Zum Übersetzen von Redewendungen, und wo man mich trifft

Damit der Blog nicht völlig einschläft – es gibt nämlich bisher nichts wirklich Neues zu berichten – hier mal eine kurze Zwischenmeldung:

Ich bin weiterhin fleißig Brian Keene am übersetzen und werde wohl Ende des Monats damit fertig sein. Dank Uni-Stress bin ich bisher nicht ganz so oft dazu gekommen, wie gewünscht, aber der meiste Stress ist jetzt vorbei.
Besonders schwierig wird es beim Übersetzen immer dann, wenn es um Wortspiele, Sprichwörter oder Redewendungen geht, die es so 1:1 im Deutschen nicht gibt. Da muss man entweder ein entsprechendes deutsches Beispiel suchen, oder sich selbst etwas ausdenken. Je nach Kontext muss es  inhaltlich nicht immer 1:1 passen, sondern eben im Deutschen stimmig klingen.

Keene hält sich mit solchen Sachen eigentlich zurück, aber nachdem der Held der Story sich übergeben hat, sagt eine der anwesenden Damen:

»Girls rule and boys drool.«

»Girls rule« ist klar. Mädchen haben es eben drauf. »Boys drool« heißt wörtlich übersetzt „Jungen sabbern oder geifern“.
Im Original reimt sich der Spruch aber auch und da passen weder sabbern noch geifern. Also habe ich mich im Kontext der kürzlichen Übergabe von Mageninhalten an den Fußboden für folgende Variante entschieden (auf die ich auch ein wenig stolz bin 🙂 )

»Mädchen haben’s drauf und Jungen spucken’s aus.«

Falls aber jemand eine bessere Idee hat oder sogar eine ähnliche deutsche Redewendung kennt, bin ich für Vorschläge offen.

And now for something completely different:

Von Frank Böhmerts Blog übernehme ich mal die tolle Rubrik »Wo man mich triff«:

Berliner SF-Treff

Beitragvon Pogopuschel » Fr Feb 03, 2012 5:11 pm
Einladung zum Berliner SF-Treff

Seit einem Jahr treffen sich die (bzw. einige) Berliner Foristen des SF-Netzwerk einmal im Monat in der unvirtuellen Realität: http://www.scifinet.org/scifinetboard/topic/11577-sf-treffen-der-berliner-forenmitglieder/page__fromsearch__1

hiermit möchten wir auch die Berliner Foristen (oder Foristen auf Besuch in B) von SF-Fan.de herzlich zu unserem Treffen einladen.
Wir treffen uns in einem kleinen, günstigen Lokal (damals von Frank Böhmert vorgeschlagen, weil sich dort auch schon der Perry Rhodan Stammtisch traf) zu einer gemütlichen Runde. Im Schnitt sind wir so zwischen 3-5 Personen, mit teils wechselnder Besetzung. Gelegentlich bekommen wir schonmal prominenten Besuch (z.B. den Frankfurter Phantasten molo 😀 ). Themen sind nicht festgelegt. SF ist natürlich ein häufiges Thema aber auch Fantasy, Berlin, DDR und sonst alles Mögliche (bis auf Forenstreitigkeiten. Das Gezanke überlassen wir dem Internet).

Wir würden uns sehr freuen, wenn sich der ein oder andere von euch mal blicken lassen würde. Hier unser nächster Termin:

Freitag 10.Februar

19:00 im Barbecue Rahal http://barbecue-steakhaus.de/kontakt.html
Wilhelmstr. 150

Siehe auch hier:http://www.scifinet.org/scifinetboard/topic/11577-sf-treffen-der-berliner-forenmitglieder/page__fromsearch__1 und hier: http://forum.sf-fan.de/viewtopic.php?f=15&t=6311

9 Gedanken zu “Zum Übersetzen von Redewendungen, und wo man mich trifft

  1. „Mädchen sind toll, Jungs sind bloß oll.“ – In jedem Falle würde ich nicht direkt auf das Kotzen anspielen; das geschieht im Original ja auch nicht. Bei den drooling boys habe ich zwei Assoziationen: erstens, drooling zombies; zweitens geifern die Jungs den coolen Mädels hinterher.

