade über das (oder die?) Vergehen der Zeit.

Blue Light von Kelela ist so ein Beispiel für ein Lied, das mir eigentlich gefallen würde bei dem ich den Autotune-Sound aber nervig finde.

Viele Musikerinnen, deren Alben eher seicht auf Mainstream produziert werden, hören sich live viel besser an. Wie z. B. Alicia Keys.

Wie sieht es bei euch aus? Welche Musik hat euch dieses Jahr besonders beeindruckt und bewegt?

Ein Gedanke zu “Musik, die mich in diesem Jahr inspiriert und bewegt hat

  1. Fever ray ist schon cool und Émilie Simon werd ich mir notieren.
    Hab zwar diesjahr wieder sehr viel Musik gekauft, aber bei fast allen Bands und SolokünstlerInnen fand ich frühere Alben besser.
    Zudem kamen einige 2016er Platten erst jetzt zu mir und viele 2017er erst nächstes Jahr, wenn die Wunschlisten abgearbeitet werden.
    Das neue Knyphausen-Album aber dürfte mich länger beschäftigen.
    Ansonsten höre ich mich durch Platten von Regina Spektor, Anna Ternheim, Arcade Fire, The Notwist, Wilco und sowas.

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