Programmvorschau Herbst/Winter 2017/18: Cross Cult

Die offizielle Programmvorschau von Cross Cult ist noch nicht online, aber die Titel sind schon auf der Verlagshomepage einsehbar (und ich habe schon eine vorläufige Vorschau vorliegen). Zu meiner Überraschung setzt der Verlag im Herbstprogramm zu Abwechslung mal verstärkt auf Fantasy, wobei die Genregrenzen bei manchem Titel verschwimmen, und so ganz ohne SF geht es natürlich nicht. Die Cover hier sind teilweise, glaube ich, noch nicht ganz final.

Science Fiction

Der Spitzentitel im Programm ist die Endzeitdystopie The Divided States of America, in der sich die Vereinigten Staaten von Amerika nach einem verheerenden Anschlag gar nicht mehr ganz so einig sind. Genaueres weiß ich noch nicht über den Titel, aber anders als viele andere Endzeitgeschichten, erzählt er wohl von dem Zusammenbruch der Zivilisation selbst (ähnlich wie Marc Elsberg im ausgezeichneten Blackout– Nr. 10 in der Liste) , also jenem Szenario, auf das sich so viele Preper in den USA mit Bunkern im Garten, Waffen im Keller und Nahrungsmitteln in den Vorratsräumen vorbereiten.

Mit Das Buch des Phoenix erscheint (nach Lagune und Wer fürchtete den Tod) bereits der dritte Titel von Nnedi Okorafor bei Cross Cult, die bevorzugt auf ein afrikanisches Setting setzt. Dieses Mal geht es um genetische Experimente und übernatürliche Fähigkeiten. Da mir Lagune sehr gut gefallen hat, bin ich auch auf dieses Buch gespannt. Nnedi Okorafor wird 2017 übrigens auf der Frankfurter Buchmesse sein und bei den Dragon Days in Stuttgart (Tad Williams übrigens auch).

Nach dem Erfolg der Trilogie um Die Welten der Skiir (DSFP für Prinzipat), wird es mit Die Reise der Scythe: Aszendenz den Auftaktband zu einer zweiten SF-Trilogie vom Hans Dampf in allen Gassen der deutschen Science Fiction Dirk van den Boom geben. Ob es in dieser Space Opera endlich um Außerirdische gehen wird, die auf der Erde einfallen, um uns alle Hawaiihemden zu klauen … wer weiß. 😉

Außerdem sind noch einige Star Trek-Romane dabei (unter anderem von David Mack), sowie ein Doctor Who-Kurzgeschichtenband (in dem der von mir verehrte Nick Harkaway vertreten ist).

Fantasy

Hah, ich habe schon nicht mehr daran geglaubt, dass The Vagrant von Peter Newman auf Deutsch erscheinen würde. Als es 2015 im Original rauskam, habe ich es nach Lektüre einer begeisterten Rezension sofort auf meinen Kindle geladen und an einem Wochenende ebenso begeistert verschlungen. Hier meine Kurzkritik von damals:

Ein wilder Mix aus Fantasy und Science Fiction, in dem ein stummer Held mit Schwert, Baby und störrischer Ziege an der Leine durch eine von Dämonen eroberte und dementsprechend düstere Welt zieht. Ein englischsprachiger Rezensent hat Newmans Schreibstil als »stark« bezeichnet, was man in diesem Fall am ehesten als »schroff« übersetzen könnte. Es ist auf jeden Fall ein ungewöhnlicher (aber durchaus lesenswerter) Stil, der hervorragend zum Inhalt passt. Um diese Mischung inhaltlich einzuordnen, würde ich als Vergleichsreferenzen am ehesten Kings Der dunkle Turm, McCarthys The Road, Gemmels John Shannow und Warhammer heranziehen.

Cross Cult bringt direkt alle drei Romane, also auch The Malice (Arglist) und das gerade auf Englisch erschienene The Seven (Sieben) im halbjährlichen Rhythmus. Beide Daumen hoch dafür von mir.

Zum Newman passt auch dieser Klassiker der Fantasyliteratur, der auf Deutsch sehr lange vergriffen war (meine Knaur-Ausgabe im Regal ist von 1984, der letzte Sammelband ist wohl von 1990). Fred Saberhagen dürfte nur noch den älteren Kennern der Fantasy ein Begriff sein. Gelesen habe ich Das erste Buch der Schwerter übrigens noch nicht gelesen (Schande über mein Haupt, aber ich bin mir nicht sicher, ob die Knaur-Ausgaben von damals nicht gekürzt sind).

Dass Cross Cult Marie Brennans Die Naturgeschichte der Drachen im Programm hat, überrascht mich besonders, kann man doch hier keine Brücke über Endzeit zur SF schlagen, wie bei den beiden obigen Titeln. Aber eine positive Überraschung. Band 2 soll dann im März 2018 erscheinen.

Hollow Earth: Dämonenfalle von John und Carol E. Barrowman scheint mir Urban Fantasy vom unter den Geeks besonders beliebten Schauspieler John Barrowman (Doctor Who, Arrow) und seiner Schwester zu sein. Eher nix für mich.

Daneben gibt es mit Die Jünger des Judas von Steve Savile noch einen Thriller im Programm, der mir in Richtung Steve Berry oder Clive Cussler zu gehen scheint. So was lese ich ja eigentlich ganz gerne, wenn es nicht zu plump daherkommt. Über die Belagerung der Festung von Masada habe ich mal eine Doku übersetzt. Ein interessantes Bauwerk mit einer spannenden Geschichte.

2 Gedanken zu “Programmvorschau Herbst/Winter 2017/18: Cross Cult

  1. Danke für die tolle Zusammfassung. Jetzt hab ich schon mehrere tolle Bücher auf meiner Wunschliste🙂

  2. Hat dies auf Treffpunkt Phantastik rebloggt und kommentierte:
    Die offizielle Programmvorschau von Cross Cult ist noch nicht online, aber die Titel sind schon auf der Verlagshomepage einsehbar …

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