Phantastische Netzstreifzüge 31

Ein paar kurze Netzstreifzüge zum Wochenende, da ich momentan auf mehreren Baustellen tätig bin. Ich hoffe in  den nächsten Tagen noch meine Lobhudelei auf Interstellar verfasst zu bekommen und einen Beitrag über vier Dokumentationen unter der Überschrift Sex, Punk and Videogames.

In Defense of Indiana Jones, Archaeologist – Max Gladstone (Three Parts Dead) darüber, warum Indiana Jones ein toller Archäologe ist. Der notorische holterdiepolter-Grabräuber kann kaum den Standards moderner Archäologie standhalten, aber er stammt auch aus einem anderen Zeitalter, und wie Gladstone schreibt, auch aus einer alternativen Realität, in der man Gummibote als Fallschirme benutzen kann und auch sonstige Regeln der Physik nicht gelten. Der Essay ist sehr unterhaltsam geschrieben und erhält persönliche Beispiele dafür, warum Dr. Henry Jones Jr. als bad-ass-archeologist gar nicht so unrealistisch ist. Habe ich schon erwähnt, dass Indy einer der Helden meiner Kindheit ist. 😉

The Apple Throne – Buchreihen und Serien werden nicht nur in Deutschland eingestellt (auch wenn ich den Eindruck habe, dass das hier proportional gesehen öfters der Fall ist). US-Autorin Tessa Gratton darüber, wie ihre Reihe nach Band 2 vom Verlag eingestellt wurde, obwohl Band 3 schon fertig war, und was sie dagegen unternommen hat. Vor allem darf man das nicht persönlich nehmen und an seinen Fähigkeiten zweifeln. Das sind in der Regel knallharte ökonomische Entscheidungen, die wenig über die Qualität der eingestellten Buchserien aussagen.

MIND MELD: The Evolution of the Author/Fan Relationship – Auf SF-Signal äußern sich einige Autorinnen darüber, wie sich die Beziehung zwischen Fans/Lesern und den Autorinnen vor allem durch soziale Netzwerke (und Blogs) verändert haben. Ich finde toll, dass man sich z. B. per Twitter mit Autoren aus der ganzen Welt austauschen kann. Letztens habe ich zum Beispiel dem schottischen SF-Autor Ian McDonal (Cyberabad) bei der Übersetzung eines Begriffs ins brasilianische Portugiesisch weitergeholfen.

So erklärt die Esa ihre »Rosetta«-Mission – Bei der Esa hat man gelernt, dass man wissenschaftliche Missionen nicht auf trockenen Presskonferenzen und mit langweiligen Lehrfilmen a la Telekolleg erklären kann. Für die Landung auf dem Kometen letzte Woche bzw. die langjährige „Rossetta“-Mission hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen und dabei ist ein ziemlich beeindruckender Film in Kinoqualität herausgekommen.

BOOK REVIEW: Nest of Worlds by Marek S. Huberath, Translated by Michael Kandel – Der englischsprachige (SFF-) Buchmarkt hat sich bisher nicht unbedingt durch zahlreiche interessante Übersetzungen hervorgetan, aber in letzter Zeit entdecke ich dort immer mehr faszinierende Übersetzungen nicht-englischsprachiger Literatur. Bücher, die es in Deutschland nicht auf den Markt geschafft haben. Was ich als Armutszeugnis sehe, da man sich leider fast nur noch auf englischsprachige Übersetzungen zu beschränken scheint. Die Ausnahme bilden aktuelle noch ein paar russische Fantasy und SF-Autoren. Erst in den letzten Streifzügen habe ich über den ersten ins Englische übersetzte chinesischen SF-Roman geschrieben. Jetzt gibt es auf SF-Signal die Rezension zu dem SF-Buch Nest of Worlds des polnischen Autors Marek S. Huberath.

Fortschrittliche Flachwelt – Christian Endres auf diezukunft darüber, warum Terry Pratchetts Scheibenweltromane auch für Science-Fiction-Fans interessant sind. Da kann ich als langjähriger Leser dieser wunderbaren Reihe nur zustimmen. Diese Bücher stecken voller Wissen und Weisheit. Wer einen ersten Einstieg in die Scheiben Welt wagen möchte, sollte nicht unbedingt in chronologischer Reihenfolge anfangen, da die ersten Bücher vom Humor her noch etwas flacher uns slapstickhafter sind (wenn auch sehr unterhaltsam). Mein Einstieg waren Helle Barden (Men at Arms) und Alles Sense (Reaper Man). Bei den Hexenromanen empfiehlt es sich allerdings, sie in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Müsste ich ein Lieblingsbuch auswählen, es wäre Die Nachtwächter.

Ursula K. Le Guin (hier meine Hausarbeit zu ihrem Buch The Dispossessed) hat die die National Book Foundation’s Medal for Distinguished Contribution to American Letters erhalten. In ihrer Dankesrede zeigt die 85-jährige Autorin, dass sie nicht von ihrer Bissigkeit verloren hat, bricht eine Lanze für die SF und Fantasyliteratur und ermuntert NachwuchsautorInnen, sich nicht von der Profitoptimierung der Konzerne unterkriegen zu lassen.

But the name of our beautiful reward is not profit – it’s name is freedom.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s