Krieg und Watschler

Zum Abschluss der Übersetzungswoche, hier ein Auszug aus meiner aktuellen Arbeit »Das Blut der Helden« von Joseph Nassise – ein Zombieroman, der im Ersten Weltkrieg spielt. Dabei handelt es sich nur um eine erste Rohfassung, an der sich noch einiges ändern kann. Teilweise finde ich meine Sätze noch etwas umständlich formuliert und nicht flüssig zu lesen.

Der erste Watschler tauchte jenseits des Stacheldrahts aus dem Nebel auf und watschelte in dem eigenartigen Gang auf sie zu, dem er seinen Namen verdankte. Hinter ihm folgte mindestens ein weiteres Dutzend, und Burke war sich sicher, dass dies nur die erste Welle sein konnte.

Einst waren sie Männer gewesen; das war einfach zu erkennen. Einige trugen immer noch die zerfledderten Überreste der deutschen Uniformen, die sie einmal als Lebende angezogen hatten. Fetzen aus grauem Stoff hingen an ihren ausgemergelten Körpern; andere waren nackt, unter ihrem verrottenden Fleisch lagen die Knochen teilweise frei. Die Kontrollgeräte, die sie trugen, stachen als einzige intakte Teile an ihnen heraus; dunkle Halsbänder, die ihre Nacken umschlossen und auf ihren linken Gesichtshälften zu einer Mischung aus Leder und elektronischen Komponenten übergingen, die sie vollständig bedeckten.

Watschler heißen im Original »shambler«. Auf den ersten Seiten wusste ich noch nicht, was damit gemeint war. Ich dachte, es sein eine dieser fortschrittlichen Maschinen, die es in diesem Alternativweltszenario gibt. Dann stellte sich heraus, dass damit die Zombies gemeint sind, und so genannt werden, weil sie eben watscheln (to shamble). Ich habe sie jetzt erst mal Watschler genannt. Vielleicht fällt mir noch was Besseres ein.
Der Zombiepurist weiß auch: Zombies don‘t run – Zombies rennen nicht. In der Regel schlurfen sie, und hier watscheln sie eben. Klassische Zombies sind es aber nicht, denn sie werden mit einem Leichengas (T-Gas) zum Unleben erweckt und durch ein Kontrollgerät gesteuert. Es gibt auch noch eine andere Art von Zombies, auf die ich jetzt aber nicht näher eingehe, da ich nicht zu viel verraten will.

Es macht auf jeden Fall Spaß, ein Buch aus dem (wenn auch etwas anders verlaufenden) Ersten Weltkrieg zu übersetzen. In die speziellen Begrifflichkeiten muss ich mich noch ein wenig einlesen, wobei sie sich auch in Grenzen halten.

Und hier das tolle Cover von Mark Freier:

das-blut-der-helden

3 Gedanken zu “Krieg und Watschler

  1. „Watschler“ klingt für mich ein bisschen wie Entengang mit übergroßen Füßen, Donald Duck und so … wirkt also – zumindest auf mich – eher komisch. Insofern würde ich dafür ein anderes Wort suchen.

    Untote Soldaten durch Gas – irgendwie erinnert mich das an meine Story „Grabenkämpfe“ aus der 2010er Casus-Belli-Antho … 😀

    Alternative History zum 1. Weltkrieg hört sich für mich auf jeden Fall nach Kauf- und Lesebefehl an. Für wann ist denn das Erscheinen des Buches geplant?

  2. So ganz zufrieden bin ich mit „Watschler“ auch nicht. Aber man sollte bedenken, dass es ja eine spöttische Bezeichnung der Soldaten für die feindlichen Zombies ist. Die wollen sich ja über die Viecher lustig machen. Aber ich denke trotzdem noch über Alternativen nach. Zombies schlurfen ja eingentlich. Aber „Schlurfer“ hört sich noch doofer an. Mal schauen, vielleicht weiche ich ganz vom originalen „shambler“ ab.

    Das Buch ist für Ende des Jahres angekündigt. Ich werde auch noch ein wenig für die Übersetzung brauchen, da ich jetzt demnächst meine Bachelorarbeit schreiben werde.

    Gruß Markus

  3. Wenn’s eine spöttische Bezeichnung ist, dann passt es evtl. doch – kommt halt immer auf den Zusammenhang an, den ich ja nicht kenne. 😉

    Viel Erfolg bei der Bachelorarbeit!

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