Phantastikvorschau Herbst/Winter 16/17 von Bastei/Lübbe – Hier sind die Frauen!

Ähnlich wie jene von Blanvalet haben mich auch die Bücher von Bastei/Lübbe stark geprägt. Und zwar sowohl in der Fantasy (Michael Moorcock, Karl Edward Wagner, Dave Eddings, David Gemell, China Miévielle usw.) als auch in der Science Fiction (Jack McDevitt, Poul Anderson, Michael Marrak, Peter F. Hamilton, Andreas Eschbach, Jack Vance …). In den letzten Jahren ist es aber etwas ruhig um die SF bei Bastei/Lübbe geworden. Bis auf einige altbewährte Reihen von Autoren wie Peter F. Hamilton, David Weber oder Jack Cambell fand sich wenig Neues in den Programmen. Ein Blick auf die aktuelle Vorschau zeigt allerdings, dass man sich dem momentanen Trend zurück in die Zukunft bzw. zur SF anzuschließen scheint.

Zum 45-jährigen Jubiläum der Fantasy und Science Fiction bei Bastei/Lübbe gibt es das Phantastikprogramm dieses Mal sogar getrennt vom Rest. Und darin stellt sich dann auch das Lektoratsteam mit Foto vor. Und von den 22 Titeln im Programm stammen ganze 10 von Frauen. Endlich mal ein ausgeglichenes Verhältnis.

Für den Perry-Rhodan-Roman Die falsche Welt hat sich die Autorin Verena Themsen mit Verlagsflaggschiff und Genreveteran Andreas Eschbach zusammengetan. Find ich gut, aber Perry Rhodan (die Mutter aller Endlosserien) ist nicht meins.

Auf den ersten Blick ist es etwas verwirrend, dass die LektorInnen die Bücher in der Hand haltend vorstellen, da dachte ich bei New Sol von Margarate Fortune (übersetzt von Kerstin Fricke), dass es sich um die Autorin handelt. Wie auch immer, Science Fiction von einer Frau, im Weltraum spielend, keine Jugenddystopie oder Romantasy – das gibt es nicht bei jedem Verlag. Kommt auf jeden Fall auf meine Leseliste (die inzwischen allerdings schon viel zu lange ist, um wirklich alle Titel darauf auch zu lesen 😉 ).

Märchenhaft romantische Fantasy gibt es dann mit Die silberne Königin von Katharina Seck, würde mich eigentlich nicht ansprechen, aber wenn das Buch wirklich in einer Chocolaterie spielt, werde ich wohl kaum widerstehen können.

Bei B. C. Dornbusch muss man dank der Initialen genauer hinsehen, um zu erkennen, dass es sich um eine Autorin handelt. Der Ruf der Rache scheint mir der Auftakt zu einer Fantasytrilogie zu sein, von der alle drei Titel im Herbstprogramm zwischen November 2016 und März 2017 erscheinen. Ein gewagter Veröffentlichungsrhythmus, der den Übersetzer sicher unter einigen Zeitdruck setzt, den Leserinnen und Lesern aber immerhin schnell Nachschub liefert und die Sicherheit bietet, dass die Serie nicht vorzeitig abgebrochen wird. Behalte ich mal im Auge, wobei ich nur noch äußerst selten so schnell hintereinander (also innerhalb eines Jahres) mehrere Bücher von der gleichen Autorin lese.

Kelly McCulloughs der Schwur der Klinge ist bereis der sechste Band der Fantasyserie, womit für mich der Zug schon abgefahren ist. Wenn ich sie bisher nicht auf dem Schirm hatte, hat das wohl seine Gründe. Sieht mir auch zu sehr nach Kapuzenheinicover-Assasinenfantasy aus.

Mit Maja Winters Träume aus Feuer erscheint der Auftaktband zu einer Fantasytetralogie aus deutscher Feder, von der ingesamt vier Teile innerhalb eines Jahres (also in zwei Programmen) erscheinen werden. Ist mir zu viel auf einmal. Statt auf dicke Wälzer mit 700 plus, setzt man jetzt wohl wieder auf dünnere Einzelbände. Sowohl Band 1 als auch Band 2 haben exakt 464 Seiten. Scheint mir, als hätte man da eher aus ökonomischen Gründen aus einem Buch zwei gemacht, die man dann für jeweils 15 Euro verkauft. 60 Euro innerhalb eines Jahres für die Bücher einer Autorin, da will mein knappes (nur aus meinen kargen Übersetzerhonoraren gespeistes) Budget nicht mitmachen. 😉

P. J. Brackston scheint mir eine Frau zu sein, aber das Märchen-Krimi-Veralberungsszenario von Magier Mord – Ein Hänsel und Gretel Krimi (das mich so ein wenig an Robert Rankin erinnert) spricht mich nicht so wirklich an. Da bleibe ich lieber beim meinem geliebten P. C. Grant (bei dem steht das P übrigens nicht für Paula, sondern für Police Constable).

Mit Paul (ohne a) Tassis Earthborn haut man auch eine SF-Serie innerhalb kürzester Zeit mit mehreren Bänden raus. Wie schon erwähnt, Serien sind nicht so mein Ding, vor allem in der Science Fiction, wenn ich gleichzeitig tolle Einzelromane von Autoren wie Neal Stephenson, Kim Stanley Robinson oder Robert Charles Wilson lesen kann.

Was mich sehr freut, ist, dass Robert Jackson Bennett einen deutschen Verlag für City of Stairs gefunden hat, und dann wird es auch von Eva Bauch-Eppers übersetzt und erscheint als Die Stadt der tausend Treppen. Da werde ich mir gerne die deutsche Ausgabe kaufen. Das ist für mich die Perle des Programms.

Das hässliche Monster im Programm ist für mich hingegen der konservative bis rechtstrollige Kotzbrocken Larry Correira – ein Beispiel dafür, dass ich bei manchen Autoren nicht zwischen der Person und ihrem Werk trennen kann und will. Der kommt mir nicht ins Bücherregal.

Und dann gibt es natürlich noch die obligatorischen Fortsetzungen und Neuauflagen der zahlreichen und actionreichen SF-Serien von Autoren wie David Weber, Timothy Zahn und Peter F. Hamilton

Als Klassiker hat man dann noch zwei Romane (Ringwelt und Ringwelt Ingenieure) in einem Band von Larry Niven im Programm. Wollte schon immer mal was von Niven lesen, bin mir aber nicht sicher, ob man die beiden Romane so hintereinander lesen kann, da sie chronologisch nicht aufeinanderfolgend erschienen sind. Vielleicht können mir da die Experten weiterhelfen.

2 Gedanken zu “Phantastikvorschau Herbst/Winter 16/17 von Bastei/Lübbe – Hier sind die Frauen!

  1. Nach Ringwelt sollte man Protector (Der Baum des Lebens / Brennans Legende) lesen. Niven erweitert den Hintergrund der Ringwelt systematisch. Das geht dann mit Ingenieure und Thron weiter bis hin zu den Puppenspieler-Bänden. Mir ist so, als ob er in Thron dann auch einige der physikalischen Probleme löst, auf die man ihn hingewiesen hatte, gerade was die Triebwerke anbelangt. Auf jeden Fall ist für mich die Ringwelt selbst und Nivens Idee der tatsächlichen menschlichen Entwicklung eine der ganz ganz großen SF-Geschichten.

  2. Pingback: Maiansichten 2016 | Fragment Ansichten

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