Worüber kann ich bloggen?

Wenn man einen beruflichen Blog betreibt, und als solchen sehe ich diesen Blog hier zumindest teilweise, dann sollte man sich Gedanken darüber machen, was man alles der Öffentlichkeit mitteilen möchte und ob es immer eine gute Idee ist.

Wenn man von einem Verlag einen Auftrag erhalten hat und über diesen berichten möchte, sollte man sich mit dem Verlag absprechen. Nicht jeder Verlag wird darüber glücklich sein, plötzlich im Internet über seine internen Betriebsabläufe oder sein Vorgehen zu lesen. Auch sollte man abklären, ob man den Titel des Buches schon veröffentlichen kann. Und ob es in Ordnung ist, über die Zusammenarbeit mit dem Lektorat zu berichten.

Öffentlich über die eigene Arbeit berichten ist ja schön und gut, aber wenn auch die Arbeit von anderen betroffen ist, sollte man sich deren Einverständnis einholen, oder so anonymisiert darüber schreiben, dass der Gemeinte nicht mehr zu erkennen ist. Was schwierig ist, wenn man nur wenige Auftraggeber hat.

Trotzdem halte ich es wichtig, auch über etwaige Missstände in der Branche zu berichten. Ich habe den Eindruck, dass Übersetzer ein verschwiegenes Volk sind, die im einsamen Kämmerlein vor sich hin werkeln, sich höchstens auf Übersetzerstammtischen (die vertraulich sind) austauschen und ansonsten die Öffentlichkeit meiden (natürlich gibt es auch Ausnahmen).
Gleichzeitig wird sich aber auch darüber beschwert, dass die Leser völlig falsche Vorstellung von der Arbeit und den Arbeitsumständen eines Übersetzers haben. Da hilft nur eins, Öffentlichkeitsarbeit.

Dabei sollte man, wenn es, wie bei mir über einen persönlichen Blog läuft, immer abwägen, ob das, was man veröffentlicht einem eventuell auch schaden kann, weil potenzielle Auftraggeber von so viel Offenheit abgeschreckt werden.

Deshalb sollte man nicht vergessen auf Diskretion hinzuweisen und das man nur nach Absprache über eventuelle interne Arbeitsschritte berichtet. Was ich hiermit tue!

Das kann für Verlage auch Vorteile haben. Immerhin ist es kostenlose Öffentlichkeitsarbeit, die der Übersetzer da verrichtet. Und die Leser sehen, dass dort professionell gearbeitet wird.

Da momentan noch in den Sternen steht, ob ich nach meinen beiden aktuellen Übersetzungen noch weiter übersetze, werde ich diesen Blog in Zukunft auch vermehrt über andere Themen schreiben. Einfach weil ich Lust dazu habe. Ich muss mich ja nicht künstlich thematisch einengen.

Ach ja, mein Regal mit den Belegexemplaren hat heute weiteren Zuwachs bekommen. Es ist ein Schwein! 🙂

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