Wie lange dürfen Fantasyserien und Reihen sein?

Drüben beim Fantasyguide stellt Otherland-Buchhändlerin Charleen die auf Fantasy bezogene Frage: Wie lange sollte eine Reihe eigentlich sein? Wann sind euch Reihen zu lang? Hat sich das bei euch mit dem Älterwerden geändert? Sieht es bei Science Fiction Fans anders aus? Ist die Treue bei den Fans da größer?

Was mich zu einer etwas längeren Antwort angeregt hat:

Man sollte auch nochmal zwischen einer Reihe und einer Serie unterscheiden. Das »Rad der Zeit« ist (ebenso wie »Das Lied von Eis und Feuer«) eine Fantasyserie, mit einer fortlaufenden Handlung (wenn auch mit mehreren Handlungsbögen) vom ersten bis zum letzten Band.

Dann gibt es Fantasyreihen, wie z. B. Die »Midkemia-Saga« von Raymond Feist, die immer in derselben Welt spielen, auch wiederkehrende Figuren haben (wie z. B. den Magier Pug), innerhalb der Reihe aber abgeschlossene Zyklen besitzen (wie z. B. den »Spaltkrieg-Zyklus« oder »Die Schlangenkrieg-Saga«).

Angefangen habe ich viele Serien (»Rad der Zeit«, »Götterkriege« bzw. »Das Geheimnis von Askir«, »Das Schwert der Wahrheit« von Terry Goodkind uvm.), zu Ende gelesen aber keine davon. Vor 20 Jahren als Jugendlicher konnte ich von bestimmten Autoren gar nicht genug bekommen, da habe ich von Reihen und Serien ein Buch nach dem anderen verschlungen. Mit der Zeit habe ich aber immer mehr Lust auf Abwechslung bekommen und lese inzwischen meist nicht einmal zwei Bücher aus demselben Genre hintereinander. Dementsprechend habe ich an den Serien die Lust verloren. Zumal sie irgendwann meist einen Punkt erreichen, an dem die Qualität nachlässt, die Handlung auf der Stelle tritt und man merkt, dass man hier möglichst lange die Geldkuh melken möchte (siehe Richard Schwartz, da bin ich nach Band 10 ausgestiegen).

Ich freue mich immer, wenn ich interessante, abgeschlossene Einzelromane in der Fantasy entdecke. Tor.com bringt aktuell einige tolle Titel mit teils weniger als 200 Seiten raus (z. B. »Sorcerer of the Wildeeps«, von Kai Ashante Wilson), die eine erfrischende Abwechslung im Genre sind.

Ansonsten finde ich drei bis fünf Bände für eine Fantasyserie in Ordnung. Bei Übersetzungen ins Deutsche bin ich da allerdings vorsichtig geworden, da diese ja häufig nach zwei oder drei Bänden eingestellt werden (wie z. B. bei Daniel Hanovers »Dolch und Münze« oder Ken Scholes ). Das mag aus wirtschaftlichen Gründen nachvollziehbar sein, schafft aber kein Vertrauen beim Leser und verärgert mich als Käufer. Viele warten inzwischen ab, ob die Serie auch komplett erscheint, was natürlich ein Teufelkreis ist, weil dadurch potentielle Käufer erstmal verloren gehen, und die Chancen steigen, dass die Serie eingestellt wird.

In der Science Fiction bin ich eher Fan abgeschlossener Bücher. Der Blick auf in mein Bücherregal ist da eindeutig. Obwohl ruhig mehrere Bücher im gleichen Universum spielen dürfen (wie z. B. »Upflift« von David Brin, »Die Spin-Trilogie« von Robert Charles Wilson« oder die »Kultur«-Romane von Ian Banks).

Und hier ein Blick auf mein Fantasyregal mit vielen angefangenen Reihen und Serien:

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10 Gedanken zu “Wie lange dürfen Fantasyserien und Reihen sein?

  1. Je länger, desto besser! Ich mag aber auch Serien lieber als Filme. Ich finde es fantastisch, Figuren lange zu begleiten und ihnen bei ihren Veränderungen zuzusehen.
    3 Bände sind mir dabei oft zu wenig, da fange ich gerade an, die Figuren kennenzulernen 😀

    • Ja, die Verbundenheit zu den Figuren ist ein wichtiger Punkt. Die hat mich bei Salvatores »Dunkelelf-Saga« aber auch der »Askir«-Serie von Schwartz lange dabeibleiben lassen. Auch bei »Harry Potter«, wo sieben Bände ebenso in Ordnung waren, wie bei Stephen Kings »Der dunkle Turm«.

      Dass ich aber irgendwann trotz der tollen Figuren das Interesse verliere, liegt daran, dass ich kein reiner Informationleser bin. Mir reicht es nicht, einfach zu wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Es muss auch weiterhin eine spannende, interessante Geschichte sein, in der Neues passiert und sich nicht zu viel wiederholt. Bei TV-Serien halte ich übrigens maximal sieben Staffeln für erstrebenswert. Habe noch keine gesehen, die mir über die siebte Staffel hinaus noch weiterhin gefallen hätte. Irgendwann ist der berühmte Hai übersprungen und man hat die passende Gelegenheit für ein rundes Ende verpasst.

      • „Jumping the Shark“ kann aber leider auch sehr früh passieren… (Beinahe hätte es BSG nach der 2. Staffel geschafft.)

        Genau, ein spannender Plot ist absolut notwendig, egal bei welchem Band.

      • Ich fand die radikalen Wendungen in BSG klasse. Die vierte Staffel war allerdings etwas durchwachsen.

      • Im Nachhinein ja. Es war für mich nur die erste Episode auf „der angeblichen erde“, bei der ich dachte: Mist. Hoffentlich bleiben sie nicht dort, sonst werden sie vom Hai gefressen“ War zum Glück nicht so, wie sich schnell herausgestellt hat.
        Die letzte Staffel fand ich hochinteressant, wenn auch nicht mehr so spannend wie die vorherigen.

      • Ich fand das Ende auch gar nicht so schlimm, wie viele andere. Nur die Sache mit Starbuck war irgendwie komisch.

  2. Wow, was für eine Büchersammlung!
    LG Josephine

    • Danke. Das sind nur die Fantasybücher. Habe auch viel SF, Horror, Krimi, Thriller, allgemeine Belletristik und Sachbücher. Aus Platzgründen kaufe ich inzwischen aber immer häufiger E-Books.

  3. Ich mag Einzelromane, noch lieber kürzere Romane – bei mir müssen es keine 500 Seiten sein.
    Mit Serien bin ich sehr vorsichtig, weil sie eine so riesige zeitliche Investition darstellen.
    Natürlich gibt es einige Ausnahmen. Den Rad der Zeit Zyklus hatte ich in einem Urlaub durchgeschmökert, auch wenn er zwischendurch Längen hatte. Frank Herberts Dune-Romane würde ich sogar ein zweites Mal lesen, obwohl sie nach den ersten drei abfallen. GRRMs ASoIaF lese ich, obwohl die Reihe nicht fertig ist, genauso wie Sandersons Way of Kings, das mich noch viele Jahre begleiten wird.

  4. Pingback: Märzansichten 2016 | Fragment Ansichten

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