Programmvorschau Herbst/Winter 2017/18: Piper Fantasy

Hier kann man sich die Programmvorschau als PDF-Datei runterladen. Bei all den markigen PR-Sprüchen im Katalog sollte man bedenken, dass sie primär für den Buchhandel gedacht sind, damit der kräftig vorbestellt.

Als Spitzentitel wird Peter F. Hamiltons Das Dunkel der Sterne angekündigt, den zweiten Band der Die Chronik der Faller, die in seinem Commonwealth-Universum spielt (das bisher bei Bastei Lübbe erschienen ist). Schön zu sehen, dass hier nicht nur alte Titel neu aufgelegt werden (wie der Armageddon-Zyklus), sondern es auch mit neuen Werken des britischen SF-Autors weitergeht.

Mit die Granden von Pandaros liegt der zweite SF-Roman des deutschen SF-Autors James Sullivan vor. Ob das jetzt der Roman über die Schattenkonzerne aus Chrysaor ist, von dem James mir erzählt hat, kann ich aus dem Klappentext jetzt nicht erkennen, aber ich vermute es mal. Vielleicht äußert sich James ja in den Kommentaren dazu. 😉 Chrysaor war jedenfalls ein flottes Weltraumabenteuer mit Piraten, viel Action und Spannung.

Andrew Bannister legt mit Die Verlorenen den zweiten Band seiner Spin-Trilogie vor, die mit Die Maschinen begann. Dan Wells setzt seinen SF-Roman Blue Screen mit Overworld fort.

Im Bereich der Fantasy ist auch Wolfgang Hohlbein wieder vertreten, doch um High Fantasy, wie die Vorschau behauptet, handelt es sich bei Armageddon eindeutig nicht, spielt es doch in unserer Welt und geht um den Beginn der Apokalypse.

Ansonsten sind auch die üblichen Piper-Verdächtigen mit neuen Bänden vertreten: Alex Pehov, Christoph Hardebusch, Brandon Sanderson.

Und was das Thema der gesplitteten Fantasybücher angeht, führt Piper die Argumentation, die Bücher dürften nicht zu dick werden, mit den Sammelbänden zu Richard Schwartz‘ Götterkriege (also Askir) ad absurdum: der dritte Sammelband hat 1664 Seiten!

Im Bereich der Urban Fantasy bzw. Romantasy ist Jennifer Estep mit ihrem zweiten Big Time-Roman Hot Mama vertreten.

David Falk startet mit Blutsbande – Krieger des Nordens 1 eine neue Fantasyserie, deren Klappentext aber noch recht nichtssagend ist. Scheint Richtung Grim und Gritty zu gehen.

Die einzige Überraschung im Programm scheint mir die Kooperation zwischen Michael Peinkofer und Christoph Dittert (Perry Rhodan, Die Drei Fragezeichen) zu sein, in der Peinkofers Splitterwelten-Trilogie fortgesetzt wird. Band 1 erschien 2012 von ihm alleine verfasst.

Glühender Zorn scheint ein Fantasydebüt des Drehbuchautors F. I. Thomas zu sein. Bei dem Namen handelt es sich wohl um ein Pseudonym, das sich per Google lüften lässt, aber das geht mich ja nichts an. Klappentext lässt die übliche vom Mittelalter inspirierte Fantasy mit Zauberern und Drachen vermuten.

Auf den Rest gehe ich gar nicht weiter ein, dass sind vor allem Neuauflagen bekannter Werke und Urband Fantasy bzw. Romantasy, die mich nicht interessiert.

Einen Titel, der mich so wirklich interessiert habe ich in dem Programm nicht gefunden. Bei Peter F. Hamilton hinke ich schon seit Jahren hinterher. Da muss ich erst noch eine ganzen Haufen anderer Bände lesen. Und ansonsten kann ich hier nichts entdecken, was aus den üblichen Schemata und Themen auszubrechen scheint. Nichts, was Originalität und aufregende Geschichten abseits der ausgetretenen Genrepfade verspricht. Wird sicher genügend LeserInnen geben, die sich freuen, hier im Programm Nachschub an vertrauten Stoffen zu finden, doch für mich ist da auf den ersten Blick nichts dabei. Mal sehen, ob mich dann bei Erscheinen die eine oder andere Rezension vom Gegenteil überzeugen kann.

P.S. ich habe den Eindruck, dass Paperbacks (Klappenbroschur) immer teurer werden. Der Hamilton kostet 18.99 €, fast so viel wie ein Hardcover. In den Übersetzerhonoraren spiegelt sich eine solche Preissteigerung jedenfalls nicht wieder (die stagnieren seit über zehn Jahren), weshalb ich mir zweimal überlege, ob ich es mir leisten kann und will, so viel für ein Paperback auszugeben. 😉

P.P.S. Der Verlag scheint für seine Titel ganz Feuer und Flamme zu sein: Glühendes Tor, Glühender Zorn, Schattenflamme, Feuerstimmen, Feuervögel, Feuerstürme, Feuerträume, Hot Mama 🙂

P.P.P.S Wo sind die Frauen? 25 Titel von Männern im Programm (wenn auch teilweise Neuauflagen) und nur vier! von Frauen! Wo sind Autorinnen wie Sofia Samatar, Kameron Hurley oder Elizabeth Bear?

4 Gedanken zu “Programmvorschau Herbst/Winter 2017/18: Piper Fantasy

  1. Hi Markus,

    wenn Du mich schon darum bittest, dann antworte ich mal: Es handelt sich um dieselbe Erzählwelt, es spielt aber 180 Jahre vor der Handlung von CHRYSAOR. Das heißt, die KIs haben der Menschheit noch nicht den Rücken gekehrt. Sie halten sich im Hintergrund und mischen sich (scheinbar) kaum ein. Zum Ärger vieler unbescholtener Unternehmen bieten sich den Schattenkonzernen Spielräume, und Cosima und John sind gut darin, diese Spielräume auszunutzen. Sie stehen an der Spitze zweier verfeindeter Schattenkonzerne und bekriegen sich schon seit Jahren, dabei haben sie eigentlich mal zusammen angefangen.
    Der Roman beginnt mit ihrem missglückten Entscheidungskampf auf einem beschädigten Frachter. Nicht nur, dass keiner von beiden den anderen erledigt und ihre jeweilige Crew sie für tot hält, zu ihrem Missvergnügen müssen sie auch noch zusammenarbeiten, um den Frachter zu stabilisieren. Sie verbringen unter Einhaltung gewisser Regeln und unter Verwendung gewisser Druckmittel zwei Jahre auf dem Frachter, dann werden sie aus dem All gefischt. Eigentlich wollen sie jetzt getrennte Wege gehen und auf die Raumstation Pandaros-3 beim Jupiter heimkehren, aber natürlich ist das alles nicht so einfach. Durch – sagen wir – unglückliche Umstände machen sie sich gemeinsam zahlreiche Feinde und müssen ihre ganze Kunstfertigkeit einsetzen, um nicht unter die Räder kommen.

    Der Roman ist eine Gangstergeschichte, die ebenso von den Eskapaden der beiden Hauptfiguren lebt wie von der Erzählwelt, einer Zukunft, in der die technische Singularität nicht so läuft, wie die Transhumanisten sie sich vorgestellt haben. Also eine eher optimistische Zukunft. 😉

    Viele Grüße und alles Gute,

    James.

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