Freitag 24. Feb. 2006 Campinas/Brasilien

Heute bin ich schon um 8 Uhr aufgestanden, um mit Lea und Thomas nach Parque Oziel zu fahren. Es war gar nicht so einfach an der richtigen Stelle auszusteigen, da in Oziel alles gleich aussieht – überall der gleiche Müll, außerdem hat der starke Regen in der Nacht die Straßen verändert.

Nach kurzem Hin und Her sind wir aber doch am richtigen Gebäude angekommen. Von dort führte uns ein junges aufgewecktes Mädchen (Esstella) zum Büro des Canario, wo wir Alessandra und Oliver trafen. Alessandra arbeitet für ein Institut in São Paulo , und führt das von Maria Benites entwickelte Projekt „Janela para do mundo“ aus. Per Internet verabreden sich Kinder aus Brasilien, Deutschland und Spanien, um über Livecam miteinander zu kommunizieren. Nur heute hat das Internet leider nicht funktioniert. Dafür durften die sechs Kinder mit Olivers Kamera einen Film über Oziel drehen. Im Zuge dieser Dreharbeiten kam es zu einem Fußballmatch zwischen Deutschland und Brasilien. Ich muss sagen, wir haben uns wirklich tapfer geschlagen. Aber der quirligen Übermacht der kleinen Brasilianer war kaum beizukommen. Glücklicherweise hatten sich zwei brasilianische Kinder bereiterklärt für Deutschland zu spielen, so dass am Ende eine ausgeglichene Partie zu Stande kam.
Mit durchschwitztem T-Shirt ging es dann weiter zum Gemeindezentrum?, wo wir direkt mit Ping-Pong weiter machten.

Danach gab es dann Mittagessen. Man mag es kaum glauben – Bohnen mit Reis. Während des Essens kam es dann zum kulturellen Austausch zwischen uns und dem Canario und seinen Mitarbeitern. Hauptsächlich ging es natürlich um Fußball aber auch um Boxen und Formel 1.

Nach dem Essen machte der Canario dann die große Führung mit uns. Zuerst stellte er uns einigen Bewohnern Oziels vor. Dann ging es weiter zu einer kleinen grünen Oase in all diesen mit Müll übersäten Baracken. Dort bauen die Bewohner Oziels verschiedene Früchte und Gemüse an. Natürlich zeigte der Canario uns jedes Einzelne von ihnen. Begleitet wurden wir auf unserer Tour von einer Schar fröhlicher Kinder, die uns bereitwillig und stolz ihre Umgebung und ihr Zuhause zeigten.

Besonders beliebt ist bei den Bewohnern von Oziel das Zuckerrohr, aus dem auch der Alkohol (Ethanol) für die Autos gewonnen wird. Der Zuckerrohr wird roh gelutscht und dann wieder ausgespuckt, und ist natürlich ziemlich süß. Die Führung war wegen der Hitze sehr anstrengend.
Danach ging es dann mit dem Bus zurück nach Campinas.

Nachtrag: Was wir nicht wussten, ist, dass der Canario uns auf dieser Tour auch allen wichtigen Personen von Parque Oziel vorgestellt hat, damit wir keinen Ärger bekommen würden, wenn wir danach allein in Oziel unterwegs waren. Den nächsten Tagebucheintrag gibt es am 27. Februar.

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