Aktuelles: Phantastische Netzstreifzüge 22

Da sich wieder einige Links angesammelt haben und ich noch einige Blogeinträge für das Wochenende geplant habe, fasse ich mir hierzu kurz.

Why Horror is Good For You (and Even Better for Your Kids) – Greg Ruth stellt eine interessante These auf, die sagt, dass Horrorgeschichten für Kinder durchaus auch positive Effekte haben können. Natürlich jetzt kein brutaler Splatterpunk, aber gepflegter, halbwegs kindgerechter Grusel. Sollt man meiner Meinung nach aber nicht pauschalisieren, sondern als Elternteil bei jedem Kind individuell betrachten. Mir hat es jedenfalls nicht geschadet (hoffe ich mal), dass ich auch schon im Alter von 10+ Jahren Horrorfilme und Bücher konsumiert habe. Manche Schlüsse von Ruth teile ich aber nicht. Ob der Horror in der Fiktion wirklich auf die Schrecken des Lebens vorbereiten kann …?

Sigrid Löffler auf Literatursafari – Anubis (auf Lake Hermanstadt) über das merkwürdige Verhältnis der Literaturkritik gegenüber der literarischen Realität abseits des deutschen Elfenbeinturms. Der Artikel ist auch interessant für jene, die sich für afrikanische Literatur interessieren.

 THE CAGE – Prehistory – Brian Keene darüber, wie seine Novelle The Cage entstanden ist (er hat selbst im Elektromarkt gearbeitet), die ich unter dem Titel Eingesperrt ins Deutsche übersetzt habe. War meine erste Übersetzung.

eingesperrt

 

 

 

 

Neue Bücher Juni 2014 – Fantasybuch.de stellt wieder die deutschsprachigen phantastischen Neuerscheinungen des Monats vor. Die Brücke der Gezeiten würde mich ja interessieren, wenn es nicht ein gesplitteter Band wäre. David Hair werde ich mir dann lieber mal im Original holen. Ansonsten interessiert mich da nicht viel. Vielleicht noch der Klassiker Schwerkraft von Hal Clement.

Looking for Science Fiction, Fantasy and Horror Books Coming Out in June 2014? Here’s 276 of Them! – SF-Signal stellt die englischsprachigen Neuerscheinungen des Monats vor. Da interessieren mich nach einer ersten flüchtigen Durchsicht zwei Titel:
Shield and Crocus von Michael R. Underwood und The Last Page von Anthony Huso, welches aber bereits 2010 im Hardcover erschien.

Moral und Gewinne: Amazon, mal wieder. – Zoe Beck in einem klugen Beitrag über das aktuelle Gebashe gegen Amazon. Kann ich alles unterschreiben, nur als Kunde finde ich es nicht schön, wenn ich länger auf bestimmte Bücher warten muss, nur weil Amazon seine Bedingungen gegenüber einem Verlag durchsetzen will. Da ist der lokale Buchändler (den ich sowieso lieber unterstüzte) plötzlich schneller. Mal abgesehen davon, dass Amazons Bearbeitungszeiten in den letzten Monaten sowieso immer länger werden. Ich vermute mal, um mehr Kunden in das Prime-Angebot zu locken.

Another Word: Chasing the High – Schriftsteller Daniel Abraham in einem unterhaltsamen Artikel darüber, wie gearscht man sein wird, wenn man sich entscheidet, Schriftsteller zu werden – egal was passiert. Einen hab ich auch noch: Wenn die erste Fantasyreihe in deutscher Übersetzung floppt, der Verlag aber trotzdem die nächste bringen möchte – einfach weil sie gut ist – ist man gearscht, weil der Verlag einem einen neuen Nachnamen verpasst, damit man die neuen Bücher nicht mit den Ladenhütern aus der ersten Reihe in Verbindung bringt.

Moby-Dick und seine Übersetzer – Okay, der Artikel ist schon aus der Literaturbeilage der Zeit von 2001, aber ich kannte ihn noch nicht. Ist für alle interessant, die sich für Übersetzungen, das Problem mit der »richtigen Übersetzung« und Moby Dick interessieren.

Why translators deserve some credit – Der erfolgreiche und vielübersetzte britische Schriftsteller Tim Parks darüber, warum Übersetzer mehr Beachtung und Würdigung verdienen. Interessantes Detail:

Some years ago Kazuo Ishiguro castigated fellow English writers for making their prose too difficult for easy translation. One reason he had developed such a lean style, he claimed, was to make sure his books could be reproduced all over the world.

Ishiguro denkt also beim Schreiben schon an die armen Übersetzer, die sein Werk übersetzen müssen. Finde ich super!

Why I’m sending 200 copies of Little Brother to a high-school in Pensacola, FL – Cory Doctorow darüber, dass an einer Schule in Florida sein ausgezeichnetes Buch Little Brother aus dem Sommerleseprogramm genommen wurde. Besorgte Eltern, profanity, Infragestellen von Autorität und blablabla. In dem Buch gibt es weder vulgäre Sprache noch explizite Darstellung von Sexualität. Die Art, wie Autorität in dem Buch infrage gestellt wird, ist die, die einen zum mündigen Bürger macht.

 

 

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