Aktuelles: Phantastische Netstreifzüge 21

»Ballern, zocken, blechen« – Nachtrag zur Sendung ZDF Info login – auf MyGamestories gibt es einen lesenswerten Beitrag der Professorin Linda Breitlauch über eine ZDF-Sendung, die Vorurteile aus den 90er Jahren pflegt, nach denen Computerspiele böse sind und den Untergang des Abendlandes bedeuten. Manche haben es noch immer nicht kapiert, Computerspiele sind ein Kulturgut von nicht unbeträchtlichem Wert. Es gibt natürlich miese und schwachsinnige Spiele, aber es gibt noch viel mehr Spiele, die den Spieler fordern und fördern, die in einen wichtigen pädagogischen Beitrag liefern können und die Relevanz besitzen.

Blickpunkt Spielejobs: Aus dem Leben eines Lektors - Auf games.ch berichtet ein Spielelektor aus seinem Arbeitsalltag. Sehr interessant. Die Arbeit unterscheidet sich auch deutlich von der eines Buchlektors.

Annihilation: The Questions a Translator Asks – Jeff VanderMeer beantwortet Fragen seiner italienischen Übersetzerin zu seinem Roman Annihilation, den ich kürzlich mit großem Vergnügen gelesen habe. Faszinierend, welche Fülle an Fragen die Übersetzerin zum Verständnis des Textes hat. So detailliert und mühevoll geht sicher nicht jeder Übersetzer an die Arbeit.

US students request ‘trigger warnings’ on literature - Der Guardian berichtet über amerikanische Studierende, die Warnhinweise auf Literatur haben wollen, wenn es dort etwas ernsthafter zur Sache geht. Ich bin durchaus dafür, dass man Bücher mit drastischer Gewaltdarstellung und Handlung die nur für Erwachsene geeignet ist, deutlich kennzeichnet, aber wenn man Literaturwissenschaften studiert, muss man doch damit rechnen, dass man nicht nur Geschichten vom Ponyhof liest und man sollte doch auch ein gewisses Wissen über die zu lesenden Bücher besitzen bzw. sie vor der Lektüre aneignen.

Axelzucken 1×07: Keine Macht den Klicks! – Axel Schmitt, Redakteur von Serienjunkies.de regt sich über die umsonst-Mentalität im Internet und über unqualifizierte Kommentare zu Serienkritiken auf, die jegliche ernsthafte Diskussion zerstören würden.
Da hat er teilweise durchaus recht. Es gibt auf Serienjunkies durchaus einige Sachen, die mir nicht gefallen. Z. B. die ewigen Klickorgien durch bis zu 20 Seiten, um einen eigentlich kurzen Artikel zu lesen. Die ganze unnötigen Prominnews aus dem Privatleben von Seriendarstellern, die gar nichts mit den Serien zu tun haben. Am meisten stört mich aber, dass es auf der Seite keine spoilerfreien Kritiken gibt. Auf Serienjunkies schreibt man fast ausschließlich Folgenkritiken, die den kompletten Inhalt der Folge wiedergeben. Für Leute, die sich über eine Serie informieren wollen, um herauszufinden, ob es sich lohnt, sich die Serie anzusehen, ist Serienjunkies ungeeignet. Die Seite lohnt nur, wenn man die Folge gesehen hat, und sich vielleicht mit anderen Zuschauern austauschen möchte. Und gerade hier in der Diskussion wird es oft unschön. Am schlimmste sind wirklich Kommentare wie: »Warum könnt ihr nicht einfach die Serie genießen und müsst alles tot analysieren?«, sind unnötig wie ein Kropf. Da hat Axel recht, wenn er schreibt, dass sie Folgendes bedeuten würden: »Ich denke, andere sollten nicht so viel über etwas nachdenken und ihre Gedanken mitteilen. Das ist mein Gedanke, den ich mit euch teilen möchte.«

Die Unfähigkeit die Meinungen zu ertragen, die von der eigenen abweichen, ist leider weit verbreitet. Viele fühlen sich direkt persönlich angegriffen, wenn andere etwas schlecht finden, das ihnen gefällt. Und wenn diese dann auch noch genau analysierte Argumente aufführen, warum sie es schlecht finden, das ist dann ganz böse. Solche Leute sollten Folgendiskussionen doch lieber meiden, als sie mit ihrer Verachtung für Leute, die auch beim Seriengucken gerne nachdenken, vollzutrollen.

Für mich sollen Kritiken und Rezensionen übrigens möglichst subjektiv sein, ohne aber zu vergessen, nebenbei auch noch einen objektiven, differenzierten Blick auf das Werk zu werfen. Zum Beispiel, in dem man schreibt, wem oder unter welchen Voraussetzungen das Werk gefallen könnte, auch wenn es einem persönlich nicht gefallen hat.

Mir sind die Kritiken auf Serienjunkies übrigens auch oft zu viel Nacherzählung.

Für Angebote wie Serienjunkies.de halte ich Micropayment für eine gute Lösung. Da zahlt man dann ein paar Cent für einen Artikel oder Rezensionen, die einen interessiert, ohne direkt ein Abo abzuschließen.

Der problematische Herr Lovecraft, oder: Das ›Nigger‹-Gedicht – molosovsky verweist darauf, dass gerade in einigen Blogs der Rassismus von H. P. Lovecraft diskutiert wird und verlinkt auch auf lesenswerte Artikel von Raskolnik und Anubis. Ein Aspekt des Horrormeisters, der von vielen Fans gerne ausgeblendet wird. Dabei ist H. P. Lovecraft der vermutlich einflussreichste Horrorautor aller Zeiten. Sein Vorbild durchdringt unzählige Werke mit direkten und indirekten Bezügen. Lovecraft ist als Themengeber in Horrorkleinverlagen immer noch der Renner. Da tut eine kritische Betrachtung des Menschen Howard Phillip Lovecraft und auch seiner Geschichten und Briefe not. Ich kenne mich da ehrlich gesagt nicht gut genug aus, um mich zu Lovecraft zu äußern. Ich habe die meisten seiner Geschichten zwar gelesen, aber das ist schon zu lange her. Ich weiß nur, dass sie mir gut gefallen haben, auch wenn ich sie heute vermutlich sehr viel kritischer Lesen würde. Was ich demnächst auch mal in Angriff nehmen werde.

 

Ein Gedanke zu “Aktuelles: Phantastische Netstreifzüge 21

  1. molosovsky, nicht molosovky. Ansonsten freilich: DANKE!

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