  2. Oder „Mädchen sind toll, und Jungs sind oll“ – dann schwingt da der bekannte deutsche Schülerreim „Ich bin cool, und ihr seid schwul“ mit, und es kommt einem altvertraut vor.

  3. Hier ist mal die ganze Szene, um zu zeigen, wie sehr sich der Kontext doch ums Kotzen, bzw. die Speichelreste, die danach noch im Gesicht rumhängen, dreht. Jack dreht sich direkt nach der Kotzerei um:

    „Jack turned to Sammi and Angie. His cheeks turned red
    with embarrassment. “Sorry about doing that in front of
    you.”
    “Don’t worry about it,” Angie said. “Happens to
    everybody. If it makes you any happier, I feel like puking,
    too.”
    Sammi giggled. “Nice to see somebody other than me
    throwing up for once.”
    “Girls rule,” Angie whispered, “and boys drool.”
    Marcel scowled at the comment, flicking a thread of
    saliva from his chin.“

  4. Es ginge noch
    Mädchen klotzen, Jungs kotzen

    etwas mysteriöser
    Mädchen versprechen, Jungs brechen

    Was fällt mir noch ein?

    Mädchen sind die Perlen, die Jungs vor die Säue werfen.

    Bin ich froh, dass ich ein Mädchen bin.

  5. Ja, Markus, das mit dem Kontext habe ich mir schon gedacht – nur ist es im Original ja tatsächlich eine Redewendung und hat mit Kotzen nix zu tun. Darum würde ich den deutschen Vers auch nicht dorthin zurechtbiegen. Das wirkt auch zu gekünstelt: Welcher Teenie reimt denn mal eben einen Satz, der voll auf die Situation passt?

    „Mädchen sind schlau, Jungs geh’n zum Bau“, fällt mir gerade noch ein. Ist aber zu sehr um die Ecke gedacht.

  6. Danke für euren Input. Ich denke du hast recht Frank. Da muss eine deutsche Redewendung hin, die bekannt ist.

  7. Ich glaube, du musst schon eine erfinden. Aber die sollte eben altvertraut daherkommen und möglichst allgemeingültig sein. Oder du gehst ganz weg vom Kontext, also falls das Jungs-Mädels-Ding keine große Rolle spielt, denn dann kannst du tatsächlich was Bestehendes nehmen.

    „Schönheit kommt von innen“ zum Beispiel 😀

  8. Das ist eine der Sachen, die am Übersetzen Spaß macht. Auch wenn sie Zeit kostet, die nicht bezahlt wird. Ich mach erst mal weiter im Text und behalte es im Hinterkopf.
    Vielleicht fällt mir bis zum Treffen am Freitag was ein.

    „Schönheit kommt von innen“ gefällt mir. Das passt zur Bulimie-Thematik. 🙂
    Da muss ich an diese Modelsendung auf Vox denken, in der das Topmodel Eva Padberg den Kandidatinnen sagt, dass essen eklig sei.

    • Genau, das ist das Schöne am kreativen Übersetzen, auch wenns harte Geistesarbeit ist und nicht bezahlt wird. Eine dt. Entsprechung zu deinem Beispiel gibt es aber nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass es ja wirklich doppeldeutig ist UND sich reimt. Mir gefällt das „Schönheit kommt von innen“ hervorragend. Der Reim ist zwar weg, aber a. ist es ein gängiger Spruch und zweitens passt er, weil doppeldeutig, zur Situation. Das ist, finde ich, die hohe Kunst des Übersetzens. Mir ist noch eingefallen „Mädchen sind cool, Jungs schwul“ (das schwul wird in der Jugendsprache mittlerweile ja auch als genereller negativer Begriff eingesetzt, die Frage ist, ob das allen Lesern bewusst ist) und „Mädchen klotzen, Jungs kotzen“.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s