Linktipp: Wo sind all die Übersetzer hin?

Im Kölner Stadtanzeiger gibt es einen Artikel über einen (angeblichen?) Schwund von Übersetzern. Es soll kaum noch Nachwuchs unter 35 geben. Da bin ich noch knapp drunter, aber ich habe den Berufseinstieg ja bisher auch nicht geschafft.

 

Warum der Mangel gerade jetzt auftritt, kann sich keiner so genau erklären, denn in einer finanziell guten Lage waren die Übersetzer noch nie. „Ich vermute, dass das wirtschaftliche Bewusstsein, sich nicht mehr ausbeuten zu lassen, bei den jungen Leuten gestiegen ist“, sagt Hinrich Schmidt-Henkel, Vorsitzender des VdÜ.

Quelle: http://www.ksta.de/kultur/literatur-uebersetzer-der-nachwuchs-schwindet,15189520,24058766.html

Jepp, deswegen bin ich jetzt auch nicht traurig darum, dass es nicht geklappt hat. Der Reiz liegt natürlich darin, dass man als Freiberufler selbstständig arbeiten und sich die Zeit selbst einteilen kann. Das ist, neben der verlockenden Tätigkeit des Übersetzens, für mich auch der Hauptanreiz. Da wäre ich auch bereit, zunächst noch finanzielle Abstriche zu machen. Aber ich bin nicht bereit, mich dauerhaft Ausbeuten zu lassen.

Vielleicht habe ich ja doch nicht das Zeug zum Übersetzer. Schade, die Arbeit hat mir nämlich richtig Spaß gemacht, aber ich kann sie mir in Zukunft nicht mehr leisten.

Allerdings habe ich auf dem Berliner Übersetzerstammtisch schon ganz viel Übersetzernachwuchs unter dreißig getroffen. Für die ist es aber unheimlich schwierig, bei den Verlagen reinzukommen. Ohne Kontakte läuft dar gar nichts. Sollten also den Verlagen der junge Übersetzernachwuchs fehlen, dann sollten sie mal ihre Praxis der Auftragsvergabe überdenken.

Die Junge Übersetzerinnen sollten aber darauf achten, dass sie nicht die Honorare der Kollegen unterbieten.

 

P.S. Ich hoffe, ich lese mich hier jetzt nicht zu frustriert  😉 Aber das liest sich für mich, wie die ganzen Artikel über den Fachkräftemangel aus Sicht eines arbeitslosen Ingenieurs

Ein Gedanke zu “Linktipp: Wo sind all die Übersetzer hin?

  1. Ich bezweifle, dass das eine Entwicklung ist – also dass der Anteil des Nachwuchses „schwindet“.

    Ich kann mich nicht erinnern, dass eine solche „Studie“ auch früher schon einmal gemacht wurde – und ich bin immerhin seit Anfang der 1990er Jahre im Berufsverband organisiert.

    Und dass ungefähr jeder zehnte, elfte Übersetzer unter 35 ist, erscheint mir doch recht passend – es ist nun mal kein Ausbildungsberuf; die mit Abstand meisten, die ich kenne, sind als Quereinsteiger reingekommen, nach Jahren anderweitiger Berufstätigkeit.

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