Phantastische Netzstreifzüge 37

Hannes Riffel und Andy Hahnemann bauen SF/Fantasy der S. Fischer Verlage in Berlin aus – das meldet der Buchmarkt. Im Dezember wurde bereits bekannt gegeben, dass Natalja Schmidt den Ausbau der Fantasy und Science-Fiction bei Droemer/Knaur ab dem 1. April übernehmen wird. Damit gibt es eine interessante Entwicklung auf dem phantastischen Buchmarkt, nachdem in der letzten Zeit der Trend ja eher von der Phantastik weg ging. Und damit sind wieder zwei Publikumsverlage im Genre vertreten, die vor Jahren dort noch deutlich aktiver zugange waren. Von Fischer habe ich z. B. noch die Tad Williams Drachenbeinthron-Saga im Regal stehen und Knaur war einmal eine feste Größe in der Fantasy. C.S. Friedmanns Kaltfeuer-Reihe, Stephen Donaldsons Die Chroniken von Thomas Covenant sind nur zwei Beispiele für originelle Fantasy aus dem Hause Knaur. In den letzten Jahren hatten sich beide Verlage weitestgehend aus der Phantastik verabschiedet, zumindest habe ich sie nicht mehr wahrgenommen.

Mit seinem Golkonda-Verlag hat Hannes Riffel gezeigt, wie man anspruchsvolle Phantastik nach Deutschland bringt, wobei er bei einem so großen Publikumsverlag natürlich auch kommerziellen Zwängen unterworfen ist. Man sollte auch nicht zu schnell viel erwarten. Die Vorlaufzeiten im Verlagswesen sind lange, und ich vermute mal, dass man frühestens 2016 mit einer ersten Programmvorschau rechnen kann. Es gibt jedenfalls nicht nur negative Veränderungen auf dem deutschsprachigen Phantastikbuchmarkt. Ich bin sehr gespannt, was da auf uns zu kommt.

Neue Bücher: Fantastische Literatur im Februar 2015 – Fantasybuch.de stellt die deutschsprachigen Phantastikneuerscheinungen des Monats Februar vor. Darunter auch das von mir übersetzte Das Blut der Helden von Joseph Nassise (dazu werde ich mich hier im Blog noch näher äußern, wenn ich meine Belegexemplare erhalten habe). Bis auf den David Brin ist da auf den ersten Blick nichts für mich dabei. Anne Leckie habe ich schon im Original gelesen. Vieles sind auch nur Neuauflagen älterer Titel.

The Best Science Fiction, Fantasy and Horror Reads for February – Kirkus Review stellt einige ausgewählte englischsprachige Neuerscheinungen vor. Da ist schon eher was für mich dabei.

How Science-Fiction Will Help Us Go to Mars – auf Mother Jones gibt es einen interessanten Artikel von Kishore Hari darüber, warum uns SF auf den Mars helfen könnte. Während Deutschland kaum noch Hard-SF in Buchform erscheint, hat Hollywood das Genre für sich neu entdeckt.

William Gibson explains why Science-Fiction writers Don’t predict the Future – William Gibson erklärt auf boingboing wiederum, warum SF-Autoren nicht die Zukunft vorhersagen. Sehe ich ähnlich. Es geht nicht darum, wie die Zukunft sein wird. Höchstens darum, wie sie sein könnte. Aber in erster Linie geht es um eine gute Geschichte.

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