Lesetipps gesucht: Literatur über Außenseiter und Underdogs

Ich bin auf der Suche nach Lesetipps. Nachdem ich in diesem Jahr schon so viel Science Fiction, Fantasy und Horror gelesen habe, brauche ich jetzt mal eine längere Auszeit von der Phantastik. Aktuell interessiere ich mich für Literatur über Außenseiter, Underdogs, Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben. Also solche, die Roger Ballen fotografiert, über die Tom Waits Lieder singt, John Waters Filme dreht und Charles Bukowski Geschichten geschrieben hat. Darf gerne auch moderner sein (als Bukowski), ist ganz gleich, in welchem Land es spielt (sollte aber auf Deutsch oder Englisch erhältlich sein).

Gerade habe ich Dog Eat Dog von Niq Mhlongo gelesen (eine auführliche Besprechung gibt es bald auf meinem Blog), in dem es um schwarze Studenten aus den Townships Sowetos im Südafrika des Jahres 1994 (also kurz nach Ende der Apartheid) geht. Meine aktuelle Lektüre (Honig von Ian McEwan) fällt nicht so wirklich darunter, außer, dass die Protagonistin als Frau zu Beginn der 70er Jahre beim MI5 eher eine Außenseiterin ist. Als Nächstes möchte ich Im Stein von Clemens Meyer lesen, das im Rotlichtmilieu spielt und von Nachtgestalten handeln soll.

Ich bin für Tipps jeglicher Art dankbar.

Nachtrag (14.00 Uhr): Auf Facebook wurden mir Joey Goeble, Anthony McCarten und Mick Foely empfohlen.

Nachtrag 2: Bisher wurden mir ausschließlich Männer empfohlen. Ich würde mich auch sehr über Empfehlungen zu Autorinnen freuen. Ich selbst habe mir mal Miranda July vorgemerkt.

12 Gedanken zu “Lesetipps gesucht: Literatur über Außenseiter und Underdogs

  1. Pauls Toutonghi, DIE GESCHICHTE VON YURI BALODIS UND SEINEM VATER, DER EIGENTLICH COUNTRY-STAR WAR (2006) – jugendliche Einwandererwirren zwischen Lettland und Milwaukee

    Michael de Larrabeiti, DIE BORRIBLES (1976) – ein Roman, der Punkrockszene und Urban Fantasy vorwegnahm

    John Steinbeck, TORTILLA FLAT (1937) – der Literaturnobelpreisträger schreibt über Gelegenheitsarbeiter, die saufen und das Leben feiern

    Oskar Maria Graf, WIR SIND GEFANGENE (1927) – romanhafte Autobiografie über einen geprügelten Bäckerlehrling, der in München zwischen Bohème und Anarchisten gerät

  2. Zu Nachtrag 2 natürlich ein Klassiker:

    Jan Kerouac, BABY DRIVER (1981) – autobiografischer Roman einer Tochter

    • Die Tochter von Jack Kerouac. Klasse! Kannte ich noch nicht. Und passt, da es noch gar nicht so lange her ist, dass ich »On the Road« gelesen habe.

      Auf Facebook wurde mir noch die Biografie von Diablo Cody empfohlen. Und im Regal steht bei mir noch »Prozac Nation« von Elisabeth Wurtzel, das ich mir aufgrund der tollen Verfilmung mit Christina Ricci gekauft habe.

  3. Wenn’s klassisch sein darf: alles von Victor Hugo. »Notre Dame«, »Der Mann der lacht« und »Les Miserables« sind geradezu enzyklopädische Wuchtbrummen der Außenseiterliteratur. Ebenso weite Teile des Werkes von Charles Dickens

    Franks Tipp von de Larrabeiti und Steinbeck kann ich mich voll anschließen. In die Richtung gehen auch Shelby (»Letzte Ausfahrt Brooklyn«) und eigentlich sollte man der Bildung hablber zumindest auch mal »Junkie« von W. S. Burroughs angekostet haben.

    Deutsches: Versuchs mal mit Helmut Krausser und seiner ›Hagen Trinker‹-Trio (»Schweine und Elephanten«, »Könige über dem Ozean« und »Fette Welt«). München von unten!

    Klassiker ist da auf jeden Fall Walter Serner (»Die Tigerin«) und Hans Fallada (»Der Trinker« und »Jeder stirbt für sich allein«).

    Meine ersten beiden großen Leseerlebnisse auf dem Gebiet als Teen waren »Erledigt in Paris und London« von George Orwell und die ›Schwarze Trilogie‹ von Leo Malet (»Das Lebe ist zum Kotzen«, »Die Sonne scheint nicht für uns« und »Angst im Bauch«).

    • Hallo molo und danke für die Tipps.

      Von Fallada habe ich bisher nur »Kleiner Mann, was nun« gelesen. Von Burroughs »The Yage Letters«. Beides Autoren, von denen ich noch mehr lesen würde. Hubert Selby Jr.wollte ich schon immer mal lesen. Helmut Krausser habe ich auch seit einer Weile auf dem Radar.

      Ich habe jetzt, einem Tipp auf Facebook folgend, »The Anomalies« von Joey Goebel angefangen. Gefällt mir bisher sehr gut, ist ein toller Erzähler.

      Gruß Markus

  4. Ich habe jetzt „The Anomalies“ von Joey Goebel gelesen. Hat mir sehr gut gefallen. Besprechung folgt noch. Und gestern Nacht habe ich noch kurz „Breakfast of Champions“ von Kurt Vonnegut angefangen. Mir fiel spontan ein, dass ich das auf meinem Kindle habe. Hätte ich gewusst, dass es da so viele Zeichnungen gibt, hätte ich es mir in einer gedruckten Fassung gekauft. Aber Vonneguts Arschloch macht auch auf E-Ink was her. 🙂

  5. Pingback: Meine Lektüre Januar 2016 | translate or die

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