Phantastische Netzstreifzüge 35

Captain Future 4: Der Triumph – das Feedback zum vierten Teil der Reihe ist bisher überschaubar. D. Vallenton, der das Buch auf Fantasybuch.De bespricht, hat es jedenfalls gefallen. Für ihn ist es sogar der bisher beste Teil (das freut den Übersetzer, der es ähnlich sieht).

Die Geschichte, die sich von der Inhaltsbeschreibung her eigentlich recht unspektakulär liest, hat es aber dennoch gehörig in sich. Der Trend der sich für mich abzeichnet, nämlich das die Geschichten von Buch zu Buch besser werden, setzt sich auch hier fort. Der Triumph (OT: The Triumph of Captain Future) ist das vierte und für mich auch das bisher beste und unterhaltsamste Abenteuer. Es ist so schrecklich angenehm bodenständig, kein wildes Geballer und kein ewiges Rumgespringe im Sonnensystem von Planet zu Planet.

Der Triumph ist vielmehr ein lupenreiner Kriminalroman (mit SF Einschlag), in dem Captain Future in bester Hercule Poirot Manier alle Verdächtigen in einem Raum (bei Poirot war es der Speisewagen im Orient-Express) versammelt, verhört und dann seine Schlüsse zieht.

Stoker Awards 2014 – Im Horrorforum stellt Maso die Nominierungen für den Stoker Award 2014 vor; mit Inhaltsangabe und ob eine deutsche Fassung vorhanden oder absehbar ist. Da sind einige interessante Sachen dabei, die ich mal im Auge behalten werde, da ich mir vorgenommen habe, 2015 mehr Horror zu lesen. Zunächst kommen aber endlich Laird Barron und American Elsewhere von Rober Jackson Bennett dran. Horror ist leider ein Genre, das von deutschen Publikumsverlagen sträflich vernachlässigt wird. Im englischsprachigen Raum erscheinen so viele interessante und vielseitige Sachen, von denen es nur die wenigsten nach Deutschland schaffen.

Die digitale Revolution frisst das Filmerbe – Ein hochinteressanter Essay von Simon Spiegel (Simifilm) darüber, warum durch die Digitalisierung des Kinos viele Filme verloren gehen könnten. Man kann mit ihm auch bei SF-Fan.de darüber diskutieren.

Horrorjahr 2014 – Stirbt das Kino einen langsamen Tod? – Auf Moviejones.de gibt es einen Artikel zur aktuellen Lage des Kinos und des Kinofilms, den es lohnt zu lesen.

Schlussendlich hoffen nicht nur wir als Kinofans, dass uns auch in Zukunft noch großartige Filme erwarten werden, die nicht nur auf Größe gebürstet sind und als zigstes Remake erscheinen, sondern auch noch viel Spannendes auf der großen Leinwand passiert. Und als Redakteure: Die es auch wert sind, darüber zu berichten. Wir wollen Filme, die nicht nur groß tun, sondern groß sind!

Dem kann ich mich nur anschließen. Eigentlich mag ich ja Superheldenfilme und Science Fiction, aber inzwischen wird es mir zu viel. Da bin ich wohl nicht Fanboy genug. Durch diese unendliche Schwemme an Comicverfilmungen mit Superhelden von Marvel und Co. die im Prinzip immer nach dem gleichen Schema ablaufen, ist bei mir schon eine Übersättigung eingetreten (und jetzt kommen auch noch ganz viele Serien dazu). Was ich im Kino sehen möchte, ist das große Drama. Filme, die mich verzaubern (wie zuletzt z. B. Life of Pie oder Hugo Cabret). Filme die eine bewegende, große oder kleine Geschichte erzählen, mit liebens- und hassenswerten Figuren; und vor allem mit originellen Geschichten, die nicht die xte Fortsetzung, Reboot, Sequel oder Prequel sind. Letzteres hängt mir zum Hals raus. Die sind ja toll für die Fans, aber sie blockieren die Kinosäle und verhindern, dass die Studios noch Geld in die von mir beschriebenen Filme stecken. Da freue ich mich auf Birdman (auch wenn da die Superheldenthematik am Rande auftaucht).

Eight Books From the Last Decade that Made Me Excited About SF Jo Walton hat eine Liste mit acht Büchern erstellt, die sie im letzten Jahrzehnt am meisten für Science Fiction begeistert haben (inklusive ausführlicher Empfehlungen). Davon kenne ich einige noch nicht. Spin habe ich selbst schon hier im Blog empfohlen. Anathema von Stephenson wartet noch auf meinem kindle darauf, gelesen zu werden. Von Geoff Ryman habe ich bisher noch die großartige Kurzgeschichtensammlung Pol Pots wunderschöne Tochter gelesen, die ich demnächst noch besprechen werde. Blindflug von Peter Watts hat Walton auf dem Radar, hier im Blog gibt es meine Rezi dazu. Sehr schön, dass sie von den Büchern schreibt, die sie am meisten begeistert hätten, und nicht einfach eine List der „besten Bücher des Jahrzehnts“ erstellt.

 

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