Meine Lektüre Januar 2016

Januar

1. Lemmy Kilmister – White Line Fever – Autobiography
2. Paul Toutonghi – Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war
3. Ben Aaranovitch – Ein Wispern unter der Baker Street
4. Taiye Selasi – Diese Dinge geschehen nicht einfach so
5. Allan Moore, Jacon Burrows – Providence 1-4
6. Amitav Ghosh – Der Glaspalast

Lemmy Kilmister – White Line Fever – Autobiography

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Lemmys Memoiren im schnodderig unterhaltsamen Tonfall, den man aus seinen Interviews kennt. Sehr witzig, teils nachdenklich, aber insgesamt doch recht oberflächlich. Bei der Schilderung seiner Kindheit erfährt man noch ein wenig über seine Familie und sein Privatleben, aber sobald er der ersten Band beigetreten ist, geht es fast nur noch um Musik. Das ist zwar stets unterhaltsam, aber man erhält z. B. keinerlei Informationen über seine Großmutter und seine Mutter ab dieser Zeit, was aus ihnen geworden ist, und was sie von Lemmys Karriere gehalten haben. In großen Teilen ist es die Autobiografie von Motörhead, weniger vom Menschen Lemmy abseits der Musik. War für mich trotzdem ein echter Pageturner.

Paul Toutonghi – Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war

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Skurrile Geschichte eines amerikanischen Teenagers mit ukrainischen Eltern, die ihm mit ihren Marotten das Leben schwer machen. Sehr humorvoll, aber mit ernsten und durchaus auch politischen Untertönen. Heißt im Original nicht umsonst Red Weather, was man in der deutschen Fassung doch recht „frei“ übersetzt hat. Ein Lesetipp, den mir Frank Böhmert in Bezug auf Literatur zu Außenseitern und Underdogs gegeben hat. Besten Dank, hat sich gelohnt.

Ben Aaranovitch – Ein Wispern unter der Baker Street

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Dritter Teil der urkomischen Urban-Fantasy-Reihe um den Londoner Police Constable Peter Grant, der im Vergleich zu den beiden Vorgängern als erfrischend unaufgeregter, ruhiger Krimi daherkommt.

Taiye Selasi – Diese Dinge geschehen nicht einfach so

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Komplexes ghanaisch-nigereanisch-amerikanisches Familiendrama, das in zunächst verwirrender Chronologie mehrere Jahrzehnte behandelt, und die düsteren Geheimnisse erst Stück für Stück ans Licht bringt. Stellenweise grandios zu lesen, stellenweise sehr anstrengend, aber auf jeden Fall eine lohnenswerte Lektüre. Auch hier hat man sich wieder einen sehr merkwürdigen deutschen Titel ausgedacht. Im Original heißt das Buch Ghana Must Go, was auf die Vertreibung der ghanaischen Minderheit in Nigeria im Jahr 1987 anspielt.

Allan Moore, Jacon Burrows – Providence 1-4 (Comic)

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Stimmungsvolle Geschichte mit atmosphärisch dichten Zeichnungen, die weniger eine Dekonstruktion des Horrorgenres ist, als eine Hommage an die Werke von H. P. Lovecraft und Robert W. Chambers. Obwohl die Geschichte deutlich mehr Ebenen und Themen als die Vorbilder besitzt, kann ich ein Watchmen des Horrors bisher nicht erkennen, was den Spaß an der Lektüre aber nicht mindert, auch wenn die langen Textpassagen stellenweise etwas anstrengend zu lesen sind.
Amitav Ghosh – Der Glaspalast

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Opulentes, episches Meisterwerk, das die Geschichte Burmas vom Sturz des letzten Königs bis zur Militärdiktatur in den 90ern anhand einer tragischen Familiengeschichte erzählt. Eine ausführliche Rezension folgt noch.

2 Gedanken zu “Meine Lektüre Januar 2016

  1. „RED Weather“, nicht „READ Weather“ – freut mich, dass es dir gefallen hat!

    Bei Moores neuer Comicreihe haben mich die sehr langen Textpassagen vom Kauf im Laden endgültig abgeschreckt – ich fand diese Mehrebenen-Muskelspielerei schon bei der Wiederlektüre von „Watchmen“ überflüssig.

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