Ausblicke und Einblicke (mein Arbeitsplatz und ein Textauszug aus „Das Blut der Helden“)

Das hier ist übrigens der Blick aus meinem Arbeitszimmer, in dem ich momentan einen Großteil meiner Zeit mit Übersetzen verbringe:

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Hier ein Blick auf den jüngst ergrünten Sportplatz, der einst mein Hauptaufenthaltsort in der Kindheit war, und auf dem ich jetzt zum Ausgleich gelegentlich am Fußballtraining meiner alten Mannschaft teilnehme. Ist ein guter Platz geworden.

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Und hier hängt der SF-Kalender 2014 von Timo Kümmel mit Titelbildern aus dem Atlantis Verlag über den Ausdrucken meiner aktuellen Atlantis-Übersetzung. Titelbilder meiner Übersetzungen sind in dem Kalender allerdings nicht vorhanden, da es bisher ausschließlich Horrorbücher waren, die von Mark Freier bebildert wurden.

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Wie gesagt, momentan bin praktisch rund um die Uhr mit Übersetzen beschäftigt. So langsam nähere ich mich der Hälfte des ca. 600 Seiten langen Romans, in dem amerikanische Soldaten mit steampunkigen Gerätschaften (wie künstlichen Federwerkhänden) gegen kaiserliche Zombiesoldaten in den Gräben des Ersten Weltkriegs kämpfen. Demnächst folgt noch ein Klappentext, aber hier erst mal ein längerer Auszug, aus der noch unlektorierten und unkorrigierten Rohfassung meiner Übersetzung:

Burke wechselte seine Pistole in die linke Hand, während er in der Tasche seines Mantels mit den Fingern seiner rechten Hand nach der Extramunition kramte, die er dort aufbewahrte.
Die Kreatur wog ihren Kopf erst in die eine, dann in die andere Richtung, wie ein Hund, der über etwas nachdachte, das ihm zuvor noch nicht begegnet war.
Hastig zog Burke das Magazin seiner Pistole heraus und fing an, die Kugeln in die Kammer zu schieben, während er den Blick keine Sekunde von dem Ding vor ihm ließ.
In seinen Augen schimmerte eine Art listiger Intelligenz.
»Scheiße«, murmelte Burk leise.
Der Watschler sprang wie ein Sprinter von seinen Hinterbeinen aus nach vorne und rannte den Graben entlang auf ihn zu.
Burke gelang es einen Schuss abzufeuern, dann einen zweiten, beide trafen den Watschler im fleischigen Bereich seines Brustkorbs, aber sie verlangsamten ihn nicht im geringsten. Er versuchte gerade den dritten und finalen Schuss auf den Schädel der Kreatur anzusetzen, als diese mit der Wucht eines Güterzugs in ihn hineinknallte.
Er ging hart zu Boden, das volle Gewicht des Dings lag auf seiner Brust, und sein Hinterkopf hatte etwas Unnachgiebiges getroffen, was ihn für einen Moment benommen machte.
Er schüttelt seinen Kopf, um ihn klar zu bekommen und öffnete die Augen, nur um zu sehen, wie der Watschler mit unverhohlenem Hunger zu ihm herabstarrte. Einstmals war er ein blonder, kräftig gebauter Deutscher gewesen, über einsneunzig groß und einhundert Kilo schwer. Jetzt war seine Haut grau und von schwarzen Venen durchzogen, die aus dem langsam verwesenden Fleisch hervorstanden, seine Augen bestanden aus einem von gelbem Eitern umrandeten dünnen Weiß.
Burke zögert nicht; er schwang seine Pistole herum und zielte auf das Gesicht der Kreatur.
Nur um sie mit einem Rückhandschlag aus der Hand geschlagen zu bekommen.
Hilflos, ohne Waffe unter dem Watschler gefangen, sah Burke mit Entsetzen, wie das Ding seinen Mund öffnete und abgebrochene Zähne entblößte, von denen ein dicker, grün-grauer Schleim tropfte. Der Biss eines Watschlers war giftig, und die Rettungskräfte mussten schnell handeln, um einen Mann zu retten, der das Pech hatte, gebissen zu werden. Das Gift, das durch einen Watschlerbiss übertragen wurde, breitete sich mit unglaublicher Geschwindigkeit im Körper aus und verursachte eine rasende Infektion, lähmende Schmerzen und schließlich den Tod. Die wirklichen Pechvögel würden sich selbst in Watschler verwandeln und einige Stunden später wieder auferstehen, wenn die Transformation abgeschlossen war. Gott sei Dank passierte das nicht sehr oft.
Die Kreatur bäumte sich auf, zog ihren Kopf wie eine Schlange zurück, bereit zuzuschlagen, dann schoss der Kopf nach unten auf Burkes ungeschützten Nacken zu.
Während er sich voll und ganz darauf konzentrierte, die geifernden Kiefer von seinem ungeschützten Fleisch fernzuhalten, tat Burke das Einzige, was ihm in diesem Moment einfiel.
Er schob die Prothese an seinem linken Arm in den Mund der Kreatur und rammte sie zwischen dessen Kiefer.
Aus früheren Erfahrungen wusste Burke, wie stark der Biss eines Watschlers sein konnte; sein linker Arm und die Hand waren drei Jahre zuvor von einem zermalmt worden, was schließlich eine Amputation erforderte. Aber eine Hand zu verlieren, war besser, als sein Leben zu verlieren. Dieses Mal schloss sich der Kiefer der Kreatur mit einem lauten Klirren um die Metallhaut seines Unterarms und zerquetschte ihn wie eine Blechdose.
Das einst menschliche Wesen zog seinen Kopf in der Hoffnung zur Seite, von der falschen Gliedmaße fortzukommen, um erneut zu versuchen das weiche Gewebe an Burks Hals zu erreichen, musste aber zu ihrem eigenen Frust und Burkes Schrecken feststellen, dass sich die Zähne im verdrehten Metall von Burkes mechanischem Arm verfangen hatten.
Für einen Moment erstarrten beide und durchbohrten sich gegenseitig mit Blicken, dann drehte der Watschler durch und schlitzte Burkes Gesicht mit überlangen Fingernägeln auf, trat mit seinen Füßen nach ihm und versuchte sich, aus der heiklen Position zu befreien.
Der Tobsuchtsanfall des Watschlers führte nur dazu, dass sich seine Zähne noch tiefer in der verdrehten Masse verfingen, die einst Burkes Unterarm gewesen war.

Ein Gedanke zu “Ausblicke und Einblicke (mein Arbeitsplatz und ein Textauszug aus „Das Blut der Helden“)

  1. Kümmels SF-KALENDER 2014 habe ich mir auch neulich zugelegt … ansehnlich!

    Und ich hoffe ja darauf, dass er sich a) gut verkauft und sie dann b) für 2015 einen doppelt so großen rausbringen!

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