Phantastische Netzstreifzüge 34

Wochenendkrieger – Diese interessante Doku lief gestern auf Arte und kann für sieben Tage noch in der Mediathek angeschaut werden. Es geht um LARPs bzw. Menschen, die diesem Hobby frönen. LARP steht für Live Action Roleplay und ist eine Weiterentwicklung des Pen-&Paper-Rollenspiels, bei dem man eben nicht mehr mit Würfeln und Stiften am Tisch sitzt, sondern sich vor passender Kulisse mit Kostüm und Waffen ins Gefecht stürzt. Wobei es, wie man im Film sieht, nicht nur ums Kämpfen geht. Ich mag Pen-&-Paper Rollenspiel, ich lese leidenschaftlich gerne Fantasyromane und zocke auch gerne Rollenspiele am Computer. Aber obwohl mir LARPs sympathisch sind, sind sie doch nichts für mich. Dafür bin ich viel zu schüchtern und zurückhaltend und mag es auch nicht, mich zu verstellen bzw. zu schauspielern. Doch ich bewundere die Leidenschaft, mit denen die im Film porträtierten Menschen bei der Sache sind, und das Funkeln in ihren Augen, wenn sie davon erzählen.

Wenn man von der Materie so gar keine Ahnung hat, lässt die Doku einen allerdings etwas alleine. Es werden weder die Ursprünge von LARPs erklärt (Pen and Paper Rollenspiel, Fantasyliteratur, Mittelaltermärkte und Feste, Nachstellung historischer Schlachten) noch wie genau so etwas abläuft und welche vielfältigen Variationen es da gibt. Trotzdem ein sehr sehenswerte Doku, deren Narration praktisch der Narration der dort gezeigten LARP folgt und zwischendurch Szenen aus dem Alltag der ausgewählten Spieler zeigt. Ein Highlight ist die enthusiastische und sehr sympathische Kaiserin, die Kostüme näht und ihre Mutter mit zu einem LARP genommen hat.

Ein Interview mit Joachim Körber – gibt es auf SteglitzMind, und das lohnt sich wirklich. Körber berichtet über 30 Jahre Arbeit mit seinem (sehr empfehlenswerten) Verlag Edition Phantasia; unter anderem über die Schwierigkeiten als Kleinverlag Bücher über den stationären Buchhandel verkaufen zu wollen.

Hier mal ein paar meiner Bücher aus dem Verlag. Ich muss gestehen, dass ich ihn in den letzten Jahren ein wenig aus den Augen verloren habe.

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Vom Staub kehrst du zurück habe ich 2004 mal auf X-Zine.de besprochen. Eine meiner gelungeneren Rezis. Darin der immer noch aktuelle Satz: „Und in unserer heutigen Zeit, in der alles und jeder überwacht wird, und alles Fremde abgelehnt wird, ist es schwierig für eine Familie wie die Elliots noch einen Platz zu finden.“ 🙂

Spiegel wurde von mir 2004 auf Roterdorn.de rezensiert.

INTERVIEW WITH MICHAEL MOORCOCK, Part One – Moorcock wurde am 18. Dezember 75 und hat gerade einen neues Buch (The Whispering Swarm: Book One of The Sanctuary of the White Friars) veröffentlicht. Deshalb ist er momentan wieder recht präsent. Der Locus hat ihm die Dezemberausgabe gewidmet. Auch dort gibt es ein interessantes Interview sowie einige interessante Artikel und einen Auszug aus seinem neuesten Werk.

»Wir waren nicht zufrieden mit der Realität« – und auf Heise.de gibt es ein Interview mit Werner Fuchs, dem ehemaligen Miteigentümer von Fantasy Productions (FanPro) und Miterfinder von Das schwarze Auge.

5 Gedanken zu “Phantastische Netzstreifzüge 34

  1. Ich finde deinen Blog klasse. Und ich bewundere, wie du es schaffst, in so relativ kurzen Abständen solch interessante Beiträge zu verfassen. Danke, dass es diesen Blog – und dich natürlich – gibt, weiter so! 🙂

    • Vielen Dank. Hängt immer ein bisschen von meiner Auftragslage und der Nähe der Abgabetermine ab. Der Januar hatte da sehr ruhig begonnen, aber so langsam wird es mehr. Ich schreibe die Beiträge aber auch gerne in den Arbeitspausen zur Entspannung. Wobei es einige von mir geplante ausführlichere Artikel gibt, bei denen ich zeitlich schon ein paar Monate hinterherhinke.

      Apropos »The Witcher«. Ich bin gerade mitten in »Das Schwert der Vorsehung« und schwer begeistert (vor allem die Geschichte mit dem Doppler hat es mir angetan). Da gibt es demnächst noch eine Besprechung.

      • Bei mir hängen die meisten Artikel in der Entwurfsphase fest. Aber Schreiben ist auch nicht meine Haupt(freizeit)beschäftigung.
        Deine Tipps und Verweise zur Arbeit eines Übersetzers finde ich ebenso ungemein spannend, und sie haben auch mir als hobbymäßigem Fanfiktion-Übersetzer und Beta-Leser einige neue Anregungen und Sichtweisen gezeigt. Danke also auch dafür! Doch, wo du es schon erwähnst, am meisten freue ich mich jetzt auf deine Sapkowski-Besprechung. ^^ Ich hoffe, sie wird so ausführlich wie die meisten deiner Reviews ;D

  2. Das Körber-Interview finde ich hochinteressant. Und mir geht es ähnlich wie dir: Ich hab die Edition Phantasia auch ein wenig aus den Augen verloren. Die „Amerika-Plakate“ hab ich mir schon mal vorgemerkt.

    • Die stehen auch auf meiner Liste, nachdem Lapismont alias Ralf Steinberg das Buch auf dem Fantasyguide begeistert besprochen hat.

      Ich finde es auch immer supern, wenn ich Einblicke in die Phantastikszene bekommen, in Zeiten, die vor meiner „aktiven“ Phase liegen.

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