Aktuelles: Phantastische Netzstreifzüge 11

J. R. R. Tolkien und der Erste Weltkrieg: Auf Spiegelonline gibt es ein interessantes Interview mit John Garth, der das Buch Tolkien und der Erste Weltkrieg geschrieben hat. Es geht darum, wie Tolkiens Erfahrungen als Soldat im Ersten Weltkrieg dessen Werk beeinflusst haben. Das Buch ist bereits 2006 im Original erschienen, aber erst jetzt auf Deutsch bei Klett/Cotta-Hobbit/Presse (wo auch sonst). Übrigens mitübersetzt von Birgit Herden, der ehemaligen Mitinhaberin des Otherland und Golkondianerin.

Dubai Diaries – Episode 91 – Achim Hilltrop alias Gallagher – SF-Autor, Fandomgröße und legendärer Organisator von SFNSDSSFS – lebt und arbeitet seit einigen Monaten in Dubai. Keine Ahnung, was er da genau macht, ich vermute mal, was mit Computern oder Weltuntergangsmaschinen. Seitdem berichtet er mit Humor und Scharfsinn in seinem Blog des SF-Netzwerks aus einer uns völlig fremden Welt. Aktuell gab es in Dubai eine große Convention (die Middle East Film & Comic Con, kurz MEFCC.) mit prominenten Gästen und vielen Gästen in Kostümen. So was hätte ich in Dubai ehrlich gesagt nicht erwartet.

Fantasy-Ennui – Ausgehend von einem Rant Ursula Vernons fragt sich Mistkaeferl, ob ihre aktuelle Fantasymüdigkeit vom dürftigen, immer gleich aussehenden Kapuzenheini-Fantasy-Angebot der Verlage liegt, oder an der mit den Jahren gestiegenen Leseerfahrung im Genre. Das Wort Ennui musste ich erst mal googeln. 😉 Was ich dazu denke, kann man unten in den Kommentaren nachlesen. Ergänzen sollte ich noch, dass ich in den letzten 20 Jahren immer wieder Phasen hatte, in denen ich über einen längeren Zeitraum keine Fantasy gelesen habe, weil ich auch das Gefühl hatte, alles schon mal gelesen zu haben. Inzwischen, wo ich mich immer mehr mit dem englischsprachigen Buchmarkt beschäftige, komme ich kaum mit dem Lesen interessanter Titel hinterher, wobei ich aber von Buch zu Buch meist zwischen den Genres wechsel, um die Abwechslung zu pflegen. Die Angebote deutscher Fantasyverlage empfinde ich aber auch schon seit einiger Zeit sehr unbefriedigend und wenig verlockend. Und wenn sich mal interessante und originelle Bücher in die Programme verirren, werden sie gut unter immer gleich aussehenden, generischen Titelbildern und Klappentexten versteckt, damit der Leser ja nicht mitbekommt, dass er hier ein Buch in den Händen hält, das aus der Masse heraussticht.

The great 1980s Dungeons & Dragons panic – Was heutzutage Computerspiele und insbesondere Ballerspiele sind, waren für die hysterischen Moralapostel in den 1980ern Jahren, man mag es kaum glauben, Spiele, die mit Würfel, Bleistift und Papier und vor allem viel Phantasie (ganz gefährlich) gespielt wurden – also Pen and Paper Rollenspiele wie Dungeons and Dragons. Angeblich sollten solche Spiele Jugendliche sozial isolieren und in den Selbstmord treiben. Und Teufelswerk waren sie sowieso. Peter Ray Allison rekapituliert für die BBC diese heute lächerlich wirkende Episode, in der mal wieder erwachsene (und größtenteils religiös motivierte) Moralapostel, versuchten die ach so schlimme Jugend vor den Versuchungen des Teufels zu bewahren.

Exclusion As Default: Female Geeks – Foz Meadows über die Ausgrenzung von Frauen aus dem Fandom. Als ich gestern die Fragen von Buzzfeed beantwortet habe (66), dachte ich überhaupt nicht daran, wie sehr diese doch auf ein männliches, weißes Publikum im mittleren Alter zentriert sind. Da ist aber was Wahres dran. Das Fandom ist in großen Teilen konservativ und veränderungsresistent. Platzhirsche versuchen ihr Revier zu verteidigen und so junges, womöglich noch kostümiertes Gemüse stört da nur. Außer wenn es leicht bekleidet ist, dann ist es super zum Gaffen und Grapschen, wie es wohl auf der Leipziger Buchmesse passiert ist.

 

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