Programmvorschau Herbst/Winter 2017/18: Heyne Science Fiction und Fantasy

Nach dem Blick auf das Programm von Piper, geht es jetzt mit Heyne weiter. Demnächst folgt dann Blanvalet.

Hier der Link zum Programm im PDF-Format. Science Fiction fäng ab Seite 65 an.

Science Fiction

Erste große Überraschung: Eine Novelle im Programm (gibt es ja nur noch selten). Spiegel von Cixin Liu. Vielleicht, um die Wartezeit auf Der dunkle Wald (der ja erst 2018 erscheint) zu verkürzen? Ich bin jedenfalls neugierig darauf.

Das Ende der Menschheit ist Stephen Baxters Fortsetzung von H. G. Wells Krieg der Welten. Ich mag solche Fortsetzungen von Klassikern nicht, die sollten meiner Meinung nach unangetastet bleiben – zumindest werde ich sie nicht lesen.

Der verratene Planet von D. Nolan Clark sagt mir gar nichts, scheint aber gut zur Military-SF-Schiene zu passen, die Heyne in letzter Zeit stark bespielt. Nix für mich.

Neanderthal von Jens Lubadeh ist der neue eigenständige Roman des Autors von Unsterblich, das mich thematisch nichts so reizen konnte, die aneinandergereihten SPO-Sätze gingen mir schon in der Leseprobe auf die Nerven.

Schwerelos von Katie Khan – ist ja schön, wieder eine neue SF-Autorin im Programm zu haben, aber das liest sich doch schwer inspiriert von Gravtiy, dem Film, der sich wiederum schwer von Tess Gerritsens Roman Gravtiy hat „inspirieren“ lassen. Wobei mir die Ähnlichkeit eher dem Marketing geschuldet zu sein scheint, da sich das Buch (den englischsprachigen Besprechungen zufolge) eher auf die Romanze zwischen den beiden Hauptfiguren und Rückblenden zu konzentrieren scheint.

Thronräuber von K. G. Wagers, noch so ein neuer Name, der mir so gar nichts sagt, scheint mir locker, flockige Space Opera zu sein.

New York 2140, der neue Kim Stanley Robinson, wie schon bei Aurora werde ich hier gerne auf die Übersetzung von Jakob Schmidt warten. Mir gefällt dieses Universum, in dem auch schon 2312 spielte, sehr gut. Hier scheint es die Vorgeschichte zum versunkenen New York aus 2312 zu geben.
Nachtrag: Bin darüber informiert worden, dass Robinson in einem Podcast gesagt habe, New York 2140 spiele nicht im gleichen Universum wie 2312.

Central Station von Lavie Tidhar, sehr schön, dass der Roman jetzt doch seinen Weg nach Deutschland gefunden hat. Seine Trilogie Das ewige Empire ist ja leider schon nach Band 1 (Bookman) bei Piper eingestellt worden (vier Amazonrezis, hatte wohl zu wenige Käufer). Von ihm habe mal die Kurzgeschichte Selfies für die phantastisch! übersetzt. Nur schade, dass man nicht so ein stimmungsvolles Cover wie im Original genommen hat, für das Buch, das den den World Fantasy Award gewonnen hat. Ich bin durchaus neugierig darauf.

Metro 2035 – Auf dem Andycon 2010 in Berlin erzählte Autor Dmitri Glukhovsky noch, er hätte alles erzählt, was es in diesem Universum zu erzählen gäbe, den Rest würde er anderen Autoren überlassen. Inzwischen scheint ihm doch noch eine Idee gekommen zu sein. Held Artjom aus Metro 2033 soll wieder dabei sein. Die beiden Vorgängerbände haben mir richtig gut gefallen, die Spin-offs von anderen Autoren habe ich ignoriert, hier werde ich aber sicher wieder zugreifen.

Die Kinder der Zeit von Adrian Tarkovsky, sehr schön, noch ein Titel, der für Aufsehen gesorgt und Preise gewonnen hat. Habe letztes Jahr seinen Fantasykurzroman Spiderlight (bei Tor.com erschienen) mit großem Vergnügen gelesen. Hier werde ich auch gerne auf die Übersetzung von Birgit Herden warten, deren deutsche Fassung von Peter Watts Echopraxia mir so gut gefallen hat (und die meine Übersetzung von Die Neunte Stadt lektoriert hat).

Michael Grumley In der Tiefe ist wohl die Fortsetzung zu Breakthrough, das im Oktober erscheint. Kann ich noch nichts zu sagen, aber ich stehe auf alles, was mit SF und Meeresbiologie zu tun hat.

Fortsetzungen: Rachel Bach (Kommando, Teil 3), Teil 1 hatte mir trotz Military-SF ganz gut gefallen.

Wiederauflage: Sergej Lukianenkos Spektrum – weiß gar nicht, die wievielte Ausgabe dieses Buchs bei Heyne das jetzt ist – aber es ist ein ganz wunderbares Buch, das ich nur jedem empfehlen kann.

Daneben noch ein paar Klassiker, z. B. Strugatzki – Es ist schwer ein Gott zu sein, und ein paar Titel von Robert Heinlein.

Die üblichen Verdächtigen (aber schön zu sehen, dass Heyne seine Autoren pflegt, wobei, wo steckt eigentlich der dritte Teil von Ramez Naam?): Alastair Reynolds ist wieder dabei, da muss ich erst mal Okular weiterlesen.

