30. Januar 2006: Brasilien, wir kommen!

Hier geht es zum ersten Teil „Vorbereitungen“

Montagmorgen in aller Frühe ging es also los.

Flughafen Frankfurt

Doch das Land der Zukunft musste sich erst noch ein wenig gedulden, denn zunächst flogen wir nach Portugal, um dort drei weitere Stunden auf unseren Flug nach Brasilien zu warten. Von Frankfurt sind wir mit einer kleinen Maschine der TAP (Portugal) nach Lissabon geflogen. Und wenn ich »klein« schreibe, meine ich auch wirklich klein. Für einen Menschen von meiner Größe (1,87m) drängten sich Vergleiche mit einer Sardinenbüchse förmlich auf. Von Beinfreiheit kann gar keine Rede sein. Total übermüdet (ich hatte die Nacht durchgemacht), saß ich also in der Sardinnenbüchse, und konnte drei Stunden lang nur hoffen, dass der Flieger nach Sao Paulo doch etwas größer sein würde. In Lissabon angekommen, bekamen wir schon mal einen Vorgeschmack auf angenehmere Temperaturen. Es waren 13 Grad.

Flughafen Lissabon 1Flughafen Lissabon 2

Nach drei Stunden Beinfreiheit ging es dann weiter in einem Langstreckenflieger der brasilianischen Airline Varig.

Flughafen Lissabon 3

Entgegen meinen Befürchtungen gab es in der Varig Maschine doch etwas mehr Beinfreiheit und für mich sogar einen Fensterplatz. Als Bonus gab es dazu noch einen brasilianischen Jungen in der Reihe hinter mir, der sich einen Spaß daraus machte, seine Knie gegen unsere Rückenlehnen zu hauen. Und zwar denn ganzen Flug lang. Im Sinne der deutsch-brasilianischen Freundschaft und Mangels guter Sprachkenntnisse hielten wir uns mit Kritik dezent zurück. Was gibt es noch zum Flug zu sagen? Das Essen war erträglich, der Film akzeptabel und der Service annehmbar. Schlafen konnte ich, im Gegenteil zu Thomas und Lea, nicht, dafür gab es aus dem Fenster eine Menge Wasser zu sehen. Ich habe die Zeit genutzt, um meine kaum vorhandenen Portugiesischkenntnisse zu verbessern, in der Hoffnung, ein kommunikatives Desaster bei der Ankunft zu vermeiden.

Zehn Stunden Flug sind ganz schön lange, doch irgendwann waren auch die vorbei und unser Flieger setzte vor der faszinierenden nächtlichen Kulisse Sao Paulos zur Landung an. Der erwartete Hitzeschock bei Verlassen der Maschine blieb aus. Es regnete und war angenehm warm. Die Einreise- und Zollformalitäten waren schnell erledigt, und in der Ankunftshalle warteten schon Andre, Eunice und Badah auf uns. Das kommunikative Desaster blieb aus. Andre spricht gutes Englisch. Badah auch, aber das wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Er übrigens auch nicht. Eunice spricht nur Portugiesisch, weshalb die Unterhaltung mit ihr sehr kurz und einseitig blieb.

Mit Andres Pickup und Eunices Kleinwagen ging es dann hinein in den nächtlichen Stadtverkehr. Die Stadt bietet ein faszinierendes Panorama, das ich aufgrund der brasilianischen Fahrkünste allerdings nur eingeschränkt genießen konnte. Nach kurzem Hin und Her waren dann auch die Unterkunftspläne geklärt. Um Phillips in Spanien lebende Freundin nicht eifersüchtig zu machen – die Brasilianerinnen sind da wohl sehr temperamentvoll – schlief Lea bei Badah und Thomas und ich bei Phillipe. Bevor wir unseren wohlverdienten Schlaf auf Phillipes ausziehbarer Couch finden sollten, haben wir noch unsere erste brasilianische Pizza bestellt. Und wer jetzt meint, Pizza ist gleich Pizza, der hat noch nie in Brasilien Pizza gegessen. Die von mir erst einmal vorsichtshalber bestellte Pizza Margherita erwies sich als mit fremdartigen Gewürzen und Gemüse belegte Geschmacksbombe, die meine noch nicht angepassten Geschmacksnerven überforderte. Später sollte ich erfahren, dass die Pizza die bei uns Margherita heißt, in Brasilien unter dem Namen Muzzarella zu finden ist. Nach den ersten geschmacklichen Abenteuern und einer noch abenteuerlicheren Dusche – in Brasilien wird das Wasser in den Duschen nämlich mit Stromkabeln geheizt, die direkt in den Duschkopf verlaufen – ging es dann endlich ins Bett.

Markus Mäurer

Morgen geht es mit dem Bericht über den ersten Tag in Brasilien weiter.

Ein Gedanke zu “30. Januar 2006: Brasilien, wir kommen!

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