Aktuelles: Phantastische Netzstreifzüge 12

Marsianer und Maschinen – auf dem Heyne Portal Die Zukunft wirft man einen Blick in die selbige und stellt drei SF-Bücher vor, die 2015 bei Heyne auf Deutsch erscheinen werden.

Die Flammen des Mars (War Dogs) von Gerg Bear ist jetzt keine Überraschung für mich, sind die letzten Bücher des Autors doch auch bei Heyne erschienen.

Umso überraschter bin ich über zwei Titel, die zu den interessantesten SF-Neuerscheinungen der letzten Monate gehören. The Martian von Andy Weir und Ancillary Justice von Anne Leckie stehen bereits auf meiner Leseliste ganz oben. Ancillary Justice steht genauer genommen schon bei mir im Regal und wird mein nächstes Lektüre nach Der goldene Schwarm sein. Anne Leckie taucht zurzeit auch auf den meisten Nominierungs- und Bestenlisten für 2013 auf. Jakob Schmidt hat es auf dem Othlerlandblog besprochen. Bei Heyne wird es unter dem (etwas einfallslosen) Titel Die Maschinen (März 2015) erscheinen. The Martian, eine Art Hard-SF-Robinson-Crusoe-Geschichte auf dem Mars unter der deutschen Entsprechung Der Marsianer (November 2014).

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Überrascht bin ich über diese Neuerscheinungen, weil es ja bei den deutschen SF-Verlagen aktuell einen Trend weg von der Übersetzung interessanter, origineller Romane gibt, hin zu Neuauflagen alter und nicht so alter Klassiker und der Übersetzung von actionreicher Space-Opera ohne viel Tiefgang und Kreativität. So zumindest mein Eindruck. Löblich, dass der Heyne Verlag zeigt, dass er immer noch die Nummer 1 ist, wenn es um Science Fiction geht.

Syfy bestellt neue Serie The Expanse – Der amerikanische Genresender Syfy hat eine Serie in Auftrag gegeben, die auf den Space-Opera-Romanen des Autorenduos James S.A. Corey basiert. Die ersten drei Teile der Reihe sind in Deutschland bei Heyne (wo auch sonst) unter den Titeln Leviathan erwacht, Calibans Krieg und Abaddons Tor erschienen. Ich habe sie bisher noch nicht gelesen, habe es aber noch vor. Von der Serie erwarte ich allerdings nicht allzu viel. Mann muss sich nur anschauen, was Syfy in jüngster Vergangenheit für eine Stuss produziert hat. Inzwischen geben sie sogar Serien bei den dilettantischen Schwachköpfen von Asylum in Auftrag. Die produzieren geklaute Filmideen auf einem Niveau, das eigentlich selbst für den SchleFaZ zu ist. Was Kalkofe nicht daran hindert, den Rotz trotzdem zu zeigen. 🙂

The Transformation of George R.R. Martin – Andrew Liptak zeichnet auf Kirkusreviews den Werdegang von George R. R. Martin nach, angefangen von seinen ersten Versuchen als SF-Autor und sein kommerzielles Scheitern als Selbiger, über seine Karriere als Drehbuchautor fürs Fernsehen bis zu seinem Neustart als Fantasyautor. Ich habe die ersten Bände von Game of Thrones in der deutschen Ausgabe von Goldmann damals in den 90ern zum ersten Mal gelesen und war sofort begeistert von dieser Fantasywelt, die anders war, als alles, was ich bisher gelesen hatte. Ambivalente Figuren, undurchsichtige Intrigen und Ränkespiele, eine extrem raue und harte Welt, ein sehr dezenter Einsatz von Magie und die wechselnden POVs.

»PERRY RHODAN hat mich zum E-Book gebracht.« – Perry Rhodan Neo Autor Oliver Plaschka äußert sich dazu, wie er zum E-Book gekommen ist und warum er es inzwischen dem gedruckten Buch vorzieht. Ich selbst lese seit zwei Jahren auch auf dem kindle. Es liest sich sehr angenehm auf dem leichten, handlichen Gerät mit der matten Display, auf dem mir der Lesefluss inzwischen sogar flüssiger vorkommt, als bei gedruckten Büchern. Außerdem nehmen sie keinen Platz weg, was bei meinen überfüllten Bücherregalen inzwischen zu einem entscheidenden Faktor geworden ist. Allerdings lese ich vor allem englischsprachige E-Books, da mir die meisten deutschen Titel zu teuer sind (vor allem im Verhältnis zur gedruckten Ausgabe). Mehr als 10 maximal 12 Euro bin ich nicht bereit für ein E-Book bzw. da Leserecht für Selbiges auszugeben. Im Schnitt zahle ich um die 6 Euro. Es sollte auch nicht zu billig sein, dann wirkt es wie überflüssige Wegwerfware.

 
Easter Island’s first music school – And now for something completly different. Ein kurzer Bericht der BBC. Meine ehemalige Nachbarin aus Berlin Mahani Teave hat in ihrer Heimat auf den Osterinseln eine Musikschule gegründet. Sie selbst lernte dort bis zum Alter von 10 Jahren auf dem einzigen Klavier der Insel, bei der einzigen Musiklehrerin das Pianospiel. Als Lehrerin und Klavier die Insel wieder verließen, zog Mahanis Mutter mit ihr aufs über 3000 Kilometer entfernte Festland von Chile, damit die begabte Tochter weiter ihr Talent fördern konnte. Dort machte sie ihren ersten Abschluss, den zweiten dann in den USA und zuletzt studierte sie auf der Hans Eisler Musikhochschule in Berlin, wo ich ihrer Abschlussprüfung als Pianistin in der Meisterklasse beiwohnen konnte, die sie mit Bravour bestanden hat. Inzwischen ist sie eine der berühmtesten Pianistinnen Südamerikas, gibt Konzerte auf der ganzen Welt und ist in ihre Heimat zurückgekehrt, um dort unter anderem die Musikschule zu gründen, damit auch andere Kinder Insel ähnliche Möglichkeiten und Chancen erhalten, wie sie selbst. Ich denke immer noch gerne an die Zeit zurück, als ihr wunderbares Klavierspiel (vor allem Sommer, als ich Türen und Fenster offen hatte) teilweise den ganzen Tag über aus ihrer Wohnung hinüber in meine klang und mich beim fleißigen Lernen, beim Übersetzen oder kreativen Prokrastinieren beflügelte.

 

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