The Golden Age is now – Das Goldene Zeitalter ist jetzt (Ein paar lose Gedanken)

Gestern habe ich Woody Allens wundervolle Liebeserklärung an Paris Midnight in Paris gesehen, in der ein amerikanischer Autor (Owen Wilson) mit seiner Verlobten und deren Eltern! einige Tage in Paris verbringt, das im Regen am schönsten sein soll. Er schwärmt ständig davon, wie toll Paris in den 20er Jahren gewesen sein muss, während sich seine Verlobte von einem intellektuellen Schaumschläger verführen lässt. Wilson streift durch die nächtlichen Straßen von Paris und landet just auf einer Party in den 20er Jahren. In der Folge lernt er viele seiner Idole kenne: F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway, Getrude Stein, Pablo Picasso, Luis Bunuel und DALI … DALI!  Er verliebt sich in eine junge Französin, die wiederum ihre Gegenwart langweilig findet und von der Belle Epogue schwärmt, als sie schließ ich dort landen, beschweren sich die dortigen zeitgenössischen Künstler wiederum über die ach so triste Gegenwart und Wilson dämmert es langsam.

The Golden Age is now. Die Vorstellung, dass es früher immer besser war, entsteht vor allem aus der eigenen Unfähigkeit sein gegenwärtiges Leben nach den eigenen Idealen und Wünschen zu gestalten. Man träumt lieber von einer verklärten Vergangenheit, statt seine Träume in der Gegenwart umzusetzen. Denn das ist riskant und anstrengend. Was wenn die Träume tatsächlich in Erfüllung gehen? Beängstigend – nicht?

In der Science Fiction wird und wurde oft diskutiert, welches Jahrzehnt das Golden Age der SF sei. Ein kluger Autor (dessen Name mir entfallen ist) schrieb: The golden age of Science Fiction is 12 – Das goldene Zeitalter der SF ist 12.

Und damit hat er vermutlich recht. Zu keinem späteren Zeitpunkt wird der »Sense of Wonder« dieser Literatur eine solche Wirkung entfalten können, und den jungen Leser mit offenem Mund und verträumten Augen zurück lassen.

Ein Gefühl, das man sich bewahren sollte, egal ob Science Fiction liest oder nicht. In  unserer rationalen und zynischen Welt vergisst man schnell, dass auch noch Zeit zum Träumen da ist, und auch die Möglichkeiten, einen Teil seiner Träume oder Ziele zu verwirklichen. Das sollte man nicht morgen oder übermorgen tun, sondern heute, jetzt. Wie Robin Williams in Dead Poet’s Society (Der Club der toten Dichter) sagte: »Carpe Diem, seize the day, nutze den Tag.«

Ich kann das ewige Gejammer der vom Weltschmerz gezeichneten Wohlstandsleidenden nicht mehr hören. Ein anderer kluger Mann sagte einmal: »Don’t complain that people are sheep, lead them – Beschwer dich nicht, dass die Menschen Schafe sind, führe sie.

Natürlich sollte man gegen soziale und sonstige Missstände vorgehen bzw. sie nicht widerstandslos hinnehmen. Aber bitte mit einem Lächeln auf dem Gesicht ohne Verbitterung, und ohne den anderen den Tag zu vermiesen. Was nutzt es, von vergangenen, glorreichen Tagen zu träumen, über die furchtbare Gegenwart zu weinen und Angst vor der Zukunft zu haben.

Ich werde versuche aus jedem Tag das Beste herauszuholen. Auch wenn es sich dabei nur um kleine Freuden handelt. Ich begegne jedem Tag mit Humor und bin neugierig auf die Möglichkeiten, die er mir bieten wird. Ob ich sie alle erkenne und nutzen werde ist wieder eine andere Sache.

 

Ein Gedanke zu “The Golden Age is now – Das Goldene Zeitalter ist jetzt (Ein paar lose Gedanken)

  1. Früher war alles besser – schon der Urknall ist ein Fehler gewesen!

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