Aktuelles: phantastische Netzstreifzüge 3

In den phantastischen Foren, in denen ich unterwegs bin, herrscht momentan tote Hose. In den letzten Wochen gab es keine einzige Diskussion, die mir in Erinnerung geblieben ist, überhaupt wird zurzeit wenig geposted.

Einzig über den FAZ-Artikel von Günther Hack (wie gesagt, ich verlinke nicht zur FAZ) hat man im SF-Netzwerk ein wenig versucht zu diskutieren. Leider wurde die Diskussion mehrmals von einigen Foristen (die ich sonst sehr schätze), die sie für überflüssig halten oder kein Interesse daran haben durch destruktive Beiträge zerschossen.
Es ist mir ein Rätsel, warum die Silberrücken des deutschen SF-Fandoms anderen die nicht schon vor vierzig Jahren auf irgendwelchen antiken Cons darüber sprachen eine solche Diskussion nicht lassen können,

Sicher, die SF geht regelmäßig unter, liegt im Sterben bzw. muss erneuert werden. Manche alte Hasen sind davon vielleicht genervt, weil es die Leute davon abhält, einfach widerspruchlos deren Bücher zu kaufen 😉 , aber es gibt tatsächlich noch Nachwuchs (relativ gesehen), der an solchen Themen interessiert ist, für den das Thema nicht schon zigmal durchgekaut wurde, und der nicht sämtliche auf hangekurbelten und nach Spiritus riechenden Matrizendruckern hergestellte Fanzines im Regal stehen hat.

Im Fandom fühlt man sich auch schnell angegriffen, wenn die sogenannten „Literaten“ oder „Intellektuellen“ (für viele ist das ein Schimpfwort) versuchen mit etwas Anspruch und dem Versuch von Relevanz über die dem Fandom „gehörende“ Science-Fiction zu diskutieren.

Heyne hat ein neues Science Fiction Portal am Start. Auf  Die Zukunft gibt es nicht nur Artikel und Essays über Bücher, sondern auch über Filme, Comics und Computerspiele. Schade finde ich, dass das Thema Serien unter der Kategorie Film mitläuft, obwohl die sich meiner Meinung nach davon ebenso unterscheidet, wie die anderen hier aufgezählten. Immerhin wird kurz die großartige neue Serie „Orphan Black“ erwähnt, „Die es bereits im Herbst dann ebenfalls auf ZDFneo zu sehen geben soll.“ „bereits“ halte ich hier für etwas übertrieben, wenn man sich anschaut, wie schnell andere Serien inzwischen in Deutschland erscheinen. Aber immerhin – beste Serie 2013!
Bisher sind das auch nur ein paar News zu Serien wie „Firefly“ oder „Les Revenants“. Dabei gibt es aktuell eine Menge laufende SF-Serien (die nicht alle gut und keine Space Opera wie Stark Trek sind), die Stoff genug, für interessante Artikel bieten.

Adam Whitehead stellt auf seinem Blog die neue SF-Serie „Helix“ des amerikanischen Senders SyFy vor. Virenausbruch auf einer Forschungsstation in der Arktis + Verschwörungskram. Genau mein Thema, aber leider miserabel umgesetzt. Die Spezialeffekte wirken wie aus schlechten B-Movies der 80er Jahre. Auch sonst stimme ich Adams Einschätzung voll zu.

Fantasyautor Brandon Sanderson („Mistborn“, Rad-der-Zeit-Vollender) schreibt über epische Fantasy, was er daran so liebt und warum die (und seine) Bücher so dick sein müssen. Wenn der wüsste, in wie vielen Teilen „Das Rad der Zeit“ in Deutschland erschienen ist. 🙂

Ich mag die dickbändige epische Fantasy mit vielen Teilen auch (wenn es nicht zu viele Teile werden), finde es aber schade, dass es nur so wenige abgeschlossene Einteiler in der Fantasy gibt.

Den Aufreger der Vorwoche lieferte die britische Autorin Lynn Shephard, die zeigte, wie man sich mit wenigen Zeilen zum Volldeppen machen kann. In einem kurzen Artikel auf Huffingtonpost (immerhin der bekannteste und wohl auch einflussreichste Blog der Welt), schrieb sie, dass Joan K. Rowling doch bitte mit dem Schreiben aufhören sollte, weil ihr Erfolg anderen Autorinnen das Geschäft versauen würde. Dann zieht sie über die Bücher von ihr her, wie denn ein erwachsener Verstand solchen Kinderkram lesen könnte, obwohl es doch so viele tolle erwachsene Bücher geben würde. Auch die Prä-Harry-Potter-Werke seien schlecht geschriebener Mist.

Was Shephard aber endgültig zum Volldepp der Woche macht, ist die Aussage, dass sie noch keine einzige Zeile von Joan K. Rowling gelesen habe. Da spricht wohl der pure Neid. Ich jedenfalls habe „Harry Potter“ (mit Ausnahme des schwachen letzten Teils) mit großer Begeisterung im erwachsenen Alter verschlungen. Um die Bücher von Shephard werde ich allerdings einen großen Bogen machen. Selbst wenn sie gut sein sollten, hat es sich diese Autorin bei mir versaut.

Über den Aufreger der aktuellen Woche werde ich mich nicht äußern, da diese widerliche Person, die von Halbmenschen usw. spricht keinerlei Aufmerksamkeit verdient hat (sie aber leider trotzdem überall bekommt, wenn auch fast nur negative).

Auf SF-Signal äußern sich die Autorinnen Jane Yolen, Ellen Datlow, Kate Elliott, Elizabeth Hand and N. K. Jemisin über Frauen, die Science-Fiction schreiben.

Auf der Seite gibt es auch wieder die Übersicht über die englischsprachigen Neuerscheinung März 2014. Da gehe ich in einem Extraeintrag noch drauf ein.

Captain Future gibt es nicht nur in Deutschland als Neuauflage (gerade ist Band 3 erschienen) sondern auch in den USA bei Haffner Press.

Amazon ist jetzt mit seinem Abo-Streamangebot Prime Instant Video am Start. Aber trotz des Kampfpreises von 49 Euro pro Jahr, ist es für mich uninteressant, da es kaum Filme und Serien in Originalfassung gibt. Für mich ein K.-O.-Kriterium.

So, das reicht erstmal. Ich meine, ich hätte noch ein, zwei Sachen vergessen, die ich in den letzten Tagen gelesen habe, aber leider habe ich es versäumt, sie mir aufzuschreiben. Falls sie mir noch einfallen, reiche ich sie nach. Wer noch interessante Linktipps hat, kann sie hier gerne posten.

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