Foz do Iguaçu (Februar 2006)

Im Dreiländereck Paraguay, Argentinien und Brasilien, wo der Fluss Iguacu in den Rio Parana mündet, bietet sich dem Besucher ein atemberaubendes Naturschauspiel aus tosenden Wasserfällen, auf denen aus großer Höhe 10.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde rauschend in die Tiefe stürzen.

Doch bevor wir diesen Anblick genießen konnten, mussten wir erst einmal in der Stadt Foz do Iguaçu ankommen. Nach 16 Stunden im Nachtbus trafen wir um 7.00 Uhr in der Früh bei schon sommerlichen Temperaturen in dem Touristenort an. Das Hostel war schnell gefunden, dass Zimmer rasch bezogen und schon machten wir uns auf den Weg um etwas zu frühstücken. Die Temperaturen hatten die 30-Grad-Marke schon deutlich überschritten, und im Laufe des Tages sollten sie auch noch die 40-Grad-Marke noch deutliche hinter sich lassen, was uns aber nicht davon abhielt, ganz in kulturimperialistischer Tradition zu McDonalds zu gehen, wo wir uns, in einem brütend heißen und schwülen Wintergarten ganz aus Glas, Bic-Macs, Hamburger und Pommes reinschoben.

Nicht viel später suchten wir den Weg zu den Wasserfällen. Und an dieser Stelle ist mir erstmals eine Fehlinterpretation der Informationen in dem sonst so wertvollen Reiseführer unterlaufen: Ich dachte, wir könnten zu Fuß zu den Cataratas gehen. Schwerer Fehler. Über 40 Grad im Schatten, eine Kurve nach der anderen und Einheimische, die uns kopfschüttelnd als »Touristas« bespöttelnden, brachten uns zu der Einsicht, dass es doch weiter als gedacht sein könnte. An einer Bushaltestelle, aus deren Fahrplan wir nicht schlau wurden, stoppten wir unseren Gewaltmarsch. Gegenüber lag eine Tankstelle; Lea ging hin, um zu fragen, ob dort heute ein Bus fahren würde, und wenn ja, ob zu den Wasserfällen. Thomas und ich hielten die Stellung. Lea hatten die Tankstelle noch nicht richtig betreten, als der Bus kam, den wir dann notgedrungen weiterwinken mussten. Einen weiteren Bus später (vrooom, und weg war er …) kam Lea mit neuem Wasser bestückt zurück und meinte fröhlich, der Bus müsse bald kommen.

Am Naturpark angekommen ging es mit einer kleinen Tour im Open-Air-Bus weiter, bevor wir dann zu den Cataratas selbst gingen. Es war das erste Mal, dass ich Wasserfälle zu sehen und vor allem zu hören bekam. Von diesem atemberaubenden Anblick konnte ich gar nicht genug bekommen. Hier auf der brasilianischen Seite war alles mit metallenen Stegen ausgelegt, so dass man den Wasserfällen sowohl von oben, als auch an ihrem Fuße sehr nah kommen konnte. Was ihnen aber auch ein wenig von ihrer Natürlichkeit genommen hat. Das war keine unberührte Natur mehr, sondern eine durchkalkulierte Touristenattraktion, nichtsdestotrotz aber schwer beeindruckend. Ich lasse die Bilder mal für sich sprechen.

Einige der Bilder in der Galerie wurden von Thomas Gruner gemacht.

Ach ja, ein kleiner Tipp: Bei mehr als 40 Grad im Schatten schmilzt ein Eis am Stiel schneller als man schlecken kann.

Zurück im Hostel haben wir unsere deutschen Zimmernachbarn kennengelernt, darunter eine junge Journalistin aus Frankfurt, die unseren Professor Bernd Fichtner kannte (wie klein die Welt doch ist). Die Drei haben uns dann zum nächsten Supermarkt geführt und ein wenig über ihren längeren Aufenthalt in Brasilien berichtet.

Am nächsten Tag ging es nach Argentinien, aber darüber berichte ich im nächsten Blogeintrag, damit dieser hier nicht noch mehr mit Fotos überfrachtet wird. Nur so viel, es gab einen spannenden Wettlauf gegen ein Unwetter.

Und hier geht es zum vorigen Bericht „Die erste Woche in Brasilien„.

Ein Gedanke zu “Foz do Iguaçu (Februar 2006)

  1. Pingback: Die Wasserfälle von Iguazú in Argentinien | translate or die

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