Selbstkritik und Wege zur Verbesserung

Die Kritik der letzten Tage lässt mich zu dem Schluss kommen, dass ich bisher noch nicht professionell genug gearbeitet habe und meine Arbeitsweise grundlegend umstellen muss.

Auch wenn die Kritik nicht ins Detail ging, bin ich mir bewusst, dass ich noch Fehler habe, die mit Handwerk und Sorgfalt zu tun haben. Ich bin überzeugt, dass ich die meisten Fehler mit mehr Sorgfalt und Gründlichkeit abstellen kann. Dazu werde ich meinen Arbeitsprozess ändern.

  • Ich werde mich grundsätzlich noch einmal ausführlich mit der deutschen Sprache beschäftigen (zurzeit lese ich gerade z. B. das Buch „Deutsch für Profis – Wege zu gutem Stil“ von Wolf Schneider).
  • Ich werde regelmäßig in den Duden und andere Grammatikbücher schauen und mit meinen Texten vergleichen.
  • Bevor ich damit beginne neue Seiten zu übersetzen, werde ich noch mal gründlich die Seiten vom Vortag durchgehen.
  • Ich werde zwei weitere Korrekturgänge nach Beendigung der ersten Fassung einbauen.
  • In einem davon, werde ich den Text laut vorlesen. Diese Übung kann dabei helfen, Fehler zu entdecken, die einem sonst das Gehirn verbessert, bevor man sie gelesen hat.
  • Ich werde langsamer übersetzen. Zumindest, bis ich genug Routine habe. 10 Seiten am Tag sind zu viel. Ich tippe zu schnell (verdammtes Zehnfingersystem, das kann auch von Nachteil sein 🙂 ).
  • Ich werde darauf achten, vermehrt Literatur mit gutem Stil zu lesen.
  • Das Problem scheint nicht beim Verständnis der englischen Sprache zu liegen. Das Verständnis und die Beherrschung der deutschen Sprache sind von entscheidender Bedeutung. Da wende ich die Regeln (vor allem in der Kommasetzung) noch zu intuitiv an. Ich sollte sie aber auch benenne können. Ein Problem, dass ich auch von vielen erfahrenen Übersetzern gehört habe. (Das hilft einem dann auch in der Auseinandersetzung mit dem Lektor. Ganz zu schweigen davon, dass man dann auch selbst mal als Lektor arbeiten könnte.)

Ich sehe also, dass nach einem Jahr als Übersetzer noch viel zu tun ist. Ich werde das ohne zu zögern angehen. Wenn ich in diesem Beruf als Profi arbeiten will, dann sollte ich auch wie einer arbeiten.

P.S. für weitere Tipps und Ratschläge bin ich dankbar

4 Gedanken zu “Selbstkritik und Wege zur Verbesserung

  1. 1. Man muss sehr viel lesen, jeden Tag, das ganze Leben: Bücher, Zeitungen, die unterschiedlichsten Texte. Oft kommen mir in den seltsamsten Zusammenhängen Wörter unter, die ich gerade brauche.

    2. Wörterbücher, die Du haben solltest:
    — Duden Stilwörterbuch
    — Dornseiff, Der deutsche Wortschatz (zwei Übersetzer-Geheimwaffen)
    — Duden, Wörterbuch der deutschen Sprache (auf CD-Rom, für die „Duden-Bibliothek“*)
    — Peltzer/Normann, Das treffende Wort (sehr gutes Synonymwörterbuch)
    Wenn man sich nicht sicher ist, schaut man im großen Duden nach, und mit der „Duden-Bibliothek“ ist das in Sekundenschnelle gemacht. Nicht ganz billig, aber das ist sehr gut investiertes Geld. Für mich das wichtigste Wörterbuch überhaupt.

    3. (Falls noch nicht geschehen:) Melde Dich bei u-litfor** an und verfolge die Diskussionen der Kollegen. Da hab ich schon unendlich viel gelernt.

    * http://de.wikipedia.org/wiki/Duden-Bibliothek
    ** http://www.techwriter.de/thema/u-litfor.htm

  2. Pingback: Learning by Doing und was die Zukunft bringen wird « translate or die

  3. Pingback: Vom Frust des Übersetzens – Wenn sich Übersetzer und Verlag uneins sind | translate or die

  4. Ne Übung, die mir leicht fällt, weil ich’s eh gerne mach, quasi als ne Art von ›stereolinguistischem Solo-Pong‹: Original- & Übersetzung neben/ineinander verschachtelt lesen. Bevorzugt mit Texten, die ich sowieso aufregend, doll, beeindruckend, emotionell-geistig anregend finde (nebenbei entdeckt man z.B., was also so rausfliegt aus *Zeilenumbruchsgründen*, wie bei Miévilles »Iron Council«). — Bedeutet: Absatzweise mal englische, dann deutsche Fassung lesen, mal der einen Fassung nen Vorsprung lassen, mal der anderen, je nachdem, wo die Aufmerksamkeit grad besser den Textfluss runterstrudelt.

    Seit ich ein Hörbuch-Abo bei einem großen Downloadanbieter hab (ich mache ungerne Wer-{hust}audible-ung), geht das auch so ganz nebenbei, ohne komplizierte Buchständer-BalanceAkte: bin vorgestern mit englisch hören und deutsch lesen von Miévilles »Kraken« fertig geworden (sehr feine Arbeit von Frauke Meier & Michael Kubiak) & habe nun mit Rushdies »Satanic Verses« begonnen. — Bonus-Vitamin: gute Hörbuch-Einleser verfeinern das eigene Sprachgefühl.

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