Rocky oder zwei Geheimnisse werden gelüftet

Geheimnis Nr. 1: Mein Arbeitsplatz in meiner Westerwälder Sommerresidenz. Wie man sieht, arbeite ich hier nicht an einem Schreibtisch, sondern mit einem fahrbaren Fernsehtisch. Dieses Gefährt ist absolut perfekt für meine Computernutzung, da ich so den Laptop zu beliebigen Sitzplätzen einfach verschieben kann. Die Tastatur liegt beim Tippen sowieso auf meinen Beinen. Das kleine Sofa ist das Equivalent zu meinem Berliner Sessel und viel bequemer als ein Bürostuhl, auch wenn dieser Anblick Ergotherapeuten vermutlich das kalte Grausen bereiten wird. Zum Ausgleich treibe ich auch viel Sport (Fußball, Joggen, Radfahren).

Normalerweise legen mir die Originaltexte als PDF Dateien vor, die ich dann ausdrucke und als einzelnes Blatt auf die Tastatur des Laptops lege. Bei meiner aktuellen Übersetzung habe ich aber nur das Originalbuch. Das ist etwas Umständlicher, aber dank des Leseständers funktioniert es auch. Der X-Box Controller liegt genau an dieser Stelle, um die Seiten an Ort und Stelle zu halten. Übersetzen ist auch immer ein wenig Improvisation. Es sind auch nur 100 Seiten und die nächsten beiden Übersetzungen werde ich wieder als PDF Datei haben.

Damit kommen wir auch zu Geheimnis Nr. 2: Wie man auf dem Bild sieht, handelt es sich bei meiner aktuellen Übersetzung um die Novelle „The Teratologist“ von Edward Lee und Wrath James White. Hier geht es um einen Mann, der durch möglichst große Schandtaten das Erscheinen Gottes provozieren möchte. Mehr verrate ich noch nicht.

Bei meiner letzten Übersetzung für Festa handelte es sich auch um eine Novelle von Edward Lee. Lee ist als König des Splatterpunk bzw. des extremen Horrors bekannt. Wenn man also glaubt, schon alles Eklige und Brutale gelesen zu haben, dann sollte man Mal Edward Lee eine Chance geben. Man wird staunen. J

Anders als viele andere „Ekelautoren“ ist Lee aber ein wirklich guter Schriftsteller, der die Gewalt nicht nur um ihrer selbst willen inszeniert, sondern alles in eine gute Geschichte mit ordentlich herausgearbeiteten Figuren einbettet.

So auch bei „The Pig“, das vermutlich als „Das Schwein“ in einer Sonderedition erscheinen wird. Hier geht es um den jungen Studenten Leonard und wie seine Ambitionen als anspruchsvoller Filmemacher Karriere zu machen in Schulden bei der Mafia endet, die ihn dazu zwingt, Tierpornos und Snufffilme zu drehen. Man kann es also schon ahnen, „Das Schwein“ ist nichts für zarte Gemüter. Die Geschichte gilt selbst unter den Werken von Edward Lee als extrem, und wer Geschichten von Edward Lee kennt, weiß, dass das schon etwas heißen muss.

Als Einstieg zu den Büchern von Lee empfehle ich die kürzlich bei Festa erschienenen Romane „Haus der bösen Lust“ und „Bighead“, danach kann man es sich ja noch überlegen, ob man sich an „Das Schwein“ herantrauen möchte. Um einen filmischen Vergleich heranzuholen, würde ich die Novelle als eine Mischung aus „Black Emanuelle in America“ (mit der berühmt berüchtigten Szene) und „A Serbian Film“ beschreiben. Aber stilistisch sehr gut geschrieben. Die Biografie des armen Leonard geht wirklich unter die Haut.

Wann das Buch genau erscheint, weiß ich nicht. Werde es aber hier verkünden.

P.S. die Rocky-Fahne habe ich übrigens kürzlich wieder auf dem Speicher entdeckt. Die habe ich schon seit der Grundschule (damals habe ich die ersten beiden Rocky-Filme bei Nachbarn gesehen). Witzigerweise habe ich im letzten Semester ein Referat über den Amerikanischen Traum gehalten, bei dem auch der Film „Rocky“ und die Karriere von Sylvester Stallone eine wichtige Rolle spielten.  Auf dem zweiten Foto sieht man im Hintergrund ein Foto des Big Lebowski beim Bowlen mit Walter und Donnie. Tja so ändern sich die Vorbilder mit der Zeit. J

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