The King is dead, es lebe der König

Vorgestern habe ich meine aktuelle Übersetzung des Kurzgeschichtenbandes »Jack‹s Magic Beans« von Brian Keene beim Verlag eingereicht.

Die letzte Geschichte in diesem Band heißt ›»The King«, in: YELLOW‹. Die Geschichte ist eine Hommage an »Der König in Gelb« von Robert W. Chambers. In Keenes Fassung geht es allerdings um ein Theaterstück innerhalb der Geschichte. In diesem Stück spielen Schauspieler tote Rockstars (z.B. Janis Joplin oder Jimi Hendrix) die wiederum die Figuren aus dem Stück spielen. Also eine Schauspielerin spielt Janis Joplin, die wiederum die Königin spielt.
Die wichtigste Figur in diesem Stück ist der König, der hier von dem »King« Elvis Presley gespielt wird. Leider ist Elvis auch in Deutschland als »der King« bekannt und nicht als »der König«. Deshalb habe ich mich für den Titel »›Der King‹, in: GELB« entschieden. Hört sich nicht so dolle an und auch die Anspielung auf Chambers geht leicht verloren, aber ich denke, dass trotz aller Zweideutigkeit Keene im Titel leicht augenzwinkernd Elvis meint. Denn mit »GELB« ist hier der Titel des Theaterstücks gemeint, und erst in zweiter Linie die Farbe. Ich könnte aber auch mit »›Der König‹, in: GELB« leben.

Keene lässt seine Figuren gerne mit den Schultern bzw. die Achseln zucken. Gibt es da eigentlich einen Unterschied zwischen Achselzucken und Schulterzucken? Im Englischen gibt es dafür ein Verb. Da heißt es einfach: »Jack shrugged«, was die Vergangenheitsform von »to shrug« ist.
»Jack zuckte die Achseln/Schultern«. Weil es so häufig vorkommt, habe ich versucht, beide Varianten zu verwenden. Gibt es da eine Richtlinie für, oder ist das reine Geschmackssache?
In meiner aktuell abgeschlossenen Lektüre »Rotkelchen« von Jo Nesbo wird immer mit den Schultern gezuckt, während in Harlan Cobens »In seinen Händen« immer die Achseln dran glauben müssen.  (Ich weiß allerdings nicht, was da im Norwegischen steht.)

Bei Harlan Coben taucht übrigens der Begriff »Alte-Jungfern-Brille« auf. Der aufmerksame Leser wird sich an meinen früheren Blogeintrag zum Thema »birth control glasses« erinnern. Ich weiß auch nicht, was da bei Coben im Original steht, aber »alte Jungfern-Brille« erscheint mir etwas altmodisch – wenn auch korrekt.

»batshit-crazy« ist ein Begriff, der mich ein wenig ins Grübeln gebracht hat. Das heißt so viel wie »völlig bekloppt« oder »völlig bescheuert«. Die deutsche Fassung hört sich aber nicht so toll an – nicht so »crazy«. Gestern habe ich den Begriff in einer Folge der vierten Staffel von »True Blood« gehört. Da habe ich auf die deutsche Tonspur gewechselt, um zu hören, was die deutsche Synchro aus dem Begriff gemacht hat. Was haben sie daraus gemacht? Nichts! Die faulen Säcke haben es einfach weggelassen. 🙂

Als Nächstes werde ich etwas für einen Verlag übersetzen, der seit vielen Jahren eine feste Institution im deutschen Horror-Genre ist. Was es ist, darf ich aber noch nicht verraten. Das ist noch streng geheim. Um den Blog trotzdem am Laufen zu halten, werde ich demnächst vielleicht auch ein wenig vom Thema Übersetzen abschweifen, und darüber berichten, was ich sonst noch so mache.

Ein Gedanke zu “The King is dead, es lebe der König

  1. Ich frage mich auch immer, ob ich Schultern oder Achseln schreiben soll.. aber letztendlich wechsel ich es auch immer ab 😀 würde mich aber auch mal interessieren!

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