„Die Legend von Shikanoko (Herrscher der acht Inseln)“ von Lian Hearn

Aktuell mangelt es mir immer noch ein wenig an Muse für eine längere Rezension, deshalb hier ausnahmsweise die offizielle Inhaltsangabe des Verlags (Fischer/Sauerländer):

Shikanoko ist eigentlich nur der Sohn eines einfachen Vasallen. Doch als er von einem Magier eine übernatürliche Maske vermacht bekommt, wird aus ihm das Kind des Hirsches, und er verfügt fortan über magische Fähigkeiten und besonderes Kampfgeschick. Als der alte Kaiser stirbt, gerät Shikanoko in die Fänge des Fürstabts, der alles daransetzt, die höchste Macht im Land – den Lotusthron – an sich zu reißen. Shikanoko muss fliehen und entkommt dabei mehr als einmal nur knapp dem Tod. Doch er muss unbedingt Aki finden, die Herbstprinzessin, die er liebt, und die ein großes Geheimnis verbirgt. Denn in ihrer Obhut befindet sich niemand anderes als der rechtmäßige Nachfolger für den legendären Lotusthron.

Lian Hearns Fantasyroman spielt in einer fiktiven Welt, die dem feudalen Japan des Mittelalters nachempfunden ist und steckt wie viele Sagen und Epen dieser Zeit voller Magie und übernatürlicher Wesen (wie z. B. zwei äußerst gefährliche aber auch sehr unterhaltsame Schutzgeister). Es gibt Hexer, mächtige magische Priester, Seelen von Toten, die die Welt nicht verlassen wollen, Dämonen und Zaubersprüche und Banne.

Es ist eine Welt voller Magie und Wunder, aber auch eine äußerst brutale und teils herzlose Welt, in der Frauen und Kinder in Massen ermordet und vergewaltigt werden; in der Augen ausgestochen, Menschen gefoltert und ihnen die Zung herausgeschnitten wird, wenn sie etwas Kritisches gegenüber der Regierung sagen. Eine Welt, in der die Götter den Menschen für ihre Missetaten zürnen.

All das wird aus der Perspektive mehrerer POV-Charakteren erzählt, also nicht nur aus Sicht Shikanokos, sondern auch der Herbstprinzessin Aki, der kleinen Hina, dem neiderfüllten Bruder Masachika, der boshaften Tama und einigen anderen. Hearn erzählt das alles genau auf den Punkt geschrieben, ohne irgendwelche Längen, mit ständigen überraschenden Wendungen. Nie verweilt die Geschichte lange an einer Stelle, immer sind alle unterwegs, unternehmen etwas oder geraten in die Fänge des Schicksals.

Ein sehr unterhaltsam und spannend geschriebener Fantasyroman in japanisch beeinflusstem Setting, allerdings auch sehr brutal, nicht unbedingt die übliche Jugendbuchkost, relativ komplex, mit vielen Namen, Bündnissen und Verstrickungen. Ob die Welt etwas mit der von Hearns erfolgreicher Reihe Der Clan der Otori zu tun hat, kann ich nicht sagen, da ich diese nicht gelesen habe. Die Übersetzung von Sibylle Schmidt liest sich ausgezeichnet.

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