Catpain Future und eine Botschaft aus der Gegenwart

Hallo, ja ich lebe noch. Nach einem Monat Funkstille wird es höchste Zeit diesen Blog wieder mit meinen wirren Gedanken zu füttern, in der Hoffnung nicht alle Leser verloren zu haben.

Nach einem halben Jahr Bloggerei stelle ich fest, dass ich wohl nicht der Bloggertyp bin. Regelmäßiges updaten des Blogs durch interessante und lesenswerte Texte läuft auf Dauer doch meiner bevorzugten Verantwortungslosigkeit (im nicht-professionellen Bereich) zu wider.
Dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, lag also nicht an mangelnder Zeit, sondern an mangelnder Lust. Ich finde, man sollte solchen Gefühlen durchaus nachgeben, damit die ganze Sache nicht zu einer lustlosen und zwanghaften Pflichterfüllung wird. Nach einem Monat Erholungspause kann ich jetzt wieder mit neuer Frische und Lust loslegen, auch wenn der ein oder andere Stammleser dabei vielleicht auf der Strecke bleibt. Was ich voll verstehen kann, da ich es selbst nicht mag, wenn die von mir bevorzugten Blogger sich so lange nicht melden.

Aktuelles:
Ich sitze immer noch an der Übersetzung von Captain Future, was auch zu diesem lustigen Vertipper mit Catpain Future führte. Meines Wissens nach hat Future nie Katzen getötet, oder ich habe es vergessen (na, wer weiß, welches Lied ich hier zitiere?).

Das Interessante an der Übersetzung eines Buches, dass in den 40er Jahren in Amerika veröffentlicht wurde und durchaus dem »Trash« oder zumindest der Pulpliteratur zugeordnet werden kann, ist es, dieser speziellen, sorglosen Sprache gerecht zu werden. Hamilton war kein großer Stilist, seine verdammten Adjektive sind Legion und er wiederholt sich manchmal mehrfach innerhalb weniger Absätze oder Sätze. Trotzdem hat diese Art von Literatur ihren Charme. Und diesen Charme einzufangen ist die große Herausforderung bei dieser Übersetzung.
Das fängt schon damit an, dass ich keine Wörter verwende, die es im Deutschland der 40er Jahre nicht gegeben hat, oder von denen ich es zumindest glaube. Bin auch kein Experte für diese Zeit.
In der deutschen Fassung soll es sich schön flüssig lesen, aber trotzdem diesen Pulpcharakter behalten. Das findet bei Hamilton teilweise auch auf der inhaltlichen Ebene bzw. bei den Figuren an. Die Helden sind alle strahlend schön und superintelligent, die Bösewichte sind alle hässliche Zwerge oder deformierte Riesen. Der Oberbösewicht ist natürlich ein Superschurkengenies, der eine ganze Legion der Verdammten hinter sich stehen hat.
Um korrekte Wissenschaftlichkeit schert sich Hamilton keine Deut, und doch hat er viele tolle Ideen. Die wirken zwar heute etwas altbacken, aber im Kontext der damaligen Zeit sind sie teilweise sehr aufregend und neu. Wenn man heute also Captain Future liest, der ja in einer fernen Zukunft spielt, erfährt man trotzdem viel über die Zeit, in der die Geschichte geschrieben wurde.
Und genau dieses Gefühl für diese bestimmte Zeit gilt es, für mich als Übersetzer zu bewahren.

Wer sich für Edmond Hamliton und seine Werke interessiert, dem empfehle ich den SF-Personality Band von Hardy Kettlitz, der im Shayol Verlag erschienen ist:

http://shayol.cms.corneredchicken.com/cms/front_content.php?idart=420

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