Nordamerikastudien (2): Die Abschlussarbeit (Bachelor)

Heute habe ich mich zur Abschlussarbeit meines Studiengangs angemeldet. Ich habe jetzt offiziell alle anderen Teile (also Module bzw. Seminare) des Studiums abgeschlossen. Mit der Anmeldung wurde mir heute offiziell das Thema ausgegeben, für dessen Bearbeitung ich zwölf Wochen Zeit habe. Anders als bei meiner Diplomarbeit soll die Bachelorarbeit nur um die 25 Seiten bzw. 7500 Wörter umfassen. Das liegt daran, dass man im Bachelorstudium (anders als oft in einem Diplomstudiengang) in allen absolvierten Seminaren (und sonstigen Veranstaltungen) einen Leistungsnachweis in Form einer Hausarbeit, mehrere Essays, einer Klausur und/oder einer Präsentation erbringen muss. Alle Leistungen fließen mit in die Abschlussnote. Also nix mit »Vier gewinnt« bis zum Vordiplom.

Das Thema meiner Arbeit lautet »Die Darstellung von Armut und Unterschicht in aktuellen amerikanischen TV-Serien, analysiert am Beispiel der Serien »Raising Hope« und Shameless«. Ich habe bewusst eine Serie von einem großen Network (»Raising Hope« bei Fox) und eine von einem Pay-TV Sender (»Shameless« bei Showtime) ausgewählt, da es bei diesen beiden unterschiedlichen Vertriebswegen deutliche Unterschiede bezüglich der Möglichkeiten und Freiheiten in Bezug auf die Darstellung von »expliziten« Inhalten (Sex, anstößige Sprache, Gewalt usw.) gibt. Hinzu kommt der Quantensprung in der Qualität des Erzählfernsehens, denn es seit den Sopranos auf Sendern wie HBO und Showtime gegeben hat.

Ein zweites großes Thema wird die Entwicklung von Sitcoms seit den 50er und 60er Jahren sein. Damals wurde vor allem das Idealbild der Familie in der amerikanischen Mittelschicht vermittelt, dass aktuelle z. B. eindrucksvoll von Serien wie »Mad Men« dekonstruiert wird. Dazu die eher konservativen Erzählstrukturen des Sitcom-Formats, in dem in jeder Folge alles wieder auf Anfang gestellt wird, als hätte es die vorherige Folge nicht gegeben.

Dazu kommt noch die Darstellung von Armut und Unterschicht in amerikanischen Medien, hauptsächlich natürlich im Fernsehen. Zum einen im historischen Kontext, aber auch vor dem Hintergrund der Finanz- und Hypothekenkrise, die zu einem Wegbrechen der amerikanischen Mittelschicht geführt hat, aber auch zu einem in der Gesellschaft neu entwickelten Bewusstsein gegenüber Armut (z. B. dem Infragestellen des amerikanischen Traums). Die Serie »Roseanne« wird in diesem Kapitel eine wichtige Rolle spielen.

Im Hauptteil geht es dann um die Serien »Raising Hope« und »Shameless« und die Frage, ob solche aktuellen Serien wie einen Bruch mit der bisherigen Darstellung von Armut und Familien in amerikanischen Fernsehserien darstellen, indem sie differenzierter und kritischer mit der Thematik umgehen, als es bisher der Fall war?

Das sind übrigens beides urkomische und warmherzige, wenn auch zynische Serien mit liebenswürdigen Figuren. Ich kann sie nur empfehlen. „Shameless“ läuft auf Fox Serie und ist auf DVD auch auf Deutsch erhältlich. „Raising Hope“ gibt es auf DVD in Deutsch.

Hier zwei Trailer:

2 Gedanken zu “Nordamerikastudien (2): Die Abschlussarbeit (Bachelor)

  1. Sehr interessantes Thema! Viel Erfolg.
    („Roseanne“ ist für mich immer noch die beste Sitcom ever.)

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