Buchempfehlung: „Gateway“ von Frederik Pohl

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Gateway ist einer dieser Klassiker, die seit über 10 Jahren auf meiner Leseliste stehen. Die Idee mit dem Gateway, also einem ausgehöhlten Asteroiden, der sich als verlassene Raumbasis der verschwundenen Alienrasse der Hitschi entpuppt, von dem aus man mit kleinen Raumfähren einen vorbestimmten und unbekannten Kurs zu mysteriösen Zielen einschlagen kann, hat mich sofort fasziniert.

Um so größer war meine Überraschung, als sich beim Lesen herausstellte, dass dies zwar die Grundprämisse des Romans ist, es aber eigentlich um etwas ganz anderes geht. Die Prospektoren, die von der Erde kommen und auf Gateway einen Schnellkurs im »Leben riskieren« bekommen, haben viel Geld gezahlt, um in eine der Nussschalen mit unbekanntem Ziel zu steigen. Manche kommen mit Artefakten zurück, die sie unvorstellbar reich machen. Andere fliegen mehrfach, ohne je etwas Brauchbares zu finden. Und ganz Viele kehren überhaupt nicht oder tot zurück.

Aber wie gesagt, das ist nur die Kulisse, der Rahmen. Eigentlich geht es um den Protagonisten Robinette! Broadhead, der in Gesprächen mit seinem elektronischen! Psychiater seine drei Gateway-Flüge aufarbeitet. Er ist das zentrale Thema das Romans, seine Psyche, sein Werdegang; wie er in der Provinz aufgewachsen, in Nahrungsgruben arbeitend, als Nichtsnutz seine Mutter verliert, im Lotto gewinnt und die Chance auf das große Abenteuer und Glück bekommt.

Gateway hat damals 1976 wie eine Bombe in der SF-Szene eingeschlagen. Bis dahin war man vor allem seichte Abenteuer-im-Weltraum-Romane gewöhnt (auch von Frederick Pohl). Eine Geschichte, die sich plötzlich auf das Innenleben der Hauptfigur konzentriert war neu, Pohl literarischen Ambitionen vielen Lesern fremd. Auch ich hatte eher eine klassische Abenteuergeschichte erwartet. Das Gateway mit seinen unbekannten Zielen bietet da viel Potenzial, und dann spielen diese Ziele so gut wie keine Rolle, tauchen nur am Rande auf. Für mich trotz meiner Erwartungen eine positive Überraschung.

Gelesen habe ich die aktuelle Ausgabe von Heyne, die alle drei Gateway-Romane in einem Band versammelt, bisher allerdings nur das erste Buch. Da die beiden Fortsetzungen erst einige Jahre später erschienen sind, wollte ich mir meinen Leseeindruck von Buch 1 nicht durch die Lektüre der restlichen Teile verwässern. Ich werde sie in ein paar Monaten lesen. Und das Vorwort von Terry Bison sollte man zunächst einen Bogen machen und es erst als Nachwort lesen, da es schon zu viel über die Handlung der drei Romane verrät. Momentan ist eine Verfilmung der Serie geplant, die Pohl selbst aber nicht mehr erleben wird, da er im letzten Jahr verstorben ist.

Ein Gedanke zu “Buchempfehlung: „Gateway“ von Frederik Pohl

  1. Den ersten Band fand ich auch großartig. Die beiden Nachfolger lassen für meinen Geschmack dem gegenüber etwas nach. Von daher war deine Entscheidung gar nicht schlecht, denke ich.

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