Fantasy

Play to Live von Dmitry Rus scheint so ein Virtual-Reality-Fantasyroman in Richtung Otherland zu sein. Sagt mir nichts. Mal die Kritiken abwarten.

Die Orgelbrüder schließen mit Der verborgene Turm die Saga um Die Blausteinkriege ab, von der ich immer noch nicht Band 1 gelesen habe. Schande über mein Haupt. Wollte ich schon längst getan haben.

Hex vom niederländischen Autor Thomas Olde Heuvelt sorgte in den letzten Monaten für einiges an Aufsehen auf dem englischsprachigen Buchmarkt. Mystery, Grusel. Ist vorgemerkt.

John Skovron setzt Empire of Storms-Reihe mit Schatten des Todes fort. Da habe ich mich auch noch nicht näher mit beschäftigt, klingt aber nicht uninteressant.

Und mit Quazi gibt es auch noch ein neues Buch von Sergej Lukianenko, scheint ein Endzeit-Krimi zu sein, aber Bücher, in denen es um von Toten Auferstandene geht, egal in welcher Form, interessieren mich nicht die Bohne.

Dan Abnett im Programm zu sehen, überrascht mich dann doch, der ist ja vor allem für seine Warhammer 40.000-Romane bekannt. Die Wache scheint ein eigenständiger Fantasyroman zu sein, ich vermute mal very grimm and gritty.

Der Rest des Fantasyprogramm spricht mich nicht wirklich an, Urban-Romantasy und Titel mit generischer Aufmachung, wie z. B. die Dämonenkriege von Michael Hammant (wenn auch ein mir bis dato unbekannter deutscher Fantasyautor).

Vor allem das SF-Programm von Heyne gefällt mir ausgezeichnet. Da sind wieder einige Titel dabei, die ich mir auf jeden Fall vormerke. Eine gute Mischung aus neuen Autoren und Autorinnen, Klassikern (wie Heinlein, Strugatzki und Co.), den etablierten Stammautoren (Robinson, Reynolds, Baxter usw.) und einigen Überraschungen. Sehr ausgewogen und kreativ, wenn auch in der Fantasy nicht ganz so überraschend.

P.S. Keine Ahnung, warum manche Cover hier linksbündig stehen, habe alle zentriert formatiert.

8 Gedanken zu “Programmvorschau Herbst/Winter 2017/18: Heyne Science Fiction und Fantasy

  1. Sind auf jeden Fall einige interessante Titel dabei, besonders auf „Kinder der Zeit“ freue ich mich sehr. „Spektrum“ klingt auch gut, ich muss gestehen, dass es bislang völlig ab mir vorbei gelaufen ist.

  2. Kinder der Zeit fand ich absolut Klasse (mein Review), Central Station war auch sehr lesenswert (Review, 2140 steht als nächstes auf dem Programm, darauf freue ich mich. Von den Fantasytiteln habe ich nichts gelesen, die reizen mich aber auch gar nicht.

  3. Blausteinkriege 1 von den Orgels fand ich super, Teil 2 dagegen furchtbar, von daher bin ich mir, was Teil 3 betrifft, total unschlüssig …

  4. Pflichtprogramm sind für mich schonmal:
    – „Spiegel“ (ganz abgesehen vom spannenden Autor finde ich immer mehr Gefallen am Novellenformat. Sehr schön, dass Heyne hier auch mal etwas bringt)
    – „Das Ende der Menschheit“ (ich mag Baxter und liebe Wells, daher muss das einfach sein)
    – „Central Station“ (lange erwartet. Nebenbei: Das deutsche Cover finde ich zwar auch weniger originell, aber trotzdem gar nicht so schlecht)
    – „Die Kinder der Zeit“ (darüber war schon viel Positives zu hören)
    – „Hex“ (klingt auch spannend)

    Kategorie „Früher oder später“:
    – „Neanderthal“ werde ich bestimmt lesen („Unsterblich“ fand ich zwar nicht überragend, aber doch ganz okay)
    – Die „Metro“-Romane von Glukhovsky kenne ich leider alle noch nicht. Höchste Zeit, damit anzufangen
    – „New York 2140“ steht bei mir sicher auch irgendwann mal auf dem Programm – allerdings habe ich von Robinson ohnehin noch vieles nachzuholen

    Wohl eher nichts für mich:
    – „Die Wache“ (Abnetts ersten eigenständigen Roman „Planet 86“ fand ich ziemlich schwach [hier meine Besprechung])
    – „Quazi“ (seit ich „Wächter der Nacht“ nach der Hälfte gelangweilt abgebrochen habe, reizt mich Lukianenko gar nicht mehr. Wenn überhaupt, dann höchstens irgendwann mal „Spektrum“)

    Bei einigen weiteren Neuerscheinungen denke ich: „Könnte evtl ganz interessant sein – also vielleicht mal eines Tages, wenn mir der Lesestoff ausgeht.“
    Also nie…

    Aber insgesamt ein sehr ordentliches und abwechslungsreiches Heyne-Programm, finde ich.

  5. Hi Pogo,

    der Mann heißt Grumley – nicht Cumley 🙂

    Was den Baxter angeht so würde ich ausgehend von seinem Roman „Zeitschiffe“ den ich gut fand eher dazu tendieren der Fortsetzung von Krieg der Welten eine Chance zu geben auch wenn ich prinzipiell da eigentlich deiner Meinung. Bin. Bin noch etwas unentschlossen. Ansonsten bin ich mit dem Programm einigermaßen zufrieden. Einiges an Abwechslung ohne jetzt übermäßigen Grund zum jubeln zu geben.

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